Blautopf, Kaiserstuhl und Katzenbuckel

Naturwunder in Baden-Würtemberg
 
 
wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. März 2017
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8062-3514-2 (ISBN)
 
Reste von Vulkanen, verkarstete Hochflächen, verzweigte Höhlensysteme - die geologischen Naturwunder Baden-Württembergs sind ungeheuer vielgestaltig und gleichzeitig Zeugen einer Jahrmillionen währenden Landschaftsgeschichte. Baden-Württemberg hat einige der interessantesten und abwechslungsreichsten Landschaften Deutschlands, wenn nicht Europas, zu bieten und ist eine wahre Schatzkammer für Geologen.
Anhand der fünfzehn bedeutendsten Naturräume Baden-Württembergs zeigen Manuel Lauterbach und Christine Kumerics, welche einzigartigen Kunstwerke die Natur im Laufe der Erdgeschichte geschaffen hat. Reich bebildert führt der eindrucksvolle Text-Bildband die Höhepunkte unseres Südwestens vor Augen und zeigt deren vielfältige Gesteinswelt von ihrer schönsten Seite. Mithilfe von Kartenskizzen und den GPS-Koordinaten kann jeder seinem eigenen Entdeckungstrieb nachgehen und die geologischen Naturwunder für sich entdecken.
  • Deutsch
  • Darmstadt
  • |
  • Deutschland
  • 198
  • |
  • 16 Karten, 198 Abbildungen
  • |
  • 198 Abbildungen, 16 Karten
  • 62,41 MB
978-3-8062-3514-2 (9783806235142)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Manuel Lauterbach, geb. 1972, hat promoviert und ist als Ingenieurgeologe tätig.

Christine Kumerics, geb. 1974, ist promovierte Geologin und zum einen als wissenschaftliche Mitarbeiterin und zum anderen als Geologie-Referentin im umweltpädagogischen Bereich tätig.

Schwarzwald
Alt, älter, Schwarzwald


Geopunkte

IP Nationalparkzentrum Ruhestein in Seebach
Besucherzentrum mit Dauerausstellung zur Geologie des Schwarzwaldes

  1 Todtnauer Wasserfall im Südschwarzwald
Wasserfall des Stübenbaches über eiszeitlich ausgeschürften Felsböschungen mit Anatexiten und Gneisen

  2 Triberger Wasserfälle im Zentralschwarzwald
Wasserfall der Gutach als einer der höchsten Wasserfälle Deutschlands mit mehreren Felsstufen aus Triberger Granit

  3 Granit-Felsformationen bei Bühlertal
Wiedenfelsen, Falkenfelsen und Gertelbachschlucht

  4 Solfelsen bei Rickenbach
Soleierförmige Granitfelsen mit Lehrpfad

  5 Bergbau in Wolfach und Oberwolfach
Mineralienhalde der Grube Clara in Wolfach, Bergwerk Grube Wenzel in Oberwolfach, Bergbau- und Mineralienmuseum sowie Themenpark Historischer Bergbau, Mineralien und Mathematik in Oberwolfach

  6 Felsmassiv Battert bei Baden-Baden
60 m hohe Felswand aus Oberrotliegend-Sedimentgesteinen

  7 Karlsruher Grat und Gottschlägtal
Ausgesetzte Kammscheide aus Quarzporphyr mit Klettersteig

  8 Ehemaliger Steinbruch in Teningen-Heimbach
Einblick in das Deckgebirge mit Unterem und Mittlerem Buntsandstein

  9 Ehemaliger Steinbruch am Schrofel bei Baiersbronn-Heselbach im Nordschwarzwald
Diskordanz Granit (Grundgebirge) mit überlagerndem Buntsandstein (Deckgebirge)

10 Wutachschlucht im Südschwarzwald
Schluchtensteig durch das meist tief eingeschnittene Grundgebirge (Badenweiler-Lenzkirch-Zone) und Deckgebirge (Nationaler Geotop)

11 Feldberg (1493 m NHN) im Südschwarzwald
Höchster Schwarzwaldgipfel mit Feldsee und Karwand (Nationaler Geotop)

12 Titisee und Schluchsee im Südschwarzwald
Eiszeitlich durch Gletscher gebildete Karseen im Südschwarzwald

13 Präger Kessel bei Todtnau
Einzigartiger eiszeitlich geformter Talkessel im Zusammenflussbereich mehrerer Gletscher

Der Schwarzwald als höchstes und größtes Mittelgebirge Deutschlands ist Teil eines ehemals riesigen Gebirges, das sich von Polen bis zum Zentrum der Iberischen Halbinsel erstreckte. Bereits vor hunderten von Millionen Jahren wurde dieses sogenannte Variszische Gebirge größtenteils abgetragen. Erst seit dem Einbruch des Oberrheingrabens im frühen Tertiär hob sich der Schwarzwald als östliche Grabenschulter zusammen mit seinem "Schwestergebirge", den Vogesen als westliches Graben-Pendant, wieder empor. Die Granite, Gneise und jüngeren Gesteine des Gebirgssockels sind Zeugen von hochkomplexen und teils sehr alten geologischen Vorgängen. Am Todtnauer Wasserfall, in der Wutachschlucht, am Karlsruher Grat oder auf dem Feldberg können deren Auswirkungen heute noch bestaunt werden.

Mit einer 150 km langen Nord-Süd-Erstreckung vom Hochrhein im Süden bis zum Kraichgau im Norden und einer Breite von 30 bis 50 km in Ost-West-Richtung bildet der überwiegend dicht bewaldete Schwarzwald das größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands. Zudem ist der Feldberg im Südschwarzwald mit einer Höhe von 1493 m NHN der höchste Gipfel Deutschlands außerhalb der Alpen. Die heutige morphologische Gestalt des Schwarzwaldes - mit seinem steilen und hohen Abbruch nach Westen zum Oberrheingraben hin und einem eher unscharfen Übergang nach Osten ins Südwestdeutsche Schichtstufenland (Exkurs 1) - repräsentiert lediglich eine der letzten Epochen der Gebirgsbildung im frühen Tertiär (vor 2,6 bis 65 Mio. Jahren). Seine Entstehungsgeschichte beginnt aber bereits viel früher im Präkambrium (Erdfrühzeit) vor fast 3 Md. Jahren und ist sehr komplex.

Über 60 m tief stürzt der Stübenach als Todtnauer Wasserfall im Südschwarzwald zu Tal. Die Steilstufe aus den ältesten Gesteinen des Schwarzwaldes - Gneise und Anatexite - ist eiszeitlich entstanden.

An einer eiszeitlich angelegten Abbruchstufe im harten Gestein des Triberger Granits konnte die Gutach noch kein ausgeglichenes Gefälle schaffen. Über mehrere stufenartige Wasserfälle (im Bild die 4. Hauptstufe) stürzt der Fluss spektakulär ins Tal. Mit insgesamt 163 m Fallhöhe gehören die Triberger Wasserfälle zu den höchsten in Deutschland.

Insgesamt gab es mehrere immer wiederkehrende Gebirgsbildungsphasen mit der Versenkung, Umwandlung und Aufschmelzung der Gesteine sowie der Hebung und Abtragung des Gebirges. Bis heute stellt die Rekonstruktion dieser Prozesse hohe Anforderungen an die forschenden Geologen. Theorien zum Ablauf der geologischen Vorgänge und deren zeitliche Einordnung mussten im Laufe der Erforschungsgeschichte immer wieder revidiert und umgeschrieben werden. Sehr vereinfachend kann man sagen, dass bereits im Präkambrium etwa vor 1 bis 3 Md. Jahren ein sehr altes Gebirge aus vulkanischen und sedimentären Gesteinen existierte. Im nachfolgenden Paläozoikum (Erdaltertum) wurden diese Gesteine tief in die Erdkruste versenkt, teils aufgeschmolzen, zu Metamorphiten (Umwandlungsgesteinen) verändert, wieder an die Erdoberfläche gehoben und teils durch erneute Versenkung nochmals aufgeschmolzen.

Anhand neuerer Altersdatierungen an geeigneten Kristallen (Zirkone) in Metamorphiten konnte das Alter der ältesten nachvollziehbaren geologischen Prozesse bestimmt werden. Demnach entstammen diese Zirkon-Minerale einer Schmelze, die bereits zwischen 2,9 und 2,5 Md. Jahren im Archaikum, dem älteren Abschnitt des Präkambriums auskristallisierte. Im Schwarzwald wurden somit Spuren der ältesten Gesteine Deutschlands nachgewiesen.

Während des Paläozoikums im Devon und Karbon vor 418 bis 299 Mio. Jahren war das heutige Gebiet des Schwarzwaldes ähnlich den heutigen Alpen Teil eines riesigen Gebirgsbogens, der sich von Polen im Osten über Böhmisches Massiv, Schwarzwald, Vogesen und Französisches Zentralmassiv bis hin zur Iberischen Halbinsel im Westen erstreckte. Dieses ehemalige Kettengebirge benannte der berühmte Geologe Eduard Süß nach dem alten Volksstamm der Varisker, die im Vogtland lebten, als Variszisches Gebirge. Im Wesentlichen entstand dieses Gebirge durch Auffaltung und andere geologische Prozesse während der Kollision des ehemals existierenden Südkontinents Gondwana (heute: Afrika, Südamerika, Australien, Antarktis) mit dem Nordkontinent Laurussia (heute: Europa, Nordamerika, Asien). Der Schwarzwald und die von Geologen bezeichnete Böhmische Masse (Bayerischer und Böhmischer Wald sowie Oberpfälzer Wald) stellen Relikte dieses großen und weitgehend abgetragenen Gebirges dar. Der Abschnitt zwischen diesen beiden Mittelgebirgseinheiten wird als Moldanubische Zone bezeichnet. Dieser Name leitet sich von den lateinischen Namen der beiden bedeutenden Flüsse Moldau (Moldava) und Donau (Danuvius) ab. Die süddeutschen Landschaften innerhalb dieser Zone werden oberflächennah im Gegensatz zum Schwarzwald und der Böhmischen Masse aus viel jüngeren Schichten aufgebaut. Schon früh wurde vermutet, dass Abschnitte des ehemals zusammenhängenden Gebirges in diesem Bereich in große Tiefen versenkt wurden. Mit mehreren Tiefbohrungen, beispielsweise im Alpenvorland, konnte dies tatsächlich bestätigt werden. Ganz im Norden des Schwarzwaldes befindet sich bei Baden-Baden ein schmaler Gebirgsteil, der landschaftlich zwar ebenfalls dem Schwarzwald zugerechnet wird, aber geologisch gesehen einem weiter nördlich liegenden Gebirge angehört. Diese sogenannte Saxothuringische Zone entstand auch während der variszischen Gebirgsbildung und erstreckte sich ehemals von den Sudeten, über das Erzgebirge, den Thüringerwald, den Spessart und den Odenwald bis hin zu den Nordvogesen.

Noch während der variszischen Gebirgsbildung drangen im Karbon (vor 358 bis 299 Mio. Jahren) neue Magmen in die bereits existierenden Metamorphite ein und kristallisierten als Granite beziehungsweise granitähnliche Gesteine, sogenannte Granitoide, aus. Gleichzeitig kam es in anderen Gebirgsbereichen zu größeren Absenkungen, in denen sich mächtige Sedimentschichten durch Fluss- und Meeresablagerungen anhäufen konnten. Das gesamte alte Gebirge - das kristalline Grundgebirge - wurde über hunderte von Millionen Jahre durch Absenkung und Erosion immer weiter eingeebnet. Ab dem Perm vor 299 Mio. Jahren und während des gesamten Mesozoikums (Erdmittelalter; vor 252 bis 65 Mio. Jahren) lagerten sich flächenhaft marine und festländische Schichten über dem versenkten Grundgebirge ab. Diese Art von Abdeckung des Grundgebirges durch jüngere Sedimentgesteinsschichten wird Deckgebirge genannt.

Während des Känozoikums (Erdneuzeit; vor 65 Mio. Jahren bis heute) hob sich vor allem im Tertiär zwischen...

»So ein Buch hat schon lange wieder gefehlt. [...] Es ist gut gemacht, hervorragend bebildert und mit vielen Grafiken, Tabellen und Karten außerordentlich leicht verständlich und begreiflich.« baden-wuerttemberg-blog.blogspot.de

»In 15 Abschnitten stellen sie die charakteristischen Eigenheiten der bedeutendsten Naturräume Baden-Württembergs mit eindrucksvollen Bildern und informativen Texten vor...« n-news.de

»Das Buch ist für erdgeschichtlich interessierte Laien sicher eine wertvolle Quelle und gibt sehr viele Anregungen für Exkursionen und Ausflüge.« FOSSILIEN - Journal für Erdgeschichte


Das Buch ist für erdgeschichtlich interessierte Laien sicher eine wertvolle Quelle und gibt sehr viele Anregungen für Exkursionen und Ausflüge.

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Bitte beachten Sie bei der Verwendung der Lese-Software Adobe Digital Editions: wir empfehlen Ihnen unbedingt nach Installation der Lese-Software diese mit Ihrer persönlichen Adobe-ID zu autorisieren!

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

31,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Adobe-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen