Wieviel Mensch verträgt das Klima?

Eine heitere Auseinandersetzung mit dem Klimawandel
 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Mai 2020
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-4043-6 (ISBN)
 
Darf man über eine so ernste Sache wie den Klimawandel lachen? Ja, man darf und vielleicht muss man das sogar. Denn Lachen vertreibt die Angst, wirkt befreiend auf Körper und Geist und macht damit den Weg frei für gute, konstruktive Lösungen. Und es bildet manchmal sogar Brücken zwischen scheinbar unversöhnlichen Gegnern.
In diesem Buch soll aber nicht nur viel gelacht, sondern auch möglichst viel Elementarwissen vermittelt werden. Durch die Berücksichtigung vieler wissenschaftlicher Disziplinen wird quasi eine 360 Grad Rundumsicht auf das Thema angestrebt, die es in dieser Kompaktheit nirgendwo anders zu finden gibt.
Trotz aller Wissenschaft hat der Autor sehr viel Wert auf gute Verständlichkeit gelegt, um ein möglichst breites und auch junges Publikum zu erreichen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 8,15 MB
978-3-7407-4043-6 (9783740740436)
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J. J. Kokott, geboren 1967 in Hindenburg/Oberschlesien, dem heutigen Zabrze, ist Diplom-Ingenieur und Projektleiter. Er lebt mit seiner Familie in Erlangen und arbeitet dort für einen großen Elektrokonzern. Sein erstes Buch 'Von Krösus bis Draghi' handelt von der Geldpolitik und erschien ebenfalls in diesem Jahr beim TWENTYSIX Verlag. Neben seiner Projekt- und Schreibtätigkeit engagiert er sich ehrenamtlich bei einem Fußballverein und ist dort als Vorstand, Jugendtrainer und Schiedsrichter aktiv.

Kapitel 7 Die Geschichte des Klimas


"Im Anfang (Big Bang) schuf Gott Himmel (Universum) und Erde; die Erde aber war wüst und wirr (giftige Atmosphäre, riesige Vulkanausbrüche und Asteroideneinschläge), Finsternis lag über der Urflut (dichte Wolkendecke, die sich 10.000 Jahre lang abregnete), und Gottes Geist schwebte über dem Wasser (Entstehung von Leben im Wasser)." Dieses Bibelzitat aus dem Alten Testament, Buch Genesis, Kapitel 1, Vers 1 und 2 ist eine nahezu perfekte Zusammenfassung für die ersten 11,5 Milliarden Jahre unseres Universums und die ersten 2,5 Milliarden Jahre unseres Planeten - wer als eingefleischter Atheist ein Problem mit dem Begriff "Gott" hat, möge diesen bitte einfach durch das Prinzip "Zufall" ersetzen.

Über den genauen Mechanismus der Entstehung von Leben gibt es übrigens mehrere Theorien. Die vielleicht beliebteste heißt "Ursuppen-Theorie". Das Fundament für diese Theorie bildet ein einfaches Experiment, mit dem ein junger Chemie-Student namens Stanley Lloyd Miller im Jahr 1953 die Fachwelt verblüffte.

Miller brachte Wasser in einem Glaskolben zum Sieden - ein brodelnder Urozean im Miniformat. Der Wasserdampf vermengte sich mit Methan, Ammoniak und Wasserstoff - eine Mischung, die in den Vulkanschwaden der Urzeit häufig vorgekommen sein muss. Das Gemisch strömte anschließend durch einen Kolben, in dem Elektroden Funken erzeugten - diese haben die Gewitter der Uratmosphäre simuliert. Die elektrische Energie regte das Gasgemisch zu Reaktionen an, aus denen unter anderem Aminosäuren, die Grundbausteine des Lebens, entstanden.

Einerseits war dieses Experiment ein riesiger Fortschritt, andererseits erklärt es nur die Vorgänge vor der eigentlichen Entstehung des Lebens. Das Rätsel, wie sich aus den Aminosäuren im nächsten Schritt lebende Zellen entwickelt haben könnten, bleibt somit bis heute ungelöst - jedenfalls wenn man die Existenz eines höheren Wesens als Lebensspender ablehnt.

Manche glauben, dass das Leben nicht spontan auf der Erde entstanden ist, sondern aus dem All zu uns gelangt ist (Panspermie-Theorie). Dieser Ansatz beantwortet allerdings nicht die Frage, wie das Leben prinzipiell entstanden ist, sondern verlagert lediglich den Ort der ersten Geburt ins All.

Es gibt auch den einen oder anderen Zweifler hinsichtlich der Entstehung von Leben im Ozean. Diese propagieren kleine Wassertümpel als Brutstätten des Lebens und weisen darauf hin, dass der Ozean ein viel zu großes Reagenzglas sei. Wer schon mal versucht hat, Spaghetti Bolognese in einem Swimming Pool zu kochen statt in einem Topf, versteht was gemeint ist.

Wenden wir uns nun aber ganz der erdgeschichtlichen Entwicklung von CO2-Konzentration und Erdmitteltemperatur zu. Dem einen oder anderen Leser wird der folgende Geschichtsstoff vielleicht so trocken wie die zwei letzten Sommer erscheinen - für dieses Publikum findet sich eine kurze und bildreiche Zusammenfassung am Ende des Kapitels.

Wir überspulen das Chaos der ersten 2,5 Milliarden Jahre und beginnen unsere Zeitreise im Präkambrium, genauer gesagt Proterozoikum, vor etwa 2 Milliarden Jahren. In dieser Zeit bildete sich erstmals Sauerstoff in der Atmosphäre und es konnte eine erste schützende Ozonschicht entstehen. Gleichzeitig begannen einige Bakterien, Sauerstoff zur Energiegewinnung zu nutzen, und bald darauf traten die ersten Einzeller mit Zellkern auf (Eukaryoten genannt). Aus solchen Zellen bestehen auch alle Tiere und Pflanzen. In diesem Erdzeitalter fror die Erde gleich mehrfach komplett zu - von den Polen bis zum Äquator. Dieses Phänomen wird von den Geologen häufig als "Schneeball Erde" bezeichnet und der treibende Mechanismus ist noch weitgehend unverstanden. Vermutlich lag der Kohlendioxidanteil in der Erdatmosphäre damals auf heutigem Niveau oder etwas darunter.

Es folgte das Erdaltertum auch Paläozoikum genannt. Der Beginn dieser Ära ist charakterisiert durch einen starken Temperaturanstieg verbunden mit der Eroberung des Festlandes durch die urzeitliche Flora und Fauna. Es unterteilt sich in die Abschnitte Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon und Perm.

Das Festland des Kambriums gliederte sich in die Kontinente Gondwana, Laurentia, Baltica und Sibira. Der größte dieser Kontinente, Gondwana, war trotz seiner Lage am Südpol nahezu das ganze Kambrium über eisfrei. Der Kohlendioxidgehalt ist während der Periode wahrscheinlich kontinuierlich angestiegen und erreichte am Übergang zum Ordovizium seinen Höchststand im gesamten Paläozoikum (geschätzt 15-facher heutiger Wert!). Mit dem vielen CO2 stiegen auch die Temperatur und der Meeresspiegel weiter an. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre wird auf das etwa 0,6-fache des heutigen Anteils geschätzt.

Ein besonderes Charakteristikum des Kambriums ist die "kambrische Artenexplosion". Zwar wurden bereits gegen Ende des Präkambriums die Stämme der meisten Tier- und Pflanzenarten ausgebildet, aber die Anzahl verschiedener Organismen stieg zu Beginn dieser Periode auf ein Vielfaches an. Die exakten Ursachen für dieses plötzliche Ansteigen des Artenreichtums sind nicht bekannt, es bildet aber die Grundlage unserer heutigen biologischen Vielfalt.

Im Ordovizium wanderte der Kontinent Laurentia zum Äquator und Baltica entfernte sich weiter von Gondwana. Klimatisch geht man von einer Fortführung der kambrischen Verhältnisse aus. Der CO2-Gehalt der Luft sank jedoch wieder, während der Sauerstoffgehalt weiter anstieg. Gegen Ende der Periode kommt es mit dem Ordovizisch-Silurischen Eiszeitalter zu einer raschen Abkühlung um ca. 5 Grad Celsius, die mit einem Massenaussterben einhergeht (ca. 50 Prozent der höheren Organismen waren betroffen).

Nach dem Ordovizisch-Silurischen Eiszeitalter wurde es auf der Erde wieder wärmer. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre erhöhte sich und auch die Kohlendioxidkonzentration stieg nach der Reduktion im Ordovizium wieder an (ca. 12-fache heutige Konzentration).

In der Periode des Devons wurde der atmosphärische CO2-Gehalt ausgehend vom Silur um ein Viertel reduziert (ca. 9-fache heutige Konzentration). Damals begann die Eroberung des Festlands und Fische mit Flossen entwickelten sich zu Landwirbeltieren mit vier Gliedmaßen (Tetrapoden). Zum Ende dieser Periode, also vor rund 370 Millionen Jahren, ereignete sich ein weiteres Massenaussterben. Lange haben Forscher über die Ursache gerätselt, inzwischen gibt es aber Indizien für einen gewaltigen Vulkanausbruch in jener Zeit.

Im Karbon erreichte die Sauerstoffkonzentration der Erdatmosphäre, bedingt durch die hohe Fotosyntheserate der Landpflanzen, erstmals den heutigen Wert, überschritt diesen sogar und erreichte ihr Maximum in der Erdgeschichte (im Durchschnitt des Karbon ca. 1,6-fache der heutigen Konzentration), was zur Entstehung von Arthropoden enormen Ausmaßes wie zum Beispiel dem Riesentausendfüssler oder Riesenlibellen führte. Der im Devon begonnene Abbau des atmosphärischen CO2 wurde fortgesetzt (ca. 3-fache heutige Konzentration). Im Karbon kam es wahrscheinlich zu mehreren Wärme- und Kälteperioden, welche auch in eine Theorie für die massiven Kohlablagerungen, die dieser Zeit ihren Namen gaben, eine wichtige Rolle spielen. Demnach hätten abrupte glaziale Meeresspiegelschwankungen zu häufigen Überschwemmungen küstennaher Wälder geführt, welche nun die Grundlage unsere heutigen Kohleflöze bilden.

Das Klima des Perms zeichnet sich wahrscheinlich durch mehrere großen Treibhauseffekte aus. Der mächtigste dieser Effekte wird auf den Ausbruch des Sibirischen Trap (eigentlich mehrere Vulkanausbrüche in der Region um das heutige Sibirien) zurückgeführt. Dieser ereignete sich gegen Ende des Perms und soll die Temperatur der Erdoberfläche schlagartig um ca. 5 Grad Celsius erhöht haben. Das damit in Verbindung gebrachte Massenaussterben ist das stärkste fossil belegte Aussterben der Erdgeschichte.

Vor 250 Millionen Jahren begann das Erdmittelalter, auch Mesozoikum genannt, welches recht gut durch die "Jurassic Park" und "Jurassic World" Filmreihe dokumentiert ist. Die Dinosaurier entstanden in dieser Ära, dominierten sie und verschwanden nach dem Ende dieser Ära wieder fast vollständig von der Bildfläche. Auch betraten die ersten Säugetiere in dieser Zeit die Weltbühne. Das Mesozoikum gliedert sich in die Systeme der Trias, Jura und Kreide.

Im Vergleich zum Perm verdoppelte sich in der Trias der CO2-Anteil der Atmosphäre wieder (auf ca. den 6-fachen heutigen Wert) der Sauerstoffanteil sank wieder auf ca. 80 Prozent des heutigen Niveaus. Das Klima in der Trias war eher trocken und warm bis heiß. Ungefähr in der Mitte gab es aber auch eine Starkregen Phase, welche vermutlich 1 Million Jahre lang andauerte. Das Zeitalter der Trias begann und endete jeweils mit einem Massenaussterben (dazu später mehr).

Im Jura wird die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre langsamer als in der Trias aber weiterhin angereichert...

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