Depotenzierung der Souveränität

Religion und politische Ideologie bei Claude Lefort, Slavoj Zizek und Karl Barth
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. April 2016
  • |
  • 307 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-154577-1 (ISBN)
 
Der durch Hobbes geprägte Begriff der Souveränität erweist sich bis in unsere Gegenwart als entscheidend für Politik und Theologie. Nach Carl Schmitt impliziert er das Moment rechtsfreier und rechtssetzender Gewalt, die dem metaphysisch-theologischen Erbe der neuzeitlichen Moderne entspringt. Der gegenwärtige politische Diskurs begreift Souveränität dagegen nicht mehr als Erbin der Theologie, sondern als Produkt politischer Einbildungskraft des Menschen.
Der Glaube an die Souveränität lebt von der Fiktion, absolute Macht könne real existieren und dauerhaft bestehen. Er stiftet politische Ideologien mit notwendig totalitären Zwecken. Rebekka A. Klein klärt im Verweis auf die Souveränitätskritik der Philosophen Claude Lefort und Slavoj ?i?ek sowie des Theologen Karl Barth, wie diese durchdrungen und entschärft werden. Die drei Autoren leiten eine Depotenzierung der Souveränitätsfigur durch die Stärkung ihrer subversiv-emanzipatorischen Potenziale ein und berufen sich als Quelle ihrer Ideologiekritik auf die Theologie.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 3,70 MB
978-3-16-154577-1 (9783161545771)
10.1628/978-3-16-154577-1
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • 1. Thema, These und Vorgehen der Studie
  • 2. >Politische Theologie<: Souveränität als Hybridfigur
  • 3. Souveränität >ohne< Säkularisierung: Der theologische Verzicht auf die Macht
  • 4. Souveränität als Figur radikaler Politik
  • 5. Depotenzierung statt Verabschiedung der Souveränität
  • Teil A - Radikal-Politische Lektüren der Souveränität
  • I. Souveränität im Horizont einer Revision des Politisch-Imaginären
  • 1. Problemanzeige: Entpolitisierung von Politik
  • 2. Ansatz: Post-marxistische Ideologiekritik im Anschluss an Althusser
  • 3. Gegenstand: Demokratische Figuration der Souveränität im >Volk<
  • 4. Einwand: Repräsentation als Neo-Metaphysik?
  • 5. Zielperspektive: Prekärer Status souveräner Macht
  • II. Lefort: Reduktion der Souveränität auf ein negatives Imaginäres
  • 1. Leforts Einsatz bei der geschichtlichen Kontingenz von Gesellschaft
  • 1.1. Ambiguität des Politischen und ursprüngliche Teilung der Gesellschaft
  • 1.2. Kritik der fundamentalontologischen Deutung der Philosophie Leforts
  • 1.2.1. Marcharts These vom Postfundamentalismus
  • 1.2.2. Kritik an Marchart
  • 1.2.3. Zusammenfassung
  • 1.3. Zwischenfazit
  • 2. Souveränität als Figur des >Anderen< und des >Einen<
  • 2.1. Tragische Moderne: Von der Körpermetaphysik zu den Figuren des Imaginären
  • 2.2. Ideologie als Verdeckung der Unbestimmtheit der Natur des Sozialen
  • 2.3. Eskalation der Souveränität ins Imaginäre: Ideologie oder Emanzipation?
  • 2.4. Zwischenfazit
  • 3. Moderne Souveränität und ihr theologisch-politischer Horizont
  • 3.1. Moderne Religion als Symbol der Öffnung für das sozial Unverfügbare
  • 3.2. Das Theologisch-Politische als Chiasmus
  • 3.3. Ideologien der Demokratie: Säkularer Glaube und unsichtbare Ideologie
  • 3.4. Zwischenfazit
  • 4. Abschluss: Symbolik und Imagination der >Leere< souveräner Macht
  • III. Zizek: Aussetzung der Souveränität im Akt des Realen
  • 1. Zizeks Einsatz beim Realen der Gesellschaft
  • 1.1. Das Unbewusste menschlicher Rede: Psychoanalyse und subversive Gewalt
  • 1.2. Das Reale als Ordnung des >Nicht-Alles<
  • 1.3. Der parallaktische Status des Realen
  • 1.4. Zwischenfazit
  • 2. Ideologiekritische Revision der Souveränität
  • 2.1. Ideologie und die politische Ontologie des Genießens
  • 2.2. Demokratie als Ideologie: Das Phantasma vom >leeren Ort< der Macht
  • 2.3. Subversive Intervention: Vom Volk zum Monarchen
  • 2.4. Zwischenfazit
  • 3. Selbstaufhebung der absoluten Macht im Tod Gottes
  • 3.1. Zizeks >Gott<: Der symbolische Tod des >großen Anderen<
  • 3.2. Kreuz und Todestrieb: Offenbarung als radikal-politischer Akt
  • 3.3. Macht der Liebe: Ende der Logik von Ordnung und Ausnahme
  • 3.4. Zwischenfazit
  • 4. Zizeks politische Theologie
  • 4.1. Relektüre des christlichen Erbes: Hypothek oder Chance für die Gegenwart?
  • 4.2. Atheismus oder christliche >Nicht-Theologie<?
  • 5. Abschluss: Subversive Durchbrechung der Souveränität
  • IV. Denkformen einer Depotenzierung der Souveränität
  • 1. Depotenzierung statt Verabschiedung der Souveränität
  • 2. Imaginäre Entleerung versus subversive Aufhebung des Ortes der Macht
  • 3. Konvergenzen und Divergenzen
  • 4. Leitdifferenzen einer Depotenzierung der Souveränität
  • Teil B - Radikal-Theologische Lektüren der Souveränität
  • I. Souveränität im Horizont einer Revision der Macht Gottes
  • 1. Theologische Anknüpfungspunkte für eine depotenzierte Souveränität
  • 2. Relektüre der Theologie Barths als artikulatorische Praxis
  • 3. Methode: Radikal-theologischer Perspektivwechsel zu Gottes Macht
  • 4. Gegenstand: Figuration der Souveränität in Christus
  • 5. Zielperspektive: Theologie jenseits der (De-)Autorisierung politischer Ordnung
  • II. Barth: Radikaler Entzug der Souveränität und Depotenzierung in Christus
  • 1. Barths Einsatz beim >ganz Anderen< der Gesellschaft
  • 1.1. Radikal-theologischer Ansatz: Gottes Souveränität in seiner Offenbarung
  • 1.2. Gottes Souveränität als Monarchie: Der Vorwurf autoritärer Theologie
  • 1.3. Barths Souveränitätslehre als abstrakter Theismus?
  • 1.4. Zwischenfazit
  • 2. Radikal-theologische Perspektivierung des Politischen
  • 2.1. Lesarten des Ansatzes Barths
  • 2.2. Verbot einer Theologisierung des Politischen?
  • 2.3. Ideologiekritik und politischer Widerstand: Gegenhegemoniale Theologie
  • 2.4. Radikale Politisierung: Der >dritte Weg< als subversive Theologie
  • 2.5. Zwischenfazit
  • 3. Gottes Macht als Figuration einer konkreten Vergegenwärtigung des Realen
  • 3.1. Dämonie des Politischen: Depotenzierung der Mächte durch Entwirklichung
  • 3.2. Christus als konkrete Vergegenwärtigung des Wahren und einzig Realen
  • 3.3. Gottes solidarische Macht: Ermächtigung des Unterlegenen zur Partnerschaft
  • 3.4. Zwischenfazit
  • 4. Kritik an Barth
  • 5. Abschluss: Umbesetzung und modale Transformation der Souveränität
  • Schluss
  • 1. Abschied und Wiederkehr der Souveränität
  • 2. Von der Religionskritik zur Re-Imagination der Religion
  • 3. Zur zukünftigen Auseinandersetzung mit dem Imaginären souveräner Macht
  • Literaturverzeichnis
  • Namenregister
  • Sachregister
Warengruppensystematik 2.0

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