Der Heilige Krieg

Mohammed, die Kreuzritter und der 11. September
 
 
C. Bertelsmann Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. September 2011
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05648-3 (ISBN)
 
Dschihad - Heiliger Krieg. Seit dem 11. September 2001 ist dieser Begriff gleichbedeutend mit islamischem Terror und mit der Angst des Westens. Aus Anlass des zehnten Jahrestages von 9/11 dokumentieren Guido Knopp, Stefan Brauburger und Peter Arens, dass der Heilige Krieg keineswegs auf den Islam beschränkt ist. Ein Blick in die Geschichte lehrt, dass die blutigsten Kriege im Namen Gottes von und zwischen christlichen Konfessionen geführt wurden.

Durch die Jahrhunderte - von der Ausbreitung der muslimischen Religion, den Kreuzzügen, der Expansion des osmanischen Reiches, dem von Deutschen angezettelten Dschihad für den Kaiser während des Ersten Weltkriegs bis zu Osama Bin Laden - wird deutlich, wie religiöse Gefühle in Islam und Christentum für politische Zwecke mobilisiert und missbraucht wurden und welchen Einfluss dies auf das Verhältnis der Religionen und Kulturen bis heute ausübt.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
C. Bertelsmann
  • Breite: 155 mm
  • 14,36 MB
978-3-641-05648-3 (9783641056483)
3641056489 (3641056489)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dschihad für den Kaiser (S. 135-136)

Aufstand der Gotteskrieger

Der Angriff erfolgte im Morgengrauen des 26. Januar 1885. 50 000 Gotteskrieger rannten gegen die Befestigungen von Khartum an. Zuvor war die Stadt am Weißen Nil im heutigen Sudan schon fast ein Jahr lang von den Truppen des Mahdi belagert worden. Aber da eine britische Entsatzarmee im Anmarsch war, wollte der islamische Heerführer keine Zeit mehr verlieren. Ein Verräter in der Stadt kam den Angreifern zu Hilfe und öffnete eines der Tore. Über Khartum brach ein Inferno herein. Der britische Gouverneur Lord Gordon fiel im Kampf auf der Treppe seines Regierungsgebäudes. Seine ägyptischen Garnisonseinheiten wurden bis auf den letzten Mann niedergemacht. Die Sieger verschonten auch die Einwohner der Stadt nicht. Viele wurden in ihren Häusern erschlagen, die Überlebenden – Frauen und Kinder – in die Sklaverei verschleppt.

Das Massaker wirkte auf England wie ein lähmender Albtraum. Nicht nur in London war man schockiert. Das mächtigste Reich, das jemals auf der Erde existierte, das Britische Empire, in die Knie gezwungen von einer zusammengewürfelten Armee? Besiegt von schlecht bewaffneten Stammeskriegern, die von dem Sohn eines Bootsbauers angeführt wurden? Wie war das möglich? Der Mann, der die Briten das Fürchten lehrte, hieß Muhammad Ahmad. In den Augen seiner Anhänger war er kein gewöhnlicher Mensch, sondern ein Gesandter Allahs, der »Mahdi«.

Ähnlich wie die jüdische Religion kennt auch der Islam die Vorstellung eines Messias, der am Ende der Zeiten von Gott geschickt wird, um die Mächte des Guten in den Endkampf gegen jene des Bösen zu führen. Im Lauf der Geschichte wurden immer wieder Männer mit dieser Figur identifiziert. Doch keiner errang eine solche Machtfülle wie Muhammad Ahmad. Der politische Hintergrund seines Aufstands waren die verworrenen Verhältnisse in einer Region, die bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist: dem Sudan. Damals gehörten Teile des afrikanischen Landes zu Ägypten.

Dessen Staatsoberhaupt, der Khedive oder Vizekönig, war nominell ein Untertan des osmanischen Sultans, in Wirklichkeit aber weitgehend unabhängig von der Hohen Pforte. Stattdessen hatten sich seit einigen Jahren die Briten im Land breitgemacht. Denn durch Ägypten verlief die wirtschaftliche Schlagader des Empire, der Sueskanal. Die Wasserstraße, die den Seeweg nach Indien um viele Wochen abkürzte, war 1869 in Betrieb genommen worden.

Aber Ägypten hatte sich mit dem gigantischen Projekt finanziell ruiniert. 1875 brachten sich die Engländer in den Besitz der Aktienmehrheit an der französisch-ägyptischen Betreibergesellschaft des Kanals und stellten in den folgenden Jahren im Verbund mit anderen europäischen Staaten das bankrotte Nilland unter eine internationale Finanzaufsicht. Doch gegen die Einflussnahme der Europäer regte sich Widerstand. Am 11. Juni 1882 kam es in Alexandria zu blutigen Unruhen, bei denen eine Reihe von Ausländern ermordet wurde. Großbritannien nahm die Ausschreitungen zum Anlass, Ägypten zu besetzen, die Unabhängigkeitsbewegung niederzuschlagen und die Kanalzone militärisch zu sichern.

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