Die Farbe der Ewigkeit

 
Dana Kilborne (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 1. Juni 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-210-6 (ISBN)
 
Ein grauenhaftes Monster stürzt sich auf Hope! Bevor sie das Bewusstsein verliert, sieht sie einen Mann, der gegen das Ungeheuer kämpft. Er scheint silbern zu schimmern wie das Mondlicht ... Am nächsten Morgen ist Hope überzeugt, bloß geträumt zu haben. Doch als zwei Frauen des archäologischen Teams in der Wüste ermordet werden, sieht Hope ihn wieder. Ihr gut aussehender Retter heißt Dominikus le Fort - und ist angeblich ein Nephilim, also halb Mensch, halb Engel! Hope soll ihm helfen, das Amulett des Lichts zu finden, bevor es dem dunklen Herrscher in die Hände fällt ...
Mystery Romane | 0322
Deutsch
0,40 MB
978-3-86349-210-6 (9783863492106)
3863492102 (3863492102)

1. KAPITEL

"Ist das nicht einfach wunderbar?" Hope Fielding trat hinaus auf den schmalen, mit einem schmiedeeisernen Geländer versehenen Balkon ihres Zimmers im Hotel Tarabulus ash-Sham, atmete tief durch und genoss den herrlichen Blick über die Dächer von Tripoli, der zweitgrößten Stadt des Libanons. Die Sonne stand strahlend am sagenhaft blauen Himmel, und die Aussicht war fantastisch. Fast glaubte sie, in der Ferne den Gipfel des Qurnat as Sawd─a' sehen zu können.

"Bist du verrückt, da rauszugehen?" Nadine Inglewood, ihre Kommilitonin von der Nevada State University, mit der sie sich für die Dauer ihres Aufenthalts in Tripoli das Hotelzimmer teilen musste, zog sie am Arm zurück in den Raum. "Wenn du Glück hast, bricht dir das Teil nur unter den Füßen weg, aber mit ein bisschen Pech stürzt gleich der ganze Schuppen hier ein!"

Hope unterdrückte ein genervtes Seufzen. Seit sie vor ein paar Stunden auf dem Rafiq-Hariri-Flughafen in Beirut gelandet waren, verbreitete Nadine nun schon miese Stimmung. Sie nörgelte über die Hitze, den Verkehr, das Essen und nicht zuletzt über das Hotel. Dabei fand Hope es im Grunde sogar recht komfortabel.

Ja, es war nicht gerade das Ceasars Palace oder das Mandalay Bay, aber das hatte sie auch nicht erwartet, als sie in Las Vegas in den Flieger gestiegen war. Man sah dem Tarabulus ash-Sham an, dass es schon einmal bessere Zeiten erlebt hatte. Die im französischen Kolonialstil gehaltene Fassade zeugte noch vom einstigen Glanz des Gebäudes, doch inzwischen blätterte die hellgelbe Farbe an vielen Stellen ab, und überall bröckelte der Putz. Die Zimmer waren zwar schlicht, aber sauber, und das Doppelzimmer, das sie und Nadine bewohnten, war sogar sehr geräumig. Ganz im Gegensatz zu dem winzigen Raum, den man Shelly Portman - der Dritten im Bunde - zugewiesen hatte und der Hope an die Besenkammer im Haus ihrer Mutter erinnerte.

Aber letztlich sollte das hier ja auch keine Vergnügungsreise werden. Sie alle - Nadine, Shelly und Hope selbst - hatten das große Los gezogen und durften als Forschungsassistentinnen dem berühmten Altertumsforscher und Archäologen Bruce Baxter über die Schultern schauen. Im Gegenzug wurde von ihnen erwartet, dass sie die ihnen aufgetragenen Aufgaben gewissenhaft erledigten und den Professor im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützten.

Etwas außerhalb von Tripoli waren bei Vermessungsarbeiten Tonscherben und andere Relikte gefunden worden, die darauf schließen ließen, dass die Arbeiter auf eine alte, phönizische Siedlung gestoßen waren. Professor Baxter und sein Team waren nun hier, um die Ausgrabungen zu leiten.

Für Hope war dies die Erfüllung eines lang gehegten Traumes. Endlich zahlten sich die Jahre harter Arbeit aus. Denn während ihre Freundinnen an der Highschool sich mit Jungs getroffen und auf Partys einen draufgemacht hatten, hatte sie die Nase lieber in ihre geliebten Geschichtsbücher gesteckt.

Professor Baxter war so etwas wie ihr Idol. Sie hatte jedes seiner Bücher - und davon gab es einige - mindestens zwei Dutzend Mal gelesen und verfolgte alles über ihn, was in der Fachpresse berichtet wurde. Und dabei war es ihr vollkommen egal, ob ihre Mutter und ihre älteren Schwestern Katie und Joyce sich über sie lustig machten, weil sie erst ein Mal einen richtigen Freund gehabt hatte.

Peter.

Hope atmete tief durch. Sie wusste genau, wenn sie jetzt weiter über ihn nachdenken würde, war der Tag für sie gelaufen. Alles würde wieder hochkommen, und .

Sie schüttelte den Kopf. Nein, dies war weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Ort, um in melancholischen Erinnerungen zu schwelgen. Und dass sie mit ihren dreiundzwanzig Jahren noch nie mit einem Jungen geschlafen hatte, mochte ungewöhnlich sein, aber es war gewiss kein Weltuntergang. Sie hatte noch jede Menge Zeit - das ganze Leben lag schließlich noch vor ihr!

Auf keinen Fall wollte sie so wie Katie enden - als Stripperin in irgendeinem heruntergekommenen Club abseits des Las Vegas Boulevards. Die toughe, selbstbewusste Katie, die dennoch jeden Abend darauf hoffte, dass endlich ein Mann mit viel Geld in den Laden kam und sie vom Fleck weg heiratete. Dabei hatte es sie immer noch besser getroffen als Joyce, die schon mit siebzehn schwanger geworden war und sich jetzt mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten musste, weil der leibliche Vater des kleinen Matts mit den Unterhaltszahlungen immer wieder in Rückstand geriet.

Nein, Hope hatte beschlossen, es ruhig angehen zu lassen. Nicht nur, weil sie sich wegen der Sache mit Peter noch heute manchmal in den Schlaf weinte, sondern ganz einfach, weil sie selbst es so wollte.

"Was ist los?", fragte Nadine und riss sie damit aus ihren Gedanken. "Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen. Stimmt irgendwas nicht?"

Hope zwang sich zu einem Lächeln. "Nein, alles in Ordnung. Ich bin einfach nur ein bisschen neben der Spur. Der Jetlag, vermutlich."

Sie verspürte nicht die geringste Lust, mit irgendjemandem über ihre Sorgen und Probleme zu sprechen - und schon gar nicht mit Nadine.

"Wenn du willst, richte ich Professor Baxter aus, dass du das Abendessen ausfallen lässt und dich lieber schon mal hinlegst. Ich ."

"Kommt gar nicht infrage!", fiel Hope ihr rasch ins Wort. Schon während des Flugs war ihr aufgefallen, dass Nadine den Professor ziemlich in Beschlag nahm. Das gefiel ihr natürlich gar nicht, immerhin versprach sie sich ziemlich viel von dieser Assistenzstelle und hatte keine Lust, sich diese Chance von Nadine kaputt machen zu lassen. "Das ist echt nicht nötig. Ich lass mich doch von so einem kleinen Jetlag nicht umwerfen."

"Na, dann komm", sagte Nadine. "Gehen wir Shelly abholen. Sie wollte unbedingt noch auf diesen Basar, an dem wir auf unserem Weg hierher vorbeigekommen sind."

Es gelang ihr fast, die Enttäuschung darüber, dass sie Hope nicht hatte loswerden können, zu verbergen - aber eben nur fast. Doch das interessierte Hope herzlich wenig. Schließlich war das hier kein Kindergeburtstag, und es ging auch nicht darum, Freundinnen fürs Leben zu finden.

Sie wollte bei Professor Baxter einen guten Eindruck machen, um ein möglichst gutes Zeugnis von ihm zu bekommen. Der Rest war nebensächlich.

Als die drei Mädchen das Hotel verließen, bemerkten sie die ganz in Schwarz gehüllte Gestalt nicht, die sich aus dem schummrigen Zwielicht einer kleinen Gasse löste und ihnen folgte. Zwischen all den farbenfroh gekleideten Menschen hätte sie eigentlich auffallen müssen, doch niemand schien sie wahrzunehmen. Es war, als würde sie wie durch Zauberei mit den Schatten der umstehenden Gebäude verschmelzen.

Hätte jemand durch Zufall dennoch in ihre Richtung geblickt, er hätte eine von Kopf bis Fuß vermummte Person gesehen, die irgendwie merkwürdig aussah. Vielleicht lag es an ihrer leicht gebückten Haltung oder an den seltsamen Geräuschen, die durch die dichten Bahnen aus schwarzem Stoff, die ihr Gesicht verbargen, drangen.

Es klang beinahe wie das Hecheln eines Hundes.

Eines verflixt großen Hundes!

Aber keiner schenkte dem Vermummten Beachtung, und als die drei Amerikanerinnen den Markt erreichten, tauchte er in der Anonymität der Menschenmassen unter und wurde praktisch unsichtbar.

Jeder andere Verfolger hätte in dem Gewirr aus dicht aneinandergedrängten, schwitzenden Menschenleibern vermutlich schon bald sein Ziel aus dem Auge verloren. Er aber konnte auf ein Werkzeug zurückgreifen, das weit verlässlicher war als das menschliche Auge.

Die Luft war erfüllt von Geräuschen. Händler priesen lautstark ihre Waren an, Marktbesucher unterhielten sich, lachten und stritten miteinander. Fett zischte in den Pfannen und Töpfen der Garküchen, Hühner gackerten und Schweine grunzten. Niemand - nicht einmal die Menschen, die ganz in seiner Nähe standen - hörte das Schnüffeln des Vermummten.

Der Meister nahm Witterung auf.

In den engen Marktgassen der Altstadt von Tripoli herrschte ein Gedränge, wie Hope es noch nie erlebt hatte. Das hier schlug selbst den Andrang beim letzten Ausverkauf im Flagshipstore von Jimmy Choo auf dem Las Vegas Strip, zu dem sie ihre Schwester Katie begleitet hatte.

Die Luft war flirrend heiß. Der Duft von exotischen Gewürzen und fremdartigen Speisen vermischte sich mit dem stechenden Geruch von Schweiß und Staub. Nadine, Shelly und Hope wurden von der Masse mitgezogen. Sie standen Ellbogen an Ellbogen, und es war gar nicht daran zu denken, an irgendeinem der Marktstände für einen Augenblick zu verweilen, um sich die Auslagen anzuschauen.

Dabei gab es durchaus einiges zu sehen. Das Angebot reichte von frischen Früchten über Gemüse und Fleisch bis hin zu Kleidung und Tüchern aus herrlich glänzenden Seidenstoffen und kostbarem Schmuck. Doch Hope interessierte sich im Augenblick eigentlich nur für eines - nämlich dafür, so schnell wie möglich wieder aus diesem Gewühl herauszukommen. Sie litt zwar nicht direkt unter Platzangst, fühlte sich in beengten Räumen jedoch immer ein wenig unwohl. Und langsam, aber sicher spürte sie, wie ihr die Luft knapp wurde.

Sie erschrak, als sie plötzlich von jemandem am Arm festgehalten wurde. Ein Händler in einem strahlend weißen Burnus...

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