Silvia-Gold 108 - Liebesroman

Das ideale Paar - rein theoretisch!
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Mai 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9724-6 (ISBN)
 
Sie ist eine Frau, eine ganz besonders schöne noch dazu - und sie ist Ingenieurin. Sandra Engenhorst hat alle Vorzüge auf ihrer Seite und ist damit ein rotes Tuch für den Juniorchef Paul Heynen, denn er steckt voller männlicher Vorurteile - Frauen und Technik! Und mögen sie auch noch so schön und klug sein, es sind Geschöpfe, die einen um den Verstand bringen, aussaugen und dann fallen lassen, wenn man(n) so dumm ist, keinen großen Bogen um sie zu machen. Sandra kann damit ganz gut leben, wird sie doch so wenigstens nicht von der großen Aufgabe abgelenkt, die der alte Heynen ihr gestellt hat. Doch Theorien sind dazu da, von der Praxis widerlegt zu werden - plötzlich jedenfalls sind Sandra und Paul ein himmelhochjauchzend verliebtes Paar, bis ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,10 MB
978-3-7325-9724-6 (9783732597246)

Das ideale Paar - rein theoretisch!

Doch in der Praxis müssen sie noch so manches Vorurteil überwinden

Von Martina v. Kleve

Sie ist eine Frau, eine ganz besonders schöne noch dazu - und sie ist Ingenieurin. Sandra Engenhorst hat alle Vorzüge auf ihrer Seite und ist damit ein rotes Tuch für den Juniorchef Paul Heynen, denn er steckt voller männlicher Vorurteile. Frauen und Technik - ein No-Go! Und mögen sie auch noch so schön und klug sein, es sind Geschöpfe, die einen um den Verstand bringen, aussaugen und dann fallen lassen, wenn man?(n) so dumm ist, keinen großen Bogen um sie zu machen.

Sandra kann damit ganz gut leben, wird sie doch so wenigstens nicht von der großen Aufgabe abgelenkt, die der alte Heynen ihr gestellt hat. Doch Theorien sind dazu da, von der Praxis widerlegt zu werden - plötzlich jedenfalls sind Sandra und Paul ein himmelhoch jauchzend verliebtes Paar, bis .

Aber lesen Sie selbst!

»Paul, ich muss dich dringend sprechen!« Aufgeregt stürzte Jürgen Fleming in das Büro des Junior-Chefs der Heynen Maschinenfabrik. Paul sah ein wenig irritiert auf, denn er hatte sich intensiv auf einen komplizierten Schaltplan konzentriert.

Inzwischen hatte sich Jürgen Fleming in den Stuhl vor Pauls Schreibtisch geworfen. Er fuhr sich mit einem Taschentuch über die hohe Stirn.

»Was ist denn los?«, fragte Paul stirnrunzelnd. »Hast du im Lotto gewonnen? Oder warum bist du so aufgeregt?«

»Ich habe gerade mit deinem Vater gesprochen. Weißt du, was er beschlossen hat?«

Paul zuckte die Schultern. »Vielleicht. Manchmal erzählt er es mir.« Er blickte schon wieder auf den Schaltplan. Wie, um alles in der Welt, konnte man ihn verbessern?

»Nun hör, doch mal zu!« Jürgen Fleming, langjähriger Entwicklungsingenieur bei Heynen und zehn Jahre älter als Paul, rutschte auf seinem Stuhl nach vorne. »Dein Vater hat ein neues Team aufgestellt, das sich ab sofort mit der P24 befassen soll. Das alte Team schafft es einfach nicht, die Fehler an der Maschine zu beheben. Und rate mal, wer dem Team angehört?«

Wieder zuckte Paul nur die Schultern.

»Keine Ahnung.« Er nahm den Blick nicht von dem Schaltplan. »Wahrscheinlich du. Mein Beileid.«

»Haha«, lachte Jürgen bitter, »gut geraten. Aber du bist auch dabei.«

Paul zuckte zusammen. »Ich?!« Überrascht blickt er endlich hoch.

Jürgen nickte nachdrücklich. »Genau. Und die Neue. Wie heißt sie doch gleich? Ach ja, Engenhorst.«

Paul machte ein Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen.

»Wieso denn das? Dass wir uns mit dieser Nervensäge von P24 herumschlagen müssen, ist schon schlimm genug. Aber wieso ausgerechnet mit der Engenhorst? Die ist doch erst seit zwei Wochen hier!«

Jürgen faltete die Hände wie zum Gebet.

»Bitte, Paul, rede mit deinem Vater! Lass jemand anderen meine Position einnehmen. Das alte Team bestand aus guten Leuten, und die haben es nicht geschafft, die P24 fehlerfrei zu machen, warum sollte es uns dann gelingen? Und außerdem, was haben wir mit dem Ding zu tun? Wir haben es schließlich nicht entwickelt!«

Paul nickte zustimmend. »Genau. Sonst würde sie ja auch funktionieren.«

Er und Jürgen hatten schon viele Maschinen entwickelt und waren ein aufeinander eingestelltes Team. Paul erhob sich und ging zur Tür.

»Ich gehe mal rüber zu meinem Vater und rede mit ihm. Wenigstens soll er uns zwei Leute aus dem vorherigen Team geben. Die Engenhorst kann er behalten.« Er rümpfte noch einmal die Nase und ging hinaus.

Jürgen blieb angespannt sitzen. Lange würden seine Nerven den Stress nicht mehr mitmachen! Dauernd dieser Erfolgsdruck, und nun würden auch noch jede Menge Überstunden und Reisen zu den nicht funktionierenden Maschinen hinzukommen.

Hoffentlich holte Paul ihn da raus!

»Kommt überhaupt nicht infrage!« Eberhard Heynen schien entschlossener als je zuvor. Er und Paul standen sich in seinem Büro gegenüber.

»Vater, ich verstehe nicht, warum du das jetzige Team ersetzen willst!«

»Weil die Leute unfähig sind! Seit fast zwei Monaten laborieren sie an der P24 - ohne Erfolg.« Eberhard Heynen klang beinahe verzweifelt. »Die Maschine hat unseren Kunden in Manchester ein Vermögen gekostet, weil wir ihm erzählt haben, er könne seinen Marktanteil damit noch weiter ausbauen. Jetzt steht das dumme Ding mehr, als es läuft. Wir haben so viel Geld in die Entwicklung gesteckt und können sie nun nicht einmal verkaufen, obwohl die Kunden fast Schlange stehen. Paul! Und da fragst du mich, warum ich das alte Team absetze?«

Paul machte ein betroffenes Gesicht. Sein Vater hatte ja recht.

»Okay«, gab er zu. »Aber warum die Engenhorst? Die kennt ja kaum den Weg zum Konferenzraum! Kommt gerade von der Uni! Und ausgerechnet sie soll Jürgen und mir helfen, das Problem aus der Welt zu schaffen? Und wo bleibt der vierte Mann? Wir können doch die ganze Arbeit nicht zu dritt bewältigen!«

Nun war Paul genauso aufgeregt wie zuvor Jürgen Fleming. Eberhard schlug seinem Sohn aufmunternd auf die Schulter.

»Paul«, redete er beruhigend auf ihn ein, »meinst du nicht, dass ich mir diese Entscheidung reiflich überlegt habe? Ich sage es dir jetzt mal ganz deutlich: Ob die P24 läuft oder nicht, das ist für unsere Firma eine Existenzfrage. Wir haben ein Vermögen in die Entwicklung gesteckt, dass wir uns eine Niederlage nicht leisten können. Und es wird höchstens ein Jahr dauern, dann ist die Konkurrenz genauso weit wie wir. Haben wir die P24 bis dahin nicht gut eingeführt, sind wir aus dem Rennen.«

Paul nickte. »Ich weiß.«

Eberhard fuhr fort: »Ich weiß, dass ihr demnächst sehr viel Arbeit habt. Aber vier sind einfach zu viele Köpfe für eine derart komplizierte Fehlersuche. Da blockiert einer die Ideen des anderen. Und Frau Engenhorst habe ich genommen, gerade, weil sie frisch von der Uni kommt. Sie ist noch nicht so eingefahren, wie ihr es alle seid. Du wirst sehen, von ihr kommen erstaunliche neue Ideen.«

Paul winkte ab.

»Das ist es nicht allein«, murrte er unzufrieden. »Wir haben doch auch noch andere Frischlinge. Warum ausgerechnet die?«

Eberhard grinste schadenfroh. »Du sprichst sehr respektlos von ihr. Was stört dich? Sie hat die besten Abschlussnoten, ist sehr sympathisch, sieht phantastisch aus .«

»Ja, ja, ja«, unterbrach Paul seinen Vater barsch. »Ich weiß, was du sagen willst. Wenn du jünger wärst und nicht so glücklich verheiratet, dann wäre sie noch etwas für dich.«

»So ist es.« Eberhard strahlte. »Und keiner kann etwas dafür, dass du im Augenblick die Nase voll hast von Frauen. Du wirst sehen, sie wird in naher Zukunft eine phantastische Verkaufsleiterin hergeben. Die Kunden werden ihr unsere P24 nur so aus der Hand reißen. Das ist ein weiterer Grund für meine Entscheidung. Sie muss die Maschine in- und auswendig kennen.«

Paul blieb zunächst der Mund offen stehen.

»Ich dachte, Jürgen wird der neue Verkaufsleiter, wenn Dr. Zander in Pension geht.«

Eberhard winkte ab. »Es ist ja auch noch nichts entschieden. Allerdings sieht es mir ganz danach aus, dass Jürgen mit dieser Position stark überfordert wäre. Wusstest du, dass er neulich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand? Seine Frau hat es mir erzählt.«

»Davon hätte ich etwas bemerkt«, entrüstete sich Paul. Das konnte er nicht glauben.

»Es war während seines Urlaubs. Seitdem nimmt er leichte Beruhigungstabletten. Glaub mir, er würde nicht glücklich mit noch mehr Verantwortung.«

Paul seufzte laut auf. »Also werden wir uns alle deinen Wünschen fügen.«

Eberhard nickte. »Richtig! Denn es ist das Beste, Paul. Wenn du einen besseren Vorschlag hast, teile ihn mir mit.«

»Nein, ist schon in Ordnung. Ich suche jetzt Frau Engenhorst und organisiere eine Besprechung mit dem alten Team.«

»Danke.« Eberhard klopfte seinem Sohn auf die Schulter. Er wusste, er war ein guter Junge. »Wir sehen uns nachher in der Kantine.«

»Frau Engenhorst! Ich habe Sie schon überall gesucht!« Paul stand mitten unter der P24, einer bis zu drei Meter hohen Verpackungsmaschine, und blickte voller Skepsis in die Höhe zu Sandra. Diese stand auf einer Leiter, bewaffnet mit einem Zollstock, einem Block und einem Kugelschreiber.

»So? Na, jetzt haben Sie mich ja gefunden.« Sandra ließ sich nicht stören bei ihrer Arbeit.

Paul trat einen Schritt zurück, um sie besser sehen zu können. Dabei stolperte er beinahe über Sandras Pumps, die sie unten vor der Leiter ausgezogen hatte.

»Sagen Sie, was machen Sie da eigentlich?«

»Ich arbeite mich ein. Soll ich zu Ihnen hinunterkommen?«

Paul zuckte...

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