Gefangen im Nirgendwo

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Juli 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-212-0 (ISBN)
 
Gekidnappt und wahrscheinlich tot, glaubt die Polizei und stellt die Suche nach Willow ein. Sarah kann es nicht fassen! Sie weigert sich, das Verschwinden ihrer geliebten Tante hinzunehmen, bei der sie aufgewachsen ist. Als ihr ein Tagebuch aus Willows Hippie-Zeit in die Hände fällt, beginnt sie zu lesen. Und plötzlich bleibt Sarah fast die Luft weg: Ist das etwa - ein gefährliches Geheimnis aus der Vergangenheit, das alles erklärt?
  • Deutsch
  • 0,41 MB
978-3-86349-212-0 (9783863492120)
3863492129 (3863492129)

2. KAPITEL

"Hey, ist es sehr schlimm mit deiner Hand? Tut mir echt leid, wie das heute Morgen gelaufen ist."

Julie, die gerade in ihrem Spind nach ihrer Butterbrotdose fahndete - das Geld für die Cafeteria sparte sie sich lieber -, drehte sich beim Klang der unverkennbaren Stimme überrascht um. Stuart redete mit ihr?

Sie war so perplex, dass sie zu antworten vergaß und ihn nur anstarrte.

"Ich weiß, du musst echt sauer sein, aber es war nicht böse gemeint. Victoria hat es nur mal wieder völlig übertrieben, und dann ist das mit dem Mokka passiert . Tut es sehr weh?"

"Es . es geht", murmelte Julie, als sie endlich ihre Stimme wiederfand.

"Kannst du damit morgen überhaupt arbeiten? Sonst bezahl ich dir den Verdienstausfall."

Entweder sie träumte, oder Stuart hatte wirklich ein megaschlechtes Gewissen.

"Das ist nett, aber ich muss hin, sonst verliere ich den Job", erwiderte sie. Verflixt, hätte sie nicht etwas Cooleres sagen können?

"Hm, aber irgendwie muss ich das doch wiedergutmachen können?" Sein Blick aus graublauen Augen war geradezu hypnotisch.

Küss mich, dachte sie, und als er die Brauen hob, befürchtete sie eine furchtbare Schrecksekunde lang, sie hätte es laut ausgesprochen. Vielleicht wäre das genau richtig gewesen, oder vielleicht hätte er sie auch nur ausgelacht. Wer konnte schon wissen, wie man in diesen Kreisen flirtete? Das hatte sie ja nicht mal zu Hause hinbekommen.

"Ich hab's", sagte er. "Wir feiern am Samstag eine kleine Party. Nichts Besonderes, nur gute Musik und ein bisschen am Pool abhängen. Hast du nicht Lust, zu kommen?"

Bei jedem anderen hätte sie sofort gesagt, dass sie arbeiten musste. Es stimmte ja auch, aber das hier war etwas anderes. Oh ja, sie wollte zu dieser Party, unbedingt. Nicht wegen der Musik oder des Pools - seinetwegen. Vielleicht musste man sich erst die Hand verbrennen, um von einem Stuart Millner beachtet zu werden - wenn es erst mal so weit war, hatte sie ja womöglich doch eine Chance, ihm näherzukommen.

Während ihr die unterschiedlichsten Gedanken durch den Kopf schossen - ich habe nichts Passendes anzuziehen, die anderen werden auch da sein, ich verliere den Job, wenn ich einen Abend fehle -, registrierte sie, dass Stuart immer noch auf eine Antwort wartete.

"Äh, ja, warum nicht? Ich meine, ich würde gern kommen", brachte sie heraus.

"Perfekt, dann also am Samstag. So richtig los geht's erst ab neun, aber du kannst ruhig schon früher kommen. Hier ist die Adresse."

Er reichte ihr eine Visitenkarte, auf der kein Name stand, sondern nur eine Adresse in den San Rafael Hills.

Julie kannte sich in L.A. noch nicht gut genug aus, um zu wissen, wo diese Straße war, aber dafür gab es ja Google Maps.

"Danke."

"Na dann ." Stuart wandte sich zum Gehen.

"Soll ich was mitbringen?", rief sie ihm halblaut nach. Bei ihr zu Hause traf man sich zu Partys, zu denen jeder etwas beisteuerte, und wenn es nur eine Tüte Chips war.

"Nein, nein, nicht nötig. Wir sorgen für alles."

Damit verschwand er um die nächste Ecke.

Nachdenklich schaute Julie ihm nach. Wer war wir? Vermutlich hatte er den Rest der Clique auch eingeladen - ein echter Dämpfer für ihre Vorfreude, aber vielleicht hatten die anderen ja auch ein schlechtes Gewissen, und diese Party sollte eine Art Wiedergutmachung sein. Umso wichtiger, ihnen zu zeigen, dass man mit ihr was anfangen konnte, auch wenn sie nicht in L.A. groß geworden war.

Womit sie wieder bei der Frage war: Was ziehe ich an? Zum Glück gab es da jemanden, der ihr helfen konnte .

"Hey, wie geht's deiner Hand?", fragte Lora am nächsten Morgen, als sie kurz vor knapp aus dem Lagerraum kam.

"Ganz gut, ich darf bloß nicht dagegenstoßen, danke." Nervös schaute Julie auf die Uhr. Sie hatte nur noch fünf Minuten, bevor sie garantiert zu spät zum Unterricht kam. "Kann ich dich ganz schnell was fragen?"

"Klar, was gibt's?"

"Was zieht man hier denn so für eine Party an?"

"Hm, kommt ganz drauf an, wo und zu welchem Anlass die stattfindet."

Julie unterdrückte ein Seufzen. So was hatte sie befürchtet.

"Eine Pool-Party. Denke ich. Es hieß, gute Musik und am Pool abhängen", zitierte sie Stuart.

"Und wo ist der Pool? Ich meine, es ist ein Unterschied, ob der sich in Beverly Hills oder in Westwood befindet."

Noch drei Minuten. Die Party war schon am kommenden Abend, wenn sie sich also bis dahin noch irgendetwas Hippes zum Anziehen beschaffen wollte, musste sie jetzt rauskriegen, wie das möglichst auszusehen hatte.

Sie zog die namenlose Visitenkarte aus der hinteren Jeanstasche und reichte sie Lora. "Der Pool ist hier."

"Ist nicht dein Ernst. Du nimmst mich auf den Arm, oder?"

Julie schwante Böses. War das alles auch wieder nur ein ausgeklügelter Streich der Clique, die sich halb tot lachen würde, wenn sie Samstagabend dort auftauchte?

"Ist das die Adresse von einer Mülldeponie oder so?", fragte sie.

"Hä? Wie kommst du darauf? Nein, meine Liebe, das ist eine sogenannte goldene Adresse. Und zwar die von Frank Forinos Wochenendhaus. Wenn der eine Pool-Party gibt, würden so ziemlich alle aufstrebenden Schauspielerinnen alles tun, um dort aufzutauchen. Ich selbst eingeschlossen. Woher hast du die Karte?"

"Ich glaub nicht, dass dieser Forino was damit zu tun hat. Du hast doch gesagt, Stuart Millner ist sein Sohn? Der gibt die Party."

"Und du bist eingeladen? Wie hast du das denn geschafft?" Sie deutete auf das Brandpflaster an Julies Hand. "Hach, ich hätte mir glatt freiwillig beide Hände angekokelt, wenn das dabei rauskommt. Wie hat er dich gefunden? Die waren doch noch hier, als du gegangen bist. Er hat mir übrigens wirklich ein hübsches Trinkgeld gegeben."

Julie seufzte nun doch und schaute auf ihre Armbanduhr. Genau das hatte sie befürchtet. Wenn Lora erst mal wusste, dass die Party bei Stuart stattfand und dass Stuart mit ihr auf die Uni ging, würde sie alles ganz genau wissen wollen. Und sie war mit ihrem Kleiderproblem noch keinen Schritt weiter.

"Ich muss los", sagte sie drängend. "Also, was ziehe ich an?"

"Kommt drauf an, was du erreichen willst", erwiderte Lora wie aus der Pistole geschossen.

Kopfschüttelnd band Julie sich die Schürze ab. "Okay, vergiss, dass ich gefragt habe. Ich wollte einfach nur einen Tipp."

"Na, wie soll ich dir denn raten, wenn ich nicht weiß, um was es geht? Solche Feinheiten spielen doch eine wichtige Rolle! Apropos Rolle, ich habe heute erfahren, dass ich gleich nach dem Casting am Dienstag noch ein zweites habe. Könntest du meine ganze Schicht übernehmen? Dafür treffen wir uns heute Nachmittag und gehen schön shoppen, damit du auf der Party glänzen kannst."

"Das ist nett, danke", murmelte Julie, "aber shoppen ist nicht drin, fürchte ich. Ich hatte gehofft, dass ich tricksen kann und etwas, das ich schon im Schrank habe, irgendwie aufpeppe oder so."

"Hm", meinte Lora zweifelnd.

Es war ziemlich klar, was sie dachte: Mit keinem Trick der Welt würde sich das, was Julie im Schrank hatte, für eine Party bei Stuart Millner hip genug gestalten lassen.

"Nein, dann machen wir es anders", sagte Lora nach kurzem Überlegen. "Wir beide haben dieselbe Größe, oder? Komm doch heute einfach bei mir vorbei, dann leih ich dir was."

Damit hatte Julie nicht gerechnet. "Echt jetzt?", fragte sie überrascht.

"Na klar. Dafür musst du mir dann hinterher alles haarklein erzählen." Lora lachte. "Aber das müsstest du sowieso, und in den richtigen Klamotten wirst du mehr erleben. Was dagegen, wenn noch eine Freundin von mir kommt? Sie lernt Stylistin und könnte sich um deine Haare kümmern. Meine hat sie auch so toll hingekriegt." Sie schüttelte ihren Wuschelbob.

Etwas überwältigt zuckte Julie mit den Schultern. "Bis halb vier hab ich Kurse, und um sieben muss ich wieder zur Arbeit, aber wenn wir es zwischendrin schaffen ."

"Sportlich, aber machbar. Prima, dann sehen wir uns heute um vier. Ich wohne hier gleich um die Ecke." Sie nannte die Adresse. "Und jetzt los, sonst kommst du zu spät."

Das würde sie sowieso, aber im Moment war ihr das nicht so wichtig. Zwar würde Lora sie tagelang über jedes Detail ausquetschen, aber andererseits war ihr Angebot mehr als großzügig. "Danke", sagte Julie und umarmte die andere impulsiv, dann eilte sie in den Lagerraum, um sich umzuziehen.

Auf dem Weg zu der Adresse auf der namenlosen Visitenkarte schaute Julie am Samstagabend bei jeder Ampel in den Rückspiegel. Sie konnte kaum fassen, dass es tatsächlich ihr Spiegelbild war, das sie dort sah.

Lora und ihre Freundin Keri hatten ganze Arbeit geleistet. Ihr welliges dunkelblondes Haar mit dem herausgewachsenen Allerweltsschnitt umrahmte jetzt mit hellen Highlights versehen in einem federleichten Wuschelbob ihr Gesicht. Keri hatte ihr gezeigt, wie man sich Smokey Eyes schminkte, und Lora hatte ihr aus ihrem...

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