Die Anerkennung des Verletzbaren

Eine Rekonstruktion der negativen Hermeneutik der Gottebenbildlichkeit aus den Anerkennungstheorien Judith Butlers und Axel Honneths und der Theologie Edward Schillebeeckx'
 
 
Echter (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im September 2017
  • |
  • XLIV, 420 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-429-04939-3 (ISBN)
 
Ausgehend vom Theologumenon der Gottebenbildlichkeit des Menschen wird diskutiert, wie deren ursprünglich intendierte funktionale Aussage im Horizont pluralistischer Kultur wiederhergestellt und gegenüber einer material-ontologischen Auslegung fruchtbar gemacht werden kann. Dafür wird im Anschluss an die kritische Theorie J. Butlers - insbesondere ihre Konzepte von Autonomie und Vulnerabilität -, den anerkennungstheoretischen Ansatz A. Honneths und an die Theologie E. Schillebeeckx' der Weg einer negativen Anthropologie und Ethik vorgeschlagen.
Somit wird eine Hermeneutik entworfen, die sich an der Verletzbarkeit des Menschen orientiert. Sie gewährleistet eine ethische und anthropologische Offenheit, die den Menschen als das bildlose Bild Gottes gegen gewaltvolle Zugriffe und fixierende Rahmungen je neu zur Geltung bringt.
  • Deutsch
  • Würzburg
  • |
  • Deutschland
  • Höhe: 23 cm
  • |
  • Breite: 16.5 cm
978-3-429-04939-3 (9783429049393)
3429049393 (3429049393)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Bernhard Kohl OP, Dr. theol., geboren 1977 in Brühl, Studium der Katholischen Theologie in Bonn und Mainz. Promotionsstudium in Erfurt (Prof. Dr. Josef Römelt), seit 2010 wiss. Mitarbeiter am Institut M.-Dominique Chenu Berlin und derzeit Visiting Scholar am Dominican Institute of Toronto.
  • Front cover
  • Copyright
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • Literaturverzeichnis
  • Einleitung
  • Erstes Kapitel: Der Widerstreit inhaltlich-materialer und dynamischer Grundlegung eines Verständnisses der Gottebenbildlichkeit des Menschen im philosophischen und theologischen Diskurs
  • 1. Ethik unter pluralen Voraussetzungen
  • 1.1 Pluralität, Widerstreit und Kompromiss
  • 1.2 Bedingungen einer (post)modernen Ethik
  • 1.3 Fazit: Eine hermeneutisch orientierte Lebenswelttheorie
  • 2. Anerkennungstheoretische Ansätze als gangbarer Weg: Formales Konzept posttraditionaler Sittlichkeit
  • 2.1 Anerkennung als (motivationale) Ressource formal-prozeduraler Ethikkonzeptionen
  • 2.2 Axel Honneths Programm einer (intersubjektivistischen) Anerkennungstheorie
  • 3. Das Problem der inhaltlichen Bestimmung des Theologumenons "Ebenbild Gottes": Die Dissoziation der Bildbegriffe zaelaem ( ??? ) und demut ( ???? ) in der Tradition
  • 3.1 Die Septuaginta
  • 3.2 Schritte der Dissoziation bei den Kirchenvätern
  • 3.3 Folge für das Verständnis der Gottebenbildlichkeit des Menschen: imago und similitudo. Spekulative Weiterentwicklung der Gottebenbildlichkeitsaussage
  • 3.4 Folge für das Verständnis der Gottebenbildlichkeit in der systematischenTheologie
  • Zweites Kapitel: Die Gottebenbildlichkeit des Menschen als anthropologische Offenheitsaussage des Alten Testaments und biblische Erzählung davon, was der Mensch nicht ist
  • 1. Einleitung
  • 2. Der Textbefund des Alten Testaments
  • 2.1 Gen 1,26.27
  • 2.2 Ps 8: Die Bedeutung der Königsideologie für die Gottebenbildlichkeit
  • 2.3 Die Rede von der Gottebenbildlichkeit in der Weisheitsliteratur
  • 2.4 Ebenbildlichkeit und Bilderpolemik (Jes / Ez)
  • 2.5 Tell Fekheriye
  • 2.6 Fazit
  • 3. Imago Dei-Aussagen im Altorientalischen Umfeld Israels
  • 3.1 Ägypten
  • 3.2 Mesopotamien
  • 3.3 Assyrien
  • 3.4 Fazit
  • 4. Bild- und Herrschaftsverständnis der Priesterschrift
  • 4.1 Inhaltliche Konzepte in der Literatur
  • 4.2 Der Mensch als Statue und Repräsentant Gottes: Die beiden Verben rdh (???) und kbs (???
  • 4.3 Fazit
  • 5. Zwischenergebnis I | Inhaltliche Bedeutung eines funktionalen Verständnisses der Ebenbildlichkeit - Kritischer Anthropozentrismus
  • 5.1 Aspekte des Kulturauftrags des Menschen
  • 5.2 Kritischer Anthropozentrismus
  • 6. Die Gottebenbildlickeit im Neuen Testament
  • 6.1 Die jesuanische Sicht des Menschen
  • 6.2 Die Menschensohn-Christologie
  • 6.3 Gottebenbildlichkeit in den paulinischen Schriften
  • 7. Zwischenergebnis II | Geschichtlich-relationaler Aspekt der Imago Dei
  • 7.1 Extraneität: Zugeeignet-relationaler Charakter der Gottebenbildlichkeit
  • 7.2 Geschichtlichkeit: Riskante Kontextualität der Gottebenbildlichkeit
  • 7.3 Mittlerschaft: Verortung der Gottebenbildlichkeit in Raum und Zeit
  • 7.4 Entgrenzung: Perspektivische Weitung der Gottebenbildlichkeit
  • Drittes Kapitel: Anerkennungstheorien als negative Rekonstruktionen dessen, was Menschen positiv sein können
  • 1. Missachtete Anerkennung bei Axel Honneth
  • 1.1 Physische Misshandlung und Vergewaltigung: Verlust von Selbstvertrauen
  • 1.2 Entrechtung und Ausschließung: Absprache von moralischer Autonomie und Verlust an Selbstachtung
  • 1.3 Entwürdigung und Entehrung: Verlust der persönlichen Selbstschätzung
  • 2. Probleme der honnethschen Anerkennungskonzeption
  • 2.1 Eine Theorie des Guten?
  • 2.2 Sonderfall wirtschaftliche Ungerechtigkeit: Das Statusmodell
  • 2.3 Soziale Wertschätzung: Eingeschränkte Anerkennung oder uneingeschränkt normativistischen Sichtweise?
  • 3. Judith Butlers Programm einer (subjektivierenden) Anerkennungstheorie
  • 3.1 Subjektivierende Anerkennungsbeziehungen
  • 3.2 Missachtete Anerkennung bei Judith Butler
  • 4. Kritik an der butlerschen Anerkennungskonzeption
  • 4.1 "Bad Writer"
  • 4.2 Mangelnde historisch-gesellschaftliche Fundierung
  • 4.3 Moralischer Nihilismus
  • 5. Zwischenergebnis III | Prozesshafte Anerkennung
  • 5.1 Anerkennung bei Honneth und Butler
  • 5.2 Verletzte Anerkennung bei Honneth und Butler
  • 5.3 Akzentuierung: Prozesshafte Identität
  • 5.4 Anerkennen statt Anerkennung: Anerkennung als offener Prozess
  • 6. Verletzbarkeit
  • 6.1 Prinzip der Verletzbarkeit
  • 6.2 Negative Anthropologie
  • 6.3 Negativistische Ethik und (immanente) Kritik
  • 6.4 Kritik am Prinzip der Verletzbarkeit
  • 6.5 Konsequenzen aus Verletzbarkeit: Abschaffung, Akzeptanz oder Option?
  • 7. Umgang mit verletzter Anerkennung
  • 7.1 Umgang mit Missachtung in der Konzeption Axel Honneths: Kämpfe um Anerkennung
  • 7.2 Umgang mit Missachtungserfahrungen in der Konzeption Judith Butlers: Die Frage nach den Grenzen von Lebbarkeit
  • 7.3 Fazit
  • 8. Fortschritt aus misslingender Anerkennung
  • Exkurs | Empirie und die "Zeichen der Zeit"
  • 8.1 Eine Konzeption des Fortschritts bei Honneth
  • 8.2 Eine Konzeption des Fortschritts bei Butler: Messianismus
  • 8.3 Fazit
  • Viertes Kapitel: Ein negativ theologisch-ethisches Verständnis: Die notwendige Offenheit der Konzeption der Gottebenbildlichkeit aufgrund der Unabgeschlossenheit ihrer Anerkennung in der Spur ihrer Verletzlichkeit
  • 1. Zwischenergebnis IV | Anerkennungsbedürfnis, Verletzung und Kampf um Anerkennung im Dialog der Konzepte von Axel Honneth und Judith Butler
  • 1.1 Verletzbarkeit
  • 1.2 Anerkennung als Selbstbeziehung und Erlangung von Dasein
  • 1.3 Anerkennung als radikale Autonomie
  • 1.4 Der Zeitpunkt der Anerkennung
  • 1.5 Anerkennung als Minimalvorstellung des guten Lebens
  • 1.6 Die ethisch-ontologische Doppelrolle der Anerkennung
  • 1.7 Anerkennung als moralischer Wert und Realisierung einer Norm
  • 1.8 Zeitlichkeit und Unabgeschlossenheit der Anerkennung
  • 2. Das biblische Verständnis der Gottebenbildlichkeit und seine Konvergenz zum anerkennungstheoretischen Paradigma
  • 2.1 Vorrang der funktionalen Aussage
  • 2.2 Offenheit des Imago-Begriffs für inhaltliche Konzepte
  • 2.3 Via negativa
  • 2.4 Erachtung und Anerkennung als Ebenbild
  • 2.5 Dynamisierung durch zunehmenden Inklusivismus
  • 2.6 Transzendenz als prozesshafte Entgrenzung von Identität
  • 2.7 Noch einmal Zeitlichkeit: Messianische oder eschatologische Praxis?
  • 2.8 Gottebenbildliche Herrschaft und postsouveräne Handlungsfähigkeit
  • 3. Edward Schillebeeckx OP: Negative Kontrasterfahrungen als Triebfeder der Geschichte
  • 3.1 Prägendes
  • 3.2 In der Spur: Imago Dei als ethische Verantwortung der Imitatio Dei
  • 3.3 Schöpfungstheologie: Extra mundum nulla salus
  • 3.4 Zeitgenössische theologische Ethik: Ethiklose Ethik und Weltverbesserung über die via negativa
  • 3.5 Anthropologische Konstanten als Richtungsindizes für eine kontextuelle Interpretation des Humanums
  • 3.6 Fazit
  • 3.7 Fortschritt: Prophetische Eschatologie
  • 3.8 Fazit: Vertrauen ins Dasein und Hoffnung im Dasein
  • 4. Resümee: Orientierung im Verletzten finden. "Negative theologische Anthropologie" und "negative theologische Ethik"
  • 4.1 "Negative Anthropologie": Gottebenbildlichkeit als Negation in erhoffter geschichtlicher Praxis
  • 4.2 "Negative Ethik": Handeln als Ebenbild Gottes
  • 4.3 Fortschritt: Grundlosigkeit und eschatologische Hoffnung
  • Back cover

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