Akupunktur und Phytotherapie beim Pferd

 
 
Sonntag (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Oktober 2017
  • |
  • 392 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-13-241598-0 (ISBN)
 
Das bisher einzige Buch zur gesamten TCVM beim Pferd (Akupunktur und chinesische Phytotherapie). Als Standardwerk zur Akupunktur und Phytotherapie beim Pferd schlägt es die Brücke von der alten chinesischen Medizin bis in die moderne Praxis. So wird die traditionelle chinesische Veterinärmedizin für Sie greifbar und praktikabel:
- Hintergrundwissen zur TCM
- Anleitung zur chinesischen Diagnostik (inkl. Puls- und Zungendiagnostik)
- Kapitel zu den Themen Wandlungsphasen und Balancemethoden
- Akupunkturtechniken und Nadelanleitungen
- zahlreiche chinesische Rezepturen aus der Phytotherapie
- Erkrankungsteil gegliedert nach westlichen Indikationen, erläutert und therapiert aus Sicht der TCVM
- Farbtafeln mit Lage, Wirkung und Indikation zu jedem Akupunkturpunkt
- aussagekräftige Bebilderung, übersichtliche Tabellen
- die gesamte Nomenklatur ist ins Deutsche übersetzt
weitere Ausgaben werden ermittelt

10 Die acht Leitkriterien


Zu den acht Leitkriterien gehören vier Paare polarer Qualität:

yin yang Beschreibung der energetischen Polaritäten Schwäche/Leere (depletio) Fülle (repletio) Beschreibung des Energiepotenzials Inneres (intima) Oberfläche (extima) Beschreibung der Eindringtiefe Kälte (algor) Wärme (calor) Beschreibung der Funktionsdynamik

Häufig treten bei Krankheitsgeschehen folgende Kombinationen auf:

  • Schwäche/Leere (depletio), Krankheitsgeschehen im Inneren bzw. an den inneren Organen (intima), Kälte (algor): Dies ergibt eine typische yin-Erkrankung.
  • Fülle (repletio), Erkrankung in der Oberfläche (extima) und Hitze (calor): Dies ergibt eine typische yang-Erkrankung.

Bei der Erstellung einer chinesischen Diagnose ist der erste Schritt die Zuordnung der Symptome, Beschwerden und Daten zu den acht Leitkriterien.

10.1 Yin und yang


Yin und yang sind die primären Begriffe für eine Grundprämisse des chinesischen Denkens, der Polarität aller Dinge und Wirkungen und ermöglicht die Beschreibung der polaren Relation zueinander. Die mit yin und yang beschriebenen entgegengesetzten natürlichen Phänomene schließen sich gleichzeitig aus und bedingen sich.

Beachte: Ohne Oben kein Unten, ohne Wärme keine Kälte etc.

Ursprünglich wurde mit yin und yang die sonnenbeschienene und die schattige Seite eines Berges bezeichnet. Für yin und yang besteht eine Abhängigkeit, und nur beide Polaritäten zusammen ergeben das Ganze.

Man sagt, das yang muss im yin verankert sein. Bei zu schwachem yin wird das yang nicht "gehalten" und reagiert überschießend.

Beachte: Yang hat eine Wurzel im yin, yin die Seine im yang, ohne yin kann yang nicht entstehen, ohne yang kann yin nicht geboren werden.

Yin und yang sind unterscheidbar und gegensätzlich aber nicht trennbar. Im Hinblick auf die Gesundheit eines Lebewesens ist ein dynamisches Gleichgewicht von yin und yang anzustreben.

yin yang im Hinblick auf die Leitkriterien Innen (intima) Außen (extima) Eindringtiefe Kälte (algor) Wärme (calor) Funktionsdynamik energetische Schwäche/Leere (depletio) Fülle (repletio) Energiepotenzial Metall und Wasser Feuer und Holz Funktionskreise Speicherorgane (zang) Hohlorgane (fu) Organzuordnung allgemein: Funktionskreis heißt lateinisch orbis - chinesisch zangfu Herbst und Winter, die Nacht Mittag bis Mitternacht Frühling und Sommer, der Tag Mitternacht bis Mittag zeitliche Prozesse Bauch das Innere das Untere Rücken das Äußere das Obere anatomische bzw. räumliche Beschreibungen Passivität Beginnendes Ruhendes Bestätigendes Befestigendes Erstarrendes Verdichtendes Absinkendes Aktivität Vollendendes Bewegendes Auslösendes Verwandelndes Veränderndes sich Entfaltendes Aufsteigendes Kräfte Organisierendes zentripetal reponsiv Auflösendes/Zerstreuendes zentrifugal aggressiv Kräfte Bauenergie struktive Stoffe Trübes xue Weiches unterhalb des Zwerchfells Wehrenergie aktive Säfte Klares qi Hartes oberhalb des Zwerchfells medizinische (TCM-)Aspekte Feuchtigkeit Regen Kälte Wasser weiblich Süßes, Scharfes das Dunkle Erde und Mond Trockenheit Wind Wärme Feuer männlich Saures, Bitteres das Helle Sonne und Himmel Natur

Krankheiten stellen somit ein Ungleichgewicht dar, wobei folgende Krankheitsmechanismen unterschieden werden:

Absolute und relative yang-Fülle können ein ähnliches Bild ergeben. Auf den ersten Blick fällt auf, dass mehr yang als yin vorhanden ist. Würde man jedoch bei relativer yang-Fülle das yang absenken statt yin aufzufüllen, hätte man zwar wieder ein Gleichgewicht herbeigeführt, jedoch auf einem deutlich niedrigeren Energieniveau. Bei einem therapierten Pferd stellt sich in diesem Fall eine deutliche Besserung ein, die Krankheitszeichen verschwinden, das Pferd findet aber nicht zu seiner alten Leistungsfähigkeit zurück.

10.1.1 Zeichen einer yin-Erkrankung


Meist chronischer Verlauf, das Innere und die inneren Organe sind oft betroffen. Oft kombiniert mit Kälte (algor) und Schwäche/Leere (depletio). Im Allgemeinen ist eine längere Therapie notwendig, gegebenenfalls kann die Moxibustion sinnvoll sein. Typisch für eine yin-Erkrankung (mit Schwäche/Leere) ist, dass sich Schmerzen bei Druck bessern.

10.1.2 Zeichen einer yang-Erkrankung


Akutes, rasches Auftreten, betroffen ist zunächst die Oberfläche, meist liegt Hitze (calor) und eine Fülle (repletio) vor. Schmerzen verstärken sich durch Druck.

Yin und yang gehören immer zusammen. Eine Schwäche von yin führt zu überschießendem, unkontrolliertem yang mit der Tendenz zum Auflösenden, eine Schwäche von yang führt zur Erstarrung. Eine vollständige Trennung von yin und yang bedeutet den Tod.

10.2 Schwäche/Leere und Fülle (depletio und repletio)


Unter einer Schwäche/Leere (depletio, xu) versteht man die Abnahme bzw. Erschöpfung der Energie in einem oder mehreren Funktionskreisen oder aber die Schwäche, Kraftlosigkeit des Gesamtorganismus. Um eine Aussage über verminderte Kraft bzw. Energie oder Anfälligkeit treffen zu können, wird die Orthopathie, also die Geradläufigkeit der Lebensfunktionen bzw. der physiologische Energiefluss, herangezogen.

Als Fülle (repletio, shi) wird ein übermäßiger Füllzustand, ein unkontrolliertes, überschießendes Ausbreiten verstanden. Eine Fülle ist immer mit einer Heteropathie, einer Schrägläufigkeit der Energie, verbunden und stellt in jedem Fall eine Beeinträchtigung der Gesundheit oder der Leistungsfähigkeit dar.

Therapiert wird die Schwäche/Leere mit einer Suppletion, d. h., Stärkung, Auffüllung, Wiederherstellung des physiologischen Energiepegels. Die Fülle wird mit Dispulsion, d. h., Ableitung, Zerstreuung, Auflösung heteropathischer Energien therapiert.

10.3 Das Innere und die Oberfläche (intima und extima)


Mit extima (biao) wird die Oberfläche, die Haut, das Außenliegende und das direkt Zugängliche bezeichnet und mit intima (li) das Innere und auch die inneren Organe. Somit werden Aussagen über die Eindringtiefe möglich. Schädigende Einflüsse wie z. B. Wind, Hitze, Trockenheit, Kälte treffen zunächst auf die Oberfläche. Typische Symptome sind leichtes Fieber, Gliederschmerzen, Erkältungszeichen, dünner Zungenbelag. Bei längerem Bestehen können Erkrankungen bis zum Inneren, den inneren Organen, vordringen (z. B. Pneumonie). Typische Symptome sind hohes Fieber, fester Zungenbelag, Brust- oder Abdominalbeschwerden. Primäre Erkrankungen der intima werden meist durch Emotionen ausgelöst, können jedoch auch umgekehrt zur Oberfläche dringen (z.B. Abszesse bei einer im Inneren festsitzenden Hitze, paraneoplastische Syndrome).

Extrem aggressive Krankheitsauslöser können so schnell von der Oberfläche nach innen gelangen, dass die oberflächliche Erkrankung gar nicht wahrgenommen wird.

10.4 Kälte und Hitze (algor und calor)


Kälte (algor, han) und Hitze (calor, re) bezeichnen nicht nur pathologische Veränderungen der Körpertemperatur, sondern sie geben auch über die Dynamik der Lebensprozesse, die Aktivität und Schnelligkeit von Stoffwechselvorgängen Auskunft. Kälte weist auf verminderte Aktivität, Verlangsamung von Vorgängen, Hemmungen und Erstarrungen hin, während Hitze auf eine Beschleunigung der Vorgänge und Aktivitätssteigerung deutet.

Typische Kältezeichen: Ruhebedürfnis, geschlossene Augen, Zungenbelag ohne Befund oder weißlich, dünn. Die Zunge ist blass oder zartrosa, die Pulse sind im Allgemeinen tief, langsam, schwach. Es besteht eher Durchfall und wenig bis kein Durst.

Typische Hitzezeichen: Unruhe, Augen weit geöffnet, Zungenbelag dick, gelb, Zungenkörper rot; die Pulse sind oberflächlich,...

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