Grüne Kristalle

Teil 1
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. Februar 2020
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-6775-0 (ISBN)
 
Johnny ist sechzehn und meistens auf sich allein gestellt. Seine Eltern interessieren sich nicht für ihn. Johnny's bester Freund ist Lasse, er ist der Einzige, der sich wirklich um ihn kümmert. Als die beiden das erste Mal in ihrer Freundschaft in Streit geraten, wird Johnny alles zu viel. Er sieht keinen Ausweg mehr aus seinen Problemen und flüchtet sich in etwas, was sein ohnehin schon kompliziertes Leben noch mehr aus der Bahn wirft. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war und Johnny gerät in einen gefährlichen Strudel aus Abhängigkeit, Schmerz, Gewalt, Macht und Angst...
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,43 MB
978-3-7504-6775-0 (9783750467750)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die Autorin, 1974 in Baden-Württemberg geboren, lebt dort heute noch mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern. Schon immer an der Druckbranche interessiert, entschied sie sich für eine Ausbildung zur Schriftsetzerin. Erst spät entdeckte sie die Lust am Schreiben, inspiriert durch ihre Tochter.

Der Park war ausgeschildert und auch von Weitem schon zu sehen, denn eine riesige Buchsbaumhecke zäunte ihn ein. "War dein Bruder auch schon hier im Schullandheim?", fragte Johnny, als sie auf den Eingang zugingen. "Na klar", grinste Lenny, "die Lehrer fahren doch hierher, seit sie Lendenschurz und Keule gegen Boxershorts und Handy eingetauscht haben." Das Gelächter war mal wieder auf seiner Seite.

Sie durchschritten den mit Efeu bewachsenen Torbogen und sahen dann erst, wie schön der Park wirklich war. Ein schmaler Schotterweg führte in Schlangenlinien durch die Natur, vorbei an kleinen Teichen, sonnigen Lichtungen und Ansammlungen von riesigen Bäumen, deren Laubwerk angenehmen Schatten spendete. Darunter wuchs weiches grünes Moos. Als sie dem Weg eine Weile gefolgt waren, machten sie es sich unter genau so einem Baum gemütlich. Natürlich wählten sie einen aus, der etwas abseits lag, schließlich wollten sie nicht gestört werden. Sie setzten sich im Kreis und Lasse holte die Bierdosen aus dem Rucksack und stellte sie in die Mitte. "Lasst euer Geld ruhig stecken", meinte Lenny großzügig, "die Runde geht auf mich!" "Wie kommen wir denn zu der Ehre?", fragte Johnny erfreut. "Das waren meine letzten Kröten", antwortete Lenny und verteilte das Bier, "die hätte ich die restlichen Tage hier sowieso nicht mehr ausgeben können." Mats nahm, wie alle anderen auch, die Dose dankend entgegen und wurde dann nachdenklich. "Ich kann gar nicht glauben, dass wir hier nur noch zwei Tage zusammen haben. Ich finde, wir sind ein richtig gutes Team geworden." Lenny hielt kurz inne und sagte dann einfühlsam, aber mit Stolz in seiner Stimme: "Ich würde es nicht Team nennen..... sondern Freunde." Andächtig nickten ihm alle zu, hoben ehrwürdig ihre Dosen in die Höhe und riefen gemeinsam: "AUF UNS!"

Leo atmete auf, als die vier den Platz vor dem Kiosk verließen. Fast wäre er aufgeflogen. Erst wenn Johnny ihn wirklich brauchte, wollte er sich preisgeben. Gesehen hatte er vorerst genug, jetzt hieß es abwarten. Leo ging zu seinem Wagen, stieg ein und fuhr zurück zum Anwesen. Er wollte wieder in Position sein, bevor der Bus zurückkam.

Lasse, Johnny, Mats und Lenny lagen gemütlich im Moos und ließen den Blick in den Himmel schweifen. Aus Lasse's Handy tönte gute Musik und alle unterhielten sich ganz entspannt. "Ihr fahrt also in zwei Tagen mit dem Zug zu deinem Opa?", fragte Lenny. "Ja, die Familie meiner Mutter kommt aus dem Norden. Mein Opa wohnt auf einer kleinen Insel und hat genug Platz für uns", erklärte Lasse. "Und wie lange dürft ihr bleiben?", fragte Mats neugierig, rollte sich auf die Seite und stützte sich auf seinem Ellbogen ab. Lasse drehte den Kopf zu ihm und grinste. "So lange wir wollen. Wenn es sein muss, die ganzen Sommerferien!" "Was würde ich dafür geben, um mitgehen zu können", träumte Mats und Lenny stimmte ihm zu. Außer Lasse hatte noch keiner von ihnen das Meer gesehen.

Als eine halbe Stunde später alle ihr Bier leergetrunken hatten, schaute Lasse zufällig auf sein Handy und erschrak. "Shit! Unser Bus fährt in zehn Minuten! Wir haben total die Zeit vergessen!" "So eine Scheiße.....", fluchte Lenny und sprang dann, wie alle anderen auch, auf die Beine. Lasse schulterte den Rucksack und Mats warf die leeren Dosen schnell in den nächsten Mülleimer. "Wenn wir ein Stück rennen, schaffen wir es noch rechtzeitig", sagte Lenny und hechtete los Richtung Ausgang. Mats, Lasse und Johnny rannten ihm hinterher und wenig später konnten sie das bewachsene Tor bereits sehen. Lasse schaute während er lief immer mal wieder nach hinten und merkte, dass Johnny immer weiter zurückfiel. Er verlangsamte sein Tempo, damit Johnny ihn einholen konnte, und rief nebenher nach vorn zu Lenny und Mats: "Lauft schon mal vor bis zum Ausgang, wir kommen gleich nach!" Lenny drehte sich kurz zu ihm um, nickte und rannte mit Mats weiter. Als Johnny Lasse erreicht hatte, blieben beide kurz stehen. "Ich kann nicht mehr!", keuchte Johnny, atmete heftig und musste sich mit den Händen auf seinen Oberschenkeln abstützen. "Alles gut mit dir?", erkundigte sich Lasse außer Atem. "Ich weiß nicht was los ist, ich habe einfach keine Kraft", schnaufte Johnny, setzte sich aber langsam wieder in Bewegung. Lasse blieb jetzt neben ihm und als sie bei Lenny und Mats am Eingang ankamen, konnten sie den Bus im Busbahnhof schon stehen sehen. "Kommt, wir haben noch fünf Minuten, das schaffen wir", meinte Mats, aber Lasse sah, dass Johnny wirklich nicht mehr konnte. "Geht doch schon mal vor und sagt Bescheid, dass wir gleich kommen", schlug er vor, hoffte, dass Lenny und Mats nicht weiter nachfragen würden und dazu war jetzt auch zum Glück gar keine Zeit mehr. Mats nickte nur und eilte mit Lenny schnellen Schrittes los zur Haltestelle. Lasse atmete erleichtert auf, ging mit Johnny die restliche Strecke etwas langsamer und um exakt 12.30 Uhr stiegen sie in den Bus ein. Johnny ließ sich schwer atmend auf seinen Sitz fallen, er war total erschöpft. Lasse nahm den Rucksack ab und setzte sich besorgt neben ihn, er hatte gar kein gutes Gefühl.

"Mann, habe ich jetzt Kohldampf von der ganzen Rennerei", stellte Lenny fest und drehte sich nach hinten zu Lasse und Johnny um. "Na Kleiner, gehts denn wieder?", fragte er dann noch, "Bist gerade nicht in Hochform, was?" Johnny aber wich seinem Blick aus und zuckte nur mit den Schultern. Die restliche Fahrt sprachen sie nicht viel miteinander und nutzten die Zeit, um sich von der Anstrengung zu erholen. Wieder zurück im Schullandheim gingen sie schnell auf ihr Zimmer um ihre Sachen loszuwerden, denn in der Halle roch es schon verführerisch nach Essen. Johnny ging es wieder gut, er hatte während der Busfahrt Kraft getankt und Hunger hatten sie jetzt alle. "Los, beeilt euch mal, ich könnte ein Mammut verdrücken", drängte Lenny und stand schon ungeduldig in der Türe. Mats grinste vor sich hin, als er das gehört hatte und schüttelte kaum merklich den Kopf. Es ist wirklich unglaublich, was in diesen Kerl alles reinpasst, dachte er. Lenny hatte Mats' Gesichtsausdruck genau gesehen und fragte herausfordernd: "Wolltest du vielleicht gerade etwas sagen?" "Das würde ich mich doch nie im Leben trauen!", kicherte Mats frech und Lenny ging zum Angriff über. "Na dann ist ja gut", grinste er und nahm Mats in den Schwitzkasten, "dann zeige ich dir nämlich jetzt im Speisesaal, wie man groß und stark wird!" Eingeklemmt in seiner Armbeuge und unter lautem Protest von Mats, schleppte er ihn zur Türe hinaus und die Treppen hinunter. Unten ließ er ihn frei und wuschelte ihm freundschaftlich durch die Haare. Lasse und Johnny standen oben an der Treppe und hatten die beiden die ganze Zeit dabei beobachtet. Sie sahen sich schmunzelnd an und jeder wusste, was der andere dachte..... Lenny und Mats verband viel mehr, als sie bis jetzt ahnen konnten.

Als Lasse und Johnny kurz darauf ebenfalls im Speisesaal angekommen waren, häuften sie sich das Mittagessen auf die Teller, holten sich etwas zu trinken und setzten sich zu Lenny und Mats, die schon angefangen hatten zu futtern. Die ersten paar Minuten herrschte gefräßige Stille, dann stand Lenny auf, er hatte seinen Teller bereits leergegessen. "Ich brauch noch was", sagte er kurz, "und Mats..... halt die Klappe!" Als er weg war, fragte Lasse grinsend: "Sag mal, futtert der immer so viel?" Mats nickte und schluckte runter. "Ich habe bis jetzt noch nicht herausgefunden, wo er das alles hinsteckt." In dem Moment kam Lenny zurück und stellte seinen Teller auf den Tisch. Er war noch voller als der, den er bereits verputzt hatte. Zufrieden begann er ihn niederzumachen, während seine drei Freunde sich nur schmunzelnd ansahen. Nach einer Weile bekam Johnny Durst und griff nach seinem Wasserglas. Aber als er es anhob um zu trinken, begann seine Hand so heftig zu zittern, dass er es wieder hinstellen musste. Er nahm es dann in beide Hände, trank, hoffte, dass es niemand bemerkt hatte und blickte dann vorsichtig zu Lasse. Der hatte seine Gabel sinken lassen und aufgehört zu kauen, sein entsetzter Blick sagte alles. Johnny schaute beschämt auf seinen Teller und aß langsam weiter, er wollte sich mit diesem Thema jetzt nicht auseinandersetzen. Lenny und Mats verhielten sich wie immer, wenigstens war den beiden nichts aufgefallen.

Lenny schien endlich satt zu sein, schob seinen leeren Teller zufrieden von sich und stand auf. "Ich gehe mal kurz rüber zu Leon, vielleicht hat er ja schon eine Ahnung, was für heute Nachmittag geplant ist. Mats, kommst du mit?" "Klar!", antwortete Mats kurz und erhob sich ebenfalls. Als sie sich ein paar Meter vom Tisch entfernt hatten, sah Lasse Johnny ernst an. "Und wir zwei gehen nach oben", sagte er und es war schon fast ein Befehl. Johnny passte das nicht, aber er folgte ihm wortlos in ihr Zimmer und konnte sich schon denken, was jetzt kam. Lasse schloss leise die Türe und warf Johnny dann einen eindringlichen, fragenden Blick...

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