Hochzeitsküsse und Pistolen

 
 
BookRix (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. November 2019
  • |
  • 229 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7487-2151-2 (ISBN)
 
'Ich habe Tränen gelacht.' (Claudia Winter, Autorin des Spiegelbestsellers 'Aprikosenküsse') Cathy ist so aufgeregt. Schon in wenigen Tagen soll die langersehnte Traumhochzeit mit dem attraktiven Polizisten Simon stattfinden, und Cathy ist sich sicher: Das wird das rauschendste Fest, das Wilbury on the Woods jemals erlebt hat. Doch ausgerechnet auf der Burgruine Glenford Castle, wo ihre romantischen Hochzeitsfotos gemacht werden sollen, wird die Postbotin Veronica ermordet aufgefunden. Und was noch viel schlimmer ist: Simon soll den Fall übernehmen und so schnell wie möglich aufklären. Cathy sieht ihre Hochzeit in Gefahr, und beschließt ihren Verlobten tatkräftig zu unterstützen. Verdächtige gibt es genug, denn das Opfer war eine boshafte Klatschtante. Bei ihren Ermittlungen tappt Cathy nicht nur von einem Fettnäpfchen ins nächste: Auch der Mörder wird bald auf die übereifrige Hobbydetektivin aufmerksam. 'Eine gelungene Mischung aus unterhaltsamen Chicklit-Elementen, Ermittlerkrimi und skurrilen Dorfbewohnern. Vor allem die Protagonistin Cathy hat mich zwischenzeitlich angenehm an Sophie Kinsella-Romane erinnert. Wer diese mag, sollte hier unbedingt zugreifen, denn ich bin mir sicher, dass er auch 'Hochzeitsküsse und Pistolen' sehr mögen wird.' (Alexandra) 'Ich muss zugeben mit diesem Täter habe ich persönlich so gar nicht gerechnet. (...) Die sehr gut dargestellten Charaktere, der humorvolle lockere Stil und die Wendungen und Überraschungen in der Handlung haben mich wirklich wunderbar unterhalten. Klar zu empfehlen!' (Manjas Bücherregal) 'Was mich an den Romanen der Autorin immer besonders beeindruckt, ist das hohe sprachliche Niveau! Ich lese gerne und viel und wurde schon oft mit schlechten Formulierungen und einfacher Sprache enttäuscht, das passiert einem bei den Büchern von Katrin Koppold nicht! (Seemownay)' Außerdem von Katrin Koppold erschienen Aussicht auf Sternschnuppen (Sternschnuppen-Reihe) Zeit für Eisblumen (Sternschnuppen-Reihe) Sehnsucht nach Zimtsternen (Sternschnuppen-Reihe) Hoffnung auf Kirschblüten (Sternschnuppen-Reihe) Mondscheinblues (Spinoff zur Sternschnuppenreihe) Zimtzauber Liebe hoch 5 (Kurzgeschichten-Anthologie mit Katelyn Faith, Adriana Popescu, Nikola Hotel und Ivonne Keller) Und unter dem Pseudonym Katharina Herzog: Immer wieder im Sommer Weitere Informationen über die Autorin finden Sie auf ihrer Homepage und auf Facebook.
  • Deutsch
  • 0,35 MB
978-3-7487-2151-2 (9783748721512)

1


«Meinst du, sie schläft?» Ich zog meine Strickjacke ein wenig enger um meine Schultern.

«Mit offenen Augen? Wohl kaum.» Janinas Unterlippe zitterte.

«Hallo! Aufwachen!» Ich stupste unsere Postbotin mit der Spitze meines Pumps an.

«Mensch, Cathy!» Meine beste Freundin starrte mich an. «Du kannst doch eine Tote nicht treten.»

«Bist du dir sicher, dass sie tot ist?»

«Natürlich ist sie das!»

«Dann bekommt sie doch sowieso nichts mehr mit.»

«Trotzdem.» Janina schürzte die Lippen. «Es ist respektlos.»

«Wie reagiert man denn deiner Meinung nach richtig, wenn man auf der Suche nach einem romantischen Platz für seine Hochzeitsfotos ist und über eine Leiche stolpert?» Verärgert blickte ich auf Miss Finch hinunter. Selbst im toten Zustand schaffte sie es, . irgendwie boshaft auszusehen.

«Jedenfalls tritt man sie nicht.» Unsicher beugte sich Janina über die leblose Person am Boden und fasste sie sanft am Arm. «Miss Finch, hören Sie mich?» Doch die Augen der alten Frau starrten weiterhin ins Leere. Janina fuhr zurück. «Was hast du?» Ich schaute meiner Freundin über die Schulter.

«Da . da ist Blut unter ihrem Kopf. Und .», Janina fröstelte, «. sie ist noch warm.»

«Ja, und?» Ich konnte ihr nicht folgen, aber das war wohl der Schock. Schließlich fand man nicht jeden Tag eine Leiche. Genau genommen hatte ich noch nie eine gesehen. Meine Eltern hatten selbst Katzen, Mäuse und Hamster immer verbuddelt, bevor sie mir von deren Ableben erzählten. Vor allem meinem Dad war nach wie vor sehr daran gelegen, seinen rotgelockten und grünäugigen Wonneproppen vor allen Widrigkeiten des Lebens zu bewahren.

«Sie ist noch warm, Cathy! Sie kann also noch nicht lange tot sein.» Janinas blaue Augen hinter den dicken Brillengläsern wirkten noch riesiger als sonst.

«Oh!» Ich sah mich nervös um, hatte mich aber sofort wieder im Griff. Es musste für alles eine logische Erklärung geben. «Sie ist bestimmt gestürzt, die Arme. Sie war ja wirklich nicht die Schlankeste und der Boden ist ziemlich uneben.» Um meine Worte zu bekräftigen, scharrte ich mit meinem Schuh über die Grasfläche.

«Meinst du?» Janina biss sich auf die Unterlippe. «Wie ist sie überhaupt hereingekommen? Die Burg ist schließlich abgesperrt.» Sie sah mich fragend an.

«Wir haben es doch auch geschafft.»

Ich war selbst überrascht darüber gewesen. Denn obwohl ich im Gegensatz zu meiner kleinen, zierlichen Freundin zum Schreien unsportlich war, hatte ich doch erstaunliches Geschick dabei bewiesen, mich zuerst auf die brusthohe Mauer hochzuziehen und dann an einem Pfosten des schmiedeeisernen Tores vorbeizubalancieren.

Skeptisch beäugte ich die tote Postbotin vor mir. Wäre sie noch am Leben, würde ich ihr raten, zu einem guten Hairstylisten zu gehen. Ihre Frisur sah aus, als hätte ihr jemand einen Kochtopf aufgesetzt und dann wahllos an den herunterhängenden Strähnen herumgesäbelt. Und zu einem Zahnarzt. Denn viele Zähne waren ihr nicht geblieben. Dafür umso mehr Haare am Kinn. Wie immer trug sie eine dieser unsäglichen rosafarbenen Kittelschürzen und ihre Beine waren trotz der kühlen Temperaturen am Morgen nackt. Auf der roten Holzbank, auf der sie wohl kurz zuvor noch gesessen hatte, stand eine Thermoskanne. Auf dem Boden lag eine Zeitung.

Ich ließ meinen Blick im Innenhof der Ruine umherschweifen. Nebel hing wie Fäden von Zuckerwatte im feuchten Gras und der Turm von Glenford Castle ragte als mahnender Zeigefinger in den zartblauen Himmel. Nur noch wenige halbzerfallene Steinwände zeugten von der einstigen Pracht und Größe des ehemaligen Wahrzeichens von Wilbury. Ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Magen breit. Bei meinen vorherigen Besuchen auf der Burg war mir nie aufgefallen, wie . gespenstisch diese Kulisse wirkte.

Janinas Stimme riss mich aus meinen Gedanken. «Wir müssen unbedingt die Polizei informieren.» Sie schob ihre pinkfarbene Brille ein Stückchen höher auf ihre Nase. «Ruf Simon an!»

«Das geht nicht.»

«Warum nicht?»

«Er . er darf nicht wissen, dass wir hier sind. Genau genommen weiß er noch nicht einmal, dass ich weg bin. Er hat vorhin nämlich noch geschlafen.»

Janina hob eine Augenbraue.

Ich betrachtete eingehend meine Fingernägel. «Du weißt doch, wie gesetzestreu Simon ist. Er hat bestimmt kein Verständnis dafür, dass wir beide hier eingestiegen sind.»

«Cathy, du musst ihn informieren.» Janina verschränkte die Arme vor der Brust. «Schließlich liegt hier eine Leiche herum. Oder willst du gleich auf der Polizeiwache anrufen?»

Nein. Das würde mir Simon nie verzeihen. Wo er doch immer alles selbst in die Hand nehmen wollte. Janina hatte recht. Leider. Schicksalsergeben zog ich mein Handy aus der Hosentasche und wählte die Nummer unseres Festnetzanschlusses. Doch es erklang kein Freizeichen. Ein Blick auf das Display zeigte mir auch warum nicht: Glenford Castle befand sich in einem Funkloch. Genau genommen war ganz Wilbury ein einziges Funkloch.

«Was ist los?» Janina trat von einem Fuß auf den anderen. «Ist Simon nicht da?»

«Ich habe keinen Empfang.»

«Oh nein.» Die Augen meiner Freundin weiteten sich entsetzt, ganz so, als wäre der fehlende Handyempfang ein Garant dafür, dass gleich ein vermummter Mensch mit Maschinenpistole aus dem Gebüsch herausspringen würde.

«Ich gehe ein Stück in Richtung Burgmauer. Vielleicht kann ich von dort aus telefonieren.»

Mein Handy wie eine Wünschelrute vor mich haltend schritt ich einige Meter nach vorne. Doch auf dem Display regte sich nichts. Wütend starrte ich das unselige Ding an.

«Mein Gott! Irgendwo in diesem Nest muss es doch Empfang geben.»

Ich zog meine Pumps aus und kletterte auf einen Felsbrocken. Von dort aus hatte ich eine ganz wundervolle Aussicht auf unser schönes Dörfchen, das sich im milchig gelben Licht des frühen Morgens verschlafen an den mächtigen Burgberg kauerte. Was ich aber leider auch hier nicht hatte, war . ein funktionierendes Netz!

In einer Krimiserie war mal gezeigt worden, wie ein Mann sein Handy hoch in die Luft geworfen hatte, um Empfang zu bekommen. Natürlich durfte man nicht alles glauben, was man im Fernsehen sah, aber einen Versuch war es wert. Kurz entschlossen holte ich Schwung und schmiss das weiße mit Swarovski-Kristallen verzierte Gerät nach oben.

«Was zum Teufel machst du da?», rief Janina, doch ich reagierte nicht.

Beeindruckt sah ich meinem Mobiltelefon nach. Zu welchen Höchstleistungen ein Mensch in Stresssituationen doch in der Lage war! Den Schleuderball hatte ich im Schulsport nie so kraftvoll von mir gedonnert. Leider versagte ich auch dieses Mal beim Fangen - und das Handy plumpste in einen Ginsterstrauch, der sich am Fuß des Burghangs befand. Sch . ade. Es war neu gewesen. Und so hübsch! Hektisch kraxelte ich von dem Felsbrocken hinunter und warf mich zwischen die stacheligen Äste. Zum Glück sah ich das Handy sofort. Ein paar Zweige hatten es aufgefangen. Ich schnipste ein silberfarbenes Kaugummipapier beiseite . und schrie im nächsten Augenblick entsetzt auf.

«Was hast du?», fragte Janina aus sicherer Entfernung.

«Ddddd . da liegt eine Pistole.»

Janina stieß einen erstickten Laut aus und sprang hinter eine Steinmauer. Auch ich grabschte nach meinem Handy, um mich so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone zu bringen. Denn auch ohne dazugehörigen Besitzer hatte das metallisch glänzende Ding etwas unbestreitbar Bedrohliches an sich. «Ich muss zum Haupttor. Vielleicht habe ich dort Empfang», sagte ich und schaffte es nur mit Mühe, das Zittern in meiner Stimme zu unterdrücken.

«Und ich soll allein hier oben bleiben?» Janina kam aus ihrem Versteck hervor und klammerte sich an meinem Arm fest. «Der Mörder kann immer noch hier sein.»

«Wer sagt denn, dass jemand Miss Finch ermordet hat? Vielleicht ist sie auf ihrer morgendlichen Zeitungsrunde von Abenteuerlust übermannt worden, über das Geländer geklettert und gestürzt.»

Janina sah mich mitleidig an. «Das glaubst du doch wohl selbst nicht.»

Es wäre zumindest die einfachste und bequemste Lösung. Aber nein, natürlich glaubte ich es nicht. Miss Finch wäre körperlich nämlich überhaupt nicht dazu in der Lage gewesen, über die Mauer in das Schloss zu gelangen. Mich hatte sie immer an einen der Zwillinge aus Alice im Wunderland erinnert, mit ihrem Tennisballkörper und den Stummelbeinen. Einen Schlüssel zur Burg besaß sie, soweit ich wusste, auch nicht. Den hatte nur der Besitzer, Mr Winterbottom, der mit seiner Frau in Exeter wohnte und ein Bekannter meines Vaters war. Abgesehen davon, dass Miss Finch den Winterbottoms während ihres Aufenthalts in Wilbury jeden Morgen die Zeitung in den Briefkasten stopfte, hatten sie bestimmt keinen näheren Kontakt zu der Postbotin gehabt. Wie um Himmels willen war sie also hineingekommen? Und auch diese verflixte Pistole widerlegte meine Theorie mit dem Unfall.

Plötzlich lief es mir kalt den Rücken herunter. Hatte sich dort hinten zwischen den verfallenen Mauern nicht etwas bewegt? Und der leichte Wind, der um die Burg strich . Auf einmal kam es mir vor, als würden kalte Finger nach mir greifen.

«Komm mit!» Ich fasste Janina...

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