Alles ist gut

Roman
 
 
eBook Berlin Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2015
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8270-7839-1 (ISBN)
 
Marius Brandt versucht im Musikbetrieb Fuß zu fassen, doch kein Intendant eines Opernhauses zeigt Interesse an seinen neotonalen Werken, die der Gattung neue gesellschaftliche Relevanz verleihen sollen. Zunehmend frustriert, von Mordphantasien geplagt, gerät Brandt an Jahrhunderte alte, verschlüsselte Musikaufzeichnungen, die er nach und nach enträtselt. Teile davon baut er in eine Auftragskomposition ein, die er »Alles ist gut« nennt. Bei der Uraufführung kommt es zu rätselhaften Schwächeanfällen im Publikum. Einer der Zuhörer stirbt sogar. Er bleibt nicht der einzige Tote. Doch niemand kommt auf den Gedanken, Brandts Musik könnte dafür verantwortlich sein. Der Komponist selbst begreift zwar, dass etwas Absonderliches in seine Welt gefunden hat, das er für seine Zwecke nutzen möchte. Die Konsequenzen aber überblickt er nicht. Er wird zum Spielball dubioser Figuren, deren Absichten im Dunkel liegen.
Mit »Alles ist gut« spinnt Helmut Krausser ein Grundmotiv seines Erfolgsroman »Melodien« weiter - zu einem ebenso faszinierenden wie überraschenden Ende.
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Helmut Krausser, geboren 1964 in Esslingen, schreibt Romane, Erzählungen, Lyrik, Tagebücher, Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher und komponiert Musik. Von ihm erschienen u.a. »Fette Welt« (1992), »Melodien oder Nachträge zum quecksilbernen Zeitalter« (1993), »Thanatos« (1996), »Der große Bagarozy« (1997), »UC (Ultrachronos« (2003), »Eros« (2006), »Die kleinen Gärten des Maestro Puccini« (2008), »Einsamkeit und Sex und Mitleid« (2009), »Die letzten schönen Tage« (2011), »Nicht ganz schlechte Menschen« (2012) und zuletzt »Gebrauchsanweisung für den FC Bayern München« (2015) sowie die Romane »Alles ist gut« (2015) und »Geschehnisse während der Weltmeisterschaft« (2018). Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt und seine Werke wurden in alle wichtigen Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin.

II

JUNI UND JUNE

Im Juni trat June in mein Leben. Das ist kein doofes Wortspiel. So geht es zu in der Welt.

June kam durch die Tür, sah mich an, und im näch-sten Moment küßten wir uns. Jedenfalls fühlte es sich so an, wie etwas Zauberisches, von Feenhand gestreut.

June liebte mein Streichquartett, und das einzige, was daran nicht stimme, sei die Tatsache, daß ich es für Sonja geschrieben hatte. Kein Problem. Ich tilgte die Widmung auf YouTube mit einem einzigen Klick. In hundert Jahren wird demnach nichts mehr an Sonjas Existenz auf Erden erinnern. Ihre Schuld, nicht meine. June kam aus Aurora, Illinois, um in Deutschland Gesang zu studieren. Sie war ein Mezzo mit guten Höhen und schlanker Taille. Ihre Stoppelfrisur wirkte lesbisch, ein wenig ähnelte sie Sinead O'Connor, nur nicht so hübsch. An den letzten vier Worten erkennt ein aufmerksamer Intellekt, daß wir inzwischen nicht mehr zusammen sind. Aber einige Monate, sicher die seltsamsten meines Lebens, durfte ich sie genießen. Für einen Komponisten ist es ein Glück, mit einer verliebten Sängerin zusammenzusein. Man muß sie für Aufnahmen nicht bezahlen, und ich schrieb auch gleich ein paar Lieder für ihre Stimmlage, die recht gut geworden sind. Apropos gut. Die siebenminütige Skizze für Kammerorchester Alles ist gut hatte ich beendet, aber noch nicht nach Hamburg abgeschickt. Das Stück war okay, aber nicht so okay wie erhofft. Nicht genug, um den hochtrabenden Titel zu rechtfertigen. Die Hauptmelodie war einnehmend, jedoch nicht bezaubernd oder gar euphorisierend. Für die Hamburger Kammersinfoniker ausreichend, durchaus, doch meinen eigenen Ansprüchen genügte es nicht.

Weil ich emotional so sehr mit June beschäftigt war, kann ich nicht behaupten, daß dieses Manko arg an mir genagt hätte. Höchstens, allerhöchstens, knabberte es ein wenig an meinen Perspektiven herum. Von weiten Teilen des Betriebs ignoriert oder gar gemobbt, mußte ich eigentlich darauf bedacht sein, etwas Außerordentliches, Spektakuläres abzuliefern. Und die ganze Zeit über lagen die Noten, die ein gewisser Rabbi Mordechai Gershon irgendwann im 19. Jahrhundert aus einer älteren Quelle abgeschrieben und hingekritzelt hatte, unbeachtet neben dem Fernseher. Ich halte den Leser dieser Zeilen keineswegs für einen Idioten, er weiß bestimmt längst viel mehr, als ich damals wußte. Er weiß, daß diese Noten eben kein Blödsinn waren, sondern etwas ganz Besonderes. Ich werde ihn auch nicht künstlich hinhalten, wie das irgend so ein Spannungsschreiberling machen würde, dem es ums Geld geht. Aber in der Realität vergingen eben ein paar Wochen, und ich will das nicht so holterdipolter erzählen. Vielleicht erzähle ich inzwischen ein wenig über Sex, wie das irgendeiner dieser Softpornoschreiberlinge schon längst gemacht hätte. Sex ist nicht unwichtig. Um das mindeste zu sagen. Er kann einen inspirieren und von der Arbeit abhalten. Gleichzeitig.

Im Bett war June die eierleckende Wollmilchsau. Mit wollmilchsäuisch meine ich: Sie machte alles, was ich begehrte, und machte es gut und sehr gern. Eine solche Frau war mir zuvor nie begegnet. Ich bin kein indiskreter Mensch und möchte vermeiden, ins Detail zu gehen. Aber daß ich bald schon süchtig nach ihr wurde, das darf ich guten Gewissens erzählen. Und daß meine Erfüllung nie komplett war, wohl auch. Warum sie nicht komplett war? An June lag es nicht, nur an mir, der ich immer befürchtete, einer so versierten Partnerin nicht ebenbürtig sein zu können. Soviel Genuß sie mir bereitete, so schwer schien es möglich, ihr zu einem ähnlichen Genuß zu verhelfen. Nicht, daß sie mir keine Höhepunkte vorgegaukelt hätte, als Dank für die Mühe, die ich mir gab. Aber es waren eben immer nur Orgasmusbehauptungen, aus Höflichkeit oder Taktgefühl. Andere Männer hätten den Unterschied womöglich nicht bemerkt. Aber ein Komponist spürt die organische, tripelfugenartige Abfolge der komplexen Rhythmen, die Verkürzung der Metren, die Übergänge von Sechzehntelkeuchern zum Zweiunddreißigstelwinseln, dann die Klimax, verschärft von Triolen und Quintolen mit synkopierten Beckenbewegungen der Lust darunter, bis alles ins große Finale mündet, in den gewaltigen Schlußakkord, von jetzt völlig wilden, unregelmäßig gesetzten Baßfiguren durchwoben. Drüber die Fanfaren, die Blitze im Gehirn. Und das Gleiten ins Meer der Ruhe, in die lange Fermate am Ende, der Triumph der Befriedigung, während ein durchgedrehtes Kontrafagott noch ein paar akustische Fähnchen der Begeisterung hißt. Die Tonalität war ja grade deshalb ein solcher Erfolg in der Menschheitsgeschichte, weil sich mit ihren Mitteln Sex musikalisch adäquat darstellen ließ.

Junes ausbleibende Glückskiekser nagten an meinem Selbstwertgefühl. Weniger altruistisch gestimmte Männer hätten schlicht die Beute gefeiert, den Moment geheiligt und sich keine Gedanken gemacht. Derlei war leider undenkbar für mich. Man muß sehr vorsichtig sein, will man das jemals ansprechen. Einmal aber stellte ich June zur Rede. Sagte ihr auf den Kopf zu, daß sie nie gekommen sei, nie nie nie - und ich erhoffte mir Anweisungen, konkrete Vorgaben, Verbesserungsvorschläge. Sie aber tat entrüstet, wies jeden Vorwurf gefälschter Orgasmen von sich, und ich ahnte, daß etwas schiefgelaufen sein mußte zwischen uns, wenngleich an der Oberfläche alles seinen Gang ging. Wenn June unsicher war, zog sie ihren Lippenstift nach, wie andere atmen. Sie benutzte ein sehr aggressives Rot, das ihrem blassen Gesicht etwas Verkehrsschildhaftes verlieh. Von graziler Statur, bewegte sie sich meist hektisch, wie von elektrischen Impulsen angetrieben. Ihr geistiges Naturell war hingegen ganz anders getaktet, eher schläfrig, verträumt, diese Ambivalenz erinnerte an bekiffte Blumenmädchen der späten sechziger Jahre.

Sie redete oft davon, ihren Körper spüren zu wollen. Zu diesem Zweck ritzte sie sich an den Unterarmen und wollte härter genommen werden als jede Frau, die ich zuvor gekannt hatte. Und hätte es strikt von sich gewiesen, in irgendeiner Weise psychisch gestört oder gar hilfebedürftig zu sein.

Dann wiederum folgten Phasen, in denen sie völlig normal zu sein schien, voller Lebenslust und unkompliziert. Wobei das, objektiv betrachtet, alles andere als normal ist. Das passende Adjektiv müßte eher wünschenswert lauten. June war manchmal wünschenswert, manchmal aufregend. Die Mischung machte mich schnell abhängig. Abwechselnd rief ihr Verhalten meinen Beschützerinstinkt oder das zufriedene Tier in mir hervor.

Dem Aufwand folgte die Belohnung. Sie küßte mit großem Einsatz, konnte aber ebenso und ganz plötzlich, mitten im Küssen, die Situation um sich herum vergessen und etwas verblüffend Unpassendes erzählen, zum Beispiel, wie ihre Mutter im Garten Maulwürfe mit einer Spitzhacke tötete. Und es war nicht irgendwie als Gleichnis für etwas anderes gemeint. Damit erst mal genug von June.

Es dauerte bis Anfang Juli, als bei mir der Groschen fiel, als mich die notwendige Idee ansprang. Im Grunde eine Schnapsidee, wie von weit oben eingeflüstert. Ich hörte in der Nacht, im Rausch, quasi eine Stimme, die mir verkündete, was zu machen war. Die ganze Nacht wütete diese Idee in mir, in meinen Träumen, und erst am nächsten Morgen war ich nüchtern genug, sie umzusetzen. Ich gab die Noten in meinen Laptop ein und bastelte daran herum. Für die musikalisch Unkundigen fasse ich die Entdeckung in möglichst einfachen Worten zusammen: Da waren auf jeder Seite etwa zwölf (manchmal elf oder nur zehn) Notensysteme mit einer einfachen Stimme, eine belanglose Aneinanderreihung von Tönen. Dachte man die zwölf Systeme aber in Gruppen von je vier, ergaben sich Akkorde, und ein harmonischer Sinn entstand. Aber erst, wenn man die Noten an einer Linie spiegelte, nämlich an der zweiten von oben, nicht etwa an der dritten, was nähergelegen hätte.

Das war das kryptologische Geheimnis. Man mußte dann das Ergebnis auf der Skala in Oktaven verschieben, die ersten vier Systeme nach oben, die letzten vier Systeme nach unten, in den Baß. Vor mir lag plötzlich kein Humbug mehr, sondern eine Art Partitur. Ich probierte das Ergebnis am Klavier aus. Eigenartig und sehr schön. Ich könnte es näher beschreiben, will es aber nicht tun, später wird man mich verstehen. Der Klang weckte June, die im Schlafzimmer war, und sie kam neugierig herbeigerannt.

Mir wurde schlecht, mein Herz raste, und ich glaubte, keine Luft zu bekommen. Ich ließ mich zu Boden fallen. Ich meine das genau so: Ich fiel nicht etwa zu Boden, aber ich verspürte den starken Wunsch, zu Boden zu fallen, und gab dem nach. June glaubte an einen Scherz. Dann rief sie den Notarzt. Die Symptome wiesen auf einen Herzinfarkt hin. Sagte sie. Ich kam wieder zu mir. Wir hatten kein Geld für einen Notarzt-einsatz (nicht wenige Menschen glauben tatsächlich, so was gibt's gratis), und ich nahm ihr den Hörer aus der Hand. Meinem Herzen ging es wieder blendend. Herzrasen ist kein Herzinfarkt. Und wieder setzte ich mich ans Klavier.

Spielte, ganz langsam, es gab ohnehin keine Tempoangabe, noch mal, was da auf dem Bildschirm meines Laptops geschrieben stand. June mußte sich setzen, sie war blaß geworden und blinzelte seltsam.

Das war die erste Seite von insgesamt fünfzehn. Ich hatte eine Melodie gefunden, nicht nur irgendeine, sondern die eine Melodie, von der jeder Komponist sein Leben lang träumt, sofern er kein komplett vernagelter Donaueschinger ist. Eine Melodie, die mehr war als simple Musik. Und ich hatte nur das Klavier. Wie überwältigend würde sie erst klingen, orchestriert, wenn man die hohe Stimme den hellen Streichern überließ, ein Tremolo darunterlegte, und wenn die Holzbläser und Violen die Mittelstimme...

»'Alles ist gut' ist ein grandioser literarischer Zerrspiegel, der das Groteske, Karnevelaske, Dämonische, Geniale, Mitreißende und Anmaßende von Kunst und Kunstbetrieb reflektiert. Souverän spielt Helmut Krausser mit der Tradition, souverän selbstironisch auch mit seinem eigenen Werk. Wer meint, zum Verhältnis von Autor und Erzähler sei schon alles gesagt, wird hier eines besseren belehrt.«, Süddeutsche Zeitung, Ulrich Baron, 03.03.2016
 
»Es ist der aktuelle Roman von Helmut Krausser - ein Künstlerroman, ein Schelmenstück, eine gelungene Satire. [.]. Wie in 'Melodien' (1993) geht es wieder um die große Kunst, die Suche nach Unsterblichkeit und die Macht der Melodie. Am Ende ein furioses Finale. Auf einmal taucht Krausser selber auf. Nicht als Retter, nicht als Erklärer, sondern als unsympathischer und narzisstischer Taktstockschwinger. Ein famos geschriebenes Buch, ein toller Sound. Lesen!«, chilli - das freiburger stadtmagazin, Dominik Bloedner, 01.02.2016
 
»'Alles ist gut' ist ein Spiel der Literatur mit sich selbst. Es geht um Kunst, die sich in der Kunst selbst reflektiert. Es geht aber auch um Kunst, die stärker ist als gedacht. Am Ende haben die Dämonen das letzte Wort.«, die tageszeitung (taz), Elisa Britzelmeier, 16.01.2016
 
»Einmal mehr beeindruckt in 'Alles ist gut' das ambitionierte Spiel mit kulturphilosophischen Stoffen. Und wie sein Vorgänger hinterlässt der neue Roman den Eindruck von Überfrachtung. Einschließlich des Epilogs, in dem der Autor sich selbst ins Geschehen einführt. Ungewöhnlich ist seine Prosa allemal.«, Fränkische Nachrichten, Sabine Küssner, 12.01.2016
 
»Krausser blendet Slapstick neben Brutalität ein, historische Religionstoleranzgespräche neben Gegenwartsklamauk, führt ins Warschauer Ghetto, zu päpstlichen Nuntien, Rabbinern, SS-Schergen, an die Hamburger Herbertstraße, nach Berlin-Hoppegarten, in Opernhäuser und zu dortigen Dramaturgen, die das Hören verlernt haben.«, Nürnberger Nachrichten, Ulrich Steinmetzger, 02.01.2016
 
»Man muss kein Opernfan sein, um den Roman zu mögen. Der ist gut und unterhaltsam geschrieben. Durch eine ironische Grundhaltung wird das Lamento über den Opernbetrieb abgemildert. Skurriler Künstlerroman.«, Stadtblatt Osnabrück, Ralf Gotthardt, 01.01.2016
 
»Zwischen Krimi und Künstlerroman - ein höchst unterhaltsames Lesevergnügen.«, literaturkurier Newsletter, Jörn Pinnow, 01.01.2016
 
»Der Berliner Autor verknüpft in seinem neuen Roman Krimihandlung und Musikerleben auf spannende und kenntnisreiche Art - unnachahmlich!«, Die Rheinpfalz, Fabian R. Lovisa, 03.12.2015
 
»Dieses so amüsante wie angenehm rätselhafte Buch ist zudem Eigenwerbung für Helmut Krausser selbst - für seine Musik.«, Thurgauer Zeitung, Martin Preisser, 11.11.2015
 
»Helmut Krausser schreibt mehr als politisch inkorrekt, er übertreibt, er nimmt sich überaus wichtig, ist größenwahnsinnig und taucht schließlich selbst im Roman auf. Und alles ist gut! Sicherlich keine Empfehlung für jedermann, aber für den geneigten speziellen Leser eine höchst amüsante Lesekost!«, Buchbesprechungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, 01.11.2015
 
»Ein sprachwitzig fabulierter, herrlich verwirrender Riesenspaß.«, Neue Westfälische, Thomas Klingebiel, 31.10.2015
 
»'Alles ist gut' ist vieles: Künstlerroman, Schelmenroman, satirische Selbstbespiegelung und Abrechnung mit einem Kunstbetrieb, in dem das Schwimmen gegen den Strom existenz-, ja lebensgefährlich sein kann. Vor allem aber ist es zunächst ein herrlich geschriebenes Buch, bei dem man gar nicht mehr aufhören will zu lesen.«, Badische Zeitung, Alexander Dick, 30.10.2015
 
»Wer hier erzählt, ist ein Komponist, aber auch ein Meister der Erzählkunst. Einer, der die Klaviatur des Erzählens vollkommen beherrscht. Einer, der weiß, wie man sich den Leser zum Verbündeten macht.«, Bayerisches Fernsehen "LeseZeichen", Daniela Weiland, 26.10.2015
 
»Mit 'Alles ist gut' legt Helmut Krausser einen äußerst originellen, eigenwilligen und phantasievollen Künstler-, Beziehungs- und Gesellschaftsroman vor.«, dennisschuetze.de, Dennis Schütze, 22.10.2015
 
»Überzeugungstäter Marius Brandt ist ein Mann genau nach dem Geschmack von Helmut Krausser. Einst hatte der in seinem grandiosen Roman 'Melodien' die Macht der Musik herauspräpariert. Nun sendet er einen Nachklapp hinterher, der sich mal schnoddrig, mal satirisch liest, immer wortgewaltig bleibt und von einer Mission beseelt.«, Westfalenpost Städte Arnsber und Su, Harald Ries, 19.10.2015
 
»Das alles ist ein großes Spiel, ist witzig, intelligent und so weiter. Krausser kann's, er weiß, dass er's kann, und wir dürfen ruhig wissen, dass er's weiß. [.]. Die Opern von Helmut Krausser wurden bisher noch nicht aufgeführt. [.]. Mal sehen, welche Fortsetzung auf diese Geschichte folgt.«, Frankfurter Rundschau, Katharina Granzin, 09.10.2015
 
»Und die saftige Satire auf den Kulturbetrieb ist nur die eine Seite dieses funkelnden Prachtstücks. Eine andere ist das überwältigende Bekenntnis zur Wirklichkeit verwandelnden, ja Wirklichkeit erst konstituierenden Macht der Kunst. 'Sie sind im Grunde unsterblicher als ich', sagt der Roman-Krausser zu seinem Brandt. Darauf einen Tusch!, möchte man Krausser, dem Autor, zurufen.«, Kölner Stadt-Anzeiger, Markus Schwering, 02.10.2015
 
»Das alles ist ein großes Spiel, ist witzig, intelligent und so weiter. Krausser kann's, er weiß, dass er's kann, und wir dürfen ruhig wissen, dass er's weiß. [.]. Die Opern von Helmut Krausser wurden bisher noch nicht aufgeführt. [.]. Mal sehen, welche Fortsetzung auf diese Geschichte folgt.«, Fuldaer Zeitung, Björn Gauges, 02.10.2015
 
»'Alles ist gut' ist eine äußerst komische, wunderbar leichte Metafiktion, in der der Autor Krausser am Ende sogar selbst auftaucht.«, Rolling Stone, Maik Brüggemeyer, 01.10.2015
 
»Dank seines überbordenden, fabulierfreudigen Stils kann die Geschichte auch als Hommage an die Zeit des Barock gelesen werden. Dass es ihm bei all der Ironie gelingt, auch tragische Themen einzuspinnen und den Roman mit einem Finale furioso zu beschließen, hebt das Buch aus der reinen Unterhaltungsliteratur hinaus.«, Film, Sound & Media, Irene Schwingenschlögl, 01.10.2015
 
»Ein grandioses, doppelbödiges Vergnügen auf hohem sprachlichen Niveau.«, Playboy, Katharina Hunold, 01.10.2015
 
»Eine wortgewaltige Satire über den zeitgenössischen Musikbetrieb, der jede political correctness lustvoll ignoriert und bewusst mit Klichees spielt.«, sueddeutsche.de, Christina Prasuhn, 21.09.2015
 
»Für das Finale, das keine Reprise, vielmehr eine Transformation der Krimi-Exposition ist und etwas in der Form zerfasert, hält Krausser einen überraschenden Knalleffekt bereit. Spätestens dann wird deutlich, mit welchen Themen der Autor in diesem Roman auch noch satirisch und selbstironisch spielt: mit den Absurditäten des modernen Musik- und Literaturbetriebs im Allgemeinen und den Eitelkeiten und Allmachtsfantasien des Künstlers im Speziellen.«, Das Magazin der Berliner Philharmoniker, 01.09.2015
 
»Autor Helmut Krausser webt aus der prekären Lage des Komponisten und den verschlungenen Wegen, die die Notensammlung über die Jahrhunderte genommen hat, einen spannenden Roman, an dessen Ende er sich selbst zum Teil der Handlung macht und mit seiner Hauptfigur ein groteskes Spiel um Realität und Fiktion spielt.«, Ubi Bene, Ute Maag, 01.09.2015
 
»Wer das Spielerische der Kunst und das Ausleben ironischer Fabulierlust liebt, wird feststellen, dass der Titel hält, was er verspricht: Unterhaltung auf höchstem Niveau.«, KREUZER, Sofie Schneider, 01.09.2015
 
»Die Macht der Musik, die auch in 'Melodien' zentrales Thema war, wird hier jedoch nicht bloß thematisch erneut aufgegriffen, sondern tiefer analysiert, dient als intellektuelle Basis für Kraussers Kritik am Kulturbetrieb und führt letztlich gar dazu, dass der Autor sich höchstselbst in die Geschichte schreibt, um die Herzensangelegenheit der musikalischen Allmachtphantasie den Protagonisten zu entreißen. Und damit sei der Ausgang der Geschichte keineswegs offenbart. Vielmehr demonstriert dies die verschmitzte Fingerfertigkeit, mit der Krausser sich erneut und wortgewaltig auch über Genregrenzen, Konventionen und etablierte Spannungsbögen der Literatur hinwegschreibt und nebenbei einen weiteren höchst lesenswerten Roman vorlegt.«, Schnüss, 01.09.2015
 
»Mit all seinen Anspielungen verblüfft, amüsiert und brüskiert Krausser seine Leser. Und wer sich bis zum Ende vorgearbeitet hat, dem offenbart der Autor plötzlich ein Bild, das dem des eitlen Intellektuellen vollkommen widerspricht. Mehr als das Wörtchen 'selbstironisch', das den Roman schon im Klappentext antippt, sei an dieser Stelle nicht verraten.«, Münchner Merkur, Katrin Hildebrand, 19.08.2015
 
»Mit all seinen Anspielungen verblüfft, amüsiert und brüskiert Krausser seine Leser. Und wer sich bis zum Ende vorgearbeitet hat, dem offenbart der Autor plötzlich ein Bild, das dem des eitlen Intellektuellen vollkommen widerspricht. Mehr als das Wörtchen 'selbstironisch', das den Roman schon im Klappentext antippt, sei an dieser Stelle nicht verraten.«, Oberbayerisches Volksblatt, Katrin Hildebrand, 19.08.2015
 
»Überzeugungstäter Marius Brandt ist ein Mann genau nach dem Geschmack von Helmut Krausser. Einst hatte der in seinem grandiosen Roman 'Melodien' die Macht der Musik herauspräpariert. Nun sendet er einen Nachklapp hinterher, der sich mal schnoddrig, mal satirisch liest, immer wortgewaltig bleibt und von einer Mission beseelt.«, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Ulrich Steinmetzger, 19.08.2015
 
»Endlich mal wieder ein packende Geschichte von Helmut Krausser. Die prekäre Welt eines erfolglosen Komponisten.«, Deutschlandradio Kultur "Frühkritik", Kolja Mensing, 17.08.2015
 
»'Alles ist gut', der Titel zitiert Dostojewskis Dämonen, ist ein furioses Meisterwerk, pittoresk, melodiös, skurril, phantastisch und immer grundgut gebildet. Entspannend gar nicht politisch korrekt, die Neutöner müssen hier mit eingedrücktem Brustkorb sterben, die Melodien stehen aus den Gräbern auf, auf dass jeder Fan der italienischen Oper jubiliert. Auf den Knien seines musikalischen Herzens hat Krausser hier eine literarische Hommage an den Rausch der Melodien verfasst. Ein Lieblingsbuch dieses Spätsommers, das in die nächsten Jahreszeiten hinein klingt.«, MDR Klassik, Maria Ossowski, 11.08.2015
 
»Eine satirische Grätsche in das Genre der Künstlergeschichte: In "Alles ist gut" porträtiert Helmut Krausser einen arbeitslosen Komponisten, dem eines Tages ein vielversprechendes Manuskript zugesteckt wird - vom Teufel persönlich.«, spiegel.de, Björn Hayer, 10.08.2015
 
»Sie ist also wieder da, Kraussers Sehnsucht nach einer 'Fetten Welt'. Dieser neue Roman hat die Sprachmacht seines 'Melodien'-Opus von 1993, einem Buch das thematisch ähnlich angelegt ist. 'Alles ist gut' begeistert auf jeder einzelnen Seite.«, WDR 5 "Bücher", Jan Drees, 08.08.2015
 
»Selbstverständlich ist dieser Roman mehr als ein Thriller. 'Alles ist gut' ist ein Werk über die Macht von Kunst - am Beispiel der Musik - und begeistert auf jeder einzelnen Seite.«, WDR 5 "Lesefrüchte", Jan Drees, 08.08.2015

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