Rising Storm - Schatten am Horizont

Staffel 1 - Episode 1
 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Dezember 2017
  • |
  • 133 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0662-2 (ISBN)
 
Eine Soap-Opera im Serienformat geschrieben von beliebten Romance-Autorinnen



Alles scheint perfekt in der malerischen Kleinstadt Storm in Texas. Aber hinter der Fassade braut sich ein Sturm zusammen - dunkle Geheimnisse, Sex und Skandale drohen das idyllische Leben der Bewohner von Storm zu zerstören. Als Ginny Moreno und ihr bester Freund Jacob Salt auf einer regennassen Straße verunglücken, muss sie sich nicht nur mit Jacobs Tod auseinandersetzen, sondern auch mit der Tatsache, dass sie schwanger ist. Doch wer ist der Vater? Jacob, mit dem sie eine einzige Nacht verbracht hat? Oder ist das Kind das Ergebnis der unrühmlichen Affäre mit einem verheirateten Mann, die sie am liebsten vergessen würde?

"Ich liebe es. Unerwartete Wendungen, Drama, Drama, Drama. Und das als jemand, der noch nicht mal Soaps im Fernsehen schaut." Obsessive Book Nerd Blog



Staffel 1, Episode 1
1. Aufl. 2017
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,11 MB
978-3-7363-0662-2 (9783736306622)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel eins


Prasselnder Regen trommelte auf das Dach von Ginny Morenos zwanzig Jahre altem Toyota Camry. Sie packte das Lenkrad fester und lehnte sich nach vorn, als könnte sie dann besser durch die dichten Regenschleier sehen. Ein Blitz erhellte die Umgebung und verwandelte die windgepeitschten Bäume an der Landstraße für eine Sekunde in gierige Ungeheuer. Ein Donnerschlag erschütterte das Auto. Ginny zuckte zusammen und fluchte, weil sie so nervös war.

Neben ihr nahm Jacob die Füße vom Armaturenbrett. »Soll ich fahren?«, fragte er sanft.

»Ich kann mein verdammtes Auto selbst fahren«, schnauzte sie.

Er hob beschwichtigend die Hände. »Tut mir leid. Ich dachte nur .«

Er verstummte und zuckte mit den Schultern. Doch Ginny wusste genau, was er gedacht hatte. Jacob Salt kannte sie schon ewig und wusste, wie sehr sie Gewitter hasste - und warum. An dem Morgen, an dem Dillon Murphy - damals noch als Hilfssheriff - an ihre Haustür gekommen war, um ihr die Nachricht zu überbringen, war er bei ihr zu Hause gewesen. Ein Sattelzug war auf der regennassen Interstate in San Antonio ins Schleudern gekommen, als ihre Eltern gerade von einem Konzert nach Hause fuhren.

Sie waren sofort tot gewesen.

Ja, Jacob war im Bilde und versuchte nur, ihr die Situation erträglicher zu machen. Das war ihr klar, obwohl sie gerade wütend auf ihn war.

»Es geht mir gut«, log sie. »Ich will nur am Bryson's Creek vorbei sein, bevor dort alles überflutet ist, okay?« Das war das Problem mit dem Texas Hill Country. Es mochte wunderschön sein, aber durch das Netz aus Bächen und Flüssen waren Sturzfluten an der Tagesordnung, besonders im Sommer, wenn ständig Regenwolken über das Land zogen.

Der Bryson's Creek kreuzte die Landstraße kurz hinter der Stadtgrenze von Storm, sie hatten es also bald geschafft, aber Ginny wäre am liebsten schon zu Hause. Sie wollte ihren kleinen Bruder Luis sehen. Und ja, sie wollte sogar ihre ältere Schwester Marisol sehen, die halb Erziehungsberechtigte und halb Nervensäge war.

Zum ersten Mal seit Beginn ihres Studiums an der University of Texas freute sich Ginny darauf, die Sommerferien zu Hause zu verbringen. Das Semester war ziemlich schräg gewesen, hauptsächlich wegen der Männer, mit denen sie geschlafen hatte, obwohl sie sich das besser verkniffen hätte. Und ja, »Männer« schloss den Kerl mit ein, der neben ihr saß und auch als ihr bester Freund bekannt war. Und der genau deshalb für sie hätte tabu sein sollen.

Also ja. Sie brauchte eine Verschnaufpause. Sie brauchte Storm.

Und ja, sie verhielt sich gerade zickig. Aber das tat sie nur, weil er in letzter Zeit so ein Idiot gewesen war.

»Wir hätten früher losfahren sollen. Dann wären wir nicht in das Unwetter geraten und schon vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause gewesen.« Er sprach beiläufig, als ob er keine Ahnung hätte, dass sie außer dem Gewitter noch etwas anderes nervös machte. Aber war nicht genau das das Problem? Seit ihrer gemeinsamen Nacht verhielt er sich, als stünde absolut nichts zwischen ihnen.

»Ich musste arbeiten«, sagte Ginny. »Manche von uns haben Jobs an der Uni. Und du musstest schließlich nicht mit mir fahren. Du hast ein eigenes Auto.«

Er legte eine CD ein. »Max wollte es sich ausleihen.« Max war sein Mitbewohner. »Es ist ja nicht so, als würde ich es in Storm brauchen«, fügte er hinzu. Er sprach ein wenig lauter, weil jetzt George Straits beruhigende, attraktive Stimme das Wageninnere erfüllte und mit dem Trommeln des Regens auf dem Dach wetteiferte.

Das Lied war »The Chair«. Es war auch in der Nacht gelaufen, in der sie auf dem Dach gesessen und Tequila getrunken und noch viel mehr getan hatten.

Was zum Teufel war mit ihm los? Wollte er ihr Salz in die Wunden streuen?

»Kannst du das leiser machen? Durch den Regen ist es im Auto schon laut genug.«

»Wir hätten in Fredericksburg Halt machen sollen«, meinte er. Fredericksburg war ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen in Hill Country und lag etwa eine Stunde östlich von Storm. Er drehte die Musik leiser. »Wir hätten in einem der Motels in den Außenbezirken übernachten und am nächsten Morgen weiterfahren können.«

Einen Moment lang drehte sie den Kopf zu ihm. »Ach komm schon, Jacob. Wirklich? Ich meine, wirklich

Plötzlich trat er mit einem seiner Converse-Schuhe gegen das Armaturenbrett und erschreckte sie damit fast zu Tode. »Verdammt, Ginny, was ist los mit dir? Du bist jetzt schon seit einer ganzen Weile eine totale Zicke.«

»Herrje, ich frage mich, warum? Vielleicht weil du schon genauso lange ein totales Arschloch bist?«

Er sah sie sprachlos an. Sein harmloses Nachbarjungengesicht spiegelte vollkommene Verwirrung wider. Dann neigte er den Kopf zurück und atmete geräuschvoll aus. Dadurch sah er plötzlich wie sechzehn aus anstatt wie zweiundzwanzig. »Oh verdammt, Gin.« Er klang müde. »Ich dachte, zwischen uns wäre alles cool. Ich meine, wir haben doch darüber geredet«, sagte er leise, sanft. »Ich dachte, zwischen uns wäre alles okay, verstehst du?«

Sie blinzelte hektisch und riss sich zusammen, um nicht zu weinen. »Es war seltsam. Du warst seltsam. Du hast mich zweimal versetzt, als wir zusammen ins Kino wollten. Und als wir letzte Woche im Magnolia zum Brunch verabredet waren, hast du auch abgesagt. Du weichst mir aus, und das gefällt mir nicht, und du warst immer mein bester Freund, und ich habe wirklich, wirklich Angst, dass wir etwas kaputt gemacht haben, als wir .«

»Ach Scheiße, Gin.« Er fuhr sich durchs Haar. »Nein. Nein. Du bist meine beste Freundin. Ich bin dir nicht ausgewichen. Ich habe für organische Chemie gelernt . die hat mich fertiggemacht, und ich musste den Kurs mit einer guten Note bestehen. Ich darf mir meine Aufnahmechancen nicht versauen. Ich will an eine erstklassige medizinische Fakultät.«

»Aber du musst sonst nie lernen.« Ein idiotisches Argument. Das war ihr klar, sowie sie es ausgesprochen hatte.

»Glaub mir, das weiß ich. Ich bin es nicht gewohnt, Hausarbeiten mit den Noten drei oder vier zurückzubekommen.« Er holte Luft. »Es hatte nichts mit dir zu tun. Ich war nur vollkommen durch den Wind.«

Er griff nach ihrer Hand, und sie ließ es zu. Das war für beste Freunde ganz normal.

»Du hättest es mir erzählen sollen.«

Er zuckte mit den Schultern. »Ich muss doch meine Fassade als brillanter Jahrgangsbester wahren.«

»Mir musst du nichts vorspielen. Das weißt du.«

Er legte den Kopf schief. »Ah ja? Du warst in letzter Zeit auch ein wenig seltsam.«

Sie presste die Lippen zusammen und nickte. Sie kam sich wie eine totale Versagerin vor. Und im Nachhinein total ungerecht. Nicht er war seltsam gewesen, sondern sie. Sie war ausgeflippt, nachdem sie miteinander geschlafen hatten.

Die Nacht hatte ganz okay angefangen. Jacob war traurig und einsam gewesen, weil er mit Wendy Schluss gemacht hatte, und Ginny ein Nervenbündel, weil sie mit dem falschen Kerl ins Bett gegangen war - ein Megageheimnis, von dem nicht einmal Jacob etwas wusste. Am Anfang war alles ganz heiß und aufregend gewesen, doch so war es nicht geblieben. Und Ginny setzte es ungeheuer zu, weil es nicht echt war und weil er verheiratet und sie so wahnsinnig dumm gewesen war, sich auf jemanden einzulassen, der in der Nahrungskette so weit oben stand.

Also war sie mit Jacob, Max und Brittany zu Maggie Mae's gegangen, teilweise um ihn wegen Wendy zu trösten, aber auch weil sie ebenfalls ein wenig Ablenkung gebrauchen konnte. Und als sie dann mit Jacob geredet hatte, war ihr alles nicht mehr so schlimm vorgekommen. Sie kannten sich schon ewig, sie liebten sich schon ewig, und sie hatten zu viel getrunken. Und obwohl sie seit der Mittelstufe schon dutzende Male im selben Bett geschlafen hatten, führte dieses Mal eins zum anderen, als sie zu Jacob fuhren.

Sie hätte es nicht zulassen dürfen.

Sie hätte sagen sollen, du bist nur traurig wegen Wendy, und wir werden es beide bereuen. Sie hätte sagen sollen, dass sich alles verändern würde, wenn sie miteinander schliefen, weil Sex schließlich alles veränderte, oder nicht?

Aber sie hatte kein Wort gesagt. Weil sie insgeheim vielleicht genau diese Veränderung wollte. Jacob war ihr bester Freund, seit er ihr in der Grundschule sein Erdnussbutter-Bananen-Sandwich gegeben hatte. Und vielleicht, nur vielleicht, hatte sie schon immer mehr gewollt.

Also hatte sie den Dingen einfach ihren Lauf gelassen, als George Straits Musik sie dazu verleitete, miteinander ins Bett zu gehen. Es hatte sich gut angefühlt. Es hatte sich richtig angefühlt. So als könnten sie wie im Märchen leben: glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Und wie dämlich war das? Denn Ginny Moreno wusste besser als jeder andere, dass Märchen in Wahrheit nie gut ausgingen. Die Hexe fraß Hänsel und Gretel. Der Wolf verschlang Rotkäppchen. Und Rapunzel bekam am Ende nur höllische Kopfschmerzen, weil ständig alle an ihren Haaren zogen.

»Also ist zwischen uns alles okay?«, fragte er nun. »Ich will nicht, dass sich alles ändert, weil wir in einer Nacht betrunken und unvernünftig gewesen sind.«

»Natürlich ist zwischen uns alles okay.« Endlich fuhren sie an dem Schild vorbei, auf das sie gewartet hatte: Willkommen in Storm, Texas, der Perle des Hill Country. »Und nichts wird sich ändern.« Nur dass das auch eine Lüge war. Denn die Dinge hatten sich bereits geändert....

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