Verstoßene Werke

Rechtliche Möglichkeiten der Desavouierung von Werken der bildenden Kunst
 
 
V&R unipress
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Juli 2020
  • |
  • 188 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8470-1188-0 (ISBN)
 

Aussage und Wert eines Kunstwerkes hängen in besonderem Maße von der Künstlerpersönlichkeit ab, mit der man es verbindet. Dennoch kommt es vor, dass Kunstschaffende die Verbindung zu einem Werk lösen wollen, etwa weil sie sich nicht mehr mit ihm identifizieren können oder weil es sich um eine Fälschung handelt. Juliane Kotzur untersucht unter rechtlichen Gesichtspunkten, auf welche Art und Weise ein Werk verstoßen werden kann: von der einfachen Weigerung, es öffentlich anzuerkennen, bis hin zur Forderung, das Werkstück zu vernichten. Als starkes Gegengewicht werden dabei die Interessen des Eigentümers des betreffenden Kunstwerkes berücksichtigt. Die Integrität und der Wert seines Sacheigentums würden durch eine Desavouierung des Werkes mitunter schwer beeinträchtigt. Dieser Konflikt zwischen Eigentümer und Urheber währt mitunter lang, setzt er sich nach dessen Tod doch mit seinen Erben und Angehörigen fort.

The message and value of a work of visual art depend to a great extent on the artist with whom it is associated. Nevertheless, it happens that artists want to cut the ties to an artwork, for example because they can no longer identify with it or because it is a fake. Juliane Kotzur examines from a legal perspective the ways in which a work can be repudiated: From a mere refusal to acknowledge it publicly to a demand to destroy the work. As a strong counterweight, the interests of the owner of the work of art in question are taken into account. The integrity and value of his property could be severely impaired by a disavowal. The conflict between the owner and the author continues with his legal successors after his death.



Dr. Juliane Kotzur studierte Rechtswissenschaft in Berlin und Aix-en-Provence, Frankreich. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte sie ein Masterstudium an der University of Oxford, Vereinigtes Königreich, und promovierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
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  • Intro
  • Title Page
  • Copyright
  • Table of Contents
  • Body
  • Vorwort
  • Einleitung
  • Teil 1: Untersuchungsgegenstand und Kernproblematik
  • A. Werke der bildenden Kunst
  • I. Begriffsbestimmung
  • 1. Werke der bildenden Kunst im System des Urheberrechts: Werkbegriff und Werkgattung
  • 2. Begrenzung der Untersuchung auf bildende Kunst im engeren Sinne
  • 3. Zwischenergebnis
  • II. Bildende Kunst im Spannungsfeld zwischen Urheberrecht und Sacheigentum
  • 1. Unterscheidung zwischen geistigem Werk und Werkstück
  • 2. Urheberrecht und Eigentum am Werkstück
  • 3. Stellenwert des Sacheigentums am Originalwerkstück
  • 4. Verbundenheit zwischen Urheber und Werk
  • 5. Konflikt zwischen Urheber und Sacheigentümer
  • 6. Kein grundsätzlicher Vorrang einer Rechtsposition
  • B. Die Desavouierung eines Werkes im Konflikt zwischen Sacheigentümer und Urheber
  • I. Begriffsbestimmung
  • II. Unterscheidung zwischen Desavouierung zu Lebzeiten und nach dem Tode des Künstlers
  • III. Interessenkollision
  • 1. Eigentümerinteresse an der Verbundenheit des Künstlers mit dem Werk
  • 2. Urheberinteresse
  • C. Gesamtergebnis zu Teil 1
  • Teil 2: Desavouierung durch den Künstler zu dessen Lebzeiten: Denkbare Formen und ihre rechtliche Bewertung
  • A. Vernichtung des Werkes
  • I. Anspruch auf Vernichtung von Kunstfälschungen
  • 1. Anspruch auf Vernichtung des Werkstücks aus § 98 I UrhG
  • 2. Anspruch auf Vernichtung des Werkstücks aus dem Namensrecht
  • 3. Anspruch auf Vernichtung aus §§ 823, 1004 I 1 BGB wegen Verletzung des droit de non-paternité
  • 4. Ergebnis zu I. Desavouierung von Kunstfälschungen durch deren Vernichtung
  • II. Anspruch auf Vernichtung entstellter Werke aus §§ 97 I 1, 14 UrhG
  • 1. Schutzinhalt und dogmatische Einordnung des Entstellungsverbots aus § 14 UrhG
  • 2. Anspruchsvoraussetzungen
  • 3. Formen der Entstellung von Werken der bildenden Kunst
  • 4. Vernichtung des Werkstücks als mögliche Rechtsfolge des Beseitigungsanspruchs aus §§ 97 I 1, 14 UrhG
  • 5. Ergebnis zu II. Desavouierung entstellter Werke durch deren Vernichtung
  • III. Ergebnis zu A. Desavouierung durch Vernichtung des Werkes
  • B. Verbot der Namensnennung
  • I. Recht auf Anerkennung der Urheberschaft, § 13 UrhG
  • 1. Schutzinhalt des § 13 UrhG
  • 2. Sachlicher Umfang des Anonymitätsrechts aus § 13 S. 2 UrhG
  • 3. Zeitlicher Umfang des Anonymitätsrechts aus § 13 S. 2 UrhG
  • 4. Ergebnis zu I.
  • II. Recht auf Werkintegrität, § 14 UrhG
  • III. Namensrecht, § 12 BGB
  • IV. Droit de non-paternité, §§ 823 I, 1004 I 1 BGB iVm Art. 2 I iVm Art. 1 I GG
  • 1. Falsche Zuschreibung eines fremden Werkes
  • 2. Verfremdung eines ursprünglich eigenen Werkes
  • 3. Ergebnis zu IV.
  • V. Ergebnis zu B. Desavouierung durch Verbot der Namensnennung
  • C. Entfernen der Signatur
  • D. Kennzeichnung als Fälschung
  • E. Verbot der Ausstellung des Werkes
  • F. Öffentliche Distanzierung vom Werk
  • I. Leugnen der Urheberschaft
  • 1. Wahrheitswidriges Leugnen der Urheberschaft
  • 2. Leugnen zum Schutz der eigenen Anonymität, § 13 S. 2 UrhG
  • II. Kundgabe der Ablehnung des Werkes
  • III. Distanzierung von einem entstellten Werk
  • IV. Ergebnis zu F. Desavouierung durch öffentliche Distanzierung vom Werk
  • G. Schaffung eines "neuen Originals"
  • I. Urheberstrafrechtlicher Verstoß gegen § 107 I Nr. 2 UrhG
  • II. Vertragsrechtliche Beschränkungen
  • 1. Sachmängelhaftung
  • 2. Urheberrecht
  • III. Deliktsrechtliche Haftung
  • IV. Ergebnis zu G. Desavouierung durch Schaffung eines "neuen Originals"
  • H. Verweigerung der Authentifizierung
  • I. Zur Authentifizierungspflicht des Kunstexperten
  • 1. Deutsche Rechtsprechung: Karl Hofer
  • 2. Kartellrechtliche Relevanz
  • II. Bewertung und Übertragbarkeit auf das Verhältnis Eigentümer - Künstler
  • III. Ergebnis zu H. Desavouierung durch Verweigerung der Authentifizierung
  • I. Gesamtergebnis zu Teil 2: Desavouierungsmöglichkeiten des Künstlers
  • Teil 3: Desavouierung nach dem Tode des Künstlers
  • A. Desavouierung durch die Erben des Urhebers in Ausübung des Urheber- und Eigentumsrechts
  • I. Das Urheberrecht nach dem Tode des Künstlers
  • 1. Rechtsnachfolge in das Urheberrecht
  • 2. Umfang der Rechtsnachfolge
  • 3. Maßgebliche Interessen bei der Ausübung des Urheberpersönlichkeitsrechts
  • 4. Ermittlung der Interessen des verstorbenen Künstlers
  • 5. Keine Verpflichtung der Rechtsnachfolger zur Wahrnehmung des Urheberpersönlichkeitsrechts
  • 6. Gewicht der Urheberinteressen mit zunehmendem Abstand zum Tode des Urhebers
  • 7. Zwischenergebnis
  • II. Konsequenzen für die Desavouierung eines Werkes
  • 1. Anspruch auf Vernichtung von Kunstfälschungen aus § 98 I 1 UrhG
  • 2. Ansprüche aus §§ 97 I 1, 14 UrhG wegen Verletzung der Werkintegrität
  • 3. Vernichtung eines im Nachlass befindlichen Werkstücks durch die Erben
  • 4. Schaffung weiterer Werkexemplare anhand geerbter Vorlagen
  • III. Ergebnis zu A. Desavouierung durch die Erben des Urhebers in Ausübung ihres Urheber- und Eigentumsrechts
  • B. Desavouierung durch die Angehörigen und Erben in Wahrnehmung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Verstorbenen
  • I. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht nach dem Tod des Künstlers
  • 1. Anerkennung eines postmortalen Persönlichkeitsschutzes
  • 2. Wahrnehmung der ideellen Bestandteile durch die Angehörigen
  • 3. Übergang der vermögenswerten Bestandteile auf die Erben
  • 4. Schutzdauer des postmortalen Persönlichkeitsrechts
  • 5. Maßgebliche Interessen bei der Rechtswahrnehmung
  • 6. Zusammenspiel der Befugnisse der Angehörigen und der Erben
  • II. Das Namensrecht aus § 12 BGB nach dem Tod des Künstlers
  • III. Konsequenzen für die Desavouierung eines Werkes
  • C. Desavouierung durch Verweigerung der Authentifizierung: Angehörige und Erben als Kunstexperten
  • D. Gesamtergebnis zu Teil 3: Desavouierungsmöglichkeiten nach dem Tode des Künstlers
  • Schlussbetrachtung
  • Literaturverzeichnis

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