John Armis

Der Baum des Feuers
 
 
epubli (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. September 2020
  • |
  • 100 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7531-0424-9 (ISBN)
 
Vom Kampf mit den Ahrmonen gezeichnet, erwacht John in einer riesigen Eiswüste - allein. Doch bevor er seinen Verletzungen erliegen kann, taucht ein mysteriöser Fremder namens Logi auf und nimmt ihn bei sich auf. Schnell wird John klar, dass dieser kein gewöhnlicher Mensch ist - denn Logi besitzt Fähigkeiten, die denen der Magier ähneln. Seine dafür benötigte Kraft bezieht er von einem Baum, welcher sich als die Urquelle des Feuers herausstellt.

Um der Eiswüste zu entfliehen und seine Freunde wiederzufinden, muss John sich weiterentwickeln und lernen, ebenfalls aus dem Baum des Feuers Kraft zu schöpfen.

Doch wie soll er das schaffen? Wird ihn das zurück zu seinen Freunden bringen? Und was hat seine Verbindung zu den Phantomwölfen mit all dem zu tun?
3. Auflage
  • Deutsch
  • 4,88 MB
978-3-7531-0424-9 (9783753104249)
Martin Kern wurde 1991 im bayrischen Tegernsee geboren. Bereits in seiner Kindheit war er fasziniert von Geschichten über Magie und tauchte in viele fantastische Welten ein. Im Jahr 2011 schloß er seine Lehrzeit im Schreinerhandwerk ab und erwarb vier Jahre später seinen Meistertitel. Fast zeitgleich entdeckte er seine Leidenschaft zum Schreiben. Sein Debütroman JOHN ARMIS_DAS ERWACHTE ERBE DES Wolfes erschien 2020.

SCHICKSALHAFTE BEGEGNUNG


»Seid Ihr wirklich sicher, dass wir ihn hier finden werden?« Fynns Laune war am Tiefpunkt angelangt. Schon vor Aufbruch auf diese Reise gab es kaum etwas in ihm, was ihn antrieb. Zu vieles war in den vergangenen Monaten geschehen. Der Magiertempel - sein ehemaliges Zuhause - zerstört, all seine Freunde getötet - das hätte jeden aus der Bahn geworfen. So auch Fynn, der gerade erst seine Ausbildung zum Magier abgeschlossen hatte.

Eigentlich wusste der junge Magier selbst nicht, wieso er überhaupt die Strapazen einer solch mühseligen Reise auf sich nahm. Es wäre so viel leichter gewesen, sich in Selbstmitleid zu ertränken. Aber es half nichts; es musste etwas geschehen! Er war nun auf sich selbst gestellt, wenn man von seinem Wegbegleiter, Elmon, dem Mondelf, absah.

Fynn hatte schon viel über die weisen Mondelfen in Büchern gelesen. Doch wer auch immer diese Texte verfasst hatte, war noch nie auf jemanden wie Elmon gestoßen. Wenn man von der Tatsache absah, wie leichtfüßig er seines Weges schritt, machte er keinen weisen und erhabenen Eindruck. Ständig summte er, kicherte über belanglose Dinge oder antwortete erst nach einer Ewigkeit auf Fragen.

So auch jetzt:

»Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg!«

Fynn warf Elmon einen skeptischen Blick zu. Der Magier fragte sich, wie er es geschafft hatte, zum Oberhaupt der Mondelfen ernannt zu werden. Ein wenig erzürnt antwortete er: »Ich hingegen glaube das nicht und allmählich habe ich die Nase voll!«

Elmon gluckste. »Ist Ungeduld nicht eine Untugend unter euch Magiern? Wie war das noch genau? Nur wer geduldig und reinen Herzens ist, kann .«

»Den Vortrag könnt Ihr Euch sparen!«, fuhr Fynn ihn an. »Über den Novizenrang bin ich schon längst hinweg. Mir ist bewusst, welche Tugenden man benötigt, um von der magischen Quelle zu schöpfen.«

Mit einem Schlag traf den jungen Magier die bittere Realität und er senkte niedergeschlagen den Kopf. Vor seinem geistigen Auge blitzten die Bilder all seiner gefallenen Freunde auf.

»Die Magiergilde wurde vernichtet und aus irgendeinem Grund gibt es keine Quelle der Macht mehr. Was spielt es jetzt noch für eine Rolle, welche Tugend ich lebe und welche nicht?«

»Wenn Ihr glaubt, dass diese magische Quelle die einzige Quelle der Macht war, dann seid Ihr ziemlich kurzsichtig«, meinte Elmon belustigt.

Hatte Fynn richtig gehört? Er, ein ausgebildeter Magier, musste sich einen Vortrag über Magie anhören? Von einem Elf? Spöttisch rümpfte er die Nase. »Was macht Euch zum Experten? Seid Ihr etwa ein Magier oder bin ich einer?«

Elmon schien absolut unberührt von Fynns Provokation; vielmehr amüsierte sie ihn. »Natürlich bin ich kein Magier. Was aber nicht heißt, dass ich kein Experte bin. Immerhin sind wir Mondelfen von einer Quelle der Macht abhängig.«

Das hatte Fynn nicht gewusst. Er war sich sicher, dass es nur eine magische Quelle gab. Zum ersten Mal seit Wochen keimte Hoffnung in ihm auf. »Was ist das für eine Quelle? Wie kann ich sie nutzen?«

Elmon lachte angesichts dieses raschen Stimmungswechsels. »Nun ja, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es eine andere Quelle ist, als Ihr vermutet. Es handelt sich hierbei nämlich um den Mond.«

»Den Mond?«, wiederholte Fynn skeptisch.

Elmon nickte. »Ja, und das Wasser. Beides sehr gute Quellen der Macht.«

Fynn seufzte. Für einen Moment hatte er tatsächlich gedacht, dass dieser Elf ihn nicht veralberte.

»Welch Macht vermögen einem das Wasser oder der Mond zu geben? Zu leuchten wie ein Glühwürmchen?« Er gab einen spöttischen Ton von sich. »Darauf kann ich gut verzichten.«

»Wir können durchaus mehr als im Mondschein zu leuchten, glaubt mir«, gluckste Elmon. »Doch Ihr habt recht, der Mond gibt Euch keine Macht. Zumindest nicht jene, um Rache auszuüben. Und das ist auch gut so. Denn die Macht, die Ihr so sehr begehrt, würde Euch vermutlich erdrücken!«

Fynn blickte nachdenklich zu Boden. Es hörte sich fast so an, als hätte einer seiner ehemaligen Meister zu ihm gesprochen. Vielleicht fiel ihm deshalb kein passendes Gegenargument ein. Oder wusste er tief in seinem Inneren, dass Elmon recht hatte? Egal, er schwieg. Fynn wollte keinen Streit provozieren. Zu oft hatte er in letzter Zeit die Beherrschung verloren.

Stattdessen sagte er beinahe unterwürfig: »Vermutlich bin ich durch meinen Wunsch nach Rache tatsächlich kurzsichtig geworden. Aber kann man es mir verübeln? All meine Freunde und Meister wurden getötet. Jetzt bin ich der Letzte meiner Art.«

Elmon blieb schlagartig stehen, sodass Fynn beinahe in ihn hineinlief. Der Mondelf wandte sich dem jungen Magier zu und fixierte ihn mit scharfem Blick. »Wenn Ihr das glaubt, dann seid Ihr noch viel törichter, als ich vermutet habe. Zufällig kenne ich noch einen anderen lebenden Magier. Und einen mächtigen noch dazu.«

Diese Aussage erzeugte in Fynn zwiespältige Gefühle. Er wollte es glauben, konnte es aber nicht.

»Einen weiteren Magier?«, fragte er. »Das . ist unmöglich. Die höchsten Magier unseres Ordens waren in der Lage, jedes Wesen mit magischem Potenzial aufzuspüren. Sie hätten eine Person, die irgendwo abseits des Tempels auf eigene Faust Magie praktiziert, nie toleriert!«

Elmon kicherte, wandte sich wieder ab und setzte seinen Weg fort. »Euer Horizont ist noch sehr beschränkt. Ihr habt fast Euer ganzes Leben im Tempel der Magier verbracht und wisst deshalb nur wenig über diese Welt.«

»Was wisst Ihr schon? Die wenigen Wochen, die wir gemeinsam unterwegs sind, machen Euch nicht zum Experten über mich.« Fynn verlor erneut die Geduld. Wütend stampfte er auf den Boden und sengte durch die dadurch freigesetzte Magie das Gras um ihn herum an.

Elmon seufzte daraufhin wie ein Vater, der unerschöpfliche Geduld für seinen Sohn aufbringen musste. »Es war nicht meine Absicht, Euch zu kränken. Ich entschuldige mich hiermit.«

Fynn wurde augenblicklich verlegen und bereute seinen Gefühlsausbruch. »Schon gut«, meinte er versöhnlich. »Versteht mich nicht falsch, ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, als dass es außer mir noch andere Magier gibt. Aber wie hätte derjenige es schaffen sollen, ohne einen Meister seine innere Quelle zu finden, geschweige denn, sie kontrollieren zu können? Das erscheint mir einfach unmöglich!«

»Oh, er hatte einen Meister. Einen wahrhaftigen noch dazu. Um genau zu sein, wurde er von einem der vier Elementarmagier unterwiesen.«

Fynn zog skeptisch eine Augenbraue hoch. »Elementarmagier? Nie gehört.«

Diese Reaktion entlockte Elmon abermals ein Kichern. »Das hätte mich auch gewundert, mein junger Freund. Wenn man es nämlich ganz genau nimmt, entsprechen sie nicht einem Magier im klassischen Sinn. Es sind wohl eher Wächter, die in anderen Dimensionen leben.«

Das war zu viel für Fynn. Diese Aussage ließ ihn laut auflachen und es dauerte eine Weile, bis er wieder sprechen konnte. »Ach, andere Dimensionen also«, wiederholte er spöttisch. »Das erklärt natürlich alles. Demzufolge lebt dieser Magier ebenfalls in einer Parallelwelt, nicht wahr?«

Den höhnischen Unterton überging Elmon. Er hatte sich von Fynns Gelächter anstecken lassen und sang nun gut gelaunt ein Lied. Schließlich sagte er: »Nein, dieser eine lebt in unserer Welt. Und Ihr werdet ihn schon bald treffen.«

»Tatsächlich?«

Elmon nickte eifrig. »Doch bis es soweit ist, sollten wir uns vielleicht noch etwas stärken.«

Die beiden Gefährten machten an einem kleinen Teich Rast. Der Mondelf setzte sich auf einen flachen Stein und tauchte seine Füße ins kalte Wasser, in welchem sich die grelle Mittagssonne spiegelte. Fynn gesellte sich widerwillig zu ihm. Elmons gute Laune nervte ihn nur noch.

Der Elf schien davon keine Notiz zu nehmen. Summend entfaltete er ein Leinentuch, in dem Wurzeln eingewickelt waren. Er schob sich ein kleines Stück in den Mund und begann, bedächtig zu kauen. Währenddessen fiel ihm auf, dass Fynn dabei etwas angewidert zusah. »Wollt Ihr nichts essen?«

Der Magier zögerte einen Moment. »Meine Vorräte sind erschöpft, ich muss erst etwas sammeln.«

      »Ich weiß, diese Wurzeln wirken nicht sehr einladend auf Euch, aber bevor Ihr hungert, probiert sie doch wenigstens einmal. Vielleicht wird Euch der Geschmack überzeugen.«

Fynn musterte die besagten Wurzeln. Aus Höflichkeit entschied er zu kosten und wählte die für ihn am wenigsten abstoßende. Vorsichtig biss er ein kleines Stück ab und betastete es mit seiner Zunge. Sie schmeckte etwas bitter, doch der Magier musste zugeben, dass es nicht übel war. »Gar nicht schlecht«, sagte er wahrheitsgemäß. »Sehr belebend und besser, als es den Anschein macht.«

»Seht Ihr? Man sollte nicht nur nach dem Äußeren urteilen«, meinte Elmon grinsend.

Fynn verdrehte die Augen. »So gut sind sie dann auch wieder nicht.«

Die Mittagssonne verschwand hinter einer Wolke und Elmon lenkte das Gespräch in andere Bahnen. »Ich denke, dass wir unser Ziel fast erreicht haben. Aaron wird sich hier irgendwo aufhalten.«

Fynn biss ein größeres Stück der Wurzel ab. Mit vollem Munde fragte er: »Was macht Euch da so sicher? Immerhin suchen wir bereits seit einigen Tagen in dieser Gegend.«

»Das sagt mir einfach mein Gefühl. Ihr müsst wissen, ich war einst sein Lehrer. Es besteht also ein Band zwischen uns.«

»Sein Lehrer?«, wiederholte Fynn spöttisch. »Was habt Ihr ihn gelehrt? Wo man graben muss, um an delikate Wurzeln zu gelangen?«

Elmon musste lauthals lachen. »Kaum zu glauben.«

»Was ist kaum zu glauben?«

»Dass Ihr...

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