Die lange Reise

Jans Weg zu sich selbst
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Juli 2020
  • |
  • 140 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-6616-0 (ISBN)
 
Nach längerem Auslandsaufenthalt kehrt Jan in sein Heimatdorf zurück. Doch mit der Ablehnung der Bewohner oder Mitgliedern seiner Familie hat er nicht gerechnet. Und dann holt sein Vater zum finalen Schlag aus. Schafft Jan es, sich durchzusetzen und seine Liebe zu retten?
3. Auflage
  • Deutsch
  • 0,45 MB
978-3-7519-6616-0 (9783751966160)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Lehrerin in München
verheiratet
Kinder- und Jugendbuchautorin

Normalität

Der Zustand der Mutter war unverändert, so dass die Brüder schnell wieder zu Julia, die in der Cafeteria gewartet hatte, stießen. Als sie die Klinik verließen, atmete Jan auf, dennoch fuhren sie schweigend in Richtung Heimat. Jan hielt kurz darauf an einer Gasstätte an und lud die beiden anderen zum Essen ein. Dort erfuhr dann auch Ben die Geschichte des Kennenlernens und mit der Zeit fiel auch Jans Befangenheit ab. Schließlich wagte er die Frage zu stellen, die schon eine Zeit in ihm gärte: "Wie lange willst bzw. kannst du bleiben?" Julia legte die Hand auf seine: "Ich habe Semesterferien. Ich bleibe, solange du/ihr mich ertragen könnt." Vor dem Haus lagen erneut Zettel, die ihn aus dem Dorf vertreiben wollen. Julia konnte nur einen kurzen Blick auf diese werfen, bevor die Brüder sie in die Papiertonne warfen. Und dann war noch ein Schreiben des Anwaltes von Bergmann Senior, das ihm den Umgang mit Jonas verbot. "Willst du dir das gefallen lassen?" Ben und Julia sahen ihn fragend an. "Ich ziehe ihn da nicht mit hinein, es reicht, dass Mum und du darunter leiden müsst", antwortete Jan. "Blödsinn", widersprach ihm sein Bruder und auch Julia entgegnete: "Du willst denen doch nicht Recht geben. Wir suchen dir einen guten Anwalt und kämpfen mit dir." "Ich kann mir keinen Anwalt leisten und Jonas ist erst sechs. Vielleicht später einmal"; schloss Jan das Thema ab und sein Blick ließ keinerlei Widerspruch zu. Ben war die Stimmungsschwankungen seines Bruders bereits gewohnt, aber Julia zuckte merklich zusammen. Als sie kurz in ihr Zimmer ging zog der junge Mann Hildes Umschlag hervor, doch Ben musste noch etwas loswerden: "Wenn du so weiter machst, verschwindet Julia bald wieder aus deinem Leben." Jan nickte müde: "Ich weiß, aber ich bin es nicht mehr gewöhnt, mit jungen Frauen umzugehen. Und ich weiß nicht, ob ich sie zu sehr in die Sache involvieren sollte." "Das kannst du getrost mir überlassen!", die Brüder hatten Julia nicht zurückkommen hören. Doch jetzt stand sie in der Küche und ihre Augen blitzten zornig. Bevor einer der Männer reagieren konnte, rannte sie in den Garten. Ben wollte hinterher, doch Jan hielt ihn zurück: "Ich klär das selbst." Langsam verließ er die Küche. Julia stand an den Kirschbaum gelehnt und kämpfte mit den Tränen. Als Jan vor ihr stand, versuchte sie ein Lächeln. Sein Griff an den Anhänger zeigte ihr, wie nervös er war. "Julia, ich .", seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, ". bin wirklich froh, dass du hier bist, aber meine Situation ist nicht einfach. Ich würde dich wirklich gern näher kennenlernen. Vielleicht ." "Ich bin nicht so zerbrechlich, wie ich aussehe", ihre Stimme war energischer als sie sich fühlte. Als sich die Zwei in die Augen sahen, mussten sie lachen. Julia schmiegte sich haltsuchend an ihn und Jan legte beide Arme um sie: "Hilf mir", flüsterte er. "Wie?" Jan stutzte und ließ Julia los. "Was?" "Wie kann ich dir einfach helfen?", hakte Julia nach. "Keine Ahnung, sei einfach da", antwortete er, "Gott sei Dank ist jetzt erst einmal Wochenende, Zeit einander kennen zu lernen." Am Samstagmorgen sprang Jan nahezu aus dem Bett und staunte, dass er sowohl Ben als auch Julia am Frühstückstisch sitzen sah. "Guten Morgen Langschläfer", begrüßten ihn beide kichernd. "Langschläfer? Es ist 6.30 Uhr. Und Wochenende." Jan hatte sich fest vorgenommen keine schlechten Schwingungen aufkommen zu lassen und so stimmte er in das Lachen mit ein. "Ich hole Frühstück", verabschiedete sich Ben mit Blick auf die beiden anderen, "und ihr macht Kaffee, wenn ihr das könnt." Jan knuffte seinen Bruder spielerisch: "Hau schon ab und lass dich nicht ärgern." Nach zehn Minuten war Ben wieder da und die Drei genossen das üppige Frühstück mit Semmel, Schinken, Croissants und Plunderteilchen. Ben schien das gesamte Sortiment der Bäckerei gekauft zu haben. Und Mums hausgemachte Stachel-Johannis- Himbeermarmelade schmeckte dazu himmlisch. Das erste Mal seit seiner Rückkehr aß der 24-jährige mit großem Appetit. Dabei unterhielten sie sich angeregt und Julia erfuhr weitere Details in der Sache Jan gegen Bergmann. Und die Brüder konnten Julia auch einiges über ihren Exfreund entlocken. Als sie den Frühstückstisch schließlich verließen war es, als würden sie sich schon ewig kennen. Ben war bereits verabredet, so dass Jan und Julia allein loszogen. Landshut begeisterte durch die mittelalterliche Kulisse und die Burg, die über der Stadt thronte und durch Jans Wissen um Sagen und Mythen wurde es für die junge Frau zum Erlebnis: Hand in Hand schlenderten sie durch die kleinen Gassen und Julias offenes Wesen ließ den verunsicherten Mann seine Zweifel vergessen. Wenn Julia in der Nähe war, war er nur Jan _ alles andere war unwichtig. Der Tag verging wie im Flug und als sie schließlich wieder am Haus der Mutter ankamen waren sie trotz weiterer Schmähzettel bester Laune. Ben saß mit einem jungen Mädchen im Wohnzimmer. Als Jan und Julia den Raum betraten, sah diese auf und zuckte zusammen. "Eva, das ist mein Bruder Jan und seine Freundin Julia. Jan, Julia, das ist Eva." Als Julia lächelte, löste sich auch Eva aus ihrer Erstarrung. "Freut mich", lächelte sie zaghaft zurück. Jan sah seinen Bruder kurz an, doch dieser schüttelte den Kopf. "Eva ist erst letztes Schuljahr zu uns in die Klasse gekommen. Ich glaube nicht, dass .. "Julia drückte Jans Hand und ging dann auf Eva zu: "So wild, wie er aussieht, ist er gar nicht. Jans lange, pechschwarze Haare und der Dreitagebart können einen schon verunsichern." Wie gewohnt band Jan seine Haare routiniert zum Zopf zusammen und versuchte ein Lächeln. Verdammt - da war es wieder, das Gefühl der Unsicherheit, das Jan so hasste. Doch dieses verschwand sehr schnell und die Vier erlebten einen entspannten Abend. Spät am Abend stellte Eva dann die Frage, die Julia ebenfalls schon länger beschäftigte: "Warum die langen Haare?" "Aus Protest gegen das Establishment", entfuhr es Jan, er verbesserte sich jedoch: "In Namibia sind Friseure Mangelware. Und irgendwann gewöhnt man sich daran. Genauso verhält es sich mit dem Bart." Mit einem Blick zu Julia fragte er: "Soll ich sie abschneiden? Oder mich rasieren?" Julia und die beiden anderen sahen ihn entsetzt an. "Aber dann wärst du nicht mehr du", stieß Julia hervor und das andere Paar nickte. "Na Gott sei Dank", grinste Jan. Als die beiden Frauen im Badezimmer verschwanden stieß Jan seinen kleinen Bruder an: "Sie gefällt dir wohl, oder?" Ben wurde kurz rot und konterte: "Und Julia? Du magst sie doch?" Die Gesichtsfarbe seines Bruders glich sich ihm an. "Ja sehr. Ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt." Lange nach Mitternacht erhob sich Ben und zog Eva mit sich. "Wir gehen jetzt schlafen. Wer als Erster aufsteht holt Frühstück." "Einverstanden", kam es unisono von den anderen und schon waren Jan und Julia allein. "Müde?", fragte Jan nach einer Weile und obwohl sie das Gähnen kaum unterdrücken konnte, schüttelte sie den Kopf. "Lügnerin! Komm, lass uns gehen." Wie selbstverständlich nahm er ihre Hand und zog sie hoch. Julia, die damit nicht gerechnet hatte, verlor kurz das Gleichgewicht und lehnte sich an Jans Brust. Vorsichtig strich sie über seine Wange. Bis jetzt hatte er nicht viel Körperkontakt zugelassen und auch jetzt versteifte er sich kurz. Doch als die junge Frau ihre Hand zurückziehen wollte beugte er sich vor und küsste sie zaghaft. Der Kuss war zaghaft und doch ein Versprechen. Ein Versprechen an ihn selbst. Alles würde gut werden, solange Julia auf seiner Seite stand. Julias Gedanken waren ähnlich, vor allem bedeutete dieser Kuss, dass Jan die gleichen Gefühle für sie zu hegen schien. So schien der nächste Schritt nur logisch. Als sie im ersten Stock ankamen, gingen sie wie selbstverständlich in Jans Zimmer. Plötzlich wirkte der junge Mann wieder nervös. Auf Julias fragenden Blick stotterte er: "Ich weiß nicht, ich habe lange nicht ." Julia lächelte nun ebenfalls verlegen: "Wir müssen ja nicht ." Beide fingen nun gleichzeitig an zu lachen und die Nervosität verschwand. Während Jan im angrenzenden Bad verschwand, schlüpfte Julia aus ihrer Kleidung und unter die Bettdecke. Tief sog sie Jans Duft ein und mit einem breiten Grinsen sah sie zur Tür, die nun langsam geöffnet wurde. Jan war nur noch mit einer Boxershorts bekleidet und kam langsam näher. Julia lupfte die Decke und lud Jan zu sich ein. Jan verstand die Einladung und streifte seine Boxershorts ab. Mit einem verlegenen Grinsen schlüpfte er zu ihr. Sie empfing ihn mit einem innigen Kuss auf den Mund. Jan zuckte überrascht kurz zurück, genoss dann aber dieses Zeichen der innigen Zuwendung. Langsam begann...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

3,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen