Asiens Unterwelt

Das Jahrtausende alte Erbe unterirdischer Kultstätten, Vom vorderen Orient bis Ostasien
 
 
Verlag f. Sammler
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. August 2019
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-85365-303-6 (ISBN)
 
Kulthöhlen Asiens

300 Bilder
500 Höhlen von Israel und der Türkei bis Japan und Neuguinea
Von der Altsteinzeit bis heute

Auf dem asiatischen Kontinent befinden sich einzigartige, Jahrtausende alte unterirdische Kultstätten. Diese sind stumme Zeugen glanzvoller, vergangener Hochkulturen, aber auch heute noch existierender Religionen und Kulte. Mag vieles von den archaisch geprägten Kulthandlungen, die an diesen Orten stattfanden, in Vergessenheit geraten sein, blieben dennoch in vielen Ländern Asiens die architektonisch eindrucksvoll gearbeiteten Höhlentempel und Grabdenkmäler als einzigartige Museen der Menschheitsgeschichte erhalten. Hier zeigt sich die Unterwelt Asiens in ihrer Vielfalt sowohl als Stätten der geheimen Schwarzen Magie, des Totenkultes als auch der Legenden und Mystik. Erleben Sie in diesem Text-Sachbildband den Reiz dieser einmaligen und manchmal auch unheimlichen Plätze.
1. Auflage
  • Deutsch
  • Österreich
zahlreiche Farbabbildungen
  • 44,13 MB
978-3-85365-303-6 (9783853653036)
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EINLEITUNG


Bei den fast vier Jahrzehnte vorausgehenden Forschungsarbeiten zu diesem Buch auf dem asiatischen Kontinent drangen die beiden Autoren in ihnen weitgehend unbekannte Welten vor. Über 30 teils internationale Expeditionen, Forschungs- und Studienreisen waren notwendig, um die in der oft unzugänglichen Wildnis gelegenen Höhlenfundplätze aufzuspüren, zu dokumentieren und an das in diesem Buch verwendete Bildmaterial zu gelangen (Abb. 1 und 2). Die asiatischen Kulturen repräsentieren ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Menschheit, darum wurde versucht, in zahllosen Recherchen und Feldforschungsprojekten die Wurzeln ihrer bzw. unserer Vergangenheit aufzuspüren. In diesem Sachbildband wurden einige der bedeutendsten Aspekte der facettenreichen Religionswelten und die ungewöhnlichsten Kultplätze Asiens dokumentiert. Auf den nachfolgenden Seiten wird unsere ureigenste Vergangenheit zur Gegenwart, längst vergessene Rituale leben wieder auf und werden so zur greifbaren Realität. Der asiatische Kontinent ist nicht nur ein riesiger Schmelztiegel der heutigen großen Weltreligionen, sondern war auch ihr Geburtsort.

Der Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, das Judentum, der Islam und das Christentum, aber auch unzählige Formen von Natur- und Urreligionen, die bereits vom Menschen der Vorzeit auf dem asiatischen Kontinent praktiziert wurden und bis zu den rezenten Naturvölkern zurückzuverfolgen sind, haben hier ihre Wurzeln. In all diesen Religionsformen spielten Höhlen in der Vergangenheit und auch heute noch eine wichtige, oft auch eine dominante Rolle. Nirgendwo auf unserer Erde ist die ungebrochene Macht der alten Götter so stark spürbar wie in den Kulthöhlen Asiens. Hier leben die religiösen Bräuche und Riten durch den Menschen bis heute fort, wenn auch in einer leicht abgewandelten Form. Diese Orte wurden einst deshalb ausgewählt, da die Menschen in ihnen Plätze göttlicher Präsenz sahen. Über den zentralen und südlichen Kontinent und die Inselwelt Asiens ist heute eine hohe Konzentration an Höhlenkultplätzen bekannt. Tausende Objekte, vom einfachen Höhlenheiligtum bis hin zu gewaltigen unterirdischen Tempelanlagen früher asiatischer Hochkulturen, spiegeln alle Facetten religiöser Handlungen und Erscheinungsformen wider. Die augenscheinliche Dominanz der Höhle im geistigen Rahmen der heutigen Weltreligionen, wie z. B. im Buddhismus und Hinduismus, hat über Jahrtausende hinweg von Indien aus über ganz Asien Verbreitung gefunden und zu künstlerischen und architektonischen Höchstleistungen geführt, die weltweit ihresgleichen zu suchen haben. Die Kontinuität des religiösen Schaffens ist einzigartig auf unserem Planeten und versetzt jeden in Staunen, der sich intensiv mit diesen Höhlenkulten und verborgenen Plätzen auseinandersetzt. Das Eintauchen in einen längst vergangenen Zeitraum, in dem die Menschen den Göttern noch sehr nahe standen und Opferungen zum Alltag gehörten, war speziell auf diesem Kontinent durch die Vielfalt der vorherrschenden Kulturkreise möglich. Hier existiert eine große Anzahl an heiligen Plätzen, an deren Spitze oft Naturobjekte standen, die wegen ihrer Unheimlichkeit, Größe oder Absonderlichkeit Staunen und Ehrfurcht im Menschen auslösten. Es kann sich hier um Quellen, Flüsse, Wälder, Berge, aber auch, wie in unserem speziellen Fall, um Höhlen handeln. Viele dieser Plätze verloren in den letzten Jahrhunderten an Bedeutung oder gerieten in Vergessenheit. Es existieren jedoch immer noch Hunderte bekannte Tempelhöhlen oder Steinmonumente, die Jahrtausende lang in Verwendung standen, aber gewiss auch zahlreiche unbekannte Heiligtümer, die nicht nur in Asien noch ihrer Erforschung harren.

So sind heute beispielsweise in China und in Indien weit über 1.000 Höhlenheiligtümer bekannt, deren Ursprung in vielen Fällen mehr als 2.000 Jahre zurückliegt. Buddhistische, jainistische und hinduistische unterirdische Tempelanlagen, die in einer Art Negativarchitektur in Jahrhunderte langer Arbeit von Tausenden Arbeitern und Künstlern aus dem Fels geschnitten und deren Innenräume mit zahlreichen Kunstwerken ausgeschmückt wurden, sind heute aus unserer Sicht stumme Zeugen einer unvorstellbaren glanzvollen vergangenen Epoche. Die Blütezeit der Errichtung von Höhlentempeln in den asiatischen Hochkulturen liegt in einem Zeitraum vor etwa 2.300 bis 1.000 Jahren vor heute. Sie vermitteln uns einen Einblick in das Kunstschaffen unserer Vorfahren und die religiösen Werte dieser Epochen. Sehr oft lagen die unterirdischen Kloster- und Tempelanlagen an alten Handelswegen, die einst den indischen Subkontinent oder Hinterindien und China durchquerten. Speziell die buddhistischen Höhlentempel zählen heute zu den Meisterleistungen früher Steinmetzkunst. Mit ihren Skulpturen, großen Hallen und Säulengängen, mit den Schreinen und den mit einzigartigen Reliefarbeiten bzw. Freskenmalereien geschmückten Wandpartien sind diese Heiligtümer kulturhistorische Unikate.

Aber auch im Vorderen Orient wurden in den letzten 2.000 Jahren Tausende kleinere und größere Kultanlagen in Naturhöhlen neu adaptiert oder künstlich neu geschaffen. Das Spektrum der wohl faszinierendsten Sakralbauten, die sich auf unserer Erde befinden, reicht von den geheimnisvollen Tempelhöhlen des Mon-Volkes in Burma und Thailand bis hin zu den gewaltigen hinduistischen wie auch buddhistischen Höhlenanlagen im indischen bzw. chinesischen Raum und den eindrucksvollen Nekropolen von Petra (Jordanien) bis zu den Höhlenstädten in Kappadokien (Türkei) im vorderasiatischen Bereich. Auf keinem Kontinent unseres Planeten werden heute noch so viele Kulthandlungen in Höhlen zelebriert wie in Asien. Hier ist der Mensch auch gegenwärtig noch eng mit der ihn umgebenden Kultur und Religion verbunden. Alte Riten und Opferungen an Götter, Geister und Dämonen werden an diesen Orten mit ihrem magisch-mystischen Umfeld wie vor Tausenden Jahren, wenn gewiss auch manchmal in leicht abgeänderter Form, durchgeführt. Ebenso werden heute noch in heiligen Höhlen geheime Schriften, Kunst- und Kultgegenstände aufbewahrt, womit diese oft zu Schatzkammern von sehr altem Wissen und Vorläuferkulturen avanciert sind.

Eine Verbindung zwischen bereits untergegangenen und den heute noch lebenden Kulturen Asiens herzustellen, war für meine Frau und mich nicht immer einfach. Zu vielfältig war und ist das Erscheinungsbild der frühen Hochkulturen und noch früherer Kulturkreise. In einigen Fällen war es überaus schwierig, das Vertrauen der Eingeweihten zu gewinnen, um die genaue Lage der oft verborgenen und in Vergessenheit geratenen Heiligtümer zu erfahren. Der Ursprung der menschlichen Kultur, der Religion, der Kunst und somit auch der Sprache hat seine Wurzeln tief in der mittel- und der altpaläolithischen Periode. Dem frühen Menschen religiöse Gefühle und andere mögliche kulturelle Errungenschaften abzusprechen, würde nach heutigem Wissensstand einen Rückfall in die Denkweise der dominanten Wissenschaft des 19. Jahrhunderts bedeuten. Unsere eigene Vergangenheit ist heute leider noch weitgehend unerforscht!

Der Totenkult ist zweifelsohne die älteste heute archäologisch nachweisbare Kultform in den Höhlen Asiens, gleich wie im europäischen Raum. Bei vielen Völkern von Vorderasien bis in den Ostasiatischen Raum nahmen und nehmen diese Orte eine herausragende Stellung ein. Man sah in ihnen das Toten- und Seelenland für die Verstorbenen und exotisch anmutende Zeremonien und Kultformen entstanden um diese Stätten. Schwarze Magie, Legenden, Mystik, Totenrituale und die unwiderrufliche körperliche menschliche Vergänglichkeit treffen an diesen Orten aufeinander. Unterirdische Galerien des Todes, erfüllt mit unzähligen Überresten von Menschen aus mehreren Jahrhunderten, manchmal auch Jahrtausenden, wurden so zu bizarren Museen der Vergänglichkeit. Eine Welt, die sich mit unseren westlichen Vorstellungen nur schwer in Einklang bringen lässt. Die Kulthöhlen in Asien zählen heute zu den bizarrsten und faszinierendsten Orten auf unserer Erde, in denen sich rudimentäre Kulte Jahrtausende lang manifestiert haben.

Abb. 2 Anthropospeläologische Expedition 1986 mit Wissenschaftlern der Universität Seoul in die Unterwelt Südkoreas.

Dieses Buch enthält aber keine Auflistung von allen bekannten unterirdischen Kultplätzen in Asien, weil dies den Rahmen dieses Sachbuches sprengen würde. Denn es würde sich dabei um viele Tausend Orte und Objektbezeichnungen handeln, die allein schon ein Buch ohne Abbildungen füllen würden. Was wir mit diesem Sachbildband dem Leser anbieten, ist eine allgemein gehaltene Auswahl und Übersicht über unser Wissen und die Verbreitung von unterirdischen Kultstätten in Höhlen- und Karstgebieten von Asien. Aber auch über Felsbildplätze und megalithische Monumente, die so einzigartig sind, dass wir eigentlich über jedes einzelne Kapitel im Detail ein eigenes Buch verfassen könnten. Es wurde ja auch schon einiges über einzelne Fundplätze und Höhlen als Monographien aus dem asiatischen Raum publiziert, sodass es nicht notwendig erscheint, diese noch einmal zu...

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