Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Jugendroman zum Film
 
 
PANINI (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Mai 2020
  • |
  • 224 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7367-9908-0 (ISBN)
 
Der neunte Film der legendären Skywalker-Saga, die mit den großen Kino-Blockbustern das Zentrum der gesamten Star Wars Galaxis bildet, beschließt die epochale Geschichte um Luke, Leia und Anakin alias Darth Vader, sowie den in der Sequel-Trilogie hinzugekommenen Helden wie Rey, Finn oder Poe Dameron. Dies ist der offizielle Jugendroman zum Kinohighlight des vergangenen Winters Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers.
  • Deutsch
  • 2,46 MB
978-3-7367-9908-0 (9783736799080)
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1. KAPITEL

Der Dschungel war lebendig, und Rey teilte dieses Gefühl der Lebendigkeit mit ihm. Sie flitzte durch das dichte Unterholz, und ohne je stehen zu bleiben oder langsamer zu werden, duckte sie sich unter halb verborgenen Ästen hindurch und sprang über hochragende Wurzeln hinweg. Sie fegte einen Netzweber von ihrer Schulter und wich der giftigen Zunge eines Zymoden aus, die dieser hervorschnellen ließ. Als sie einen sumpfigen Abschnitt erreichte, packte sie kurzerhand eine Liane und schwang sich darüber hinfort. Ihr Atem blieb die ganze Zeit ruhig, und trotz der hohen Luftfeuchtigkeit schwitzte sie nicht. Rey stammte vielleicht aus der Wüste von Jakku, wo es nur Sand gab, trotzdem bewegte sie sich durch den Dschungel, als hätte sie schon ihr ganzes Leben hier verbracht.

Das war die Kraft der Macht. Wer sich ihr öffnete, für den fühlte sich selbst die fremdartigste Umgebung vertraut an.

Doch egal, wie schnell Rey rannte, ihre Verfolger konnte sie nicht abschütteln: vier Trainingsdrohnen - eine blau, eine weiß, eine grün und eine rot -, die hinter ihr durch die Luft surrten und sie mit ihren harmlosen Stechstrahlen ins Visier nahmen. Rey konnte die robotischen Drohnen nicht auf dieselbe Weise spüren, wie sie lebende Organismen wahrnahm, aber indem sie beobachtete, wie die Drohnen mit ihrer Umgebung interagierten, konnte sie ihre Flugbahn doch erahnen. Ihre verchromte Oberfläche spiegelte sich im Regenwasser der Pfützen. Das Zischen ihrer Manövrierdüsen ließ die Vögel in den Bäumen verstummen. Ihre Stechstrahlen hinterließen den eigentümlichen Geruch von Ozon in der Luft. All diese Dinge, die sie sah, hörte und roch, verrieten Rey die Position der Drohnen. So gelang es ihr, ihnen einen Schritt voraus zu bleiben und ihren präzisen Schüssen auszuweichen.

Rey hatte noch einen weiteren Verfolger, der surrend versuchte, mit ihr Schritt zu halten, aber der war ihr freundlich gesonnen. Der orange-weiße Astromechdroide BB-8 hatte einen kugelförmigen Körper und einen kuppelartigen Kopf. Er war dafür entworfen, Raumschiffe zu reparieren und Flüge durch den Hyperraum zu berechnen - Hetzjagden durch den Dschungel waren nicht gerade seine Stärke. Und da er rollte und nicht auf Beinen lief oder schwebte, stellten das unebene Gelände und die dichte Vegetation des Urwalds eine noch größere Herausforderung für ihn dar. Indem er sämtliche Hilfsmittel eines Astromechs einsetzte, gelang es BB-8 dennoch, in Piepsreichweite zu bleiben.

Rey hatte ihrem kleinen Freund eigentlich gesagt, er solle bei der Basis bleiben, aber natürlich hatte BB-8 sich geweigert. Wenn der Droide eines war, dann loyal bis zur Grenze der Sturheit. Aber nur, weil Reys unerwünschter Helfer hinter ihr herhinkte, hieß das nicht, dass sich die Drohnen ebenfalls zurückhielten. Sie beharkten sie gnadenlos mit Stechstrahlen, während sie auf ihr Ziel zurannte, in der Hand den Griff ihres Lichtschwerts. Die Schüsse der Drohnen fühlten sich an wie ein fieser Insektenstich, aber Rey hatte keine Angst, getroffen zu werden. Ihre einzige Sorge war, dass sie Zeit verlieren könnte. Jede Sekunde zählte, wenn sie ihre Lehrmeisterin beeindrucken und eine persönliche Bestleistung erreichen wollte.

Sie griff nach einem Ast, der ihr den Weg versperrte, sprang darüber hinweg und ließ ihn dann wieder los, sodass er nach hinten schwang, auf ihre Verfolger zu. Der Ast klatschte gegen die weiße Drohne und schleuderte sie in die Büsche. Ihr blaues Gegenstück gab einen Schuss ab, aber Rey duckte sich, und der Stechstrahl traf stattdessen die grüne Drohne, die zischend zu Boden fiel. Die blaue hingegen kam weiter näher, also blies Rey auf die Fangblätter eines blumenartigen Gewächses, an dem sie vorbeipreschte. Alarmiert durch den Luftzug, schnappte die fleischfressende Pflanze nach oben, und die kugelförmige Drohne landete in den Fängen ihres Blütenmauls.

Vor Rey lag nun eine tiefe Schlucht, aber sie blieb nicht lange stehen, um sich zu orientieren. Den Instruktionen ihrer Lehrmeisterin folgend, griff sie nach einem alten Pilotenhelm, der dort auf einem Baumstumpf lag. Sie setzte ihn auf und klappte das undurchsichtige Schutzvisier vor ihre Augen. Dann tat sie etwas, das BB-8 so laut lospiepsen ließ, dass sie es selbst durch die Lärmfilter des Helmes hören konnte. Sie aktivierte ihr Lichtschwert und trat auf das Tau hinaus, das sich über dem Abgrund spannte.

Die rote Drohne surrte hinter ihr her. Rey mochte praktisch blind sein, aber sie hatte die Macht. Obwohl sie die Drohne nicht mit den Augen sehen konnte, wusste sie genau, wo ihr Verfolger in Bezug auf ihre Umgebung war. Dies erlaubte ihr, den nächsten Angriff vorherzusehen. Als die Drohne von hinten auf sie feuerte, wehrte Rey die Schüsse mit der Klinge ihres Lichtschwerts ab. Gleichzeitig balancierte sie weiter über das Tau, dann sprang sie auf die andere Seite der Schlucht und landete auf festem Boden. Hier nahm sie den Helm wieder ab und warf ihn beiseite. Anstatt zu der letzten Drohne zurückzublicken, machte sie sich sofort daran, einen mächtigen Laubbaum hinaufzuklettern. Von einem seiner oberen Äste flatterte ein rotes Band. Das musste sie sich holen.

Als Rey sich dem Stück Stoff näherte, erreichte auch die rote Drohne den Baum. Rey stieß sich von dem dicken Stamm ab und schnitt das Band im Fallen vom Ast. Der Strahl der Drohne verfehlte sie und versengte stattdessen das Ende des Stoffbandes.

Rey landete mit den Stiefeln voraus auf dem Boden, blieb aber gerade so lange stehen, um sich das Band unter den Gürtel zu klemmen. Danach rannte sie mit im Wind flatterndem Gewand über das Tau zurück. BB-8 wartete auf der anderen Seite der Schlucht und rollte wieder hinter ihr her, als sie den Weg weiter zurücksprintete. Er stieß eine Reihe beglückwünschender Piepslaute aus - Rey war im Begriff, diesen Test in Rekordzeit abzuschließen. Der General würde stolz sein.

Dann blieb Rey stehen, und ihre Stiefel wirbelten Erde und Laub auf. Vor ihr schwebte die rote Drohne. Ihre Manövrierdüsen zischten. Das Ding war hartnäckig, das musste man ihm lassen. Aber nun war es Zeit, die Spielchen zu beenden. Das blaue Lichtschwert, das sie hielt, hatte einst Luke Skywalker gehört - und vor ihm dessen Vater. Es hatte mehr als nur ein paar Kämpfe hinter sich. Zuletzt war es im Thronsaal des Obersten Anführers Snoke zum Einsatz gekommen. Der Kyberkristall, der die Energiequelle im Innern darstellte, war damals zerstört worden, als Rey und Kylo Ren um die Waffe gekämpft hatten. Aber Rey hatte die Bruchstücke mitgenommen, und nachdem sie die Jedi-Schriften von Ahch-To eingehend studiert hatte, war es ihr gelungen, den Kristall wieder zusammenzufügen und das Lichtschwert zu reparieren.

Doch bevor Rey die Klinge nun vor sich in Position bringen konnte, traf sie bereits ein Stechstrahl an der Schulter. Rey zuckte zusammen, aber der Schmerz hätte viel schlimmer sein können. Der Strahl der Drohne war auf die niedrigste Energiestufe eingestellt. Das Ding spielte mit ihr!

Die nächsten Schüsse prallten vom Lichtschwert ab und wurden auf die Drohne zurückgelenkt. Nun musste die Maschine den Strahlen ausweichen, und während sie das tat, konnte sie ihr Ziel nicht weiter verfolgen - zumindest dachte Rey das. Sie versuchte, an der Drohne vorbeizusprinten, aber da traf sie ein weiterer Stechstrahl, bevor sie überhaupt merkte, dass die kleine Kugel gefeuert hatte. Sie verzog das Gesicht, weniger vor Schmerz als vor Frustration. Auf keinen Fall würde sie sich von einer Trainingsdrohne besiegen lassen.

Rey sprang vor. Die Drohne wich vor ihrem Angriff zurück und flog dann in einem Bogen um sie herum, wobei sie weiter feuerte. Den Großteil der Strahlen wehrte Rey ab, aber ein paar kamen durch. Sie brannten - und diesmal ließ der Schmerz nicht nach. Die Drohne hatte die Intensität ihrer Schüsse verstärkt.

Nun war Rey wütend. Sie schlug nach der Maschine. Schweiß trat ihr auf die Stirn, ihr Atem wurde schwerer. Die blaue Klinge schnitt einen Baum nieder, dann noch einen, aber sie achtete kaum darauf. Die Drohne hielt sich knapp außer Reichweite und beharkte sie mit einer Kanonade von Schüssen. Jeder Treffer brannte schlimmer als der vorige, aber der Schmerz erfüllte sie mit neuer Energie. Rey würde diesen ganzen Dschungel abholzen, falls es sein musste, aber sie würde diesen mechanischen Quälgeist erwischen!

Die rote Drohne schwirrte über ihr hinweg, und in ihrer Frustration schleuderte Rey ihr Lichtschwert hinter der Maschine her. Die Klinge kam dem Ziel unglaublich nahe, aber dann richtete die Drohne ihre Düsen neu aus und schnellte aus der Flugbahn des Lichtschwerts. So schnitt die Waffe nur ein Loch in das Blätterdach über Rey, ein kleines Fenster, durch das man den Himmel sehen konnte.

Rey wirbelte herum und suchte mit den Augen nach der Drohne. Da! Sie raste von hinten heran. Offenbar hatte sie nun ebenfalls genug von den Spielchen - ihr hohes Surren zeigte an, dass ihr Stechstrahl nun auf maximale Leistung eingestellt war. Der nächste Treffer würde Reys Muskeln lähmen und sie zu Boden schicken. Dann könnte sie sich von ihrer neuen Rekordzeit verabschieden.

Die Drohnen waren alle darauf programmiert, Reys Kampfmanöver zu analysieren und anhand dieser Daten ihre nächste Aktion vorherzuberechnen. Bislang hatte die rote Drohne erstaunlich oft richtig gelegen. Zu dumm nur, dass sie einen wichtigen Faktor nicht miteinberechnen konnte: die Macht! Folglich konnte die Maschine nicht rechtzeitig reagieren, als ein Ast den Gesetzen der Schwerkraft trotzte und vom Boden hoch in Reys Hand flog. Sie schwang den Ast, wie sie ihren Kampfstab schwingen würde,...

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