Morgen kommt der Weihnachtsmörder

 
Dana Kilborne (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 18. Oktober 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-818-4 (ISBN)
 
Dreh dich nicht um - der Mörder geht rum ...

Ihr erster Fall! Als beste Studentin der Kriminalistik darf Olivia bei echten Ermittlungen mitmachen. Ihr Ex-Freund Tucker leider auch. Olivia hofft nur, dass sie sich nicht wieder streiten! Denn Detective Brady Hawk scheint sich nicht besonders über die Unterstützung zu freuen. Jetzt darf ihnen kein Fehler passieren. Sie müssen den Mädchenmörder fassen. Offenbar tritt er charmant auf, lädt sein ahnungsloses Opfer ein, bringt es um und nimmt ein 'Souvenir' mit. Drei Mädchen sind bereits gestorben. Olivia ahnt nicht, dass sie selbst bald ein Date mit dem Tod haben wird!
Mystery Romane | 0201
Deutsch
0,32 MB
978-3-86349-818-4 (9783863498184)
3863498186 (3863498186)

2. KAPITEL

"Mr Brownie? Wer soll das denn sein?", hörte Scarlett jemand fragen. Sie wusste nicht, wer da sprach.

"Keine Ahnung. Aber wie kommst du darauf, dass das Teil von Scarlett kommt?" Das war eindeutig Quince. Die Stimme ihres besten Freundes holte Scarlett wieder zurück ins Hier und Jetzt. Einen Augenblick lang war sie vor Schock und Überraschung wie paralysiert gewesen. Jetzt atmete sie tief durch und blinzelte, bis sich das Bild vor ihren Augen wieder klärte.

"Weil sie es nun mal war!", vernahm sie Heathers patzige Antwort. "Wer außer ihr soll es denn sonst gewesen sein? Weiß doch jeder, dass unsere liebe Miss Davenport hier mich auf den Tod nicht ausstehen kann! Und sie hat doch gerade selbst zugegeben, dass sie diesen . Teddybär hier kennt!"

"Unfug!" Quince' Augen funkelten vor Wut. "Du spinnst ja, so was auch nur von Scarlett zu denken! Außerdem . Siehst du denn nicht, wie sehr sie das Ganze mitnimmt?"

"Hör auf!", schrie Scarlett. Zumindest wollte sie schreien, doch ihre Stimme war kaum lauter als ein heiseres Flüstern. Mühsam schluckte sie. "Ich war das wirklich nicht! Niemals könnte ich Mr Brownie so etwas antun!"

Heather runzelte die Stirn. "Was soll dieses ewige Mr-Brownie-Gefasel? Wer, zum Teufel, soll das sein?"

"Der Bär ." Kopfschüttelnd zog Scarlett, die es noch immer nicht ganz fassen konnte, die Überreste des karamellbraunen Teddys aus dem Paket. "Er sieht genauso aus wie das Stofftier, das ich als junges Mädchen mal gehabt habe ."

"Siehst du?", wandte Heather sich sofort wieder an Quince. "Ich habe es dir doch gesagt. Die Staubschleuder hier gehört ihr, sie hat es ja selbst zugegeben. Von wem außer ihr sollte dieser freundliche Weihnachtsgruß bitte schön sonst stammen?"

Scarlett, der das alles einfach zu viel wurde, zuckte bloß mit den Schultern. Dann drückte sie Heather das Paket in die Hand und ließ sie und Quince einfach stehen.

Draußen, vor der Aula, traf sie auf Emily.

"Was ist denn mit dir los?", fragte ihre Freundin. "Du bist ja total aus der Puste."

Scarlett zog sie mit sich fort. Im Moment konnte sie weder mit Heather noch mit Quince reden. In knappen Worten schilderte sie ihrer Mitbewohnerin, was passiert war.

Emilys Augen wurden vor Staunen immer größer. "Stopp mal, da komm ich gerade nicht mit", sagte sie schließlich stirnrunzelnd. "Dieser Teddy sah also genauso aus wie der, den du selbst einmal besessen hast?"

Scarlett nickte. "Ja wirklich, er sah haargenau so aus wie Mr Brownie, aber ."

"Das ist garantiert auf Heathers Mist gewachsen", behauptete Emily energisch. "Sie hat sich dieses Paket vermutlich selbst schicken lassen, bloß um vor Quince dann so richtig schön eine Welle machen zu können."

Scarlett schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, dass du da richtig liegst."

"Ach, komm schon! Du weißt genau, dass Heather dich nicht abkann. Außerdem ist sie, wenn auch nicht unbedingt auf der Bühne, eine echt gute Schauspielerin. Jede Wette, sie hat diesen armen Teddybär selbst massakriert und dann einen halben Nervenzusammenbruch simuliert. Die ist doch zu allem bereit, nur um dich schlecht dastehen zu lassen. Und wenn man euch beide nicht so gut kennen würde, könnte man ja auch glatt annehmen, dass es so ist, wie sie sagt."

"Du meinst also, sie wollte erreichen, dass die anderen denken, ich hätte ihr diesen aufgeschlitzten Teddybär geschenkt. Sozusagen als Hass-Weihnachtsgeschenk, weil ich mit ihr nicht klarkomme?"

"Natürlich, was denn sonst?"

Scarlett dachte kurz nach, dann schüttelte sie wieder den Kopf. "Nein, ausgeschlossen. Auch wenn du der Ansicht bist, dass sie außerhalb der Bühne gut schauspielern kann - ihr Entsetzen und ihre Wut waren echt, da bin ich mir sicher. Und außerdem ."

Fragend schaute Emily sie an. "Ja?"

"Woher sollte Heather von Mr Brownie wissen?"

"Du wirst mal irgendjemandem davon erzählt haben. Mensch, du weißt doch, wie das ist. Hier an der Uni macht immer alles gleich die Runde."

"Selbst wenn es so ist - dieser Bär sieht genauso aus wie mein Mr Brownie. Ich habe keine Ahnung, wie Heather das so präzise hätte wissen sollen."

"Aber ." Emily runzelte die Stirn. "Dann kapier ich erst recht nicht, wie Heather darauf kommt, dass ausgerechnet du ihr dieses Paket geschickt haben könntest. Ich meine - hallo? Du würdest so was doch niemals tun! Und überhaupt . Ich meine, sie kennt dich doch erst seit ein paar Monaten, und ."

"Das ist es ja eben, sie kann es nicht gewesen sein." Seufzend fuhr Scarlett sich mit der Hand über die Stirn. Sie dachte an die gute halbe Stunde, die ihr in ihrer Erinnerung fehlten. Was mochte alles in diesem Zeitraum vorgefallen sein? Alles war wie ausgelöscht - und diese Ungewissheit machte sie fast verrückt. "Ehrlich gesagt, ich bin nicht sicher, ob Heather nicht recht hat. Gut möglich, dass ich tatsächlich dahinterstecke."

"Was sagst du da?" Abrupt blieb Emily stehen. "Also, das schnall ich jetzt echt nicht mehr. Wieso solltest du so einen Blödsinn machen? Und wenn es tatsächlich so wäre - wie könntest du dir da nicht sicher sein? Das müsstest du doch wissen!"

"Das ist eine ziemlich lange Geschichte ."

"Nur keine Hemmungen - ich habe Zeit!"

Die beiden Mädchen setzten sich auf dem Unigelände auf eine Bank unter einer großen Eiche. Im Sommer spendete der Baum Schatten vor der prallen Sonne, doch jetzt ragten seine Äste kahl und nackt in den blauen Winterhimmel.

Scarlett hatte ihrer Freundin und Mitbewohnerin bisher noch nicht die ganze Wahrheit über sich gesagt. Weder sie noch Quince wussten darüber Bescheid, was vor vier Jahren mit ihr geschehen war. Scarlett hatte einfach zu oft erlebt, dass sie von Menschen, denen sie von ihrer Vergangenheit erzählt hatte, anders behandelt wurde.

Auch das mit den Blackouts hatte sie Emily bisher verschwiegen. Denn die ganze Sache war ihr irgendwie unheimlich. Aber jetzt brauchte sie einfach jemanden, mit dem sie darüber reden konnte. Vor allem, weil ihr die Sache mit Mr Brownie nicht mehr aus dem Kopf ging.

"Du weißt doch noch, vorhin, als ich dich zur Aula vorgeschickt habe und aufs Klo gegangen bin ." Als Emily nickte, atmete sie tief durch. "Ich bin auf der Toilette umgekippt - und es war nicht das erste Mal, das mir so was passiert ist."

Entsetzt starrte Emily sie an. "Was? Hör mal, wir fahren jetzt sofort ins Krankenhaus!" Sie schüttelte den Kopf. "Sag mal, bist du eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Du kippst um und gehst dann seelenruhig zur Theaterprobe?"

"Ich brauche keinen Arzt", beruhigte Scarlett ihre Freundin. "Hör zu, es gibt da etwas in meiner Vergangenheit, von dem du nichts weißt. Und nicht nur du, sondern niemand hier."

Emily runzelte die Stirn. "Und das wäre?"

"Ich ." Scarlett holte tief Luft. Instinktiv spürte sie, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, sich ihrer Freundin anzuvertrauen. Sie musste einfach einmal jemand anderem als Darcy davon erzählen. "Es ist jetzt fast genau vier Jahre her", brachte sie heiser über die Lippen, "seit mein Leben von einem Tag auf den anderen komplett auf den Kopf gestellt wurde ."

Weihnachten gehörte für Scarlett seit jeher zur schönsten Zeit des ganzen Jahres. Sie liebte einfach die Atmosphäre, wenn Schnee auf den Wipfeln der Tannen lag, der Duft von selbst gebackenen Keksen und Bratäpfeln die Luft erfüllte . Deshalb machte es ihr auch gar nichts aus, schon Mitte Oktober - der in diesem Jahr ganz besonders grau und verregnet war - für das jährliche Weihnachtsstück zu proben.

Ganz im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Melanie!

"Das ist doch total bescheuert, sich im Spätherbst als Weihnachtself zu verkleiden", meckerte sie, zog sich die rote Spitzkappe vom Kopf und schlüpfte aus den leuchtend grün-weiß geringelten Strümpfen. "Ich komm mir in dem Outfit total dämlich vor! Wenn mich irgendjemand so sieht, bin ich die Lachnummer der ganzen Schule!"

"Ach, was!" Scarlett machte eine wegwerfende Handbewegung. "Du übertreibst mal wieder maßlos, Süße. Also, ich fühl mich in den Klamotten jedenfalls wohl. Wenn's nach mir ginge, könnte ich den ganzen Tag so rumlaufen."

"Na, dann mach's doch!"

"Klar, warum nicht?"

Erstaunt und ungläubig zugleich sah Melanie sie an. "Das traust du dich nicht!"

"Wollen wir wetten?"

Knapp zehn Minuten später traten die Freundinnen aus der Sporthalle der örtlichen Highschool, wo die Proben für das Weihnachtstheater stattfanden - Melanie in normaler Straßenkleidung, Scarlett noch immer in ihrem Weihnachtselfkostüm mit spitzen Schuhen, Mütze, Ringelstrümpfen und kurzem rotem Röckchen mit weißem Petticoat.

Scarlett hatte nicht gelogen, sie fühlte sich kein bisschen unwohl, so angezogen auf die Straße zu gehen. Und so hatte sie auch kein Problem, in ihrem Outfit den Diner zu betreten, der um diese Zeit proppenvoll war. Zwar erntete sie zahlreiche neugierige Blicke, was sie aber nicht weiter...

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