Und es war gut

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Juli 2020
  • |
  • 380 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-8614-4 (ISBN)
 
Franka Reinhardt kann sich nicht so recht über ihren Gewinn freuen. Vierzehn Tage in dem exklusiven Erlebnispark Futura 3000 stehen nicht auf ihrer Prioritätenliste. Doch sie lässt sich von ihrem Mann Victor überreden und hat eben begonnen, die bevorzugte Behandlung auf der luxuriösen Anreise zu genießen, als Maria Gerber, ebenfalls glückliche Gewinnerin, Franka auf Besonderheiten in der Zusammensetzung der Fluggäste aufmerksam macht. Anfangs messen die beiden Frauen dieser Beobachtung wenig Bedeutung bei. Bis sich im weiteren Verlauf der Reise die Auffälligkeiten häufen und Maria plötzlich verschwunden ist.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,63 MB
978-3-7519-8614-4 (9783751986144)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Mona Kim ist in Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis geboren. Nach ihrem Chemiestudium an der Universität Ulm und längerer Tätigkeit im kaufmännischen Bereich schreibt sie nun Romane und Kurzgeschichten.
Und es war gut ist ihre sechste Veröffentlichung.
Weitere Informationen und Titel auf:
www.monakim.de

2


Nun gab es kein Zurück mehr! Franka lehnte sich in dem bequemen Sitz des Langstreckengleiters zurück. Diese Reise war von der ersten Minute an etwas Besonderes. Der Gleiter war mit jedem erdenklichen Luxus ausgestattet. Verstohlen musterte sie ihre Mitreisenden. Insgesamt waren sie 12 Personen, wobei der Herr in der ersten Reihe ihr Reisebegleiter zu sein schien. Ob die restlichen neun der insgesamt zwanzig Gewinner abgesagt hatten? Oder flogen sie nur mit einem anderen Gleiter? Jedenfalls waren die elf Passagiere an Bord allesamt Deutsche, wie an den gelegentlichen Äußerungen zu hören war. Die Stimmung war noch etwas gedämpft, da sich die Anwesenden nicht kannten. Der Aufregung konnte nicht durch angeregte Gespräche Luft gemacht werden, wie das bei einer Urlaubsreise mit Freunden oder Familienangehörigen üblich war. Eine Flugbegleiterin und ein Flugbegleiter kümmerten sich um das leibliche Wohl der Fluggäste.

Victor hatte recht gehabt: In den vergangenen zwölf Wochen hatte sich Franka tatsächlich an den Gedanken, diese Reise alleine anzutreten, gewöhnt. Nun freute sie sich sogar. Der Abschied von ihrer Familie war halb so schlimm gewesen. Es waren schließlich nur vierzehn Tage! Die Mädchen waren bei Victor bestens aufgehoben. Es war schön, so unbeschwert reisen zu können. Auch die bevorzugte Behandlung tat gut. Nun verstand sie endlich den Inhalt der Abkürzung V.I.P.! Franka überließ sich ganz der Vorfreude. Ob sie sich mit einer oder einem ihrer Mitreisenden anfreunden würde? Eine Frau, zwei Sitze vor ihr, war ihr sofort aufgefallen. Sie musste ungefähr in ihrem Alter sein und hatte interessante Gesichtszüge.

Das Fluggerät startete ohne Verzögerung. Auch dies war ein Zeichen der bevorzugten Behandlung. Als sie ihre Flughöhe erreicht und sich die Anschnallgurte gelöst hatten, erhob sich der Herr aus der ersten Reihe.

»Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf Sie im Namen von Futura 3000 herzlich willkommen heißen! Mein Name ist Johannes Kaufmann und ich bin für den heutigen Tag Ihr Reisebegleiter. Sie alle sind auf etwas andere Weise in dieses luxuriöse Transportmittel geraten, als die Gäste, die ich sonst immer begrüße und ich muss ihnen ehrlich sagen: Ich freue mich, endlich einmal diesen Teil der Reise mit »normalen« Menschen machen zu dürfen. Reiche Leute sind ziemlich anstrengend.«

Die meisten lachten oder schmunzelten zumindest.

»Das soll aber nicht heißen, dass wir an irgendetwas gespart hätten. Sie werden in den vollen Genuss all dessen kommen, was Futura 3000 zu bieten hat. Schließlich haben Sie diese Reise von Fortuna persönlich erhalten und wir werden uns hüten, es uns mit der Glücksgöttin zu verderben.«

Auch dieser kleine Scherz wurde mit höflichem Gelächter honoriert.

»Nun werde ich Ihnen etwas über den Ablauf ihres ersten Reiseabschnittes sagen: Die Flugzeit nach Algier beträgt vier Stunden. Es wird Ihnen während dieser Zeit an nichts fehlen, was Sie sicher schon bemerkt haben, wenn Sie die ausliegenden Speise- und Getränkekarten studiert haben.«

Wieder lachten einige: Bei den meisten war dies die erste Handlung an Bord gewesen.

»In den Sitzlehnen sind Bildschirme integriert, über die Sie Zugriff auf 2000 verschiedene Filme und 5000 verschiedenen Musikstücke aller denkbaren Musikrichtungen haben. Falls Sie mit der Bedienung der Geräte nicht zurechtkommen, helfen Monika, Henning« eine Handbewegung deutete in Richtung der beiden Stewarts, »und natürlich ich, Ihnen gerne. Eine Kurzanleitung finden Sie in dem kleinen Fach unter ihrem Sitz.

In Algier angekommen, steigen wir in Mittelstreckengleiter um, die uns nach Tamanrasset bringen. Da diese Stadt direkt an dem Ahaggar Bergmassiv liegt, ist sie nur mit diesen kleineren Transportmitteln zu erreichen. Zumindest, wenn man Wert auf eine gewisse Bequemlichkeit legt, und das tun wir doch alle!«

Ein Blick in die Runde der Passagiere versicherte ihm die Zustimmung aller.

»Von dort aus beginnt das Abenteuer: Wir werden in echte antike Jeeps umsteigen, die uns auf das Futura-Gelände bringen, da auf dem gesamten Gebiet absolutes Flugverbot herrscht. Ich kann Ihnen aber versichern, wir verfügen dort über andere Transportmittel!« Er lächelte geheimnisvoll. »Sobald wir an unserem Ziel angekommen sind, teile ich Ihnen noch ihre Quartiere für die erste Nacht zu, dann trennen sich unsere Wege wieder. Ein Kollege wird meine Aufgabe übernehmen. Monika und Henning servieren Ihnen nun eine Mahlzeit. Falls Sie an mich Fragen haben, drücken Sie auf dem kleinen Tastenfeld, das in Ihre Armstütze eingelassen ist, die 10, ich komme dann unverzüglich zu Ihnen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, eine unvergessliche Reise und guten Appetit!«

Unter dem höflichen Applaus seiner Schützlinge setzte er sich wieder auf seinen Platz, um kurz darauf wieder aufzustehen, da ihn einer der Reisenden gerufen hatte. Franka blätterte in der Speisekarte und entschied sich für einen der köstlich aussehenden Salate. Sie hielt nichts von schweren Mahlzeiten während einer längeren Reise. Der Sitz neben ihr war frei. Da ihnen beim Einsteigen keine Plätze zugewiesen worden waren, hatte sich jeder in eine freie Reihe gesetzt. Doch nun kam die Frau auf sie zu, die ihr schon zu Anfang aufgefallen war. Sie streckte Franka die Hand entgegen.

»Ich heiße Maria Gerber. Darf ich mich zu Ihnen setzen? Wenn wir schon die nächsten vierzehn Tage zusammen verbringen, können wir uns genauso gut gleich miteinander bekannt machen.«

Franka ergriff die dargebotene Hand.

»Franka Reinhardt. Natürlich, gerne! Setzen Sie sich! Ich freue mich, Sie kennen zu lernen.«

Maria Gerber ließ sich neben Franka auf den Sitz fallen. Herr Kaufmann war ihr mit den Blicken gefolgt. Einen Augenblick lang sah es so aus, als ob er Einspruch erheben wollte. Dann überlegte er es sich offensichtlich anders.

»Reizende Kinder haben Sie. Zwillinge fallen einfach immer auf. Meine sind schon groß. Ich konnte sie nicht einmal dazu überreden, mit auf den Flughafen zu kommen. Vierzehn Tage ohne Mutter, verkraften sie mit links.«

»Wie alt sind Ihre denn?«

»Sechzehn und vierzehn. Zwei Jungs. Ihre sind höchstens fünf, nicht wahr?«

»Vier.«

»Da haben sie noch einiges vor sich. Freuen wir uns auf die nächsten vierzehn Tage. Ich bin gespannt wie ein Flitzbogen. Das Informationsmaterial war nicht besonders aufschlussreich. Bilder, auf denen nichts zu erkennen war und nichtssagende Sätze darunter.«

»Stimmt! Das ist mir auch aufgefallen. Eigentlich weiß man nichts über Futura 3000. Jeder spricht davon, aber Konkretes weiß niemand. Außer denen, die schon da waren natürlich. Aber anscheinend schweigen sie eisern. Ob sie für ihr Schweigen bezahlt werden?«

»Sicher! Oder wir bekommen am Ende eine Gehirnwäsche, wie bei »Men in Black«: »Schauen sie bitte alle auf die Spitze dieses Gerätes«. Ein heller Lichtblitz und wir wissen nur noch, dass es toll war, aber nicht warum.«

Franka musste lachen.

»Wenn das so ist, dann brauchen sie sich doch gar nicht die Mühe zu machen, uns etwas zu bieten. Sie können uns vierzehn Tage lang in einen Keller sperren und uns dann der Gehirnwäsche unterziehen.«

»Stimmt! Warten wir es ab. Vielleicht wird es so! Genießen wir den Flug, falls er das einzig Angenehme bleibt!«

Das Essen kam. Maria hatte auch Salat bestellt. Sie grinsten sich an. Dann begannen sie über ihre Mitreisenden herzuziehen. Es waren vier Männer und, außer ihnen, fünf Frauen.

»Anscheinend haben Frauen mehr Glück.«

»Oder die Männer sind feiger. Immerhin fehlen Neun.«

»Victor wäre unheimlich gerne mitgekommen. Wenn es erlaubt gewesen wäre, hätte ich ihm die Reise geschenkt! Er legt mehr Wert auf Abenteuer, als ich.«

»Wenn Victor der Mann ist, der Sie zum Flughafen gebracht hat, dann hätte ich auch nichts dagegen einzuwenden gehabt, nun neben ihm zu sitzen, anstatt neben Ihnen. Könnten wir nicht »du« zueinander sagen?«

»Doch, natürlich!«

Franka lachte über Marias Bemerkung über Victor und über ihre Unkompliziertheit.

»Jochen - das ist mein Mann - wäre um nichts in der Welt für mich eingesprungen. Er setzt sich in keinen Langstreckengleiter, weder zu Luft noch zu Wasser. Unsere Urlaubsziele müssen mit Kurzgleiter erreichbar sein.«

»Ich glaube, wir sind hier so ziemlich die Ältesten. Die Anderen sehen alle jünger aus. Die Frauen sind bestimmt noch unter dreißig und die Männer«, Franka sah sich nochmals um, »höchstens fünfunddreißig. Der ganz vorne ist sicher erst Anfang zwanzig.«

»Wie alt bist du denn? Ich habe dich auch für unter dreißig gehalten.«

»Neununddreißig.«

»Alle Achtung! Da hast du dich aber gut...

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