Geheime Rache - Ein Fall für Engel und Sander 2

Ein Fall für Engel und Sander
 
 
Ein Fall für Engel und Sander (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Januar 2018
  • |
  • 403 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95824-529-7 (ISBN)
 
Eine ungewöhnliche Ermittlerin, die Ihr Herz erobern wird, im raffinierten Krimi "Geheime Rache" von Angela Lautenschläger - jetzt als eBook bei dotbooks. Alles ist still um sie herum, der Schnee glitzert in der Sonne, das dunkle Eis des Sees funkelt. Doch als sie es betritt, weiß sie schon, dass es sie nicht tragen wird ... Als Nachlassverwalterin Friedelinde Engel im winterlichen Hamburg das Erbe der Kindergärtnerin Charlotte Belling regeln soll, steht sie vor einem Rätsel: Warum hat die Frau sich auf das viel zu dünne Eis des Sees gewagt? Selbstmord kann Engel schnell ausschließen - und beginnt zu ermitteln. Gemeinsam mit Kommissar Sander stößt sie auf mysteriöse Vorfälle, die kein Muster zu haben scheinen. Und doch befürchten beide, dass noch mehr Namen auf der Todesliste stehen ... Eiskalte Spannung und zwei Ermittler zum Verlieben: Die Krimi-Reihe um die eigenwillige Nachlasspflegerin Friedelinde Engel und Kommissar Nicolas Sander geht weiter! Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Geheime Rache" von Angela Lautenschläger. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
  • Deutsch
dotbooks Verlag
  • 1,93 MB
978-3-95824-529-7 (9783958245297)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Angela Lautenschläger arbeitet seit Jahren als Nachlasspflegerin und erlebt in ihrem Berufsalltag mehr spannende Fälle, als sie in Büchern verarbeiten kann. Ihre Freizeit widmet sie voll und ganz dem Krimilesen, dem Schreiben und dem Reisen. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Katzen in Hamburg. Bei dotbooks erschienen in der »Engel und Sander«-Reihe folgende Kriminalromane: »Stille Zeugen« »Geheime Rache« »Tödlicher Nachlass« »Blindes Urteil« »Gerechte Strafe« »Brennende Angst« »Stummer Zorn«

Kapitel 2


»Hatschi!«

Als Sander von seiner Akte aufsah, stand Gernot in der Tür und schnäuzte sich. Sander sprang von seinem Stuhl auf. »Gernot, alter Haudegen. Komm rein, wie geht es dir, kann ich irgendetwas für dich tun?«

Gernot verstaute das Taschentuch in der Jackentasche und zog die Jacke aus, die Sander ihm gleich abnahm und an die Garderobe hängte. »Du kannst mir ein Bad einlassen.«

»Mal ehrlich.« Sander nahm Gernots Füße und legte sie auf den Schreibtisch. »Kannst du schon wieder arbeiten? Bist du nicht noch krank?«

»Ich hatte einfach keine Lust mehr, die Decke anzustarren.«

Sander nahm Gernots Kopf in beide Hände und küsste ihn auf die Stirn. »Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?«

»Du hast es früher mal erwähnt, aber es wäre mir lieber, du würdest es nicht so in der Öffentlichkeit zeigen.« Gernot wischte sich mit dem Pulloverärmel über die Stirn.

»Na, ich laufe nicht Gefahr, verdächtigt zu werden, meine Orientierung geändert zu haben.«

»Nee, du nicht.«

»Soll ich dir einen Tee holen?«

»Du kannst mir einen kochen.« Gernot hob die mitgebrachte Tasche hoch. »Betty hat alles eingepackt, was ich brauche.«

Betty war Gernots große, schlanke, sympathische Freundin, die Sander seinem unscheinbar wirkenden Kollegen nie zugetraut hätte. Sander packte einen Wasserkocher, verschiedene Kräutertees, Honig und einen Becher mit der Aufschrift Punk macht krank aus.

»Witziger Becher, nicht? Hat Betty mir geschenkt.«

»Ja, deine Betty hat Humor. Du hast Verständnis, wenn ich mir von deinen Tees nichts aufbrühe? Vermutlich würde ich davon eine Magenverstimmung bekommen.«

Während Gernot sich an seinem Arbeitsplatz einrichtete, bereitete Sander ihm leise vor sich hin summend einen Tee zu.

Gernot zerstörte die Idylle mit einer einzigen Frage. »Und, was gibt's hier Neues?«

»Oh Mann, wollen wir nicht erst noch ein bisschen quatschen?«

»Versuch ich doch gerade.«

Sander goss das heiße Wasser in den Becher. Der Teebeutel trieb nach oben, es roch fürchterlich. »Kannst du nicht noch was erzählen?«

»Sander, ich hab eine Woche im Bett gelegen und ferngesehen. Was kann ich da schon erzählen.«

»Echt, du hast ferngesehen?«

»Denk mal an. Das macht doch jeder, der krank ist. Und hinterher beschwert er sich über das miese Programm.«

Sander setzte sich an seinen Tisch und faltete die Hände auf der Tischplatte. »Im Moment ist eigentlich nicht viel los.«

»Aber?«

»Aber gestern bin ich von zwei Frauen angesprochen worden, die meinen, sie seien einem Mord auf der Spur.«

»Ein Mord?«

»Genau genommen zwei Morde.« Sander berichtete Gernot von dem Verkehrsunfall.

»Nachwuchs muss man fördern, Sander. Ganz wichtig. Wenn die junge Frau tatsächlich ein Gespür dafür hat, einen hundsgemeinen Verkehrsunfall von einem Mord zu unterscheiden, dann sollten wir das nicht abbügeln.«

»Sehe ich genauso. Ich hab aber keine Lust, mich mit dem dickfelligen Kahn auseinanderzusetzen. Für einen von uns beiden geht das nicht gut aus.«

»Dann müssen wir uns was überlegen. Wir könnten die Kollegin sozusagen undercover bei ihren Ermittlungen unterstützen. Wenn ich es richtig sehe, müssten Anwohner befragt und das Tatfahrzeug ermittelt werden.«

»Siehst du richtig.«

Gernot nahm die Füße vom Tisch und fuhr seinen PC hoch. »Dann machen wir das doch mal. Und der zweite Mord?«, fragte er, während er wartete.

Sander senkte den Kopf und verschränkte die Hände im Nacken, deshalb war er schwer zu verstehen.

»Ich versteh dich so schlecht, aber es hörte sich so an, als habest du gesagt, Friedelinde Engel sei der Auffassung, dass ihr jüngster Nachlassfall ertränkt wurde. Und worauf stützt sie diese Annahme?«

»Auf ihr Bauchgefühl.« Sander schob seinen Stuhl zurück und spielte mit dem Teebeutel in der Tasse herum.

»Hört sich im ersten Moment komisch an, aber wenn ich dich dran erinnern darf, ist diese Frau sehr findig und war uns das letzte Mal eine Nasenlänge voraus. Und zu guter Letzt dein Befinden?«

»Ich bin ein karierter Hornochse.«

»Juhu!«, rief Gernot. »Ich bin wieder im Büro.«

Während Gernot intensiv seinen PC bearbeitete und Henriette Klaws' Liste in Betracht kommender Unfallfahrzeuge überprüfte, suchte Sander gemeinsam mit dem Kollegen Gabler die Anwohner in der Luruper Hauptstraße auf. Anhand der von Kahn gefertigten Skizze versuchten sie den Unfallhergang nachzuvollziehen und herauszufinden, von wo Sebastian Kraft gekommen war. Jedes der Mehrfamilienhäuser aus der Jahrhundertwende hatte einen mehr oder weniger gepflegten Vorgarten. Kraft war etwa in Höhe der Hausnummer 157 über die Straße gelaufen. Um die Ermittlungen zu beschränken, wollten sie zunächst die Hausnummern 155 bis 159 überprüfen.

Jetzt um die Mittagszeit waren naturgemäß nicht alle Bewohner im Haus. Diejenigen, die sie antrafen, kannten jedoch das Opfer nicht und konnten auch zum Unfallhergang nichts aussagen. Zum Zeitpunkt des Unfalls waren viele in ihren Wohnungen beschäftigt gewesen, vornehmlich mit der Vorbereitung des Abendessens oder damit, die Kinder ins Bett zu bringen, einige hatten sich auf dem Heimweg befunden. Sie beschlossen, dass Gabler einen Zeugenaufruf anfertigen und in jeden Briefkasten werfen sollte.

Anschließend standen sie auf dem Gehweg und sahen über die Straße hinweg auf die gegenüberliegende Fahrbahn.

Gabler kratzte sich am Kopf und rückte anschließend die Dienstmütze wieder gerade. »Wer sagt denn eigentlich, dass der auf dieser Straßenseite aus einem Haus kam. Vielleicht kam der von dieser Seite und wollte drüben in ein Haus.«

Sander versetzte ihm einen kräftigen Schlag ins Kreuz. »Keiner, Gabler, Sie Genie. Sie bringen auch in die Häuser 154 bis 158 einen Zeugenaufruf. Aber erst mal laufen wir beiden rüber und checken, wer zu Hause ist und Kraft kennt.«

Aber dort waren sie ebenfalls erfolglos. »Sie machen noch einen zweiten Aufruf, Gabler. Hinter den Scheibenwischer jedes Fahrzeugs, das hier im Laufe des Tages parkt, stecken sie einen Zettel. Die Leute sollen sagen, ob sie sich daran erinnern, wer am Mittwochabend vor oder hinter ihrem Wagen geparkt hat.«

Gabler unterdrückte ein Seufzen.

»So ist das mit guten Ideen, Gabler. Einer muss sie auch umsetzen.«

Sie kehrten ins Präsidium zurück, wo Sander Gabler absetzte und stattdessen Gernot mitnahm, um mit ihm gemeinsam Christian Schuster aufzusuchen, den Zeugen, der direkt hinter dem Unfallfahrzeug gefahren war. Schuster arbeitete in einer Versicherungsagentur. Gefolgt von Gernot durchquerte Sander das Büro mit fünf Arbeitsplätzen. Die junge Dame, die sie freudig als potenzielle Kunden empfangen hatte, brachte sie zu Schusters Schreibtisch.

»Polizei?«, fragte er nach, nachdem die junge Frau sie vorgestellt hatte und an ihre Arbeit zurückgekehrt war.

»Polizei«, bestätigte Gernot und stellte Sander und sich vor.

»Gut. Möchten Sie etwas trinken?«

»Nein danke, wir würden Sie gern noch einmal zu dem Unfall befragen.«

Schuster musterte Sander und Gernot von seinem Platz aus. »Sie sehen nicht aus wie von der Verkehrspolizei.«

»Sind wir auch nicht. Wir sind die Mordkommission. Wir wollen herausfinden, ob es sich um einen Verkehrsunfall handelt oder um einen gezielten Anschlag.«

Schuster lehnte sich zurück und musterte Sander. »Sie meinen, ob ich Zeuge eines Mordes geworden bin?«

»Richtig.«

Schuster rieb sich das Kinn. »Das ist ja 'ne schwierige Frage. Auf den Gedanken bin ich bisher gar nicht gekommen. Ich hab einfach gedacht, bei dem Schnee, in der Dunkelheit, einer läuft auf die Straße und jemand fährt unaufmerksam, da passiert so etwas zwangsläufig. Jetzt müsste ich mich sozusagen daran erinnern, ob der Vorfall Mordmerkmale aufweist. Ich gucke zwar Krimis im Fernsehen, aber das ist jetzt eine schwierige Aufgabe.«

»Am einfachsten ist es, wenn wir den Vorfall noch einmal in Ruhe durchgehen. Er ist Ihnen jetzt zwar nicht mehr so präsent, aber vielleicht erinnern Sie sich gerade deshalb besser an Einzelheiten.«

Schuster warf Gernot einen unsicheren Blick zu. »Ja, äh, wo soll ich da anfangen?«

»Ist an dem Tag hier im Büro etwas Ungewöhnliches passiert?« Gernot wollte dem Zeugen auf die Sprünge helfen.

»Nein, es war alles okay. Ich hatte ein paar gute Abschlüsse gemacht.«

»Sie haben also keine Probleme gewälzt.«

»Nein, überhaupt nicht.«

»Und Sie waren in guter Verfassung.«

»Na ja, meine Verfassung ging so. Bei dem Scheißwetter ist das Fahren unheimlich anstrengend, und es war ja gerade Rushhour. Es fing an zu schneien, und ich hatte mir gerade überlegt, noch mal Schnee zu schieben, wenn ich zu Hause, bin. Ich dachte einfach, dass es dann am nächsten Morgen nicht so viel wäre. Wahrscheinlich Quatsch. Bin ich ja abends auch nicht mehr dazu gekommen.«

»Haben Sie telefoniert oder aus dem Seitenfenster gesehen?«

»Nein, telefoniert hab ich nicht. Meine Frau war ohnehin nicht zu Hause, die war zum Sport. Und ich glaube, ich hab durch die Windschutzscheibe rausgesehen.« Schuster dachte kurz nach. »Muss ich ja wohl, denn von dem Wagen, der vor mir eingeschert ist, habe ich die linke hintere Seite gesehen. Der Verkehr schlich ziemlich, deshalb war ich nicht besonders schnell. Auf alle Fälle hab ich sofort eine Vollbremsung gemacht, weil...

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