Springwater - Wo Küsse dich bedecken

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. November 2018
  • |
  • 251 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-6879-6 (ISBN)
 
Hohe Berge, tiefe Gefühle ...

Montana im 19. Jahrhundert. Miranda Leebrook verschlägt es in die Grenzstadt Springwater. Wegen eines unehelichen Kindes von der Familie verstoßen, sucht und findet sie in dem abgelegenen Nest in den Bergen Zuflucht - und mehr ...

Auch Jessica Barnes ist neu in Springwater. Mit ihrer direkten Art hat sie bisher jeden potenziellen Heiratskandidaten verscheucht - bis sie auf Gage Calloway trifft, den Bürgermeister des Ortes. Als Reporterin kritisiert sie seine Entscheidungen. Als alleinstehende Frau aber sehnt sie sich nach seinen starken Armen ...

Dieser historische Liebesroman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel "Küsse, die voll Sehnsucht sind" erschienen.

Mehr Western Romance aus den Bergen Montanas: Band 4: "Springwater - Wo Hoffnung dich wärmt".

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Linda Lael Miller wurde in Spokane, Washington geboren und begann im Alter von zehn Jahren zu schreiben. Seit Erscheinen ihres ersten Romans 1983 hat die New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin über 100 zeitgenössische und historische Liebesromane veröffentlicht und dafür mehrere internationale Auszeichnungen wie den Romantic Times Award erhalten. Linda Lael Miller lebt nach Stationen in Italien, England und Arizona wieder in ihrer Heimat im Westen der USA, dem bevorzugten Schauplatz ihrer Romane. Neben ihrem Engagement für den Wilden Westen und Tierschutz betreibt sie eine Stiftung zur Förderung von Frauenbildung.

Mehr Informationen über die Autorin und ihre Bücher unter http://www.lindalaelmiller.com/.

1


»Ich muss mich um zwei Kinder kümmern und die Schweine schlachten«, erklärte Landry an einem kühlen, klaren Oktobermorgen im Esszimmer der Springwater Postkutschenstation. »Außerdem muss ich Rüben und Kartoffeln ernten und die Felder pflügen. Es hilft alles nichts, ich brauche dringend eine Frau.« Er schwieg, den Hut in der Hand, und errötete. Dann räusperte er sich und fuhr fort: »Deshalb bin ich gekommen, um zu fragen - nun, ob Sie mich heiraten wollen.«

Das war nicht gerade das, was sich Miranda Leebrook unter einem romantischen Antrag vorgestellt hatte, aber sie hatte Landry Kildare von dem Moment an zum Mann haben wollen, als sie ihn vor ein paar Monaten beim Bau des Hargreaves-Hauses das erste Mal gesehen hatte; und sie würde seinen Antrag nicht ablehnen. Außerdem konnten sie und der kleine Jesaiah-oder-Ezekiel nicht erwarten, bis in alle Ewigkeiten bei den McCaffreys bleiben zu können. Der Himmel wusste, dass der Vater des Babys keinen von ihnen haben wollte, und Pa und seine Frau Lorelei waren schon lange weg.

Landry war ein gut aussehender Mann mit spitzbübischen braunen Augen und welligem braunem Haar, und Miranda sah ihn gerne an. Als sie jetzt in sein ernstes Gesicht blickte, dachte sie krampfhaft über eine kluge und witzige Antwort nach, wie Rachel oder Savannah sie geben würden.

Landry sah sich um - June und Jacob McCaffrey hatten sich bewusst zurückgezogen -, und er räusperte sich erneut. »Ich würde natürlich nicht erwarten, dass Sie ... ich meine, Sie hätten eine Weile Zeit, um sich an alles zu gewöhnen.« Die Röte schoss ihm ins Gesicht. »... einen Mann zu haben und so.«

Sein Gesichtsausdruck, normalerweise jungenhaft und fröhlich, drückte Unbehagen, ja fast Verzweiflung aus. »Was ich sagen will, ist, dass Sie ein eigenes Zimmer hätten und alle Privatsphäre, die Sie sich wünschen, bis ... bis Sie ... bereit sind ...«

Miranda konnte sich nicht länger zurückhalten, ihn zu berühren, und legte ihm den Zeigefinger auf die Lippen. Seine Lippen fühlten sich fest und warm an, und ein seltsamer, kurzer Strom schoss durch ihren Arm bis in ihr Herz. »Jacob und Miss June haben bestätigt, dass Sie ein guter Mann sind«, erwiderte sie ruhig. »Das ist alles, was ich wissen muss. Ich werde Sie zum Mann nehmen, Mr. Kildare, wenn Sie mich wirklich zur Frau wollen.«

Er schluckte. »Ja, ich will Sie«, sagte er und senkte den Blick. Dann sah er sie wieder an. »Ich nehme an, eine Frau will bei einer Gelegenheit wie dieser schöne Worte hören. Aber die Wahrheit ist, dass ich keine zu sagen habe. Ich habe meine Frau Caroline geliebt und werde es nie verwinden, dass ich sie verloren habe. Ich glaube nicht, dass ich je wieder so für jemanden empfinden werde. Aber ich werde gut zu dir sein, Miranda, und deinen Kleinen aufziehen wie meinen eigenen. Ich bin kein reicher Mann, aber ich kann für euch beide sorgen. Ich werde dich nie beschämen oder im Zorn die Hand gegen einen von euch erheben.«

Miranda wünschte, er wäre in der Lage gewesen, von seiner Liebe zu ihr zu sprechen, denn sie hegte tiefe, wenn auch unbestimmte Gefühle für ihn. Aber gleichzeitig wusste sie, dass es besser so war. Ein Liebesgeständnis aus seinem Mund wäre eine Lüge gewesen, und sie hätte es gewusst und ihm von da an nie wieder geglaubt. Miranda war noch jung, kaum achtzehn, aber alt genug, um zu wissen, dass keine Beziehung ohne gegenseitiges Vertrauen gedeihen konnte.

»Ich denke, dann sollten wir es durchziehen«, erwiderte sie und errötete nun ihrerseits. Sie war sich schmerzhaft bewusst, dass weder Rachel noch Savannah je etwas so Dummes sagen würden, wenn es um ihre Zukunft ging und um die ihres Kindes.

»Ich werde mit Jacob sprechen«, erklärte Landry mit einem nervösen Nicken. »Wegen der Trauung und so. Du willst dich inzwischen vielleicht fertig machen.«

Jetzt war es an Miranda zu nicken. Sie besaß nicht viel - gerade mal vier Kleider. Zwei hatte die fleißige June genäht, und zwei hatte ihr Savannah Parrish, die Frau des Arztes, geschenkt. Dann waren da noch ein Stapel Windeln und ein paar Kleidungsstücke für ihr Baby und eine Lesefibel, die Rachel Hargreaves ihr gegeben hatte. Rachel arbeitete trotz ihrer Ehe und der fortgeschrittenen Schwangerschaft als Lehrerin und hatte Miranda dann und wann beim Lesen geholfen. Inzwischen konnte sie die Worte entziffern, aber es fiel ihr immer noch schwer.

Es waren vielleicht zwanzig Minuten vergangen, als Jacob auf seinen Stock gestützt hereingehumpelt kam. Er war groß, aber sein ehemals kräftiger Körper hatte seit einem Herzanfall alle Spannkraft verloren. Das Leuchten aus seinen Augen war verschwunden, und er predigte nicht mehr so oft sonntagmorgens wie früher. Aber der nächste Friedensrichter saß in Choteau, und Jacob war im Umkreis der einzige echte Priester.

June holte rasch Savannah als zweite Trauzeugin hinzu, und als diese strahlend vor Freude über die bevorstehende Hochzeit erschien, stellten Miranda und Landry sich verlegen vor Jacob auf. Ernst lauschten sie seinen Worten, um seine Fragen zu beantworten, wenn sie an der Reihe waren.

Und so heiratete Miranda Leebrook und wurde Miranda Kildare. Sie trug ihr bestes Kleid aus blauer Baumwolle; und das Brot, das June zum Mittag gebacken hatte, diente als Hochzeitstorte.

Es gab kein Fest und keinen Tanz wie bei der Feier von Savannah und ihrem Arzt, aber Miranda war das egal. Sie und der kleine Jesaiah-oder-Ezekiel hatten jetzt eine Familie und ein Zuhause. Und vor ihr lag ein Leben ohne Schande. Niemand würde mehr mit dem Finger auf sie und ihr Baby zeigen.

Mirandas Herz sang, als Landry ihr in die abgenutzte Kutsche half und dann beiseite trat, damit June ihr das Baby reichen konnte, das friedlich und schwer in einem Bündel hing. Dann saß Landry neben ihr, sein rechter Schenkel berührte ihren, und seine starken Hände ergriffen die Zügel. Er löste die Bremse geübt mit dem linken Fuß, und schon waren sie unterwegs.

Landry winkte mit dem Hut zu der kleinen Versammlung von Gratulanten, die sich vor der Postkutschenstation getroffen hatten, aber ohne jenes Lächeln, das Mirandas Herz erzittern ließ; und dann trieb er die beiden Maultiere mit einem rauen Zuruf an.

Er sah Miranda nicht an und hielt seinen Blick auf den Weg vor sich gerichtet. Die Umrisse des Ortes Springwater nahmen langsam Gestalt an, Rot und Braun und Rost und ein dunkles Grün. Der Himmel war von einem klaren Blau, und Miranda kam es so vor, als vibrierte die Luft von einem Gefühl des Neuanfangs. Sie drückte ihren kleinen Sohn an sich, als er unruhig wurde, und saß stolz neben ihrem Ehemann.

Ihr Ehemann. Miranda ließ ihre Gedanken zu dem Tag zurückwandern, als Savannah und der Arzt geheiratet hatten. Damals hatte es ein Fest mit Tanz zu Geigenmusik gegeben, und sie war bei einem Ländler Landrys Partnerin gewesen. Als der Tanz durch den Saal der Postkutschenstation geendet hatte, war Miranda eine andere Frau geworden. Von da an hatte sie den Duft Landry Kildares geliebt wie seinen Anblick und seine Stimme.

Jetzt, da sie offiziell seine Frau war, hätte Miranda am liebsten vor Glück laut gelacht, aber sie wusste, dass sie damit das Baby und auch Landry erschreckt hätte, vielleicht sogar die Maultiere. Also nahm sie sich zusammen und hielt die Luft an wie ein Taucher unter Wasser. Insgeheim stellte sie sich das Leben vor, das vor ihr lag - Landrys Söhne würden sie lieben wie eine zweite Mutter, dafür würde sie schon sorgen. Sie würde für jedes Fenster im Haus Vorhänge nähen und das Haus so sauber halten, dass es im ganzen Umkreis das Gesprächsthema wäre. Sie konnte nicht besonders gut kochen - irgendetwas misslang ihr meistens -, aber sie hatte bei Miss June in der Springwater-Station ein wenig gelernt, als sie ihr in der Küche geholfen hatte, und es würde schon gehen. Mit etwas Übung, nahm sie an, würde sie bald Kekse backen, die so locker waren wie die aller anderen Frauen.

Ja, versicherte sie sich, sie würde schon dafür sorgen, dass alles klappte. Landry Kildare sollte nie bedauern, dass er sie geheiratet hatte. Vielleicht würde er sie eines Tages sogar lieben, wenn sie sich nur genug Mühe gab. Ihr Herz klopfte bei der Vorstellung, Landry könne sie eines Tages so ansehen wie Trey seine Rachel oder der Arzt Savannah.

Die Fahrt nach Hause - Wunder über Wunder, jetzt ihr Zuhause und das des Babys - war kurz im Vergleich zu einer Fahrt nach Wainwright oder Choteau ... oder Ohio.

Der Gedanke an ihre heimatliche Farm in Ohio und das Grab ihrer Mutter nahm dem Tag etwas von seinem magischen Glanz. Doch Miranda zwang sich, die Erinnerungen zu verdrängen. Es machte keinen Sinn, zurückzublicken und sich nach Orten und Menschen zu sehnen, die sie verloren hatte. Nein. Miranda Leebrook Kildare hatte vor, von jetzt an strikt nach vorne zu sehen.

Miranda ist eigentlich ein hübsches kleines Ding, dachte Landry schuldbewusst, als sie die letzten Meilen des holprig steinigen Weges zurücklegten. Kaum älter als achtzehn. Und er? Er wurde nächsten Juni fünfunddreißig, war also fast doppelt so alt wie sie.

Landry...

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