Urangst

Roman
 
 
Heyne Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Dezember 2011
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-07853-9 (ISBN)
 
Immer hat sich Amy für Schwache eingesetzt. Doch nun gerät sie selbst in größte Gefahr. Jemand verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Dringt heimlich in ihr Haus ein. Und er ist nicht allein. Da gesteht Amys Freund Brian ihr ein fürchterliches Geheimnis aus seiner Vergangenheit. Beide sind zur Zielscheibe des Bösen geworden. Es gibt kein Entrinnen.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,52 MB
978-3-641-07853-9 (9783641078539)
3641078539 (3641078539)
weitere Ausgaben werden ermittelt
51 (S. 269-270)

Um Viertel vor sechs stand Amy als Erste auf, duschte und zog sich an. Sie fütterte Nickie und unternahm einen Spaziergang mit ihr, während Brian sich fertig machte. Die Sonne war zum Tagesanbruch ausgeblieben. Graue Wolken besudelten den Himmel. Sie sahen schmierig aus. In einer Brise, die so flau war wie das Meer, von dem sie heranzog, rührten sich die riesigen alten Palmen im Park an der Strandpromenade so gut wie gar nicht. Als seien sie verwundet, krochen farblose Wellen zur Küste und verendeten auf dem Sand, über den sich Bänder fauligen Seetangs zogen. Wenn man der Überzeugung ist, dass das Leben einen Sinn hat, und wenn man flüchtige Blicke auf Muster erhaschen kann, die auf eine Absicht hinzuweisen scheinen, dann läuft man Gefahr, nach Zeichen zu suchen, statt abzuwarten, ob sie einem als Gnade zuteilwerden.

Omen scheinen dann so verschwenderisch verstreut zu sein wie Abfälle nach einem heftigen Sturm, und im Regen fahrlässiger Fantasie sprießen Vorzeichen so üppig wie Pilze. Nach dem Anruf von Schwester Jacinta traute Amy sich vorübergehend nicht zu, den Unterschied zwischen einem wahren Muster und einer zufälligen Laune zu erkennen, zwischen Bedeutsamem und Fragwürdigem. Nickies Name, der mit dem Namen ihres ersten Hundes übereinstimmte, ihr Verhalten, die Sache mit den Pantoffeln, Theresas Erwähnung des Windes und des Klangspiels – all das war sonderbar und voller Anspielungen gewesen, aber noch lange kein eindeutiger Beweis dafür, dass Mächte aus dem Jenseits am Werk waren.

Ein Anruf von einer toten Nonne dagegen gehörte durchaus in eine höhere Ordnung des Fantastischen, und anschließend neigte man dazu, in jedem Gesicht, das die Natur einem zeigte, unheilvolle Vorzeichen zu sehen. Eine Bewegung, die sie aus dem Augenwinkel wahrnahm, lenkte ihren Blick auf eine Ratte, die am Stamm einer grandiosen Phönixpalme hinaufhuschte und in dem Kranz zusammengefalteter toter Wedel unter der grünen Krone verschwand Eine Ratte war ein Symbol für Schmutz, Verfall, Tod.

Hier, auf dem Gehweg, lag ein großer schwarzer Käfer mit steifen Beinen auf dem Rücken, und zusammenströmende Ameisen nährten sich von dem, was aus ihm austrat. Neben einem Abfalleimer mit einer vergitterten Klappe, die so lose saß, dass sie sogar im schwachen Hauch des Meeres quietschte, lag eine leere Flasche scharfer Sauce, auf deren Etikett ein Schädel mit gekreuzten Knochen abgebildet war. Andererseits flogen drei weiße Tauben gemeinsam über den Himmel und sieben Pennys waren auf dem Rand eines Trinkbrunnens arrangiert.

Auf einer Bank lag ein zurückgelassenes Taschenbuch mit dem Titel Deine strahlende Zukunft. Sie beschloss, sich von Nickies Instinkten leiten zu lassen. Die Hündin beschnupperte alles, fixierte nichts und ließ keinen Argwohn erkennen. Amy folgte dem Beispiel und fand ihren Weg zu einer weniger fieberhaften Deutung jeglicher Formen und Schatten und verlor dann gänzlich das Interesse an Zeichen. Tatsächlich beschlich sie sogar Skepsis und sie begann sich zu fragen, ob das Gespräch mit Schwester Jacinta wirklich stattgefunden hatte. Sie konnte es auch geträumt haben. Sie glaubte, wenige Momente, bevor das Telefon geläutet hatte, aus einem Alptraum von Flügeln erwacht zu sein, aber vielleicht war auch nur ein Traum in einen anderen übergegangen, so dass sie aus Connecticut kommend unmittelbar in einen Dialog mit einem Geist eingetreten war

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