Versuchsplanung

Produkte und Prozesse optimieren
 
 
Carl Hanser Fachbuchverlag
  • 6. Auflage
  • |
  • erschienen in 2009
  • |
  • 335 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-446-42221-6 (ISBN)
 

Jede Neu- oder Weiterentwicklung von Produkten und Fertigungsprozessen durchläuft eine Vielzahl von Versuchen. Aber Versuche kosten Zeit und Geld, und manche Ergebnisse sind nicht reproduzierbar. Versuchsplanung (auch DOE = Design of Experiments genannt) hilft dabei, mit möglichst geringem Aufwand reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Das Taschenbuch zeigt Praktikern in Entwicklung, Konstruktion und Fertigung, sowie Studenten, wie mit Versuchsplanung Produkte und Prozesse optimiert werden können. Versuchsplanung ist ein wesentlicher Bestandteil der Six-Sigma-Strategie. Anhand von vielen Beispielen wird beschrieben, wie man: durch systematische Beobachtung Informationen sammeln, durch einfache Versuche einfache Probleme lösen, mit wenigen Einzelversuchen die Bedeutung vieler Faktoren gleichzeitig beurteilen und so die wichtigen von den unwichtigen trennen, robuste Produkte und Prozesse entwickeln, die Abhängigkeit mehrerer Zielgrößen von mehreren Faktoren gleichzeitig erfassen und ein gemeinsames Optimum suchen, und schrittweise Fertigungsprozesse und Produkte verbessern kann. Ziel des Taschenbuches ist, einen anwendungsorientierten Überblick zu geben. Es verbindet die Methoden der klassischen Statistischen Versuchsplanung mit Ideen von D. Shainin, G. Taguchi und vielen anderen zu einer neuen Kombination. So können die Vorteile aller Methoden genutzt werden. JAVA-Applets visualisieren die Grundlagen - Statistik kann spielerisch erlebt und so besser verstanden werden. In der 6. Auflage wurde insbesondere das Kapitel "Software" aktualisiert. Zahlreiche Hersteller haben wiederum die aktuellsten Demos ihrer Versuchsplanungs- bzw. Statistiksoftware zur Verfügung gestellt. Mit den Beispieldaten auf der DVD kann der Anwender die Programme anhand bekannter Beispiele selbst testen und das für seine Bedürfnisse am besten geeignete auswählen. Ein Buch für alle Entwicklungs-, Fertigungs- und Qualitätsingenieure, Dozenten und Studenten der Ingenieurwissenschaften.

  • Deutsch
  • 4,98 MB
978-3-446-42221-6 (9783446422216)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Vorwort [Seite 6]
2 - Inhalt [Seite 8]
3 - 1 Einführung [Seite 13]
3.1 - 1.1 Warum Versuche? [Seite 13]
3.2 - 1.2 Warum Statistik [Seite 13]
3.3 - 1.3 Warum Versuchsplanung? [Seite 16]
3.4 - 1.4 Welche Art von Ergebnissen kann man erwarten? [Seite 18]
3.5 - 1.5 Versuche oder systematische Beobachtung? [Seite 20]
4 - 2 Ausgewählte Begriffe [Seite 22]
4.1 - 2.1 Zielgrößen [Seite 22]
4.2 - 2.2 Einflussgrößen [Seite 23]
4.3 - 2.3 Steuergrößen [Seite 23]
4.4 - 2.4 Störgrößen [Seite 24]
4.5 - 2.5 Faktoren [Seite 24]
4.6 - 2.6 Faktorstufen [Seite 25]
5 - 3 Vorgehensweise im Überblick [Seite 26]
5.1 - 3.1 Ausgangssituation beschreiben [Seite 26]
5.2 - 3.2 Untersuchungsziel festlegen [Seite 28]
5.2.1 - 3.2.1 Optimale Lage des Mittelwerts [Seite 28]
5.2.2 - 3.2.2 Reduzierung der Streuung/Robustheit [Seite 29]
5.2.3 - 3.2.3 Erkennen der wichtigsten Störgrößen in der Fertigung [Seite 30]
5.2.4 - 3.2.4 Gleichzeitig fertigen und lernen [Seite 30]
5.2.5 - 3.2.5 Funktion und Zuverlässigkeit nachweisen [Seite 31]
5.3 - 3.3 Zielgrößen und Faktoren festlegen [Seite 31]
5.3.1 - 3.3.1 Auswahl der Zielgrößen [Seite 31]
5.3.2 - 3.3.2 Sammlung der Einflussgrößen [Seite 32]
5.3.3 - 3.3.3 Auswahl der Faktoren [Seite 34]
5.3.4 - 3.3.4 Festlegung der Faktorstufen [Seite 35]
5.3.5 - 3.3.5 Einflussgrößen, die nicht untersucht werden [Seite 37]
5.4 - 3.4 Versuchsplan aufstellen [Seite 38]
5.4.1 - 3.4.1 Festlegung der Faktorstufenkombinationen [Seite 38]
5.4.2 - 3.4.2 Anzahl der Realisierungen [Seite 38]
5.4.3 - 3.4.3 Blockbildung [Seite 39]
5.4.4 - 3.4.4 Randomisierung [Seite 40]
5.4.5 - 3.4.5 Aufwandsabschätzung [Seite 41]
5.5 - 3.5 Versuche durchführen [Seite 43]
5.5.1 - 3.5.1 Vorbereitung [Seite 43]
5.5.2 - 3.5.2 Durchführung [Seite 44]
5.6 - 3.6 Versuchsergebnisse auswerten [Seite 45]
5.7 - 3.7 Ergebnisse interpretieren und Maßnahmen ableiten [Seite 48]
5.7.1 - 3.7.1 Interpretation [Seite 48]
5.7.2 - 3.7.2 Maßnahmen [Seite 49]
5.8 - 3.8 Absicherung, Dokumentation, weiteres Vorgehen [Seite 50]
5.8.1 - 3.8.1 Absicherung der Verbesserungen [Seite 50]
5.8.2 - 3.8.2 Dokumentation [Seite 50]
5.8.3 - 3.8.3 Weiteres Vorgehen [Seite 51]
6 - 4 Systematische Beobachtung [Seite 52]
6.1 - 4.1 Multi-Vari-Bild [Seite 52]
6.2 - 4.2 Darstellung der örtlichen Verteilung von Fehlern [Seite 56]
6.3 - 4.3 Prozessvergleich [Seite 59]
6.4 - 4.4 Paarweiser Vergleich von Produkten [Seite 61]
7 - 5 Einfache Versuche [Seite 63]
7.1 - 5.1 Variablenvergleich zur Prozessverbesserung [Seite 63]
7.2 - 5.2 Komponententausch zur Produktverbesserung [Seite 67]
7.3 - 5.3 Überblick über die Methoden nach D. Shainin [Seite 70]
8 - 6 Statistische Grundlagen [Seite 71]
8.1 - 6.1 Verteilung [Seite 71]
8.1.1 - 6.1.1 Häufigkeitsverteilung von Versuchsergebnissen [Seite 71]
8.1.2 - 6.1.2 Verteilungsdichte und Verteilungsfunktion [Seite 74]
8.1.3 - 6.1.3 Normalverteilung [Seite 76]
8.2 - 6.2 Auswertung einer Stichprobe [Seite 77]
8.2.1 - 6.2.1 Repräsentative Stichprobe [Seite 77]
8.2.2 - 6.2.2 Eintragung ins Wahrscheinlichkeitsnetz [Seite 79]
8.2.3 - 6.2.3 Schätzwerte für Mittelwert µ und Varianz s2 [Seite 82]
8.2.4 - 6.2.4 Vertrauensbereiche [Seite 84]
8.3 - 6.3 Vergleich von zwei Mittelwerten [Seite 88]
8.3.1 - 6.3.1 Auswertung von Versuchsergebnissen [Seite 89]
8.3.2 - 6.3.2 Festlegung des Stichproben- bzw. Versuchsumfangs [Seite 95]
8.3.3 - 6.3.3 Voraussetzungen [Seite 97]
8.4 - 6.4 Transformation von Messwerten [Seite 101]
8.4.1 - 6.4.1 Logarithmische Normalverteilung [Seite 101]
8.4.2 - 6.4.2 Poisson-Verteilung [Seite 102]
8.4.3 - 6.4.3 Box-Cox-Transformation [Seite 104]
9 - 7 Vollständige faktorielle Versuchspläne Grundlage der Versuchsplanung [Seite 106]
9.1 - 7.1 Zwei Faktoren auf je zwei Stufen [Seite 106]
9.1.1 - 7.1.1 Versuchsplan und Effekte [Seite 106]
9.1.2 - 7.1.2 Auswerteformalismus und Beurteilung der Signifikanz [Seite 109]
9.1.3 - 7.1.3 Interpretation von Wechselwirkungen [Seite 111]
9.1.4 - 7.1.4 Randomisierung und Blockbildung [Seite 113]
9.2 - 7.2 k Faktoren auf je zwei Stufen [Seite 118]
9.2.1 - 7.2.1 Versuchsplan [Seite 118]
9.2.2 - 7.2.2 Auswertung [Seite 119]
9.2.3 - 7.2.3 Versuchsumfang [Seite 125]
9.3 - 7.3 Auswertung von Versuchsplänen mit n = 1 [Seite 126]
9.3.1 - 7.3.1 Wahrscheinlichkeitsdarstellung der Effekte [Seite 126]
9.3.2 - 7.3.2 Schätzung der Zufallsstreuung durch "Pooling" [Seite 130]
9.3.3 - 7.3.3 Risiken [Seite 132]
10 - 8 Screening-Versuchspläne [Seite 133]
10.1 - 8.1 Hintergrund [Seite 133]
10.2 - 8.2 Fraktionelle faktorielle Versuchspläne [Seite 134]
10.2.1 - 8.2.1 Der fraktionelle faktorielle 2^4-1-Plan als Beispiel [Seite 134]
10.2.2 - 8.2.2 Anwendung des 2^4-1-Plans zur Blockbildung [Seite 138]
10.2.3 - 8.2.3 Fraktioneller faktorieller 2^k-p-Plan [Seite 141]
10.2.4 - 8.2.4 Was bedeutet Vermengung? [Seite 144]
10.2.5 - 8.2.5 Auflösung [Seite 148]
10.2.6 - 8.2.6 Überblick über 2^k-p-Pläne [Seite 149]
10.2.7 - 8.2.7 Praxisbeispiel Reflowlöten [Seite 151]
10.3 - 8.3 Plackett-Burman-Versuchspläne [Seite 160]
10.3.1 - 8.3.1 Plackett-Burman-Versuchspläne der Auflösung III [Seite 161]
10.3.2 - 8.3.2 Plackett-Burman-Versuchspläne der Auflösung IV [Seite 163]
10.3.3 - 8.3.3 Übersättigte Pläne [Seite 164]
10.4 - 8.4 Weitere Screening-Versuchspläne [Seite 164]
10.5 - 8.5 Funktionstest [Seite 165]
10.6 - 8.6 Einsatzempfehlungen [Seite 167]
11 - 9 Robuste Produkte/Prozesse [Seite 169]
11.1 - 9.1 Ziel und Strategie von G. Taguchi [Seite 169]
11.1.1 - 9.1.1 Qualitätsziel: Streuung minimieren [Seite 170]
11.1.2 - 9.1.2 Entwicklungsstrategie: Robuste Produkte/Prozesse [Seite 170]
11.2 - 9.2 Taguchis Versuchspläne und ihre Auswertung [Seite 172]
11.3 - 9.3 Alternative Ansätze [Seite 180]
11.3.1 - 9.3.1 Aus der Differenz von Messwerten abgeleitete Zielgrößen [Seite 180]
11.3.2 - 9.3.2 Wechselwirkung zwischen Steuer- und Rauschfaktoren [Seite 181]
11.4 - 9.4 Anmerkungen zu den "Orthogonalen Feldern" u.ä. [Seite 182]
11.4.1 - 9.4.1 Orthogonale Felder [Seite 182]
11.4.2 - 9.4.2 Lineare Graphen und Dreieckstabellen [Seite 183]
11.4.3 - 9.4.3 Dummy Levels, Pseudo Factor Designs, Idle Columns [Seite 184]
12 - 10 Regressionsanalyse [Seite 186]
12.1 - 10.1 Einfache lineare Regression [Seite 186]
12.1.1 - 10.1.1 Methode der kleinsten Quadrate [Seite 187]
12.1.2 - 10.1.2 Bestimmtheitsmaß und Korrelationskoeffizient [Seite 189]
12.1.3 - 10.1.3 Grafische Beurteilung der Residuen [Seite 192]
12.1.4 - 10.1.4 Vertrauensbereiche und Signifikanz [Seite 194]
12.1.5 - 10.1.5 Zusammenhang lineare Regression - Mittelwertvergleich [Seite 199]
12.1.6 - 10.1.6 Quasilineare Regression [Seite 200]
12.2 - 10.2 Mehrfache Regression [Seite 200]
12.2.1 - 10.2.1 Zweifache lineare Regression [Seite 201]
12.2.2 - 10.2.2 Transformierte Einflussgrößen [Seite 204]
12.2.3 - 10.2.3 Prinzip der schrittweisen Regression [Seite 207]
12.2.4 - 10.2.4 Beurteilung des Regressionsmodells [Seite 208]
13 - 11 Versuchspläne für nichtlineare Zusammenhänge [Seite 210]
13.1 - 11.1 Zentral zusammengesetzte Versuchspläne [Seite 210]
13.1.1 - 11.1.1 Orthogonaler Versuchsplan [Seite 211]
13.1.2 - 11.1.2 Technisch bedingte Abweichungen vom Versuchsplan [Seite 213]
13.1.3 - 11.1.3 Bekannte nichtlineare Abhängigkeiten [Seite 213]
13.1.4 - 11.1.4 Varianten von zentral zusammengesetzten Plänen [Seite 214]
13.1.5 - 11.1.5 Praxisbeispiel Laserschneiden [Seite 217]
13.2 - 11.2 Alternative Pläne [Seite 224]
13.2.1 - 11.2.1 3^k- und 3^k-p-Pläne [Seite 224]
13.2.2 - 11.2.2 Box-Behnken-Pläne [Seite 225]
13.2.3 - 11.2.3 Kleine zusammengesetzte Pläne [Seite 226]
13.2.4 - 11.2.4 Optimale Pläne [Seite 227]
13.3 - 11.3 Grenzen des quadratischen Modells [Seite 229]
13.4 - 11.4 Einsatzempfehlungen [Seite 231]
14 - 12 Varianzanalyse [Seite 233]
14.1 - 12.1 Einfache balancierte Varianzanalyse [Seite 233]
14.2 - 12.2 Mehrfache Varianzanalyse [Seite 239]
14.3 - 12.3 Feste und zufällige Effekte [Seite 242]
14.4 - 12.4 Nicht vollständige Randomisierung [Seite 244]
14.4.1 - 12.4.1 Alle Realisierungen einer Kombination gemeinsam [Seite 244]
14.4.2 - 12.4.2 Split-Plot Versuche [Seite 245]
15 - 13 Screening für mehrstufige Faktoren [Seite 247]
15.1 - 13.1 Versuchspläne [Seite 247]
15.2 - 13.2 Auswertung [Seite 248]
15.3 - 13.3 Einsatzempfehlungen [Seite 250]
16 - 14 Versuchspläne für Mischungen [Seite 251]
16.1 - 14.1 Mischungspläne ohne Begrenzungen [Seite 252]
16.2 - 14.2 Auswertung von Mischungsplänen [Seite 254]
16.3 - 14.3 Mischungspläne mit Begrenzungen [Seite 254]
16.4 - 14.4 Kombinierte Versuchspläne [Seite 255]
17 - 15 Spezielle Zielgrößen [Seite 257]
17.1 - 15.1 Gut-Schlecht-Ergebnisse [Seite 257]
17.1.1 - 15.1.1 Möglichkeiten zur Vermeidung [Seite 257]
17.1.2 - 15.1.2 Auswertung [Seite 259]
17.2 - 15.2 Anzahl Fehler [Seite 263]
17.3 - 15.3 Mehrere Zielgrößen [Seite 264]
18 - 16 Sequentielle Optimierungsverfahren [Seite 271]
18.1 - 16.1 Evolutionary Operations (EVOP) [Seite 272]
18.2 - 16.2 Methode des steilsten Anstiegs [Seite 274]
18.3 - 16.3 Simplexverfahren [Seite 275]
18.4 - 16.4 Neuere Entwicklungen [Seite 277]
18.5 - 16.5 Alternative Modellansätze [Seite 279]
19 - 17 Erweiterung von Versuchsplänen [Seite 281]
19.1 - 17.1 Trennung vermengter Wechselwirkungen [Seite 281]
19.2 - 17.2 Zentrumspunkt [Seite 283]
19.3 - 17.3 Zuordnung quadratischer Effekte [Seite 285]
19.4 - 17.4 Nicht realisierbare Faktorstufenkombinationen [Seite 287]
20 - 18 Software [Seite 290]
20.1 - 18.1 Allgemeine Hinweise [Seite 290]
20.2 - 18.2 Beschreibung ausgewählter Programme [Seite 291]
20.3 - 18.3 Spezielle Anwendungsgebiete [Seite 298]
21 - 19 Beispiele [Seite 300]
21.1 - 19.1 Beispiel Motoroptimierung [Seite 300]
21.2 - 19.2 Literaturbeispiele [Seite 305]
21.3 - 19.3 Übungsbeispiele [Seite 306]
21.3.1 - 19.3.1 Papier-Rotor [Seite 306]
21.3.2 - 19.3.2 Nürnberger Trichter [Seite 309]
22 - Anhang A - Abkürzungen und Formelzeichen [Seite 311]
23 - Anhang B - Statistische Tabellen [Seite 312]
24 - Anhang C - Wegweiser durch die Verfahren [Seite 314]
25 - Anhang D - Ablauf einer Versuchsplanung [Seite 316]
26 - Anhang E - Ablauf einer Datenauswertung [Seite 317]
27 - Anhang F - JAVA-Applets auf der DVD [Seite 318]
28 - Anhang G - Software/Beispiele auf der DVD [Seite 322]
29 - Anhang H - Software/Demos im Internet [Seite 325]
30 - Index [Seite 329]

3 Vorgehensweise im Überblick (S. 14-15)

In diesem Kapitel werden die Einzelschritte beschrieben, aus denen ein geplanter Versuch besteht (siehe auch [1 – 4]). Der Schwerpunkt liegt hier auf der Vorbereitung und Nachbereitung. Die eigentliche Versuchsplanung und die Auswertung der Ergebnisse werden später im Detail beschrieben. Ein wesentlicher Aspekt der Versuchsplanung ist, dass bereits in der Planungsphase alle Betroffenen mit eingebunden werden.

Soll z.B. die Entwicklungsabteilung eine Untersuchung zu einem neuen Produkt durchführen, so müssen die Anforderungen (Untersuchungsziele) mit dem Marketing abgestimmt sein, damit das Produkt die Wünsche der Kunden erfüllt, und mit der Fertigung, damit das Produkt kostengünstig gefertigt werden kann. Die beteiligten Mitarbeiter aus den betroffenen Bereichen müssen zwar keine Versuchsplanung im Detail durchführen können, sollen jedoch einen Überblick über Vorgehensweise und Möglichkeiten der Versuchsplanung haben. Dann können sie besser zur Definition der Untersuchungsziele beitragen. Ziel dieses Kapitels ist es, den so von der Untersuchung Betroffenen genügend Information zu geben, dass sie gezielt zur Vorbereitung, insbesondere zur Definition der Untersuchungsziele, beitragen können.

3.1 Ausgangssituation beschreiben

Zur Vorbereitung einer Untersuchung gehört, dass man sich zunächst Rechenschaft ablegt über das Umfeld. Dazu gehören folgende Fragen:

• Wer ist der Kunde? Für wen wird die Untersuchung gemacht? Was stört ihn? Was braucht er? Was ist ihm eine Verbesserung wert? Die Kundenorientierung hilft bei der Formulierung der Ziele und beim Setzen von Prioritäten. Der Kunde kann extern oder firmenintern sein.

• Was ist die langfristige Zielsetzung? Jede Untersuchung kostet Zeit und Geld. Sie ist daher nur zu verantworten, wenn sie einen entsprechenden Nutzen bringt. Um den Nutzen einer Untersuchung beurteilen zu können, muss sie in eine Gesamtstrategie eingeordnet sein.

• Welches (Teil-)Problem soll durch die jetzt geplante Untersuchung gelöst werden? Insbesondere bei komplexen Problemen ist es sinnvoll, sie in überschaubare Teile zu zerlegen und in mehreren Schritten vorzugehen. So kann das Ergebnis des einen Schrittes bei der Planung des nächsten berücksichtigt werden und jeder Einzelschritt bleibt einfach.

• Wie viel Zeit und Geld stehen maximal zur Verfügung? Bei der Verbesserung von Fertigungsprozessen hängt dies von der erzielbaren Einsparung und Wertsteigerung ab. Einsparungen können z.B. durch geringeren Ausschuss, niedrigere Materialkosten oder kürzere Bearbeitungszeiten erzielt werden. Eine Wertsteigerung ergibt sich z.B. bei einer leichteren Verarbeitbarkeit in Folgeprozessen. Bei der Produktentwicklung hängt dies von der erwarteten Wertsteigerung aus Sicht des Kunden oder von der Kosteneinsparung ab. Normalerweise besteht eine Optimierung aus mehreren Einzelschritten. Der Aufwand für einen einzelnen Versuchsplan sollte daher ca. ein Drittel des maximalen Aufwands nicht übersteigen. Für die spätere Dokumentation der Ergebnisse wird empfohlen, die Ausgangssituation quantitativ zu erfassen. So wird eine Kosten-Nutzen-Analyse möglich.

• Wer ist von der geplanten Untersuchung betroffen − und: Sind alle eingebunden? Um eine falsche oder unvollständige Zielsetzung zu vermeiden, müssen alle Betroffenen eingebunden sein. Die Entwicklungsabteilung kann z.B. Untersuchungsziele nicht ohne Berücksichtigung der Kundenwünsche (Marketing) und der Möglichkeiten der Fertigung und Zulieferer festlegen. Für Versuche in der Fertigung ist der wichtigste Teilnehmer der Mann vor Ort, wie z.B. der Anlagenbediener. Er kennt das Problem am besten. Außerdem ist psychologisch wichtig, dass er aktiv mitwirkt und weiß, worum es geht. Ihm soll geholfen werden. Er muss diese Hilfe aber auch akzeptieren.

• Wer ist für das Projektmanagement verantwortlich? Zielsetzung, Randbedingungen u.ä. werden im Team festgelegt. Aber einer muss für das Gesamtprojekt verantwortlich sein. Er kümmert sich um die Einhaltung des Termin- und Kostenplans. Er überwacht das Gesamtprojekt („Kümmerer“, bei SixSigma: Black Belt).

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