Säfte und Kräfte

Körperflüssigkeiten als Metapher in altindischen Mythen und anderen Erzählungen
 
 
Tectum Wissenschaftsverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. April 2017
  • |
  • 370 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8288-6705-5 (ISBN)
 
Milch geben, Blut spenden, Blut saugen: Immer wieder kommen verschiedenste Körperflüssigkeiten in Mythen und anderen religiösen Erzählungen zum Vorschein. Metaphorisch können sie für allerlei Themen stehen, etwa für Subjektivität, für Fremdheit und Bewegtheit der Gefühle oder für das Auflösen starrer Ordnungen. Besonderes Augenmerk verdienen dabei die Mythen: Wenn die Erde in Gestalt einer Kuh alle Wesen durch ihre Milch ernährt, wenn der Sohn Gottes sein Blut in Form des Weines einer weltweiten Glaubensgemeinschaft spendet, aber auch wenn altgriechische Rächerinnen einem Helden das Blut aus dem Körper saugen, erhält die Welt in ihrer Unbegreiflichkeit neue Deutungen. Natur, Gesellschaft und Innenleben werden so sichtbar und greifbar. Immaterielles und Religiöses drückt sich in den wandelbaren Metaphern nicht nur aus, sondern transformiert und erschafft sich dabei selbst auch neu.
  • Deutsch
  • Baden-Baden
  • |
  • Deutschland
  • Höhe: 240 mm
  • |
  • Breite: 170 mm
  • 13,51 MB
978-3-8288-6705-5 (9783828867055)
3828867057 (3828867057)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort von Edith Franke
  • Einleitung
  • Teil I - Arbeitsbegriffe und Forschungsansätze
  • I.1. Metaphorologie der Religionen
  • a) Assoziation und Konnotation
  • b) "Das Nichtphysische in Begriffen des Physischen"
  • c) Gefährliche Stereotype
  • d) Metapher und Metonymie, Absenz und Präsenz.
  • I.2 Hermeneutik des Leibes
  • a) Material Religion
  • b) Der Leib als religiöses Thema
  • c) Unterwelten, Tod und Exkrement
  • d) Der Körper als "Symbol für die Gesellschaft": Mary DOUGLAS
  • e) Leck schlagen
  • f) imaginierte Leiblichkeit: Das Beispiel Schwarze Galle
  • i. warm oder kalt, gesund oder krank?
  • ii. leiblich oder seelisch?
  • g) Platons Pferde: Antriebe und Gemütszustände
  • I.3 Arbeit am Mythos
  • a) Denkformen: Mythos und Logos
  • b) Kunstformen: Mythos, Allegorie und kenning
  • i. Poesie, das "Blut des Kvasir"
  • c) Mythos, Mythe und Pura?a: Schwierigkeiten meiner Mythenanalysen
  • d) Methodischer Ausweg: Prototypen und Familienähnlichkeiten
  • Teil II - Mythen
  • II.1 Milch geben, Blut spenden, Blut saugen.
  • a) P?thivi, die Erde als nährende Kuh
  • b) Die Weinpresse Jesu
  • i. Kontext
  • ii Ein Mythos, in Bildern erzählt
  • c) Die Erinyen, blutlüsterne Rächerinnen
  • d) Interpretationsspielräume der drei Mythen
  • II.2 Austritt, Ausbruch, Ausdruck
  • Teil III - Indische Besonderheiten
  • II.1. Die Segnungen der Milch
  • III.2 Milchmütter und Blutmütter
  • III.3 Menstruation: Ängste und Verbote
  • III.4 Die retentio seminis: Vom Sperma zur Asche
  • III.5 Die rasas
  • a) Säfte auf der Bühne?
  • b) rasa-Säfte als Nahrung und Tränen für K???a
  • III.6 Metaphorische und ontologische Verwandlungen
  • a) vergöttlichte Substanzen
  • b) Verstofflichte Kräfte
  • c) ein personifiziertes Haus
  • Teil IV - Allgemein Menschliches?
  • IV.1. Blut und Vitalität
  • a) Vitalität als Substanz
  • b) Saft und Kraft: die Geschichte einer Redewendung
  • c) a "zaftig" blonde
  • IV.2 "Freude trinken alle Wesen / an den Brüsten der Natur"
  • a) Die Zeit, als Milch und Honig flossen
  • b) Wahrheitsmilch
  • c) Milch geben, Milch verderben
  • IV.3 Seelenschlamm: Reinheit, Scham und Ekel
  • IV.4 Tränen und Seelenfluten
  • a) Tränenvielfalt
  • b) Überwältigende und inszenierte Tränen
  • c) Tränen trinken, Schmerz auskosten
  • d) Katharsis als Metapher für Theater und Therapie
  • e) Tränen und Emotion: Zurück zur Hermeneutik des Leibes
  • IV.5 Bewusstseinsströme
  • a) Metabolische Metaphysik
  • b) Metamorphe Metaphern
  • i. kosmisches Chaos, eingedämmt
  • ii. Kanalisierte Psychen, begradigte Denkflüsse
  • Schluss und Ausblick
  • Register einzelner Körperflüssigkeiten
  • Literaturangaben
  • Primärquellen (chronologisch geordnet)
  • Wörterbücher
  • Blogeinträge
  • Fachliteratur, einschl. Ethnographien (EG)
  • Anhänge (Sammlung von Kontexten und Hintergründen)
  • Anhang 1: Hauptthese meiner Arbeit
  • Anhang 2: Mythen als Form metaphorischer Rede
  • Anhang 3: Sanskrit-Glossar psychologisch konnotierter Flüssigkeiten
  • Anhang 4: Deutsche Etymologien des Saftes und der Säfte
  • Anhang 5: "Flüssige Zeichen" für Persönliches und Soziales: Kalappur, Südindien
  • a) Der Schöpfungsmythos.
  • b) Substanz, Substanzen und Kompatibilität
  • Anhang 6: Göttliche Präsenz in milchenden Kühen und blutenden Lingams
  • a) Varianz der Körperflüssigkeiten als Zeichen
  • b) Die Milchgrotte in Bethlehem
  • c) Eine sich selbst melkende Kuh in Leyzer VOLF's Evigingo
  • Anhang 7: Mythische Erzählungen über außergewöhnliche Sekrete
  • a) Kvasir
  • b) Die Kosmo- und Anthropologie vedischer Opferfeuer
  • c. Gefühle und Geburten als Ursachen und Wirkungen göttlicher Ergüsse
  • i. Tränen der unfreiwilligen Todesgöttin M?tyu werden zu Krankheiten
  • ii. Weinender Muhammad, schwitzender Allah
  • iii. Devi: Kosmischer Sex und kosmischer Schweiß
  • iv. Siva's Schweißtropfen der Wut und Leidenschaft: Fieber, Bhairav und Andhaka
  • v. Manasa und Aiyanar: problematische Samenergüsse
  • vi. Siva und Mohini: Versagen, Triebtat, Rechtfertigung
  • vii. Skanda, der "Verspritzte"
  • viii. zum Vergleich: Aphrodite, die Schaumgeborene
  • ix. zum Vergleich: Kumarbi, der geschwängerte Kastrator (KUB 33.120)
  • x. Absonderungen ohne ersichtlichen Bezug auf Gefühle
  • d) Kühe, Milch und Gift
  • i. Ein Ozean aus Milch, gequirlt
  • ii. Audumbla
  • iii. Putana, die "Stinkende"
  • iv. Wie Lak?mi in den Dung und Harn der Kühe einzog
  • v. schwängernde Butter, gebärender König und milchender Gott
  • vi. Milch im "Aberglauben": magische Akte und Gefühlsansteckung
  • e) blutige Höllenflüsse in Hindu-Mythen und und anderswo
  • ii. Eine zoroastrische Höllenvision
  • f) Körperängste und Flüssigkeiten in altiranischen Religionen
  • i. Verdauung als moralischer Prozess
  • ii. Körper und Säfte im Bundahisn
  • g) Mythen und Gebräuche rumänischer Roma
  • Anhang 8: Medizinische Erzählungen über Zeugung und Geburt
  • a) Verdauung und Zeugung in altindischer Medizin
  • b) "Zwei Sorten Sirup" - Zeugung und Ängste in Tamilnadu
  • c) Geburtsflüssigkeiten als hilfreiche Wesen auf Sumatra, Java und Bali
  • d) "Produktion" von Menschen bei den Baruya auf Neuguinea
  • e) Wachstum und Zeugung in Amazonien
  • f) Zeugung in mitteliranischen Vorstellungen
  • g) "Ach so, Säftetheorie"
  • i. Christliche und medizinische Onanieverbote der Neuzeit
  • ii - die Erfindung der Melancholie
  • h) Simone DE BEAUVOIR und die Leiden der Menstruation
  • Anhang 9: Saftige Mythen und Metaphern der Literaturgeschichte
  • a) Süßes, Saures, Bitternis
  • i. Der bittersüße "Seelenschlamm" als christliches Thema
  • ii. Balsam und Gift bei NIETZSCHE
  • iii. Hermann HESSEs Unterm Rad: "wenig Süßes und viel Bitteres"
  • iv. labende Quelle, verlandet im Morast
  • v. "Verlangen zu dienen, ins Blut geschüttet"
  • vi Inkontinenz, Behinderung, Blockade
  • b) Bruno SCHULZ: durchtränkte Atmosphären und fermentierte Auren
  • c) das "Blut aus dem Körper der Erzählung": Salman RUSHDIE
  • i. Nasenschleim und Drainage
  • ii. Ausbluten
  • iii. Blutsaugende Gedichte und giftspritzende Prophezeihungen
  • iv. Das zähe Blut des Alters
  • v. Bittere Scham, saure Frustration
  • vi. Saftige Antierotik und Erotik
  • d) Atemnektar und Todesschmiere bei Hayao MIYAZAKI
  • e) "vom Orm durchströmt"
  • i. Künstlers Abendlied

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