Völker- und Europarechtsfreundlichkeit als Verfassungsgrundsätze

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Dezember 2013
  • |
  • XV, 380 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-153028-9 (ISBN)
 
Völker- und Europarechtsfreundlichkeit sind anerkannte ungeschriebene Verfassungsgrundsätze. Sie haben die Aufgabe, bei Regelungskonflikten im Mehrebenenrechtssystem normative Lösungen zu formulieren, um den Mangel an positiv-rechtlichen Konflikt- und Kollisionsnormen zu überwinden. Wesentlicher Baustein ist die "Offene Staatlichkeit" des deutschen Verfassungsstaates, die die überstaatliche Rechtsintegration erlaubt und damit die Offenheit gegenüber dem Einfluss überstaatlichen Rechts auf das nationale Recht formuliert. Dabei gehen die Völkerrechtsfreundlichkeit und die Europarechtsfreundlichkeit über ein rein deskriptives Verständnis hinaus. Sie entfalten konkrete Rechtsfolgen im prozeduralen und materiellen Sinn. Als ungeschriebene Rechtsgrundsätze sind sie an das geschriebene Verfassungsrecht und an die Grenzen des Art. 79 Abs.3 GG gebunden.
 
Völker- und Europarechtsfreundlichkeit sind anerkannte ungeschriebene Verfassungsgrundsätze. Sie haben die Aufgabe, bei Regelungskonflikten im Mehrebenenrechtssystem normative Lösungen zu formulieren, um den Mangel an positiv-rechtlichen Konflikt- und Kollisionsnormen zu überwinden. Wesentlicher Baustein ist die "Offene Staatlichkeit" des deutschen Verfassungsstaates, die die überstaatliche Rechtsintegration erlaubt und damit die Offenheit gegenüber dem Einfluss überstaatlichen Rechts auf das nationale Recht formuliert. Dabei gehen die Völkerrechtsfreundlichkeit und die Europarechtsfreundlichkeit über ein rein deskriptives Verständnis hinaus. Sie entfalten konkrete Rechtsfolgen im prozeduralen und materiellen Sinn. Als ungeschriebene Rechtsgrundsätze sind sie an das geschriebene Verfassungsrecht und an die Grenzen des Art. 79 Abs.3 GG gebunden.
  • Dissertationsschrift
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 4,60 MB
978-3-16-153028-9 (9783161530289)
10.1628/978-3-16-153028-9
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einführung
  • I. Rezeption der Rechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes
  • II. Ziel und Gang der Darstellung
  • Kapitel 1: Rechtsfreundlichkeit im offenen Verfassungsstaat
  • § 1 Offene Staatlichkeit und überstaatliche Rechtsintegration
  • I. Die »offene Staatlichkeit« des Grundgesetzes
  • 1. Die offene Staatlichkeit als Idee des Grundgesetzes
  • 2. Verfassungsrechtliche Rückbindung der offenen Staatlichkeit
  • 3. Staatstheoretische Einordnung der offenen Staatlichkeit
  • II. Rechtsintegration und Mehrebenenrechtssystem
  • 1. Integration von Staaten
  • a. Allgemeine Begriffsdefinition
  • b. Integration der Staatengemeinschaft
  • 2. Rechtsintegration
  • a. Begriff der Rechtsgemeinschaft
  • b. Die EU als Rechtsgemeinschaft
  • III. Entstehung eines Mehrebenenrechtssystems
  • § 2 Spannungslagen im Mehrebenenrechtssystem
  • I. Bestandsaufnahme
  • II. Rechtliche Ausgangssituation
  • III. Erforderlichkeit für einen Grundsatz der Rechtsfreundlichkeit
  • Kapitel 2: Koordinaten eines Grundsatzes der Rechtsfreundlichkeit
  • § 3 Ungeschriebene Verfassungsgrundsätze
  • I. Ungeschriebenes Verfassungsrecht
  • II. Prinzipienlehre
  • 1. Rechtsgrundsätze in der Rechtstheorie
  • a. Meinungsstand
  • b. Eigener Definitionsansatz
  • c. Rechtsgrundsätze als Rechtsnormen
  • 2. Verfassungsgrundsätze
  • a. Kategorisierung
  • b. Verankerung von Verfassungsrundsätzen
  • c. Rechtswirkungen
  • § 4 Anforderungen an einen Grundsatz der Rechtsfreundlichkeit
  • I. Ableitungsgrundlage
  • 1. Internationale Freundlichkeit als Staatsziel
  • a. Verfassungsrechtliche Staatszielbestimmungen
  • aa. Allgemein
  • bb. Begrenzte normative Dimensionen von Staatszielbestimmungen
  • cc. Verfassungsrechtliche Staatsstrukturprinzipien
  • dd. Komplementarität
  • b. Verfassungsrechtliche Festlegung der internationalen Freundlichkeit
  • 2. Europafreundlichkeit als Verfassungspflicht
  • a. Verfassungspflichten
  • b. Europafreundlichkeit zwischen Staatsziel und Verfassungspflicht
  • c. Abschließende Betrachtung
  • 3. Verfassungsrechtliche Hinwendung zum überstaatlichen Recht
  • a. Völkerrecht
  • aa. Allgemeine Regeln des Völkerrechts
  • (1) Begriff der allgemeinen Regeln des Völkerrechts
  • (2) Rang, Geltung und Anwendung der allgemeinen Regeln des Völkerrechts
  • (3) Bindungswirkung
  • bb. Völkerrechtliche Verträge
  • (1) Geltung, Rang und Anwendung völkerrechtlicher Verträge
  • (2) Verhältnis zu Art. 25 GG
  • (3) Sonderrolle von Menschenrechtsverträgen
  • cc. Recht internationaler Organisationen
  • (1) Zwischenstaatliche Einrichtungen
  • (2) Hoheitsübertragung
  • (3) Hoheitsübertragung durch Gesetz
  • (4) Geltung und Anwendung des Rechts internationaler Organisationen
  • (5) Rangfrage
  • (6) Voraussetzungen und Schranken der Hoheitsübertragung
  • dd. Monismus und Dualismus
  • ee. Völkerrecht als Gegenstand und Maßstab verfassungsgerichtlicher Verfahren
  • ff. Konkretisierung der Konfliktfelder
  • gg. Schaubild: Verzahnung der Rechtsordnungen
  • b. Recht der Europäischen Union zwischen Staats- und Völkerrecht
  • aa. Das Unionsrecht in der nationalen Rechtsordnung
  • (1) Unmittelbare Anwendbarkeit
  • (2) Vorrang des Unionsrechts
  • bb. Konkretisierung der Konfliktfelder
  • II. Ratio legis
  • 1. Grundsatz der Rechtsfreundlichkeit
  • 2. Ungeschriebene Rechtsfolgen zur Auflösung der Spannungslagen
  • III. Mitsetzungsbegründung
  • IV. Bindungswirkung
  • § 5 Zum Begriff des Grundsatzes der Rechtsfreundlichkeit
  • I. Facettenreichtum
  • II. Semantische Unschärfe
  • 1. Offene Staatlichkeit
  • a. Internationale Offenheit und Europafreundlichkeit
  • b. Integrationsoffenheit und Integrationsfreundlichkeit
  • c. Völkerrechtsfreundlichkeit und Europarechtsfreundlichkeit.
  • 2. Grundsatz der Völker- und Europarechtsfreundlichkeit
  • 3. Notwendigkeit eines kohärenten Begriffsverständnisses
  • 4. Zusammenfassung: Schaubild
  • Kapitel 3: Der Grundsatz der Völkerrechtsfreundlichkeit
  • § 6 Materiellrechtliche Dimension
  • I. Völkerrechtsfreundlichkeit als Vollzug- und Kollisionsregel
  • II. Achtung fremder Rechtsordnungen
  • III. Modifizierung des lex posterior-Grundsatzes
  • IV. Völkerrechtsfreundliche Auslegung
  • 1. Grundlagen der völkerrechtsfreundlichen Auslegung
  • 2. Verwaltungsabkommen
  • 3. Völkerrechtliche Verträge ohne Zustimmungsgesetz
  • 4. Einbeziehungen von Entscheidungen überstaatlicher Gerichte .
  • 5. Weitere Wirkung überstaatlicher Gerichtsentscheidungen
  • 6. Das Recht internationaler Organisationen mit Anwendungsvorrang
  • 7. Allgemeine Regeln des Völkerrechts, Art. 25 GG
  • 8. Völkerrechtsfreundliche Auslegung im Lichte der Methodenlehre
  • a. Grundüberlegungen
  • aa. Auslegungskanones
  • bb. Systemkonforme Auslegung
  • b. Völkerrechtskonforme Auslegung als systemkonforme Auslegung
  • c. Völkerrechtsfreundliche Auslegung als Konfliktvermeidungsregel
  • d. Zwischenergebnis
  • V. Fazit: Völkerrechtsfreundlichkeit als Konflikt- und Kollisionsregel
  • § 7 Prozedurale Dimension
  • I. Pflicht zur Korrektur von Völkerrechtsverstößen
  • II. Pflicht zur Beachtung des Völkerrechts
  • 1. Pflicht zur völkerrechtsfreundlichen und -konformen Auslegung
  • 2. Pflicht zur Berücksichtigung von gerichtlichen Entscheidungen
  • a. Berücksichtigung im Rahmen der völkerrechtsfreundlichen Auslegung
  • b. Pflicht zur Aufhebung einzelner Rechtsakte
  • aa. Wiederaufnahmepflicht und entgegenstehende Rechtskraft
  • bb. Pflicht zur Rücknahme von Verwaltungsakten
  • cc. Pflicht zur Änderung von Gesetzen
  • 3. Verfassungsrechtliche Durchsetzung
  • III. Pflicht zur Durchsetzung des Völkerrechts gegenüber anderen Staaten
  • IV. Zusammenfassung
  • § 8 Grenzen des Grundsatzes der Völkerrechtsfreundlichkeit
  • Kapitel 4: Der Grundsatz der Europarechtsfreundlichkeit
  • § 9 Abgrenzung zur Europafreundlichkeit
  • § 10 Materiellrechtliche Dimension
  • I. Anwendungsvorrang
  • 1. Unionsrechtliche Perspektive
  • 2. Nationale Perspektive
  • 3. Rechtsfolgen
  • II. Europarechtskonforme und europarechtsfreundliche Auslegung
  • 1. Unionsrechtliche Perspektive
  • 2. Nationale Perspektive
  • III. Europarechtskonforme Rechtsfortbildung
  • 1. Unionsrechtliche Perspektive
  • 2. Nationale Perspektive
  • 3. Fazit
  • IV. Anmerkung zur Anwendungserweiterung des Art. 19 Abs. 3 GG
  • V. Zusammenfassung
  • § 11 Prozedurale Dimension
  • I. Ausgangssituation
  • 1. Beachtung des Anwendungsvorrangs
  • 2. Beachtung der Konfliktvermeidungsregeln
  • 3. Weitergehende Loyalitätspflichten
  • a. Unionsrechtliche Vorgaben
  • b. Grundsatz der Europarechtsfreundlichkeit als Spiegel des Art. 4 Abs. 3 EUV
  • c. Fazit
  • II. Pflichten der einzelnen Staatsorgane
  • 1. Legislative: Pflicht zur innerstaatlichen Umsetzung von Unionsrecht
  • a. Umsetzungspflicht
  • b. Frustrationsverbot
  • c. Möglichkeiten einer verfassungsprozessualen Durchsetzung
  • aa. Verletzung der Umsetzungspflicht als Verfassungsverstoß
  • bb. Verfassungsgerichtliche Folgen
  • (1) Das Unionsrecht als verfassungsrechtlicher Prüfungsmaßstab
  • (2) Der Grundsatz der Europarechtsfreundlichkeit als Prüfungsmaßstab
  • d. Das Unionsrecht im Rahmen des § 47 Abs. 1 VwGO
  • 2. Exekutive: Pflicht zur Beachtung und zum Vollzug des Unionsrechts
  • a. Effektivitäts- und Äquivalenzprinzip
  • b. Pflicht zur Nichtanwendbarkeit von unionswidrigem Recht
  • c. Pflicht zur Aufhebung von unionsrechtswidrigen Verwaltungsakten
  • aa. Belastende Verwaltungsakte
  • bb. Begünstigende Verwaltungsakte
  • d. Pflichten der exekutiven Verfassungsorgane
  • aa. Bundesregierung
  • bb. Bundespräsident
  • 3. Judikative: Pflicht zur Beachtung des Unionsrechts
  • a. Grundlagen
  • b. Kooperationsverhältnis
  • c. Vorläufiger Rechtsschutz
  • d. Keine Durchbrechung der Bestandkraft unionsrechtswidriger Urteile
  • e. Verfassungsgerichtliche Durchsetzung der Beachtungspflicht
  • 4. BVerfG: Adressat und Hüter der Europarechtsfreundlichkeit
  • a. BVerfG als Adressat des Grundsatzes der Europarechtsfreundlichkeit
  • aa. Unionsrecht kein verfassungsrechtlicher Prüfungsmaßstab
  • bb. Vorlagepflicht an den EuGH
  • b. Hüter des Grundsatzes der Europarechtsfreundlichkeit
  • c. Kontrollrechte zwischen Europa- und Europarechtsfreundlichkeit
  • aa. Identitätskontrolle
  • bb. Ultra vires-Kontrolle
  • cc. Grundrechtskontrolle
  • dd. Fazit
  • III. Zur Notwendigkeit einer Unionsrechtskonformitätskontrolle
  • § 12 Grenzen des Grundsatzes der Europarechtsfreundlichkeit
  • § 13 Abgrenzung zum Grundsatz der Völkerrechtsfreundlichkeit
  • Résumé: Freundlichkeit als Kategorie des Rechts
  • I. Freundlichkeit und Freundschaft nach Aristoteles
  • II. Normativität der Rechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes
  • 1. Äußere Dimension
  • 2. Innerstaatliche Dimension
  • III. Fazit
  • Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
  • I. Verfassungsrechtliche Grundentscheidungen
  • II. Begegnung rechtlicher Herausforderungen
  • III. Rechtsdogmatische Grundlagen
  • IV. Normative Folgen
  • Literatur- und Quellenverzeichnis
  • I. Literaturverzeichnis
  • II. Gedruckte Quellen
  • Sach- und Personenverzeichnis
DNB DDC Sachgruppen
Dewey Decimal Classfication (DDC)

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