Hybride und Chimären

Die Forschung an Mensch-Tier-Mischwesen aus verfassungsrechtlicher Sicht
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Januar 2017
  • |
  • 517 Seiten
 
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978-3-16-155087-4 (ISBN)
 
Markus Lackermair widmet sich biomedizinischer Forschung, mit der Misch-Lebewesen aus Mensch und Tier erzeugt werden. So versuchen etwa Neurowissenschaftler, durch den Transfer menschlicher Gene die Gehirne von Tieren gezielt zu humanisieren. Ebenso motiviert der Mangel an menschlichen Spenderorganen die Transplantationsmedizin dazu, das Forschungsfeld der Xenotransplantation, d. h. der Verpflanzung tierischer Organe auf den Menschen, voranzutreiben.
Dass durch derlei Experimente Mischwesen mit menschlichen und tierischen Bestandteilen zur Entstehung gelangen, zieht die in der Rechtsordnung etablierte strikte Grenzziehung zwischen Mensch und Tier in Zweifel. Die philososphischen Fragen Was ist der Mensch? Was unterscheidet ihn vom Tier? werden urplötzlich zu drängenden Rechtsproblemen mit konkreten Rechtsfolgen: Stellen solcherlei neuartige Mischwesen 'Menschen' im Sinne der Rechtsordnung dar? Anhand welcher Kriterien ist dies jeweils zu entscheiden? Kommt Mischwesen Menschenwürde zu? Und vorgelagert: Dürfen solche Mischwesen überhaupt geschaffen werden?
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • 3,74 MB
978-3-16-155087-4 (9783161550874)
3161550870 (3161550870)
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einführung
  • Prolog im Studierzimmer
  • A. Auflösung der Artgrenzen durch biomedizinische Forschung
  • B. Herausforderung für die Rechtsordnung
  • 1. Teil: Naturwissenschaftlicher Überblick zur Forschung an Mensch-Tier-Mischwesen
  • A. Erläuterung grundlegender Begriffe
  • I. Mischwesen
  • II. Hybride, Chimären
  • 1. Etymologische Herkunft der Begriffe
  • 2. Verwendung der Begriffe in der Debatte um Mensch-Tier-Mischwesen
  • a. Verhältnis der Begriffe zueinander
  • b. Wesentliches Abgrenzungskriterium
  • c. Interspezies- vs. Intraspezieslebewesen
  • d. Echter Hybrid vs. Zybrid
  • 3. Eigene Begriffslegung
  • a. Verhältnis der Begriffe zueinander
  • b. Wesentliches Abgrenzungskriterium
  • c. Interspezies- vs. Intraspezieslebewesen
  • d. Echter Hybrid vs. Zybrid
  • e. Definition der Begriffe "Hybrid" und "Chimäre"
  • B. Die Forschung an Mensch-Tier-Mischwesen
  • I. Entwicklung der Forschung
  • II. Art der Darstellung
  • III. Überblickstabelle zu den Beispielsfällen
  • C. Beispielsfälle
  • I. Hybride
  • 1. Zellkerntransfer - Zytoplasmatische Hybride
  • Beispiel 1a: Chen - Transfer menschlicher Zellkerne in Eizellen von Kaninchen
  • Beispiel 1b: Hypothetisch - Transfer menschlicher Zellkerne in Eizellen nah verwandter Tierarten
  • 2. Gametenfusion
  • Beispiel 2a: Yanagimachi - Hamstertest
  • Beispiel 2b: Hypothetisch - "Humanzee"
  • 3. Gentransfer - Transgene Tiere mit menschlichem Erbmaterial
  • Beispiel 3a: Yang - Huntington-Krankheit bei transgenen Rhesusaffen
  • Beispiel 3b: GTC Biotherapeutics - Antithrombin aus der Milch transgener Ziegen
  • Beispiel 3c: Hypothetisch - Menschliches FOXP2-Sprachgen in Schimpansen
  • II. Chimären
  • 1. Artübergreifender Embryonentransfer
  • Beispiel 4: Hypothetisch - "Das Kind aus dem Stalle"
  • 2. Embryonenverschmelzung
  • Beispiel 5: Hypothetisch - Embryonenverschmelzung
  • 3. Transfer menschlicher Zellen auf Tiere
  • Beispiel 6a: Muotri - Menschliche embryonale Stammzellen in Mäusegehirnen
  • Beispiel 6b: Hypothetisch - "Human Neuron Mouse"
  • Beispiel 6c: Redmond - Menschenzellen im Affenhirn
  • 4. Transfer tierischer Zellen auf Menschen - Xenotransplantation
  • Beispiel 7: Forschungsprojekt an der LMU - Transplantation von Schweineorganen
  • III. Zwischenergebnis
  • 2. Teil: Der verfassungsrechtliche Status von Mischwesen
  • A. Meinungsstand zur Statusanalyse bei Mensch-Tier-Mischwesen
  • I. Chimbrids-Projekt: Statusanalyse anhand eines einzelnen Merkmals - Empfindungsvermögen, Personalität oder Spezieszugehörigkeit
  • II. Deutscher Ethikrat: Gesamtbetrachtung mehrerer Merkmale
  • III. Markus Rothhaar: Nebeneinander mehrerer Zuschreibungskriterien
  • IV. Matthias Beck: Innere Zielrichtung
  • B. Was ist ein Mensch i. S. d. Grundgesetzes?
  • I. Spezieszugehörigkeit
  • 1. Um der Egalität willen jedenfalls ausreichend: Spezieszugehörigkeit
  • a. Grammatische Auslegung
  • b. Teleologische Auslegung
  • c. Systematische Auslegung
  • d. Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
  • aa. Spezieszugehörigkeit
  • bb. Keine Differenzierung zwischen Menschen und Personen
  • cc. Potentialität grundsätzlich irrelevant
  • 2. Voraussetzungen der Spezieszugehörigkeit
  • a. Speziesbegriff
  • b. Zugehörigkeit eines einzelnen Lebewesens zur Spezies Mensch
  • aa. Fähigkeit zur Zeugung fertiler Nachkommen
  • bb. Abstammung von Menschen
  • 3. Zwischenergebnis
  • II. Erweiterung über den Kreis der Speziesangehörigen hinaus
  • 1. Erweiterung bei wesentlicher Gleichheit
  • a. Gleichheitsgedanke als Ausgangspunkt
  • aa. Quantitative Abgrenzung nach dem Anteil der menschlichen Zellen?
  • bb. Genom-Vergleich?
  • cc. Gleichheit der wesentlichen Eigenschaften
  • b. Enge Grenzen für Gleichstellung
  • c. Methodische Überlegungen
  • 2. Wesentliche Eigenschaften des Menschen aus biologischer und philosophischer Perspektive
  • a. Biologische Anthropologie
  • aa. Taxonomie, Entwicklungsgeschichte, Verwandtschaftsverhältnisse
  • bb. Anatomische Eigenarten des Homo sapiens
  • (1) Aufrechter Gang
  • (2) Leistungsfähigkeit des Gehirns
  • (3) Weitere Besonderheiten
  • b. Philosophische Anthropologie - Die Suche nach der anthropologischen Differenz
  • aa. Denken
  • (1) Was ist Denken?
  • (2) Vergleich menschlichen und tierischen Denkens
  • bb. Sprechen
  • cc. Werkzeuggebrauch und -herstellung
  • dd. Arbeiten und Spielen
  • ee. Gesellschaft und Kultur
  • 3. Kriterien nach dem Grundgesetz
  • a. Bewertung einzelner Kriterien
  • aa. Nicht maßgebliche Kriterien
  • (1) Gesellschaft
  • (2) Werkzeuggebrauch und -herstellung, Arbeiten, Spielen, Kultur
  • bb. Maßgebliche Kriterien
  • (1) Körperliche Gestalt
  • (2) Geistige Fähigkeiten (Denken und Sprechen)
  • b. Notwendigkeit einer wertenden Gesamtbetrachtung / "Flugzeug"-Metapher
  • 4. Zwischenergebnis
  • C. Beginn und Ende menschlichen Lebens
  • I. Beginn menschlichen Lebens
  • 1. Rechtsstatus rein menschlicher Embryonen
  • a. Meinungsstand in Rechtsprechung und rechtswissenschaftlicher Literatur
  • aa. Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
  • bb. Exkurs I: Rechtsprechung des EuGH
  • cc. Exkurs II: Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
  • dd. Rechtswissenschaftliche Literatur
  • b. Auslegung des Grundgesetzes
  • aa. Grammatische Auslegung
  • bb. Systematische Auslegung
  • cc. Historische Auslegung
  • dd. Teleologische Auslegung
  • (1) Telos 1: Vollständigkeit des Lebensschutzes?
  • (2) Telos 2: In Zweifelsfällen gebotene Weite der Grundrechtsauslegung?
  • (3) Telos 3: Striktes Differenzierungsverbot
  • ee. Zwischenergebnis: Jedes lebende menschliche Individuum
  • (1) Lebendigkeit, Menschlichkeit und Individualität bereits ab Befruchtung
  • (2) Einwände gegen diese weite Auslegung
  • 2. Rechtsstatus hybrider und chimärischer Embryonen
  • a. Meinungsstand
  • b. Gleichheitsgedanke: Potential zur Entwicklung humanspezifischer Befähigungen als Kriterium wesentlicher Gleichheit
  • II. Ende menschlichen Lebens
  • D. Denkbare Kritikpunkte am vorgeschlagenen Lösungsweg
  • I. Speziesismus
  • 1. Speziesismusvorwurf Peter Singers
  • 2. Kritik
  • II. Naturalistischer Fehlschluss
  • III. Biologismus
  • E. Zusammenfassung
  • 3. Teil: Verfassungsrechtliche Zulässigkeit von Mensch-Tier-Experimenten
  • A. Meinungsstand zur Zulässigkeit von Mensch-Tier-Experimenten
  • I. Große Spannweite an divergierenden Lösungsvorschlägen
  • II. Analyse einzelner Argumente gegen Mensch-Tier-Experimente
  • 1. Intuitive Ablehnung
  • 2. Verstoß gegen die natürliche Ordnung
  • 3. Anmaßung einer göttlichen Schöpferrolle
  • 4. Moralisches Chaos
  • 5. Gefahr der Übertragung von Krankheiten
  • 6. Dammbruch
  • 7. Verletzung der Menschenwürde
  • B. Zulässigkeit von Mensch-Tier-Experimenten nach dem Grundgesetz
  • I. Forschungsfreiheit
  • II. Kollidierende Verfassungsrechtsgüter
  • 1. Fallgruppe 1: Gefährdung der Rechte eines unmittelbar beteiligten, aber nicht einwilligenden Grundrechtsberechtigten
  • a. Menschenwürde und Lebensrecht
  • b. Keine subjektiven Tierrechte aus Art. 20a GG
  • 2. Fallgruppe 2: Gefährdung der Rechte unbeteiligter Dritter
  • a. Schutz vor übertragbaren Krankheiten
  • b. Umgang mit Sachverhaltsungewissheiten
  • 3. Fallgruppe 3: Alle sonstigen Fälle
  • a. Tierschutzgebot aus Art. 20a GG?
  • aa. Tierschutz als potentielle Grundrechtsschranke
  • bb. Tierschutz vs. Mischwesen-Forschung
  • b. Würde des einwilligenden Spenders der menschlichen Bestandteile?
  • aa. Vermischung und Menschenwürde
  • (1) Materieller Regelungsgehalt des Art. 1 I GG
  • (2) Menschenwürdeverletzung durch Verbindung mit Tierischem
  • bb. Kein Würdeschutz entgegen der freiwilligen und ernsthaften Einwilligung des Würdeträgers
  • (1) Beispielsfälle aus Rechtsprechung und Literatur
  • (2) Im Grundsatz kein "Würdeschutz gegen sich selbst"
  • (3) Diskutierte Ausnahmen
  • cc. Ergebnis
  • c. Würde des entstehenden Mischwesens?
  • aa. Schutz künftiger Menschen
  • bb. Keine zurechenbare Würdeverletzung durch Vermischungshandlung
  • (1) Unwürdige Lebensumstände
  • (2) Schädigung durch Erzeugung
  • d. Würde der menschlichen Gattung?
  • aa. Gattungswürde nach den Ansichten der Literatur
  • bb. Auslegung des Art. 1 I GG
  • (1) Grammatische Auslegung
  • (2) Systematische Auslegung
  • (3) Historische Auslegung
  • (4) Teleologische Auslegung
  • (5) Keine Anerkennung der Gattungswürde durch das Bundesverfassungsgericht
  • cc. Ergebnis
  • e. Art. 74 I Nr. 26 GG?
  • aa. Grundrechtsbeschränkende Gehalte von Kompetenznormen
  • bb. Erfordernis der gesonderten Auslegung für jede einzelne Kompetenzvorschrift
  • cc. Auslegung des Art. 74 I Nr. 26 GG
  • f. Ergebnis
  • 4. Teil: Vergleich der geltenden Rechtslage mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben
  • A. Anwendung der verfassungsrechtlichen Vorgaben
  • I. Zusammenfassung der verfassungsrechtlichen Vorgaben
  • 1. Statusfrage: Was ist ein Mensch i. S. d. Grundgesetzes?
  • 2. Zulässigkeit von Mensch-Tier-Experimenten
  • II. Anwendung auf einzelne Beispielsfälle
  • 1. Zellkerntransfer - Zytoplasmatische Hybride
  • 2. Gametenfusion
  • 3. Gentransfer - Transgene Tiere mit menschlichem Erbmaterial
  • 4. Artübergreifender Embryonentransfer
  • 5. Embryonenverschmelzung
  • 6. Transfer menschlicher Zellen auf Tiere
  • 7. Transfer tierischer Zellen auf Menschen - Xenotransplantation
  • B. Völkerrechtliche, unionsrechtliche und einfachrechtlich-nationale Rechtslage
  • I. Geltende Rechtslage
  • 1. Völkerrecht
  • a. Allgemeine Erklärung über das menschliche Genom und Menschenrechte (UNESCO)
  • b. Erklärung der Vereinten Nationen über das Klonen von Menschen
  • c. Empfehlung des Europarats zur Xenotransplantation vom 19. 06. 2003
  • d. Biomedizin-Konvention des Europarats
  • e. Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)
  • 2. Unionsrecht
  • a. EU-Biopatentrichtlinie
  • b. Charta der Grundrechte der Europäischen Union
  • 3. Einfachgesetzliche nationale Rechtslage
  • a. Embryonenschutzgesetz
  • aa. § 7 ESchG (Chimären- und Hybridbildung)
  • bb. § 6 ESchG (Klonen)
  • cc. § 5 ESchG (Künstliche Veränderung menschlicher Keimbahnzellen)
  • dd. §§ 1, 2 ESchG (Missbräuchliche Erzeugung und Verwendung menschlicher Embryonen)
  • b. Stammzellgesetz
  • c. Transplantationsgesetz
  • d. Tierschutzgesetz
  • e. Tiergesundheitsgesetz
  • f. Infektionsschutzgesetz
  • g. Gentechnikgesetz
  • h. Arzneimittelgesetz
  • i. Strafgesetzbuch
  • II. Anwendung auf einzelne Beispielsfälle
  • 1. Zellkerntransfer - Zytoplasmatische Hybride
  • 2. Gametenfusion
  • 3. Gentransfer - Transgene Tiere mit menschlichem Erbmaterial
  • 4. Artübergreifender Embryonentransfer
  • 5. Embryonenverschmelzung
  • 6. Transfer menschlicher Zellen auf Tiere
  • 7. Transfer tierischer Zellen auf Menschen - Xenotransplantation
  • C. Regelungsbedarf und Regelungsvorschläge
  • Schlussbetrachtung
  • A. Der Blick zurück
  • I. Der verfassungsrechtliche Status von Mischwesen
  • II. Verfassungsrechtliche Zulässigkeit von Mensch-Tier-Experimenten
  • III. Vergleich mit der geltenden Rechtslage
  • B. Der Blick nach vorn - Plädoyer für eine Änderung des Grundgesetzes
  • Literaturverzeichnis
  • Sachregister

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