Von wegen Liebe

 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2013
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09438-6 (ISBN)
 
Das hat Bianca gerade noch gefehlt. Der eingebildete Wesley, dem alle Mädchen an ihrer Schule zu Füßen liegen, spricht sie an. Und hat die Stirn, ihr rundheraus zu sagen, dass er das nur tut, um an ihre hübsche Freundin ranzukommen. Schneller, als er denken kann, hat er ihre Cola im Gesicht. Auf so jemand fällt Bianca nicht rein. Aber als zu Hause alles schief geht, lässt sie sich doch mit ihm ein. Heimlich und völlig unverbindlich, versteht sich. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Oder?

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 0,82 MB
978-3-641-09438-6 (9783641094386)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kody Keplinger ist in Kentucky geboren und aufgewachsen. Ihren Debütroman, den New-York-Times-Bestseller "Von wegen Liebe", schrieb sie mit 17, als sie selbst noch auf die Highschool ging. Inzwischen hat sie bereits mehrere Romane in den USA veröffentlicht. Mit "Lemon Summer" erscheint jetzt ihr zweites Buch bei cbt.

ZWEI

Es gibt nichts Friedvolleres als die Stille einer Samstagnacht - oder eines sehr frühen Sonntagmorgens. Dads gedämpftes Schnarchen grollte leise vom anderen Ende des Flurs, aber der Rest des Hauses war in vollkommenes Schweigen gehüllt, als ich um kurz nach eins durch die Tür schlich. Vielleicht war ich von den wummernden Bässen auf der Party in Oak Hill auch nur taub geworden. Aber ehrlich gesagt beunruhigte mich die Vorstellung, mein Gehör verloren zu haben, nicht besonders. Wenn es bedeutete, dass ich nie wieder Techno hören musste - umso besser.

Ich drückte leise die Eingangstür hinter mir zu und schlich durch den Flur. Auf der Kommode entdeckte ich eine Postkarte von Mom. Ich machte mir nicht die Mühe nachzusehen, von wo sie abgeschickt worden war - was weiß ich, in welcher Stadt sie gerade steckte -, oder sie zu lesen. Ich war einfach zu müde, und sie würde morgen auch noch da liegen, also schleppte ich mich stattdessen die Stufen zu meinem Zimmer hoch.

Ein Gähnen unterdrückend hängte ich meinen Mantel über die Lehne des Schreibtischstuhls und ging zu meinem Bett. Während ich meine Converse auszog und quer durchs Zimmer kickte, begannen die Kopfschmerzen allmählich nachzulassen. Dafür nötigte mich meine Zwangsneurose, den Berg sauberer Wäsche am Fußende meines Betts zusammenzufalten. Ich konnte zwar kaum noch die Augen offen halten, aber vorher würde ich sowieso nicht schlafen können.

Konzentriert legte ich jedes einzelne Kleidungsstück mit peinlicher Genauigkeit zusammen, bevor ich T-Shirts, Jeans und Unterwäsche fein säuberlich voneinander getrennt auf dem Boden stapelte. Es beruhigte mich irgendwie, alles ordentlich glatt zu streichen und zu falten. Während ich perfekte kleine Stapel machte, ordneten sich meine Gedanken, mein Körper entspannte sich und meine von der dröhnenden Musik und den fiesen, sexbesessenen Bonzensöhnchen ausgelöste schlechte Laune besserte sich zusehends. Mit jeder geglätteten Knitterfalte erlebte ich eine kleine Wiedergeburt.

Als ich fertig war, stand ich auf und ließ die Stapel auf dem Boden liegen. Ich zog meine nach Party müffelnden Sachen aus und warf sie in den Wäschekorb neben meinem Kleiderschrank. Duschen konnte ich auch morgen noch.

Bevor ich unter die Decke kroch, warf ich einen Blick in den Ganzkörperspiegel auf der anderen Seite des Zimmers. Ich betrachtete mich mit neuen Augen, mit neuer Erkenntnis. Unzähmbare, wellige kastanienbraune Haare. Eine lange Nase. Kräftige Schenkel. Winzig kleine Brüste. Jep. Definitiv der Stoff, aus dem DUFFs gemacht sind. Wieso war mir das nicht schon längst klar gewesen?

Ich meine, ich habe mich nie für umwerfend hübsch gehalten, und man musste schon blind sein, um nicht zu sehen, dass Casey und Jess, beide superschlank und blond, wunderschön waren. Aber trotzdem. Mir war nie in den Sinn gekommen, dass ich in unserem Trio die Rolle des hässlichen Entleins hatte. Dank Wesley Rush war dieser Irrtum jetzt aufgeklärt.

Manchmal ist es besser, ahnungslos zu sein.

Ich zog mir die Decke bis unters Kinn, um meinen nackten Körper vor der Schonungslosigkeit des Spiegels zu verstecken. Wesley war der lebende Beweis dafür, dass äußere Schönheit nichts mit inneren Werten zu tun hatte. Warum hatten seine Worte mich dann getroffen? Ich war intelligent. Ich war ein guter Mensch. Wen interessierte es also, dass ich eine DUFF war? Wäre ich attraktiv gewesen, hätte ich ständig Annäherungsversuche von Typen wie Wesley abwehren müssen. Allein die Vorstellung! Demnach hatte es auch Vorteile, eine DUFF, sprich unattraktiv zu sein, oder?

Zur Hölle mit Wesley Rush! Da machte ich mir doch tatsächlich Gedanken über so einen total bescheuerten, sinnlosen, oberflächlichen Mist.

Ich schloss die Augen. Wenn ich morgen aufwachte, würde ich nicht mehr daran denken. Ich würde nie wieder über DUFFs nachdenken.

Sonntage waren fantastisch - nett, ruhig, von andauernder Hochstimmung. Obwohl es immer ziemlich ruhig war, wenn Mom nicht da war. Wenn sie zu Hause war, lief ständig Musik, es wurde dauernd gelacht, und das Chaos regierte. Aber die meiste Zeit war sie weg und dann herrschte beinahe vollkommene Stille. Wie ich war Dad lieber für sich. Entweder er war in seine Arbeit vergraben oder er schaute fern. Kurz: Im Haus der Pipers ging es ziemlich leise zu.

Und nach einer Nacht, in der ich gezwungen gewesen war, ohrenbetäubenden Club- und Partylärm über mich ergehen zu lassen, war ein ruhiges Haus der Inbegriff von Perfektion.

Aber Montage waren zum Kotzen.

Jeder Montag war zum Kotzen, keine Frage, aber dieser Montag war von der allerübelsten Sorte. Es fing schon damit an, dass Jess in der ersten Stunde mit verheulten, wimperntuscheverschmierten Augen in den Spanischkurs kam.

»Was ist passiert, Jess?«, fragte ich.

Ich wurde immer total panisch, wenn Jess, was nur extrem selten der Fall war, mal nicht strahlend und gut gelaunt war. Sonst kicherte und plapperte sie in einem fort und konnte keine Minute stillhalten. Deswegen erschrak ich auch jetzt wieder fast zu Tode, als ich sah, wie fertig sie war.

Jess schüttelte unglücklich den Kopf und sank wie ein Häufchen Elend auf ihren Stuhl. »Nichts, alles okay . Aber . ich darf nicht zum Basketball-Homecoming!« Frische Tränen strömten aus ihren großen rehbraunen Augen. »Mom hat's mir verboten.«

Das war alles? Ich bekam fast einen Herzinfarkt vor Sorge, und das nur, weil sie nicht auf die Homecoming-Party durfte?

»Warum nicht?«, fragte ich, nach wie vor um Mitgefühl ringend.

»Ich hab Hausarrest«, schniefte Jess. »Als Mom heute Morgen in mein Zimmer kam, hat sie die Chemiearbeit auf dem Schreibtisch entdeckt und gesehen, dass ich eine Fünf geschrieben habe. Sie ist völlig ausgeflippt. Das ist so ungerecht! Dabei ist Basketball-Homecoming meine absolute Lieblingsparty . nach dem Abschlussball, dem Sadie Hawkins Day und Football-Homecoming.«

Ich grinste ihr zu. »Wow, wie viele Lieblingspartys stehen noch auf deiner Liste?«

Sie antwortete nicht. Geschweige denn, dass ich ihr auch nur ein winziges Lächeln abgerungen hätte.

»Tut mir leid, Jess. Ich kann mir vorstellen, wie schlimm das für dich ist . aber ich gehe auch nicht.« Ich verkniff es mir, hinzuzufügen, dass diese ganzen Schulpartys in meinen Augen entwürdigend und nichts weiter als Zeit- und Geldverschwendung waren. Jess kannte meine Einstellung zu dem Thema, und ich glaubte nicht, dass es ihr irgendetwas gebracht hätte, wenn ich sie noch mal daran erinnert hätte. Aber ich muss zugeben, dass ich alles andere als unglücklich war, nicht die Einzige zu sein, die auf der Party fehlen würde. »Was hältst du davon: Ich komme zu dir und wir schauen die ganze Nacht DVDs. Meinst du, deine Mom erlaubt das?«

Jess nickte und wischte sich mit dem Ärmel ihres Shirts über die Augen. »Ja. Mom mag dich. Sie findet, dass du einen guten Einfluss auf mich hast. Ich glaub also nicht, dass sie was dagegen hätte. Danke, B! Meinst du, wir können uns vielleicht noch mal Abbitte anschauen? Oder hast du schon die Nase voll davon?«

Ja, mir hingen die Liebesschnulzen, für die Jess so schwärmte, tatsächlich langsam zum Hals heraus, aber ich würde es überleben. Ich sah sie grinsend an. »Ich kann nie genug von James McAvoy bekommen. Wenn du willst, können wir sogar Geliebte Jane schauen, quasi als Double Feature.«

Sie lachte - endlich - genau in dem Moment, als unsere hagere Spanischlehrerin den Klassenraum betrat und anfing, wie besessen die Stifte auf ihrem Tisch zu sortieren, bevor sie die Anwesenheit überprüfte. Jess blickte kurz nach vorne, und als sie anschließend wieder mich anschaute, schimmerten erneut Tränen in ihren Augen. »Weißt du, was das Schlimmste daran ist, B?«, flüsterte sie. »Ich wollte Harrison fragen, ob er mit mir hingeht. Und jetzt muss ich bis zum Abschlussball warten, bis sich wieder eine gute Gelegenheit bietet, ihn zu fragen, ob er mit mir ausgeht.«

Wegen ihres angeschlagenen Zustands verzichtete ich, sie darauf hinzuweisen, dass Harrison nicht daran interessiert wäre, weil sie nämlich Brüste hatte - ziemlich große Brüste. Stattdessen sagte ich nur: »Ich weiß . Tut mir so leid, Jess.«

Nachdem wir die kleine Krise überstanden hatten, verlief die Spanischstunde ohne weitere Vorkommnisse. Jess beruhigte sich allmählich, und als es gongte, war sie schon wieder ganz die Alte und lachte fröhlich über eine Geschichte, die uns Angela über ihren neuen Freund erzählte. Außerdem hatte ich in meinem letzten prueba de vocabulario eine Eins geschrieben und wusste jetzt, wie man regelmäßige Verben im Konjunktiv Präsens konjugierte. Ich hatte also ziemlich gute Laune, als Jess, Angela und ich aus dem Klassenzimmer traten.

»Und er hat einen Job auf dem Campus«, sagte Angela, während wir den vollen Flur entlanggingen.

»Wo studiert er denn?«, fragte ich.

»Am Oak Hill Community College.« Sie klang ein bisschen verlegen, wahrscheinlich weil Community Colleges in den Hochschulranglisten etwas weiter unten standen, und fügte hastig...

Eine tolle Liebesgeschichte, die sich mit Problemen Jugendlicher auseinandersetzt und dabei nicht an Realistik verliert. Gelungene Leistung der Autorin."
 
"Gespickt mit viel Humor und Situationskomik - herrlich!"
 
"Kody Keplinger erzählt Biancas Geschichte so fesselnd, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe."

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