Einführung in die Metaphysik: Platon und Aristoteles

 
 
Meiner, F (Verlag)
  • erschienen am 2. September 2016
  • |
  • 240 Seiten
 
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978-3-7873-3007-2 (ISBN)
 
Wenn man dem Sophisten Protagoras folgt, kommt uns die Wirklichkeit nur deshalb stabil vor, weil unsere sprachlichen Ausdrücke und Formen konstant sind. An sich aber unterliegt die Wirklichkeit unausgesetzten Veränderungen. Dann wäre alles, was wir sagen, in dem Sinn falsch, dass es nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Metaphysik (wie Platon und Aristoteles sie betrieben haben) ist nun das theoretische Unternehmen, das diese sophistische Auffassung von Sprache und Wirklichkeit widerlegen will. Sie zielt deshalb darauf ab, durch Reflexion auf bestimmte Formen des Denkens und Sprechens dauerhafte Strukturen alles Wirklichen zu konzipieren, und argumentiert, dass nichts existieren kann, was nicht so strukturiert ist. Die Aufgabe metaphysischer Theorien ist also die Begründung der Möglichkeit wahrer Aussagen und, darüber hinaus, von Wissen.

Dieses Buch führt in die philosophische Disziplin der Metaphysik ein, indem es die beiden wirkmächtigsten metaphysischen Theorien der Antike im Grundriss interpretiert: die Ideenlehre Platons und Aristoteles' "Erste Philosophie". Der Autor macht die Quellentexte verständlich, indem er ihre Funktion im historischen Zusammenhang und ihre Aussage mittels der Grundformen der Sprache und des Denkens erklärt. Dabei leitet ihn die Frage, inwieweit die beiden Lehren begründet sind und in welchen Hinsichten sie durch ihre nicht reflektierten Voraussetzungen unhaltbar werden.

Wie Michael Theunissen es einmal formulierte, haben die Grundbegriffe, die die Philosophie in der Antike entwickelte, "Denkmöglichkeiten ausgeschlossen und . die weitere Entwicklung gelenkt". Deshalb ist die Beschäftigung insbesondere mit den Metaphysiken Platons und Aristoteles' eine unentbehrliche Voraussetzung für das Verstehen der nachfolgenden mittelalterlichen und neuzeitlichen Theorien.
Unveränderte eBook-Ausgabe der 1. Aufl. von 2016.
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978-3-7873-3007-2 (9783787330072)
3787330070 (3787330070)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Wilfried Kühn lehrte an der Ruhr-Universität Bochum und war Forscher am Centre national de la recherche scientifique (Centre Jean Pépin). Seine Forschungs-schwerpunkte liegen in der Geschichte der antiken und mittelalterlichen Philosophie. Letzte monographische Veröffentlichung: Quel savoir après le scepticisme? Plotin et ses prédécesseurs sur la connaissance de soi, Paris 2009.
  • Cover
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • 1. Begriffe der Metaphysik
  • 2. Zum Beispiel Platon und Aristoteles
  • 3. Gesichtspunkte der folgenden Interpretationen
  • A. Grundzüge von Platons Ideenlehre
  • I. Allgemeine Ideenlehre
  • 1. Wozu Ideenlehre?
  • 2. Der Sinn nominaler Prädikate
  • 3. Funktionen der Form
  • 4. Erkenntnis der Form durch Definition
  • 5. Abhebung der Ideen von allem Wahrnehmbaren
  • 6. Ideenerkenntnis als Erinnerung
  • a) Der Bezug auf die Wahrnehmungen
  • b) Empirische Erinnerungen als Modell
  • c) Erinnerung von Ideen
  • d) Eine nachgetragene sprachphilosophische Begründung
  • e) Ideenerkenntnis in zwei Etappen
  • f) Intuitive oder diskursive Ideenerkenntnis?
  • 7. Ideenwissen als Relation
  • 8. Was heißt: von den Ideen abhängen?
  • a) Drei denkbare Verhältnisse von Ideen und SGP
  • b) Kritik am Teilhabebegriff
  • c) Nachahmung
  • 9. Selbstprädikation der Ideen
  • 10. Beziehungen von Ideen aufeinander
  • a) Verschiedene Beziehungsarten
  • b) Geteilte Ideen
  • c) Wie denkt Platon die Ideenbeziehungen?
  • 11. Aristoteles' Kritik an der Ideenlehre
  • a) Substantielle Prädikate beziehen sich nicht auf Ideen
  • b) Die Ideen unterscheiden sich nicht in substantielle und akzidentelle
  • II. Die Idee des Guten (IdG)
  • 1. Existenz impliziert Wert.
  • 2. Was teilt die IdG den anderen Ideen mit?
  • 3. Wirklichkeit des Schlechten?
  • a) Schlechte Ideen?
  • b) »Gut« und »schlecht« heißt: »bestimmt« und »unbestimmt«
  • c) Das Schlechte ist Menschenwerk
  • d) Die Inkonsistenz der IdG
  • 4. Der eudämonistische Sinn des Guten
  • 5. Das Glück inhaltlich definieren
  • 6. Schein und Wirklichkeit unterscheiden
  • a) Wirklicher vs. scheinbarer Nutzen
  • b) Aus Interesse organisierter Schein
  • 7. Protagoras kassiert die Wirklichkeit
  • 8. Protagoras' Theorie der politischen Rede
  • 9. Nützlichkeit ist keine Frage der Meinung
  • 10. Verwendet Platon das Nützlichkeitskriterium korrekt?
  • a) Wer hat Nutzen oder Schaden?
  • b) Der Doppelsinn von »nützlich sein für«
  • c) Auch das Schlechte ist praktisches Prinzip
  • 11. Wirklichkeit und Theorie kontextualisiert
  • a) Wirklichkeit als Korrelat
  • b) Theorie von Praxis abhängig
  • 12. Die IdG als Prinzip der Ideen
  • a) Leistungen der IdG
  • b) Die IdG stiftet Erkenntnis und Wahrheit
  • c) Die IdG begründet das Sein der Ideen
  • d) Die IdG begründet das Wesen der Ideen
  • 13. Wie begründet die IdG die Ideen?
  • B. Grundzüge der aristotelischen Metaphysik
  • I. Einleitung
  • 1. Womit haben wir es zu tun?
  • a) Eine schwer zu fassende Theorie
  • b) Ein erfolgreiches Grundkonzept
  • 2. Parmenides
  • a) Wissen nur vom »Seienden«
  • b) Wissen nur vom Ewigen
  • 3. Platon
  • 4. Aristoteles' Konzeptionen der Metaphysik
  • II. Begriffe von Kausalität und Abhängigkeit
  • 1. Die vier Typen von Ursachen
  • 2. »Früher - später«. die Formel der Hierarchisierung
  • 3. Begrenzung der Reihen von Ursachen
  • III. Metaphysik als Theologik
  • 1. Eine Planskizze
  • 2. Elemente der aristotelischen Theologik
  • a) Gottesbeweis
  • b) Gott ist Intellekt
  • IV. Metaphysik als Ontologie
  • 1. Sinn und Sinne von »sein«
  • a) Wissen vom »Seienden«
  • b) Unterscheidungen der Sinne von »sein«
  • 2. Haupt- und Nebenthemen der Metaphysik
  • 3. Das Prinzip der Widerspruchsfreiheit (PWF)
  • a) Funktionen des PWF
  • b) Das PWF als logisches Prinzip
  • c) Objektive Widerspruchsfreiheit
  • d) Widerspruchsfreiheit erfordert Grundbestimmungen
  • e) Widerspruchsfreiheit impliziert die Unterscheidung der Seinssinne
  • 4. »Sein« als Kopula
  • a) Die Form der Aussage und die größten Gattungen (Kategorien)
  • (1) Die logische und die historische Funktion der Kategorien
  • (2) Kategorien statt Transzendentalien
  • b) Die Verknüpfung in den Aussagen durch »sein«
  • (1) »Sein« als Kopula und die Doppeldeutigkeit von »Seiendes«
  • (2) Akzidentelles »Etwassein« vs. »etwas-an-sich-Sein«
  • (3) Durch die Kategorien »eingefärbtes« »Etwassein«
  • 5. »Sein« im Sinn von Existieren
  • a) Existenz nach den Kategorien differenziert
  • b) Als etwas an sich, d. h. nicht zufällig, existieren
  • c) Vorrang des Existierens als Substanz
  • d) Wie existieren Akzidenzien?
  • e) Der objektive Sinn der Prädikation von Akzidenzien
  • f) Der logische Vorrang der Substanz
  • 6. Zusammenfassung zu den Sinnen von »sein«
  • V. Substanz als Wesensbestimmung
  • 1. Das semantische und wissenstheoretische Problem
  • 2. Wesensbestimmung und Definition
  • a) Die Begründungsfunktionen der Definition
  • b) Akzidenzien definieren
  • c) Keine Definition ohne einzelne Substanzen
  • d) Einzelheit und Allgemeinheit der Wesensbestimmungen
  • VI. Substanz als Form
  • 1. Weshalb taugt die Form als Substanz?
  • a) Die Substanz ist Substrat
  • b) Die Substanz ist selbständig und bestimmt
  • c) Form und Kompositum als Substrat
  • d) Als Form ist die Substanz Prinzip.
  • e) Die Form löst das Universalienproblem
  • 2. Schwierigkeiten mit der Form
  • a) Zur Definition mancher Naturdinge unbrauchbar
  • b) Nur ein Teil des komplexen Gegenstandes
  • c) Ohne Bezug auf Veränderung
  • d) Einfaches statt komplexes Objekt des Definiens
  • VII. Substanz als Kompositum
  • 1. Weshalb taugt das Einzelne als Substanz?
  • 2. Das Kompositum als Grundlage der Definition
  • a) Komplexität und Einheit des Kompositums
  • b) Wie entspricht das Definiens dem Kompositum?
  • c) Schwierigkeiten mit dem Kompositum
  • VIII. »Sein« als Möglichkeit und Wirklichkeit
  • 1. Ausgangspunkte der modalen Differenzierung von »sein«
  • a) Naturtheorie nach Parmenides
  • b) Der Möglichkeitsbegriff der Megariker
  • c) Aristoteles versteht Möglichkeit als Fähigkeit
  • 2. Gesichtspunkte einer allgemeinen Theorie des Werdens
  • 3. Ethische Aspekte
  • a) Vorrang der Tätigkeit
  • b) Immer schon vollendete Tätigkeit
  • c) Immanente Tätigkeit
  • 4. Die Funktion des Schemas »Mögliches« - »Wirkliches«
  • 5. »Mögliches« und »Wirkliches«, auf Akzidenzien und Substanzen angewandt
  • a) »Aktivvermögen« als Brennpunktbedeutung von dynamis
  • b) Verhältnisse des Wirklichen zum Möglichen: Gegensatz und Priorität
  • c) Zwei Arten Potenz, zwei Arten Akt
  • 6. »Möglich« und »wirklich« mit Bezug auf die Substanz
  • a) Materie möglich, Kompositum wirklich
  • b) Materie als Möglichkeit, Form als Wirklichkeit
  • (1) Zwei Faktoren des Kompositums
  • (2) Formen als materiebezogene Tätigkeiten
  • (3) Form als Tätigkeit ohne Materiebezug
  • Resümee
  • Epilog
  • Bibliographie
  • A. Platons Ideenlehre
  • B. Aristoteles' Metaphysik
  • Siglenverzeichnis
  • Personenregister
  • Sachregister

Dateiformat: PDF
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