Dir verfallen

Roman
 
 
Diana Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. April 2013
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10203-6 (ISBN)
 
Jetzt der Serienstart für kurze Zeit zum Kennenlernpreis

Die junge Nikki Fairchild beginnt ihre Karriere in Los Angeles und muss ihren Chef auf eine Vernissage begleiten. Dort begegnet sie dem gut aussehenden und millionenschweren Unternehmer Damien Stark. Seine Anziehungskraft ist berauschend, doch instinktiv spürt Nikki, dass sie ihm widerstehen sollte. Denn Damien berührt etwas in ihr, das sie längst besiegt zu haben glaubte. Als er immer intensiver und fordernder seine Wünsche offenbart, gibt Nikki ihrem Verlangen nach. Noch ahnt sie nicht, dass auch Damien seine dunklen Geheimnisse hat .

Roman 1 der Stark-Serie

Noch nicht genug von Nikki und Damien? Entdecken Sie auch die Stark Novellas!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Diana
  • 0,46 MB
978-3-641-10203-6 (9783641102036)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellerautorin J. Kenner arbeitete als Anwältin, bevor sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, widmete. Ihre Bücher haben sich weltweit mehr als drei Millionen Mal verkauft und erscheinen in über zwanzig Sprachen. J. Kenner lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Texas, USA.

1

Eine kühle Ozeanbrise streichelt meine nackten Schultern, und ich fröstle. Hätte ich doch nur auf den Rat meiner Mitbewohnerin gehört und eine Stola mitgenommen. Ich bin erst vor vier Tagen in Los Angeles angekommen und noch nicht daran gewöhnt, dass die hiesigen Sommertemperaturen vom Sonnenstand abhängen. In Dallas ist der Juni heiß, der Juli heißer und der August die Hölle.

Nicht so in Kalifornien, zumindest nicht am Strand. L. A.-Lektion Nummer eins: Immer einen Pulli dabeihaben, wenn man nach Einbruch der Dunkelheit noch draußen sein will.

Natürlich könnte ich den Balkon verlassen und wieder auf die Party zurückkehren. Mich unter die Millionäre mischen. Mit den Promis plaudern. Mir pflichtbewusst die Bilder anschauen. Schließlich ist das hier eine Vernissage, und mein Chef hat mich mitgenommen, damit ich Charme versprühe und Kontakte knüpfe - und nicht, damit ich mich an der Aussicht berausche: blutrote Wolken, die vor einem blassorangen Himmel explodieren. Blaugraue Wellen, die golden glitzern.

Ich umfasse das Balkongeländer und beuge mich vor, fühle mich von der gewaltigen, unerreichbaren Schönheit der untergehenden Sonne wie magisch angezogen. Zu schade, dass ich meine alte Nikon nicht dabeihabe, die ich seit Highschool-Zeiten besitze. Aber sie hätte nicht in mein perlenbesetztes Abendhandtäschchen gepasst, und eine Riesenkameratasche zu einem kleinen Schwarzen geht nun gar nicht.

Aber das ist mein erster Sonnenuntergang am Pazifik, und ich will diesen Moment unbedingt festhalten. Ich zücke mein iPhone und knipse ein Bild.

»Da werden die Gemälde da drin fast überflüssig, nicht wahr?« Ich erkenne die heisere Frauenstimme und drehe mich zu Evelyn Dodge um, einer ehemaligen Schauspielerin und Agentin, die sich jetzt als Kunstmäzenin betätigt und die Gastgeberin des heutigen Abends ist.

»Entschuldigen Sie, ich benehme mich wie eine Touristin, aber bei uns in Dallas gibt es keine solchen Sonnenuntergänge.«

»Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen«, sagt sie. »Ich zahle jeden Monat eine stolze Summe für diese Aussicht, und da sollte sie verdammt noch mal echt spektakulär sein!«

Ich lache und fühle mich sofort wohler.

»Verstecken Sie sich?«

»Wie bitte?«

»Sie sind Carls neue Assistentin, nicht wahr?« Sie zeigt auf den Mann, der seit drei Tagen mein Chef ist.

»Nikki Fairchild.«

»Ah, jetzt weiß ich es wieder: Nikki aus Texas.« Sie mustert mich von Kopf und Fuß, und ich frage mich, ob sie enttäuscht ist, weil ich weder auftoupierte Haare habe noch Cowboystiefel trage. »Und, wen sollen Sie bezirzen?«

»Bezirzen?«, wiederhole ich, weil ich nicht genau weiß, was sie damit meint.

Sie zieht eine Braue hoch. »Schätzchen, der Mann läuft lieber über glühende Kohlen, als sich Kunst anzusehen. Er sucht nach Investoren, und Sie sind der Köder.« Sie stößt einen heiseren, kehligen Laut aus. »Keine Sorge. Ich werde Sie nicht weiter aushorchen. Und ich kann es Ihnen auch nicht verübeln, dass Sie sich hier verstecken. Carl ist brillant, aber er kann auch ein ziemliches Arschloch sein.«

»Ich habe eigentlich bei dem brillanten Carl unterschrieben«, sage ich, und sie stößt ein bellendes Gelächter aus.

Aber sie hat recht, ich bin tatsächlich ein Köder. »Ziehen Sie ein Cocktailkleid an«, hatte Carl gesagt. »Etwas Verführerisches.«

Tragen Sie Ihr blödes Cocktailkleid doch selbst!, hätte ich sagen sollen. Habe ich aber nicht. Weil ich diesen Job unbedingt will. Ich habe hart dafür gekämpft. Carls Firma, C-Squared-Technologies, hat in den letzten anderthalb Jahren erfolgreich drei webbasierte Produkte lanciert. Eine Leistung, die in der Branche nicht unbemerkt blieb, und alle sind schon gespannt, was er als Nächstes vorhat.

Für mich hieß das vor allem, dass ich viel von ihm lernen kann, und so hatte ich mich mit einer fast krankhaften Besessenheit auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet. Dass ich die Stelle dann bekommen habe, war ein Riesenerfolg für mich. Was ist also schon dabei, wenn er will, dass ich was Verführerisches anziehe? Diesen unbedeutenden Preis zahle ich doch gerne.

Mist.

»Ich muss wieder rein und den Köder spielen«, sage ich.

»Oje, jetzt habe ich Ihnen entweder ein schlechtes Gewissen gemacht oder Sie in Verlegenheit gebracht. Dabei war das gar nicht meine Absicht. Warten Sie lieber, bis die sich da drin einen angetrunken haben. Mit Alkohol fängt man mehr Fliegen - glauben Sie mir, damit kenne ich mich aus!«

Sie hat ein Päckchen Zigaretten in der Hand, klopft eine heraus und hält mir die Schachtel hin. Ich schüttle den Kopf. Ich liebe Tabakgeruch - er erinnert mich an meinen Großvater, aber den Rauch inhalieren? Das ist nichts für mich.

»Ich bin zu alt, um es mir abzugewöhnen, und außerdem ein viel zu großes Gewohnheitstier. Aber in meinem eigenen Haus rauchen? Da würden die mich glatt kreuzigen! Sie halten mir doch jetzt hoffentlich keinen Vortrag über das Passivrauchen, oder?«

»Nein«, verspreche ich.

»Wie wär's dann mit Feuer?«

Ich halte das winzige Täschchen hoch. »Ein Lippenstift, eine Kreditkarte, mein Führerschein und mein Handy.«

»Kein Kondom?«

»Ich hatte ja keine Ahnung, dass das so eine Party ist«, erwidere ich trocken.

»Wusste ich doch gleich, dass Sie mir gefallen.« Evelyn sieht sich auf dem Balkon um. »Was für eine Party ist das eigentlich, wenn nicht eine einzige Kerze auf einem gottverdammten Tisch steht? Na ja, was soll's.« Sie steckt sich die unangezündete Zigarette in den Mund, inhaliert selbstvergessen und mit geschlossenen Augen. Man muss sie einfach mögen. Anders als die meisten Frauen hier - mich eingeschlossen - ist sie kaum geschminkt, und ihr Kleid ist eher eine Art Kaftan. Das Batikmuster ist genauso interessant wie die Frau, die es trägt.

Meine Mutter würde sie als vulgär bezeichnen, denn sie ist laut, groß, rechthaberisch und selbstbewusst. Meine Mutter würde sie hassen. Aber ich finde sie fantastisch.

Sie lässt die unangezündete Zigarette auf die Bodenfliesen fallen und tritt mit ihrer Schuhspitze darauf. Dann gibt sie einer ganz in Schwarz gekleideten jungen Kellnerin mit einem Tablett voller Champagnergläser ein Zeichen.

Die Frau kämpft kurz mit der Balkonschiebetür, und ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie die Champagnerflöten auf den harten Fliesen zerschellen und ihre Scherben glitzern wie Diamanten.

Ich stelle mir vor, wie ich mich vorbeuge und nach einem zerborstenen Stiel greife, wie die spitze Kante in das weiche Fleisch meines Daumens schneidet, während ich zudrücke. Ich beobachte mich dabei, wie ich den Druck noch erhöhe und der Schmerz mir Kraft verleiht wie anderen Leuten eine Hasenpfote Glück.

Diese Fantasie verschwimmt mit meinen Erinnerungen und überfällt mich so plötzlich und mit einer Heftigkeit, dass ich ganz verstört bin. Zum einen, weil ich schon seit Langem keinen Schmerz mehr gebraucht habe, zum anderen, weil ich nicht weiß, warum ich ausgerechnet jetzt daran denke, wo ich mich doch ausgeglichen und der Situation gewachsen fühle.

Es geht mir gut, denke ich. Es geht mir gut, es geht mir gut, es geht mir gut.

»Nehmen Sie sich ein Glas, meine Liebe«, sagt Evelyn und reicht mir eine Champagnerflöte.

Ich zögere, suche in ihrem Gesicht nach einem Zeichen dafür, dass meine Maske verrutscht ist und sie einen Blick auf mein wahres Ich erhaschen konnte. Aber ihre Miene ist offen und freundlich.

»Nein, keine Widerrede«, fügt sie hinzu. Offensichtlich hat sie mein Zögern missverstanden. »Ich habe ein Dutzend Kisten gekauft und fände es schrecklich, den guten Tropfen umkommen zu lassen. Um Gottes willen, nein!«, sagt sie, als das Mädchen versucht, ihr ein Glas zu reichen. »Ich hasse das Zeug. Bringen Sie mir einen Wodka pur. Eisgekühlt und mit vier Oliven. Und jetzt beeilen Sie sich bitte, oder soll ich hier draußen verdursten?« Die junge Frau schüttelt den Kopf. Sie erinnert mich an ein nervöses, verängstigtes Häschen. Wahrscheinlich eines, das seine Pfote für das Glück eines anderen opfern musste.

Evelyn wendet sich erneut an mich. »Und, wie gefällt Ihnen L. A.? Was haben Sie schon gesehen? Wo sind Sie gewesen? Haben Sie schon einen Stadtplan gekauft, in dem die Häuser der Stars verzeichnet sind? Und jetzt erzählen Sie mir bitte nicht, dass Sie immun gegen den ganzen Touristenscheiß sind!«

»Ich habe bisher vor allem den Freeway und meine eigenen vier Wände gesehen.«

»Oh, das ist aber schade. Umso besser, dass Carl Ihren dürren Hintern heute Abend hierhergeschleift hat.«

Ich habe acht hochwillkommene Kilos zugelegt, seit meine Mutter nicht mehr wie früher jeden winzigen Bissen, den ich mir in den Mund stecke, überwacht. Mit Größe 36 bin ich sehr zufrieden, und meinen Hintern würde ich nicht gerade als dürr bezeichnen. Aber weil ich...

»J. Kenner ist DIE Autorin für leidenschaftliche Begegnungen, die ihre Figuren überwältigen, verändern und erlösen.«
 
»Sie mochten Shades of Grey und Crossfire? Dann werden Sie dieses Buch verschlingen!«
 
»Nikki und Damien kommen sich immer näher, doch dunkle Schatten der Vergangenheit bedrohen ihre Liebe - ein echter Pageturner!«
 
»Einfach hinreißend!«

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