Politische Betätigung im Betrieb

Zum Regelungsgehalt des § 74 Abs. 2 S. 3 BetrVG vor dem Hintergrund des betriebsverfassungsrechtlichen Mandats
 
 
Nomos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. September 2021
  • |
  • 286 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7489-2717-4 (ISBN)
 
Politische Stellungnahmen des Betriebsrats sind für Unternehmen häufig heikel - dies gilt umso mehr, seit in jüngerer Zeit rechtsgerichtete Listen auf dem Vormarsch sind. Schon das BetrVG 1952 enthielt ein Verbot der (partei-)politischen Betätigung, welches seitdem mehrfach geändert und unterschiedlich interpretiert wurde. Der Verfasser legt mittels einer Analyse der grundsätzlichen Befugnisse der Betriebspartner sowie einer Auslegung der verunglückten Gesetzesfassung dar, dass der Betrieb weder politikfreie Zone noch Spielwiese für Agitatoren sein muss. Letztlich gilt für den Betriebsrat ein betriebsbezogenes Mandat, während der Arbeitgeber nur in seiner spezifischen betriebsverfassungsrechtlichen Rolle vom Verbot betroffen ist.
  • Deutsch
  • Baden-Baden
  • |
  • Deutschland
  • 2,18 MB
978-3-7489-2717-4 (9783748927174)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Kapitel 1: Einleitung
  • § 1 Problemstellung
  • § 2 Ziel und Methode
  • I. Ziel
  • II. Methode
  • Kapitel 2: Grundlagen
  • § 1 Normgeschichte und Entwicklung der Betriebsverfassung
  • I. Frühgeschichte der Betriebsverfassung
  • 1. Keime der Betriebsverfassung in Preußen und dem Kaiserreich
  • a) Industrialisierung
  • aa) Ursprungslage
  • bb) Beginnende Reformvorschläge im "Vormärz"
  • b) Politische Forderungen während der Achtundvierziger-Revolution
  • aa) Interessenlage der Revolutionäre
  • bb) Entwürfe der Frankfurter Nationalversammlung
  • c) GewO-Reformgesetz 1891 - Die Geburt der Arbeitermitbestimmung
  • d) Das Hilfsdienstegesetz von 1916
  • aa) Gesetzeskontext
  • bb) Die Einführung obligatorischer Mitbestimmung
  • 2. Vom Rätegedanken zur Betriebsverfassung
  • a) Novemberrevolution und Rätebewegung
  • b) Das Betriebsrätegesetz von 1920
  • 3. Die Situation im Dritten Reich und nach Kriegsende
  • a) Zeit des Nationalsozialismus
  • b) Nachkriegszeit
  • 4. Fazit zur historischen Entwicklung bis zur Einführung des BetrVG 1952
  • II. Ab 1949 - Normierte Verbote politischer Betätigung im Betrieb
  • 1. Das Betriebsverfassungsgesetz von 1952
  • 2. Reformen
  • a) BetrVG 1972
  • aa) Entwürfe und Stellungnahme des Bundesrats
  • bb) Befassung des Bundestags
  • (1) Erste Lesung im Plenum
  • (2) Behandlung im Ausschuss
  • (a) Sachverständigenhearing
  • (b) Akademische Kritik
  • (c) Diskussion im Ausschuss
  • (3) Zweite und Dritte Beratung im Plenum und weiteres Verfahren
  • b) Rot-Grüne Reform 2001
  • § 2 Wesen und Aufgaben des Betriebsrats und seiner Mitglieder
  • I. Betriebsrat als kollektivrechtliche Institution
  • 1. Rechtsstellung
  • 2. Selbst Adressat von Rechten und Pflichten
  • 3. Rechtsfähigkeit
  • II. Rechtsstellung der Mitglieder
  • III. Rechtsstellung der Arbeitnehmer - Zwangsrepräsentation
  • IV. Das Gebot der vertrauensvollen Zusammenarbeit
  • V. Betriebliche Friedenspflicht
  • VI. Trennung von Gewerkschaften und Betriebsrat
  • VII. Zusammenfassung
  • Kapitel 3: Zulässigkeit der politischen Betätigung im Betrieb
  • § 1 Analyse der Positionen in Rechtsprechung und Literatur
  • I. Entwicklung der Rechtsprechung
  • 1. BAG vom 03.12.1954
  • 2. BAG vom 04.05.1955
  • 3. BAG vom 13.01.1956
  • 4. BAG vom 18.01.1968
  • 5. BVerfG vom 28.04.1976
  • 6. BAG vom 13.09.1977
  • 7. BAG vom 13.10.1977
  • 8. BAG vom 21.02.1978
  • 9. BAG vom 12.06.1986
  • 10. BAG vom 12.06.1986
  • 11. BAG vom 17.03.2010
  • 12. Zusammenfassung der höchstrichterlichen Interpretation
  • II. Überblick zu den Positionen des Schrifttums zum Verbotsinhalt
  • 1. Weites Verständnis
  • 2. Enges Verständnis
  • a) Restriktive Ansichten
  • b) Gemäßigt-restriktive Ansicht
  • 3. Einzelfallbetrachtung
  • III. Grundunterschiede der Literaturhauptströmungen
  • § 2 Befugnis des Betriebsrats zur politischen Betätigung
  • I. Methodik
  • 1. Grundsätze der juristischen Hermeneutik
  • a) Auslegungsziel
  • aa) Objektiver oder subjektiver Interpretationsstandpunkt
  • bb) Entstehungszeit und Geltungszeit
  • cc) Schlussfolgerung
  • b) Auslegungskriterien
  • aa) Klassischer Kanon
  • bb) Erkenntnisquelle Rechtsvergleich?
  • 2. Vorgehensweise
  • II. Grundsätzliche politische Neutralitätspflicht des Betriebsrats und seiner Mitglieder
  • 1. Vergleichbarkeit anerkannter institutioneller Neutralitätspflichten
  • a) Zwangskörperschaften der Selbstverwaltung
  • b) AStA
  • c) Neutralitätspflicht staatlicher Hoheitsträger
  • aa) Chancengleichheit der Parteien im Wahlkampf
  • bb) Sachlichkeitsgebot
  • d) Aktienrechtliche Neutralitätspflicht
  • e) Zwischenfazit
  • 2. Kompetenzrechtliche Neutralitätspflicht
  • a) Grundrechtliche Freiheit oder Kompetenzordnung?
  • aa) Betriebsrat
  • (1) Juristische Person iSd. Art. 19 GG
  • (2) Wesensmäßige Anwendbarkeit der Grundrechte im Allgemeinen
  • bb) Betriebsratsmitglieder
  • b) Ergebnis: Kompetenzrechtliche Neutralitätspflicht - kein politisches Mandat
  • c) Grundsätze der Betriebsverfassung
  • aa) Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit
  • bb) Friedenspflicht
  • cc) Vorrang des Tarifrechts
  • dd) Rechtsvergleichende Erwägungen
  • (1) Italien
  • (2) Österreich
  • (3) Schlussfolgerungen für das deutsche Recht
  • 3. Ergebnis
  • III. Kompetenz des Betriebsrats aus § 74 Abs. 2 S. 3 Hs. 1 BetrVG?
  • 1. Ausgangsproblem
  • 2. Kanonische Auslegung
  • a) Wortlaut
  • aa) Wortverständnis des Gesetzgebers zum Zeitpunkt der Gesetzesberatung
  • (1) Vorfrage: Maßgeblicher Zeitpunkt
  • (2) Fachsprachliche Bedeutung zum Zeitpunkt der Gesetzesberatung
  • (a) Bedeutung im BetrVG
  • (aa) Bedeutungsfindung durch Abgrenzung zum Begriff "Politik"
  • (bb) Spezifische Bedeutung in § 74 Abs. 2 S. 3 BetrVG
  • (cc) Zwischenergebnis
  • (b) Bedeutung an anderen Stellen der Rechtsordnung
  • (aa) Beamtenrecht
  • (bb) Personalvertretungsrecht
  • (cc) Sprecherausschussgesetz
  • (dd) Sonstige
  • (ee) Zwischenergebnis
  • (3) Abweichung vom üblichen Wortsinn?
  • (4) Zwischenergebnis
  • bb) Korrektiv: Bedeutungswandel?
  • cc) Fazit und Ergebnis zur Wortlautauslegung
  • b) Historie
  • aa) Schlüsse aus der Frühgeschichte
  • (1) Hohenzollernreich und Weimarer Republik
  • (2) Drittes Reich und Nachkriegszeit
  • (3) BetrVG 1952
  • bb) Entstehung des BetrVG 1972
  • cc) Entwicklungsgeschichte
  • (1) Interpretation 1972 bis 2001
  • (2) Reform 2001
  • (3) Nach 2001
  • dd) Fazit und Ergebnis der historischen Auslegung
  • c) Systematik
  • aa) Stellung des Verbots der parteipolitischen Betätigung innerhalb des § 74 BetrVG
  • (1) Teil der Friedenspflicht
  • (2) Ausnahmen des Hs. 2
  • (a) Tatbestand
  • (b) Einordnung als Ausnahmeregelung
  • (aa) Literaturmeinungen
  • (bb) Stellungnahme
  • (c) Bedeutung für die Auslegung des Hs. 1
  • (3) Fazit äußere Systematik
  • bb) Inhaltlicher Bezug zu anderen Normen des Betriebsverfassungsrechts
  • (1) Gebot der vertrauensvollen Zusammenarbeit
  • (2) Betriebliche Friedenspflicht
  • (3) Fazit innere Systematik
  • d) Sinn und Zweck
  • aa) Zweck des BetrVG
  • bb) Zweck des § 74 Abs. 2 S. 3 BetrVG
  • (1) Betriebsfrieden
  • (2) Meinungs- und Wahlfreiheit der Arbeitnehmer
  • (a) Rechtsprechung und herrschende Lehre
  • (b) Andere Ansicht
  • (c) Stellungnahme
  • (3) Klarstellungsfunktion
  • cc) Folgerungen und Abwägung der Ergebnisse vor dem Hintergrund des Regelungsanliegens
  • IV. Ergebnis
  • § 3 Neutralitätspflicht der übrigen Akteure im Betrieb
  • I. Gilt etwas Anderes für den Arbeitgeber?
  • 1. Herleitung einer Neutralitätspflicht
  • a) Unübertragbarkeit der Überlegungen zum Betriebsrat
  • b) Gedanke der Waffengleichheit
  • c) Anwendung des § 74 Abs. 2 S. 3 BetrVG unter Berücksichtigung des § 2 Abs. 1 BetrVG als Auslegungsregel
  • aa) Wortlaut und Genese
  • bb) Systematik
  • cc) Verfassungsrechtliche Bezüge zum Verbotsumfang
  • (1) Grundrechtsträgerschaft
  • (2) Schutzbereich und Eingriff
  • (3) Rechtfertigung
  • (4) Ergebnis
  • dd) Telos
  • d) Zwischenergebnis
  • 2. Verbot nur im betriebsverfassungsrechtlichen Bereich
  • a) Grundsätze
  • b) Äußerer Bezug zum Betriebsverfassungsrecht
  • c) Innerer Bezug zum Betriebsverfassungsrecht?
  • d) Ergebnis
  • 3. Begriff des Arbeitgebers
  • a) Leitende Angestellte
  • b) Gesetzliche Vertreter
  • II. Politische Betätigung übriger Akteure
  • 1. Ausdehnung allgemein auf Arbeitnehmer
  • 2. Wahlbewerber
  • 3. Aufsichtsratsmitglieder
  • III. Ergebnis
  • § 4 Inhalt und Grenzen der Neutralitätspflicht
  • I. Begriff der politischen Betätigung
  • II. Politische Betätigung durch Unterlassen
  • 1. Literaturmeinungen
  • 2. Stellungnahme
  • III. Betriebsbezug
  • 1. Räumlicher Betriebsbezug
  • 2. Außerbetriebliche Aktivitäten mit Betriebsbezug
  • a) Räumliche Nähe
  • b) Nur funktionaler Betriebsbezug
  • IV. Nur im betriebsverfassungsrechtlichen Bereich: Amtsbezug
  • 1. Allgemeine Abgrenzung
  • 2. Bezugnahme auf das Betriebsratsamt
  • a) Literaturmeinungen
  • b) Stellungnahme
  • 3. "Beiläufige" Betätigung
  • V. Abdingbarkeit
  • § 5 Ausnahmen
  • I. Stellungnahmen zu unmittelbar betrieblich relevanten Themen, § 74 Abs. 2 S. 3 Hs. 2 BetrVG
  • 1. Zuständigkeitsregelung
  • 2. Inhalt
  • a) Unmittelbare Betriebsbetroffenheit
  • b) Angelegenheiten tarifpolitischer, sozialpolitischer, umweltpolitischer und wirtschaftlicher Art
  • aa) Angelegenheiten tarifpolitischer Art
  • bb) Angelegenheiten sozialpolitischer Art
  • cc) Angelegenheiten umweltpolitischer Art
  • dd) Angelegenheiten wirtschaftlicher Art
  • c) Sonstige Angelegenheiten
  • II. Pflichten aus §§ 75 Abs. 1 in Verbindung mit 80 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG
  • III. Politikerbesuche bei Betriebsveranstaltungen
  • 1. Verstoß gegen den Grundsatz der Nichtöffentlichkeit?
  • 2. Unzulässigkeit wegen politischer Betätigung
  • a) Positionen in Rechtsprechung und Literatur
  • b) Stellungnahme
  • aa) Grundsatz
  • bb) Sonderfälle
  • IV. Tendenzbetriebe
  • Kapitel 4: Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis

Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Bitte beachten Sie bei der Verwendung der Lese-Software Adobe Digital Editions: wir empfehlen Ihnen unbedingt nach Installation der Lese-Software diese mit Ihrer persönlichen Adobe-ID zu autorisieren!

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

82,00 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
PDF mit Adobe-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen