Lebendige Seminare, Band 1

Kreative Methoden für den Seminareinstieg und die Themeneinführung
 
 
GABAL (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. August 2016
  • |
  • 160 Seiten
 
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978-3-95623-411-8 (ISBN)
 
Etwa 90 kreative und erprobte Methoden für den Einstieg und die Themeneinführung von Workshops und Seminaren hat Train-the-Trainer-Expertin Zamyat Klein in diesem Buch zusammengestellt. Unabhängig vom Seminarthema können Trainerinnen und Trainer alle Methoden ohne aufwendige Vorbereitung sofort einsetzen und so von Anbeginn an mit kleinen Kniffen für eine gute Arbeitsatmosphäre sorgen. Der Leser erfährt zunächst das Ziel, den Zeitbedarf und die ideale Gruppengröße für die Durchführung der Methode, anschließend erhält er eine Step-by-step-Anleitung und begleitende Tipps. Die Methodensammlung im vorliegenden Band 1 konzentriert sich auf den Seminareinstieg, während sich Band 2 (erscheint im Frühjahr 2017) auf die Themenbearbeitung und den Seminarabschluss bezieht.
  • Deutsch
  • Offenbach
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  • Deutschland
  • 8,57 MB
978-3-95623-411-8 (9783956234118)
3956234111 (3956234111)
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Zamyat M. Klein ist Dipl.-Pädagogin und seit 1991 freie Trainerin, Coach und Autorin zahlreicher Bücher für den Trainingsalltag. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Ausbildung von Trainern (Train the Trainer) sowie die Vermittlung von Kreativitätstechniken. Sie ist Gründerin der OAZE Online Akademie und Veranstalterin von kreativen Lebensplanungs-Workshops in der Türkei.
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2 - 9783869367323 [Seite 2]

Ist es sinnvoll, Erwartungen abzufragen?

In meiner Anfangszeit als Trainerin habe ich gelernt, dass die Abfrage der Erwartungen zu einem Seminarbeginn gehört - und dies daher auch längere Zeit immer so gehalten. Da wir damals vierzehntägige Seminare durchführten, hatten wir zumindest ausreichend Zeit dafür zur Verfügung.

Später kamen mir dann aber vorübergehend Zweifel. Ich hatte zwei- oder dreitägige Seminare, die Planung war sehr konkret und teilweise mit dem Auftraggeber abgestimmt. Oder ich selbst hatte das Konzept entwickelt in der Überzeugung, dass die wichtigen Themen und Aspekte behandelt wurden. Warum also die Erwartungen abfragen, wenn ohnehin alles schon geplant war und feststand? War das nicht Augenwischerei? Und führte es nicht zu Frust bei den Teilnehmern, wenn ich anschließend sagen musste: "Tut mir leid, aber diesen Punkt werden wir hier nicht behandeln, das passt nicht."

Schließlich entwickelte ich folgende Haltung: Es kann aus zweierlei Gründen trotzdem sinnvoll sein, die Erwartungen der Teilnehmer mit einer Übung zu klären, auch wenn die Planung weitgehend feststeht:

Klarheit für Teilnehmer und Trainer

1. Es ist hilfreich, wenn sich die Teilnehmer selbst klarmachen, warum sie eigentlich in diesem Seminar sind: was sie hier lernen wollen, was sie mitnehmen wollen, welche Ziele sie haben und was sich anschließend in ihrer Arbeit und ihrem Verhalten ändern soll. Denn nur dann können sie mit einem klaren Fokus das aus dem Seminar herausziehen, was für sie relevant ist. Das fördert zudem die Haltung, dass die Teilnehmer selbst aktiv dafür verantwortlich sind, wie viel Nutzen sie aus dem Seminar ziehen. Daher ist es sinnvoller, die Teilnehmer nach ihren Zielen als nach ihren Erwartungen zu fragen. Erwartungen sind mit der Haltung verbunden, dass der Trainer sie erfüllen muss. Ziele kann nur jeder für sich selbst definieren und muss sich dafür aktiv einsetzen.

2. Es ist für Sie als Trainer wichtig und hilfreich zu wissen und zu klären, ob die Erwartungen und Ziele der Teilnehmer mit Ihrer Planung zumindest weitgehend übereinstimmen. Auch bei einer ziemlich festgelegten Planung (weil Sie einen konkreten Auftrag erfüllen sollen) lassen sich oft Varianten oder Änderungen vornehmen. Wenn nicht, ist es zumindest wichtig für einen guten Seminarablauf, das offen mit den Teilnehmern zu klären: "Dies und das wird von Ihren Erwartungen aufgegriffen und bearbeitet, Y und Z sind leider nicht möglich." So können Sie dann gemeinsam überlegen, wie es für den jeweiligen Teilnehmer trotzdem ein effektives Seminar wird, ob und wie er sich darauf einlassen kann. Das schafft eine bessere Stimmung, als wenn Sie ihn vertrösten. Sie können nun als erwachsene Menschen eine Vereinbarung treffen, wie Sie trotzdem fruchtbringend miteinander arbeiten wollen.

Es ist im Übrigen auch für die ganze Gruppe interessant zu sehen, dass die Bedürfnisse zum Teil völlig widersprüchlich sind - und es von daher auch nicht möglich ist, alle zu befriedigen. Dabei ist die Metapher vom Supermarkt oder vom Büffet am Anfang ganz hilfreich: Sie bieten eine große Fülle an - und jeder wählt sich das aus, was ihm schmeckt und was er brauchen kann. Wenn jeder zwei bis drei Dinge auswählt und mitnimmt, dann ist das prima. Es kann nicht der Anspruch sein, dass jeder das komplette Büffet abräumt und ihm jede Speise mundet. Dazu agieren die Teilnehmer unter zu unterschiedlichen Arbeitsbedingungen.

Erfahrungsaustausch kann die Arbeit unterstützen

Die Teilnehmer kommen nicht als unbeschriebene Blätter ins Seminar, sondern sind meist schon seit Jahren in ihrem Beruf tätig und bringen Erfahrungen mit. Daher ist es sinnvoll, diese vorhandenen Ressourcen zu nutzen und aufzugreifen.

Um Vorwissen integrieren zu können, müssen Sie diese Ressourcen kennen und Raum geben, damit sich die Teilnehmer darüber austauschen, was sie zum Seminarthema schon kennen, wissen, machen.

Das entlastet auch Sie als Trainer und Sie können es beispielsweise in Arbeitsgruppen nutzen, indem Sie erfahrene Teilnehmer als Co-Trainer agieren lassen (insbesondere bei Train-the-Trainer-Seminaren) oder diese im Plenum um Ergänzungen bitten.

Es besteht ein großes Bedürfnis nach Erfahrungsaustausch. Ich erinnere mich daran, dass dies einer der wichtigsten Punkte war, als ich Fortbildungen für Lehrer und Ausbilder in der Berufsausbildung durchführte: zu erfahren, was andere bei diesem oder jenem Problem machen. Welche Arbeitsbedingungen sie haben. Was man von ihnen lernen kann.

Die Tipps der Kollegen haben oft mehr Relevanz und Gewicht als die Informationen der Trainer, nutzen und integrieren Sie diese also.

Methoden

1. Erwartungs-ABC

Ziel

Erwartungen und Wünsche der Teilnehmer kennenlernen und mit dem Seminarplan abgleichen

Zeitbedarf

15 Minuten

Teilnehmerzahl

beliebig

Sozialform

Plenum, an Pinnwänden stehend, im Stuhlkreis sitzend

Material

Pinnwände mit Papierbespannung, CD-Player, CD mit Hintergrundmusik, Moderationswolke mit Aufschrift "Wünsche und Erwartungen"

Zur Methode

Diese Methode umfasst beide Aspekte, die beim Thema "Seminarerwartungen" wichtig sind: Die Teilnehmer werden sich selbst über ihre Erwartungen und Wünsche klar und nehmen damit eine aktivere Haltung zum Seminargeschehen ein. Sie als Trainer erfahren, mit welchen Erwartungen die Teilnehmer gekommen sind, und können dann klären, ob und wie Sie darauf eingehen.

Durchführung

Die Teilnehmer sitzen im Stuhlkreis, im Hintergrund spielt leise, ruhige Musik. An einer Pinnwand hängt links oben in der Ecke eine Wolke mit der Aufschrift "Erwartungen und Wünsche". Auf Pinnwänden sind die Buchstaben des Alphabets kreuz und quer notiert, sodass hinter jedem Buchstaben Platz für Ergänzungen ist.

Mit welchen Wünschen und Erwartungen gehen die Teilnehmer ins Seminar? Sind sie gespannt darauf, was kommt? Neugierig? Erwartungsfroh? Voller Hoffnung? Wünschen sie sich möglichst viel Action? Fisch zum Mittagessen? Tipps für die Praxis? Alle denken kurz nach.

Wem etwas einfällt, der geht an die Pinnwand und notiert es, sei es ein Wort oder ein kurzer Satz. Wer mag, kann seinen Beitrag auch kurz kommentieren. Es können auch mehrere Beiträge zu einem Buchstaben notiert werden.

So werden nach und nach Buchstaben mit Begriffen gefüllt. An der Pinnwand entsteht eine kunterbunte Mischung von Wünschen und Erwartungen. Wenn keine Beiträge mehr kommen, wird die Pinnwand noch einmal gesichtet. Vielleicht fällt allen gemeinsam sogar noch ein Begriff zum X und zum Y ein?

Variante

Alle oder mehrere Teilnehmer können immer gleichzeitig an die Pinnwände gehen und ihre Notizen schreiben. Eventuelle Erläuterungen finden dann anschließend statt, wenn alle wieder im Halbkreis sitzen und die Ergebnisse anschauen.

Mögliche Weiterarbeit

Sie können nun als Trainer auf einige Punkte eingehen, die entweder aus dem Rahmen Ihrer Planung fallen oder im Gegenteil einen festen Bestandteil des Seminars ausmachen. Dann können Sie darauf hinweisen, wann der Punkt bearbeitet wird.

Interessant ist es sicher auch zu sehen, welche Erwartungen häufiger auftreten und welche sich vielleicht widersprechen. Es hängt von Ihrer Zeit und Ihrem Ziel ab, wie ausführlich Sie auf die Beiträge eingehen oder ob Sie sie erst einmal so stehen lassen.

Lerntyp

V - Erwartungen aufschreiben

A - miteinander sprechen, Erwartungen vortragen

K - sich während der Übung bewegen, herumlaufen

2. Flipchart-Staffellauf

Ziel

Erfahrungsaustausch

Zeitbedarf

Arbeitsgruppen 10 - 15 Minuten Staffellauf 5 Minuten Plenum 10 - 15 Minuten

Teilnehmerzahl

ab 8

Sozialform

Arbeitsgruppen, Plenum, im Stuhlkreis sitzend,in Schlangen vor Flipcharts stehend

Material

Flipcharts, Filzstifte

Zur Methode

Diese Methode eignet sich gut für Folgeseminare, kann aber genauso auch in Seminaren eingesetzt werden, in denen sich die Teilnehmer noch nicht kennen.

Durchführung

1. Phase

Es werden Gruppen von drei bis vier Teilnehmern gebildet. Sie haben 10 bis 15 Minuten Zeit, um sich auszutauschen, was seit dem letzten Seminar geschehen ist (oder in den letzten drei Monaten, wenn es das erste Seminar ist). Dazu geben Sie am besten Stichworte auf einem Flipchart oder Arbeitsblatt vor.

Beispiel

1.Was ist Besonderes passiert in der Zwischenzeit (in den letzten drei Monaten)? Nennen Sie ein bis zwei...

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