Worte, die leuchten wie Sterne

Jugendbuch Liebesroman
 
 
HarperCollins (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 368 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95967-781-3 (ISBN)
 
Rev hat immer noch mit den Schatten seiner harten Kindheit zu kämpfen. Aber seine liebevolle neue Familie hilft ihm dabei zu heilen. Emma ist ein Computerfreak und hat selbst ein Online-Spiel entwickelt. Die virtuelle Welt ist wie ihr zweites Zuhause. Doch plötzlich erhält Rev Briefe von seinem leiblichen Vater, der ihm nicht nur seelische Narben zugefügt hat. Und auch Emma erhält beängstigende Nachrichten von einem Online-Troll, der ihr das Leben zur Hölle macht. In dieser schweren Zeit treffen die beiden aufeinander - und fühlen sofort eine besondere Verbindung. Können sie sich gegenseitig helfen, die traumatischen Ereignisse zu überwinden? »Ihr werdet bis spät in die Nacht aufbleiben, um diesen berühenden Roman zu Ende zu lesen.« Booklist über »Der Himmel in deinen Worten« »Zum Dahinschmelzen und bewegend« Irish Times »Für Fans des Genres sehr zu empfehlen.« ekz Bibliotheksservice
weitere Ausgaben werden ermittelt
Brigid Kemmerer denkt sich Geschichten aus, seit sie auf der Highschool war. Sie schreibt, wo immer sie einen Platz zum Sitzen findet, je mehr Lärm, desto besser. Das ist auch gut so, denn sie hat vier Söhne zwischen Kleinkind- und Teenageralter und daher eher geringe Chancen auf stille Stunden. Sie lebt in der Nähe von Baltimore.

1. KAPITEL

Emma


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OtherLANDS Player Dashboard

USER NAME: Emma Blue (PRIVAT)

USER LEVEL: Admin/Developer

SPIELERNAME: Azure M

NEUE NACHRICHT

Donnerstag, 15. März, 17:26:00 Uhr

Von: N1ghtmare

An: Azure M

Du bist scheiße.

Und genau das werde ich dir ins Gesicht sagen, wenn ich ihn dir ins Mundloch stopfe.

Widerlich. Wenigstens hat dieser Kerl nicht auch noch ein Foto von seinem Penis mitgeschickt.

Mein Finger verharrt über dem Spieler sperren-Button.

Ich sollte es tun. Ich weiß, dass ich es tun sollte.

Nightmare ist angepisst, weil ich ihn aus einem Team gebootet habe, nachdem er einen anderen Spieler belästigt hat. Das war am Ende der Mission, und weil ich ihn rausgeworfen habe, hat er alle XPs verloren, die er bis dahin verdient hatte. Zwei Stunden Gaming für die Katz.

Allerdings hat OtherLANDS nicht die größte Fanbase. Vielleicht zweihundert Spieler an einem guten Tag. Ich habe das Game als Teil eines Schulprojekts entwickelt. Danach lud ich einen Link ins 5Core-Forum der Bezirksschule hoch, weil ich ein paar Spieler brauchte, um es zu testen. Nie hätte ich gedacht, dass es irgendjemand wirklich spielen würde.

Aber genau das ist passiert. Und jetzt . habe ich tatsächlich Spieler. Ich habe eine Community geschaffen. Und ein einziger Idiot, der mich auf 5Core trollt, könnte genügen, um alle anderen zu verscheuchen.

Jetzt sehe ich seinen Post.

Azure M ist sauer wegen ein bisschen Trashtalk und hat mich gesperrt. Deshalb haben Mädchen beim Gaming nichts zu suchen.

Ich bin mir absolut sicher, dass es ein Er ist. Denn finde mal eine weibliche Person, die »ihn dir ins Mundloch stopfe« sagen würde.

Seufzend lösche ich seine Nachricht.

Dann klicke ich auf iMessage und schicke Cait Cameron eine Nachricht.

Emma: Irgendein Typ hat mir gerade geschrieben, er will »ihn mir ins Mundloch stopfen«.

Cait: Mundloch? Ist das nicht irgendwie doppelt gemoppelt?

Emma: Ja, oder?

Cait: An manchen Tagen bin ich echt froh, dass mir die Leute schlimmstenfalls sagen, ich sei hässlich.

Cait macht Make-up-Tutorials, die sie auf YouTube stellt.

Sie ist nicht hässlich. Kein bisschen.

Doch ihr Make-up ist schon exzentrisch. Sie steht auf Cosplay und die Nachbildung irgendwelcher Figuren. Ich bin nicht Geek genug, um da mitzuhalten. Ihr wahres Talent sind ihre eigenen Kreationen. Einmal tauchte sie mit winzigen glitzernden Schuppen auf den Wangen wie bei einer Meerjungfrau im Unterricht auf. Ein andermal war sie geschminkt, als hätte sie ihre Haut mit einem Reißverschluss geöffnet - ein Lehrer zwang sie, das gleich wieder abzuwaschen.

Ich hab es nicht so mit Make-up, aber letztes Jahr ließ ich mich einmal von ihr schminken, nachdem sie ewig lang gebettelt und mir versichert hatte, sie hätte die perfekte Idee für mich. Schließlich trug sie dieses durchscheinende Zeug von meinen Schläfen bis zum Kinn auf, sehr dezent, dann kam noch ein dunkler Lidstrich und silberner Lidschatten dazu. Ich fand, dass es ziemlich cool aussah, bis diese Idioten in der Schule anfingen mich zu fragen, ob ich darauf programmiert sei, anderen Lust zu bereiten.

Noch während der ersten Stunde ging ich aufs Klo, um alles zu entfernen.

Cait hat es seither nie mehr erwähnt. Ich auch nicht.

Jetzt schreibe ich ihre eine weitere Nachricht.

Emma: Ich gehe gleich online. Lust zu spielen?

Cait: Kann nicht. Habe gerade alles vorbereitet, um einen neuen Winged-Eyeliner an meiner Mom auszuprobieren.

Würg. War ja klar.

Kaum habe ich das gedacht, fühle ich mich wie eine echte Bitch. Früher waren Cait und ich quasi siamesische Zwillinge, aber irgendwann zu Beginn des Schuljahrs fingen wir an, uns voneinander zu entfernen. Ich weiß nicht, ob es am Gaming oder am Make-up oder sonst was liegt, allerdings passiert es immer öfter, dass eine von uns etwas anderes zu tun hat. Ich wünschte, ich wüsste, wie wir das wieder hinkriegen. Aber wenn Fischschuppen und durchscheinender Puder die Lösung sind, wird daraus wohl nichts.

Seufzend kehre ich zu OtherLANDS zurück und logge mich als Spieler statt als Admin ein.

Sofort erhalte ich eine Teamanfrage von Ethan_717.

Lächelnd setze ich mir das Headset auf. Vielleicht wird der Nachmittag doch nicht total blöd.

Keine Ahnung, wer Ethan in Wirklichkeit ist. Er geht auf die Highschool, weil in seinem 5Core-Profil steht, dass er an der Old Mill ist. Aber das grenzt die Möglichkeiten nicht gerade stark ein. Ethan könnte ein ausgedachter Name sein, wobei Ethan_717 nicht nach einem Rollennamen klingt, also vielleicht doch echt ist. Im Spiel sieht er wie ein Krieger aus, in schwarzer Rüstung und mit rotem Cape. Eine Maske verbirgt die untere Gesichtshälfte, und er hat zwei elektrische Schwerter. Wenn er sie im Kampf zieht, zischen blaue Blitze an den Klingen entlang - eine meiner besten Leistungen als Designerin.

Er weiß kaum etwas über mich, auch wenn er einer der wenigen ist, denen ich verraten habe, dass ich OtherLANDS entworfen habe. Für alle anderen im Spiel und auf 5Core bin ich einfach Azure M, irgendeine Spielerin oder ein Spieler. Und niemand hier verbindet Azure M mit Emma Blue.

Sobald wir ein Team gebildet haben, können wir uns über die Headsets unterhalten.

»Hey M«, sagt Ethan. Sein Avatar winkt.

»Hey E.« Mein Lächeln wird breiter. Er hat eine nette Stimme. Ein bisschen tiefer, als man erwarten würde, und ein klein wenig heiser. Irgendwie sexy.

Okay, ja, vielleicht steh ich ein bisschen auf Ethan. Es schwirren zwar keine animierten Schmetterlinge in meinem Bauch herum, aber trotzdem.

Dabei ist das lächerlich. Die Old Mill liegt fünfundvierzig Minuten von mir entfernt. Ich habe keine Ahnung, wie er wirklich aussieht. Meine Güte, er könnte ein Neuntklässler sein.

»Ich wollte noch ein paar andere Leute dazuholen«, meint er. »Lust, eine Mission zu erfüllen?«

Das ist die andere Sache, die die Schmetterlinge im Zaum hält: Er ist zwar witzig und nett, redet allerdings immer nur über das Spiel.

Seufz.

»Klar«, antworte ich.

»Was ich dir noch sagen wollte: Es gibt da in der Elfenwald-Grafik ein Loch. Ich schicke dir auf 5Core einen Screenshot, wenn wir fertig sind, damit du es reparieren kannst.«

»Lieb von dir. Danke.«

Wie schon gesagt. Nur Gaming. Nur Computerzeug.

Was in Ordnung ist. Ich denke, ich sollte sogar dankbar sein, dass Ethan mich noch nicht nach meiner Körbchengröße gefragt hat.

Einen Augenblick später taucht ein weiterer Spielername auf der Teamliste auf. GundarWez. Sein Avatar gesellt sich auf dem Bildschirm zu uns. Er ist riesig und komplett schwarz gekleidet - da kommen mir all die Individualisierungsmöglichkeiten, mit deren Programmierung ich so viel Zeit verbracht habe, wie die absolute Verschwendung vor. Ich habe noch nie mit ihm gespielt.

»Hi Gundar«, spreche ich in mein Mikro.

»Hey«, sagt Ethan.

»Hi Azure. Hi Ethan.«

Ich muss ein Lachen unterdrücken. Wegen des riesigen Avatars hätte ich eine tiefe Stimme erwartet. Doch Gundar klingt, als wäre er neun.

Noch ein Spieler taucht auf. Der Name erscheint auf der Teamliste, und mir vergeht das Grinsen.

N1ghtmare. Mr. Mundloch höchstpersönlich.

Sein Avatar ist weiblich. Logisch. Brüste so groß, wie mein Coding es erlaubt - was zum Glück nicht allzu ordinär wirkt. Winzige Taille. Breite Hüften. Die Kleidung und den Ton seiner Haut hat er so eingestellt, dass alles einheitlich beige ist, deshalb sieht sein Avatar nackt aus. Am liebsten würde ich die Farbe aus meinem Coding entfernen.

Ich erstarre, bin zwischen Ekel und Verwirrung hin- und hergerissen. Es kommt mir wie Absicht vor, aber ich weiß nicht, inwiefern. Er kann erst gesehen haben, dass ich auch im Team bin, als Ethan ihn hinzugefügt hat.

Vielleicht ist es ja in Ordnung. Ich weiß, dass viele Leute Dinge in eine Privatnachricht schreiben, die sie niemals in ein Mikrofon sagen würden.

»Sorry«, meint er, und seine Stimme klingt rau und hart. Eine halbe Sekunde lang glaube ich, dass er sich tatsächlich entschuldigt. Doch dann sagt er: »Ich dachte, das wäre hier ein echtes Team.«

»Ist es auch«, erwidert Ethan. »Wir sind zu viert. Wollen wir eine Mission .«

»Nein. Nur wenn du die Schlampe bootest.«

Anscheinend sagen manche Leute auch Dinge in ein Mikro, die eigentlich nicht laut ausgesprochen werden sollten. Mein Ekel verwandelt sich in Wut - und Scham.

»Nur zu.« Meine Stimme klingt gleichgültig, obwohl mein Herz hämmert. »Boote dich doch selbst, Nightmare.«

»Kommt gar nicht infrage. Ich bin hier, um zu spielen. Ich will nur nicht mit irgendeiner Drecksschlampe spielen.«

»Tja, und ich will nicht mit einem Arschloch spielen«, gifte...

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