Lächeln des Glücks

 
 
beHEARTBEAT (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. Dezember 2018
  • |
  • 274 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-6866-6 (ISBN)
 
Von der Kraft der Liebe - Willkommen im Wilden Westen von Bestsellerautorin Linda Lael Miller!Oregon, 1890: Auf einen Mann wie diesen Fremden war Tess Bishop nicht im Geringsten vorbereitet: ein bisschen verrückt, offensichtlich ein Hausierer und dennoch von einer solch ungestümen Anziehungskraft, dass es ihr fast den Atem verschlägt. Doch schon bald entdeckt sie, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt - Keith Corbin ist unter falschem Namen auf der Flucht vor seinem alten Leben. Tess wahrt sein Geheimnis und schließt sich ihm an - wild entschlossen, ihn mit ihrer Liebe von seinen Dämonen zu befreien ...Dieser historische Liebesroman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel "Wer dem Zauber der Liebe verfällt" erschienen.Die Corbin-Saga geht weiter: In Band 4 beschreitet Melissa den "Weg der Hoffnung".Weitere historische Liebesroman-Reihen von Linda Lael Miller bei beHEARTBEAT:Die McKettrick-Cowboys-Trilogie. Springwater - Im Westen wartet die Liebe. Die McKenna-Brüder. Die Orphan-Train-Trilogie um die Chalmers-Schwestern.eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
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Linda Lael Miller wurde in Spokane, Washington geboren und begann im Alter von zehn Jahren zu schreiben. Seit Erscheinen ihres ersten Romans 1983 hat die New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin über 100 zeitgenössische und historische Liebesromane veröffentlicht und dafür mehrere internationale Auszeichnungen wie den Romantic Times Award erhalten. Linda Lael Miller lebt nach Stationen in Italien, England und Arizona wieder in ihrer Heimat im Westen der USA, dem bevorzugten Schauplatz ihrer Romane. Neben ihrem Engagement für den Wilden Westen und Tierschutz betreibt sie eine Stiftung zur Förderung von Frauenbildung.

Mehr Informationen über die Autorin und ihre Bücher unter http://www.lindalaelmiller.com/.


1


Simpkinsville, Oregon - 5. April, 1890

Eine verbeulte Schüssel flog wie ein Diskus durch die Luft ...

Tess Bishop blieb überrascht stehen. Sie schob ihr Fahrrad an den Straßenrand, klemmte ihre Kamera unter den Arm und ging durch das Gebüsch auf die angrenzende Lichtung zu.

Der Hausierer - Joel Shiloh, den goldenen Lettern auf seinem schwarzen Wagen nach - fing die herabfallende Schüssel auf und schleuderte dann fluchend eine Kaffeekanne in die Luft.

»Komm herunter und kämpfe!«, brüllte er, als der Kaffee nach allen Seiten spritzte und seine ohnehin nicht elegante Kleidung weitere Flecken bekam. Er war ein großer Mann, etwa Anfang Dreißig, und während Tess ihn fasziniert ansah, hob er drohend eine Faust zum Himmel und schrie von neuem: »Nun komm schon, verdammt! Wehr dich!«

Tess hob erstaunt den Kopf, aber sie sah nichts als Wolken. Graue Regenwolken. Mit wem redete dieser Mann eigentlich? Mit Gott?

Joel Shiloh stützte die Hände in die Seiten und legte den Kopf so weit zurück, dass Tess überzeugt war, sein schmutziger schwarzer Hut müsse ins Gras fallen. »Nun?«, schrie er zornig, während er einen Fuß auf die Steine stellte, die das Lagerfeuer umgaben. »Worauf wartest du noch?«

Tess wollte gerade umkehren und zu ihrem Fahrrad zurückgehen, als der Mann einen Schmerzensschrei ausstieß und auf einem Bein zu dem kleinen Fluss hinüberhüpfte.

»Nein!«, rief sie erschrocken und hob eine Hand, als könnte sie so den Mann zurückhalten.

Aber natürlich war er schon zu weit entfernt und sprang genau an jener Stelle in den Bach, wo Tess es befürchtet hatte. Das Wasser schlug über ihm zusammen, und nur sein Hut war noch zu sehen.

Tess legte die Kamera ins Gras, raffte ihren langen Baumwollrock und rannte über die Lichtung auf das Ufer zu.

Bevor sie ihn erreichte, tauchte der Hausierer neben seinem langsam davontreibenden Hut wieder auf, hob von neuem die Faust und schrie seinem unsichtbaren Feind im Himmel zu: »Das war ein gemeiner, schmutziger Trick, verdammt!«

Tess starrte den Mann verwundert an: »Mit wem reden Sie eigentlich?«, fragte sie.

Joel Shiloh warf ihr einen gereizten Blick zu. Falls ihm sein Benehmen peinlich war, ließ er es sich nicht anmerken. Bevor die Strömung den Hut fortreißen konnte, schnappte er ihn, warf ihn ans Ufer und kam stolpernd und fluchend aus dem Wasser.

Mit einem empörten Grunzen hockte er sich ins Gras und begann an einem seiner nassen Stiefel zu zerren. Nachdem er sich erfolglos abgemüht hatte, hob der Mann den Kopf und schaute Tess entrüstet aus seinen azurblauen Augen an. »Nun helfen Sie mir doch!«

Tess hätte später nicht sagen können, warum sie nicht auf der Stelle kehrtmachte und die Flucht ergriff, wie es jede andere Frau mit ein bisschen Vernunft getan hätte. Dieser Mann schien ganz offensichtlich verrückt zu sein, es konnte jeden Augenblick zu regnen anfangen, und bis nach Hause hatte sie noch fünf Meilen Weg vor sich. Aber er hatte etwas ganz Besonderes an sich, und so seltsam es war, Tess fand, dass er irgendwie aristokratisch wirkte.

»Wobei soll ich Ihnen helfen?«, fragte sie verwirrt.

»Ziehen Sie mir den Stiefel aus!«, fuhr er sie an und warf dann einen weiteren zornigen Blick auf den dunklen Himmel.

»Sie könnten wenigstens bitte sagen«, wandte Tess ein.

»Bitte!«, schrie er.

»Sie sind ein sehr ungezogener Mensch, Mister Shiloh«, bemerkte sie, packte jedoch seinen schmutzigen Stiefel mit der durchlöcherten Sohle, und zog mit aller Kraft daran.

Der Hausierer verfolgte ihre Bemühungen mit spöttischem Lächeln. »Sie haben recht, das bin ich«, stimmte er, schon etwas freundlicher, zu.

Tess zerrte an dem widerspenstigen Stiefel, und als er endlich nachgab, taumelte sie und fiel ins Gras. Beschämt und etwas verärgert rappelte sie sich auf, überzeugt, dass der Mann sie nun auslachen würde.

Aber er war schon damit beschäftigt, seinen Socken auszuziehen, der genauso nass und löchrig wie sein Stiefel war, und würdigte Tess keines Blickes.

An seiner Fußsohle war eine hässliche Brandwunde zu sehen, was sein merkwürdiges Hüpfen und den unvorsichtigen Sprung in den Fluss erklären mochte. Er betrachtete die Wunde mit dem gleichen ärgerlichen Stirnrunzeln, mit dem er dann zum Himmel aufschaute. »Danke«, sagte er zu den Wolken, die sich über ihnen zusammenbrauten. »Tausend Dank!«

Und genau in diesem Augenblick öffnete der Himmel seine Schleusen. Tess' langes Haar, das ihr frei auf die Hüften fiel, war innerhalb von Sekunden völlig tropfnass, ihr Kleid klebte ihr am Körper.

Aber Kleider waren das letzte, woran sie jetzt dachte. »Meine Kamera!«, rief sie entsetzt und rannte zur Lichtung zurück, um den kostbaren schwarzen Kasten aufzuheben. Sie drückte ihn schützend an ihre Brust und schaute sich verzweifelt nach einem trockenen Platz dafür um.

Ihr Versuch, die Ladeklappe von Mister Shilohs Wagen zu öffnen, misslang, denn der Riegel lag so weit oben, dass sie ihn nicht einmal erreichen konnte, wenn sie hochsprang.

Mister Shiloh, der jetzt ganz ruhig und gelassen wirkte, erschien an ihrer Seite, zog den Riegel auf und öffnete die ächzende Tür. Tess legte ihre Kamera auf den Wagenboden und seufzte vor Erleichterung, obwohl sie selbst bis auf die Haut durchnässt war. Die Kamera war wichtiger, sie hatte sehr, sehr lange sparen müssen, um sie kaufen zu können.

»Danke«, sagte sie.

Statt einer Antwort legte Joel Shiloh die Arme um ihre Taille und hob Tess in den Wagen. Er selbst blieb im strömenden Regen stehen und betrachtete sie so verwundert, als hätte er sie schon einmal irgendwo gesehen und versuchte, sich zu erinnern, wo.

»Kommen Sie aus dem Regen«, schlug sie vernünftigerweise vor.

Ein schiefes Lächeln spielte um die Lippen des Hausierers, als er sich neben ihr auf die Wagenfläche zog. »Wie heißen Sie?«, fragte er neugierig, während er sie weiter prüfend betrachtete.

Tess zögerte und ließ ihren Blick über seine langen, muskulösen Beine gleiten, die über den Wagenrand baumelten. Er trug noch immer einen Stiefel, der verletzte Fuß war bloß.

»Tess Bishop«, antwortete sie schließlich. »Was macht Ihr Fuß?«

Er lachte und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, als wollte er den Regen abstreifen. Was natürlich nicht viel nützte, da auch sein Haar tropfnass war. »Gut, Miss Bishop. Meinem Fuß geht es gut.«

»Ich habe versucht, Sie zu warnen.«

»Wovor? Mir den Fuß zu verbrennen?«

Tess schüttelte den Kopf. »Nein, in den Bach zu springen. Er wirkt hier so flach, weil das Wasser so klar ist, aber er ist recht tief.«

Wieder lächelte er schwach. »Das habe ich gemerkt. Weiß Ihre Familie, dass Sie allein durch die Gegend wandern, Miss Bishop? Und das mitten in einem Wolkenbruch?«

Tess straffte die Schultern. Sie hatte eigentlich keine Familie - nur Derora, ihre Tante. Und obwohl sie sicher war, dass sie sich wahrscheinlich eine Lungenentzündung holte, so war das nicht Joel Shilohs Sache. »Weiß Ihre es?«, versetzte sie.

Der Hausierer grinste. »Meine Familie hat keine Ahnung, wo ich bin.«

Tess war ein bisschen verwirrt. Inmitten des strömenden Regens kam sie sich plötzlich so vor, als sei sie ganz allein mit Mister Shiloh auf der Welt. »Aber Sie haben eine Familie?«

Ein abweisender Blick erschien in seinen blauen Augen, und ein gequälter Ausdruck huschte über sein Gesicht. »Ja«, sagte er nach langem Schweigen.

»Sie haben sich mit ihr entzweit«, bemerkte Tess fröstelnd.

Er zuckte mit den Schultern. »So könnte man es nennen.«

»Erzählen Sie mir von ihnen.«

Er maß sie mit einem scharfen, beinahe misstrauischen Blick. »Sie müssen halb erfroren sein. Lassen Sie mich eine Decke holen.« Damit drehte er sich um und ging gebückt ins Wageninnere. Wenige Minuten später kehrte er mit einer schweren Wolldecke zurück, die er ihnen beiden um die Schultern legte.

Wieder empfand Tess ein merkwürdig angenehmes Gefühl der Isolation; fast als wären sie Fabelwesen aus einer Märchenwelt. »Danke«, sagte sie und kuschelte sich dankbar in die Decke. Doch dann begann sie ganz unvermittelt zu kichern.

»Was ist?«, fragte Joel Shiloh und zog eine Augenbraue hoch.

»Meine Tante würde mich umbringen«, gestand Tess, »wenn sie wüsste, dass ich hier auf diesem Wagen sitze, eingehüllt in eine Decke ...«

»Und mit einem Mann«, schloss Joel Shiloh schmunzelnd.

Tess wurde rot. »Erzählen Sie mir von Ihrer Familie!«, forderte sie ihn auf.

»Ich habe zwei ältere Brüder, eine jüngere Schwester und eine Mutter. Mein Vater starb vor einigen Jahren bei einem Unfall.«

Er...

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