Hexennächte

 
Benjamin Knight (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 8. März 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-648-7 (ISBN)
 
'Wir werden dich finden, wir werden dich töten', flüstern die Hexen ...Nacht für Nacht träumt Michael vom Tod seiner Eltern. Grausam wurden sie umgebracht und mit seltsamen Symbolen bemalt. Und jedes Mal wacht er dann schweißgebadet auf. Als die hübsche Lasha in seine Pflegefamilie kommt, vertraut Michael sich ihr an - und hat nun eine Verbündete. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was vor 13 Jahren mit seinen Eltern geschehen ist. Doch was sie entdecken, ist noch gruseliger als Michaels Albträume: Es scheint, dass in seinen Adern das Blut eines Hexenjägers fließt und seine Feinde davon wissen. Er, der Jäger, wird zum Gejagten ...
Mystery Romane | 0319
Deutsch
0,45 MB
978-3-86349-648-7 (9783863496487)
3863496485 (3863496485)

1. KAPITEL

"Aha, du bist also meine neue Schwester, hm?", sagte Lasha.

Cassandra lächelte. "Jedenfalls deine Stiefschwester."

"Wie ist es denn hier so?", erkundigte sich Lasha, während sie sich in dem riesigen Wohnzimmer umsah. "Was sind die Morelocks für Leute?"

"Die sind echt nett", versicherte ihr Cassandra. "Sie werden dir gefallen. Außerdem hast du jetzt auch noch zwei Brüder. Mit Michael kommst du bestimmt gut klar, Justin ist allerdings eine ganz andere Geschichte."

Lasha schwirrte der Kopf. Im vergangenen Monat hatte sich ihr Leben vollkommen verändert. An einem Montagmorgen, als sie mit ihren Eltern zur Schule gefahren war, hatte sie ein Schulbus von der Seite gerammt.

Ihre Eltern waren sofort tot gewesen. Lasha hatte einige nicht lebensgefährliche Verletzungen erlitten, jedoch etwas mehr als drei Wochen im Krankenhaus verbringen müssen.

An der Beerdigung ihrer Eltern konnte sie dann zwar teilnehmen, hatte allerdings noch im Rollstuhl gesessen. Seit dem Unfall war sie jeden Abend weinend eingeschlafen. Bis auf einige Male, als man ihr Beruhigungsmittel gegeben hatte. Mit den Tabletten hatte sie zwar besser schlafen können, dafür war sie aber von Albträumen verfolgt worden.

Gestern hatte man ihr dann eröffnet, dass sie das Krankenhaus verlassen könne. Da sie keine lebenden Verwandten mehr besaß, musste ihr das Sozialamt eine Pflegefamilie vermitteln, die sie für die nächsten sechs Monate aufnahm. Dann wäre sie achtzehn und könnte tun, was immer sie wollte.

Das Haus ihrer Eltern war bereits abbezahlt. Wenn Lasha schon volljährig gewesen wäre, hätte sie ab sofort dort wohnen können - daran musste sie die ganze Zeit denken, während sie im Krankenhaus gelegen hatte.

Außerdem hinterließen ihre Eltern ihr ein kleines Vermögen als Lebensversicherungssumme, das sie allerdings vor Erreichen ihres achtzehnten Lebensjahres nicht anrühren durfte.

Lasha war groß und schlank, mit langem dunklen Haar und großen dunkelbraunen Augen. Im Unterricht kam sie problemlos mit, im vergangenen Schuljahr hatte sie lauter sehr gute Zensuren gehabt.

Der Unfall war im Dezember passiert, mitten im letzten Schuljahr.

Im Juli würde sie ihren achtzehnten Geburtstag feiern.

Lasha musterte Cassandras Gesicht. Sie fand ihre neue Schwester sehr hübsch mit dem langen glatten dunklen Haar. Sie war nicht ganz so schlank wie Lasha und ein bisschen kleiner. Auf jeden Fall schien sie nett zu sein, und Lasha glaubte, dass sie mit ihrer Pflegeschwester bestimmt gut auskommen würde.

Ihre Pflegeeltern hatte sie zwar schon begrüßt, aber noch keine richtige Gelegenheit erhalten, sich mit ihnen eingehend zu unterhalten. Michael und Justin, ihre Pflegebrüder, musste sie auch erst noch kennenlernen.

Sie wusste inzwischen, dass Justin siebzehn war und Michael gerade seinen achtzehnten Geburtstag gefeiert hatte. Damit wäre er alt genug, um auszuziehen. Aber da er noch das letzte Schuljahr der Highschool zu Ende machen musste, hatte er beschlossen, noch eine Weile bei der Pflegefamilie zu bleiben.

Justin hatte bereits lautstark verkündet, dass er sofort abhauen würde, sobald er achtzehn wäre.

"Wie lange wohnst du denn jetzt schon bei den Morelocks?", wollte Lasha von Cassandra wissen.

"Drei Jahre."

"Und du hast keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht?"

"Nein, nie", versicherte ihr Cassandra. "Solange du dich an die Regeln hältst, kommst du gut mit ihnen aus. Mit Justin hatten sie allerdings am Anfang ziemlich heftige Auseinandersetzungen."

"Weshalb das?"

Cassandra runzelte die Stirn. "Weil er sich nachts rausgeschlichen hat, um sich mit irgendwelchen Schulfreunden zu treffen."

Lasha verstand, was Cassandra meinte. In ihrem vorigen Leben, vor dem Unfall mit ihren Eltern, hatte sie mehrere Mitschüler gekannt, die sich nachts gern aus dem Haus schlichen. Die sogenannten Nachteulen.

Oft hatten sie Lasha überreden wollen, sich ihnen anzuschließen. Aber Lasha war nicht der Typ, der sich gern nachts herumtrieb. Sie kannte außerdem zu viele Kids, die auf die schiefe Bahn geraten waren. Einen ihrer Mitschüler hatten sie sogar in eine Besserungsanstalt geschickt, und da war er immer noch. Eine Freundin von ihr war mit sechzehn schwanger geworden. Lasha wollte so etwas nicht erleben.

"Schleichst du dich auch manchmal nachts raus?", fragte sie Cassandra.

"Oh nein, ich nicht!", erwiderte die und klang dabei richtig schockiert. "Ich hab wirklich keine Lust, in irgendwelche Schwierigkeiten zu geraten."

"Da bin ich ja froh." Es hätte Lasha nervös gemacht, mit einem Mädchen zusammenzuwohnen, das nachts ständig heimlich herumzog.

Lasha teilte sich das Zimmer mit Cassandra. Sie hatten Etagenbetten. Cassandra schlief im unteren Bett, aber sie hatte Lasha angeboten, die Plätze zu tauschen, falls Lasha nicht oben liegen wollte. Die hatte ihr jedoch versichert, dass es ihr egal wäre, wo sie schlief.

Lasha war Einzelkind. Ihre Eltern hatten zwar noch mehr Kinder geplant, aber keine mehr bekommen. Zweimal war ihre Mutter noch schwanger gewesen, hatte aber jedes Mal im frühen Stadium eine Fehlgeburt erlitten. Dann hatten sie es irgendwann aufgegeben.

Lasha gefiel die Vorstellung, jetzt eine Schwester zu haben, auch wenn es nicht die leibliche war. Die meiste Zeit war sie allein gewesen, und nun gab es jemanden, mit dem sie zusammenwohnte. Sie versuchte jedenfalls, ihre Situation so positiv wie möglich zu betrachten.

"Gibt es denn immer noch Probleme mit Justin?"

Cassandra verdrehte die Augen. "Inzwischen ist er der ideale Sohn! Er tut so, als wäre er das Nonplusultra, und nervt. Falls du verstehst, was ich meine. Jedenfalls glaubt er wohl, ohne ihn würde nichts richtig funktionieren. Und er hält sich für unwiderstehlich!"

"Sieht er süß aus?"

Cassandra schüttelte den Kopf. "Nicht direkt. Ich meine, er sieht okay aus. Aber ich sehe ihn halt anders, weil er mein Pflegebruder ist. Manche Mädchen scheinen auf ihn zu stehen."

"Und wie ist Michael?"

"Der ist in Ordnung. Eher das Gegenteil von Justin. Ziemlich klein und schmal, ein schüchterner Typ, intelligent und sehr nett. Obwohl er sich wohl Sorgen wegen seiner Größe macht. Und manchmal hat er Albträume."

"Was denn für Albträume?", wollte Lasha wissen. Sie musste an ihre eigenen denken, unter denen sie seit dem Autounfall und dem Tod ihrer Eltern litt.

"Das weiß ich nicht. Er redet nicht darüber. Aber er wacht in letzter Zeit manchmal mitten in der Nacht schreiend auf."

Über diese Albträume muss ich unbedingt mit ihm reden, nahm sich Lasha vor.

Am frühen Samstagnachmittag war Lasha im Haus ihrer Pflegeeltern eingetroffen. Sie wohnten in einem großzügig angelegten Gebäude mit vier Schlafzimmern. Die beiden Mädchen teilten sich davon eins, die beiden Jungen ein anderes. Das dritte gehörte den Eltern, und im vierten hatten sie ein Arbeitszimmer mit Bibliothek eingerichtet. Die Schlafzimmer der Mädchen und Jungen befanden sich in der unteren Etage. Das Ehepaar Morelock hatte sich im oberen Stockwerk einquartiert.

Lasha und Cassandra saßen unten im Wohnzimmer vor dem Fernseher, als Justin hereinkam. Er warf Lasha einen Blick zu und grinste.

"Na hallo. Wer bist du denn?"

"Das ist deine neue Pflegeschwester", stellte Cassandra sie vor. An ihrem Tonfall war nicht zu überhören, dass ihr Justins Verhalten nicht gefiel.

Justin sah Cassandra stirnrunzelnd an. "Echt?"

"Allerdings. Sie ist heute eingezogen."

"Wieder mal mein Glück", murmelte Justin. "Also ehrlich, du gefällst mir, Lasha. Wie schade, dass ich dich nicht mal einladen kann."

"So ein Pech aber auch", entgegnete Lasha lächelnd. Aber eigentlich gefiel ihr Justin nicht so besonders. Er sah nicht schlecht aus. War ziemlich groß, hatte kurz geschnittenes dunkles Haar und dunkle Augen. Aber seine Art fand sie ziemlich arrogant. Er tat ja gerade so, als sollte Lasha sich geehrt fühlen, dass er ihr Komplimente machte.

"Sie haben uns verboten, mit unseren Pflegegeschwistern auszugehen", erklärte Cassandra ihr.

"Echt schade", sagte Lasha, und ihre Bemerkung war ganz offensichtlich ironisch gemeint.

"Vielleicht können wir uns ja trotzdem mal ein bisschen näherkommen", sagte Justin grinsend zu Lasha.

"Denk nicht mal daran", wies ihn Cassandra sofort zurecht. "Sie ist jetzt deine Schwester."

"Aber eben nicht meine richtige", widersprach Justin und zwinkerte Lasha zu.

"Ich habe schon einen Freund", entgegnete Lasha. "Tut mir wirklich leid."

Das mit dem Freund war eine Lüge gewesen. Lasha hatte sich vor dem Unfall ihrer Eltern mit ein paar Jungen getroffen, aber die hatte sie nun schon lange nicht mehr gesehen. Und sie hatte beschlossen, sich jetzt, wo sie in einem anderen Stadtteil lebte, einen neuen Freundeskreis zu suchen. Nur mit ihrer alten Schulfreundin Cherise hatte sie noch Kontakt.

Für Lasha war es leicht, Jungen kennenzulernen. Allerdings wollte sie sich an keinen Typen...

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