Auferstehung

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. April 2011
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05714-5 (ISBN)
 
Das Ende der Welt ist erst der Anfang.

Was würdest du tun, wenn du in einem Bunker tief unter der Erde eingesperrt wärst? Wenn draußen das Grauen regiert, die Toten auferstehen und Jagd auf die Menschen machen? Was würdest Du tun, wenn plötzlich dein Sohn um Hilfe ruft? Jim Thurmond hat sich diese Fragen hundertmal gestellt, und er kennt auch schon die Antwort: Er muss nach draußen. Allein ...

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,65 MB
978-3-641-05714-5 (9783641057145)
3641057140 (3641057140)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Fünfzehn (S. 181-182)

Bevor sie weiterzogen, begruben sie Delmas und Jason neben Bernice. Martin sprach über ihren Gräbern ein Gebet, und Jim fertigte mit Holz aus der Scheune und einer Dose Farbe zwei behelfsmäßige Grabmale an. Danach ließen sie das Anwesen der Clendenans und die einsamen letzten Ruhestätten hinter sich zurück und schlugen sich durch die Wälder den Weg zurück, den sie gekommen waren. Unterwegs begegneten sie mehreren Zombies, hatten jedoch keine Probleme mit ihnen. Allmählich wurden aus dem Priester und dem Bauarbeiter versierte Schützen. »Übung macht den Meister«, scherzte Martin. Jim erwiderte nichts. Seit Jasons Selbstmord war Martin eine Veränderung am Verhalten seines Gefährten aufgefallen.

Er zeigte sich schweigsam, einsilbig. Und wirkte wie besessen. Bevor sie endlich ein geeignetes Transportmittel fanden, mussten sie von der Interstate 64 bis zu der Stelle laufen, an der diese in die Interstate 84 mündete. Das verzögerte ihren Fortschritt um einen vollen weiteren Tag. Jim kapselte sich noch mehr ab. Als sie schließlich auf ein Fahrzeug stießen, in dem die Schlüssel steckten (einen alten, grauen Buick), fuhren sie in der Dunkelheit los. Jim entschied, die Scheinwerfer nicht einzuschalten, was er damit begründete, dass sie für alles, was in der Nacht lauern mochte, wie ein Leuchtfeuer wirkten.

Widerwillig stimmte Martin ihm zu. Zum Glück waren die Fahrspuren der Interstate breit und größtenteils frei von Hindernissen. Außerdem gab es keinen Verkehr. Jim weigerte sich, zum Übernachten eine Pause einzulegen, und so döste Martin auf dem Sitz neben ihm, nachdem er sich von Jim beteuern ließ, dass dieser ihn wecken würde, sobald er Müdigkeit verspürte. Die Luft im Wagen war stickig. Jim kurbelte das Fenster hinunter und ließ sich die kühle Brise durch die Haare wehen. Die Nacht zeigte sich still. Richtung Süden kamen ihnen keine Sattelschlepper oder PKW entgegen. Entlang der Autobahn schillerten keine grell beleuchteten Raststätten. Ebenso wenig waren Insekten, Hupen oder Flugzeuge zu hören. Es herrschte Totenstille.

Martin regte sich neben ihm. »Schlafen Sie ruhig weiter«, sagte Jim leise. »Sie brauchen etwas Erholung.« »Nein, ich bin in Ordnung.« Der Priester streckte sich und unterdrückte ein Gähnen. »Warum lassen Sie nicht mich eine Weile fahren und ruhen sich selbst ein wenig aus?« »Mir geht’s gut, Martin. Ehrlich gesagt würde ich im Moment lieber selber fahren. Das lenkt meine Gedanken von anderen Dingen ab.« »Jim, ich weiß, dass es trostlos aussieht. Aber Sie müssen Vertrauen in Gott haben.« Jim schnaubte verächtlich. »Martin, Sie sind mein Freund, und ich respektiere Sie, aber nach allem, was wir gesehen haben, bin ich nicht sicher, ob ich noch an Gott glaube.« Martin zuckte mit keiner Wimper. »Das ist schon in Ordnung. Sie müssen nicht an Gott glauben, Jim.

Sie müssen nur wissen, dass er an Sie glaubt.« Jim schüttelte den Kopf. Der alte Mann fuhr leise kichernd fort. »Wir haben es doch bis hierhergeschafft, oder? Ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen, aber ich würde sagen, damit haben wir den Chancen ein Schnippchen geschlagen. Mittlerweile müssten wir längst tot sein, Jim, aber das sind wir nicht. Mir scheint, er hilft uns auf unserem Weg.« »Mir scheint, er wirft uns andauernd Steine vor die Füße.« »Nein, das ist nicht sein Werk. ›Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.‹ Kommt Ihnen das bekannt vor? Er war es, der uns aus der Patsche geholfen hat.« »So wie er Delmas und Jason geholfen hat? Oder meiner Frau und unserem Baby? Wenn das Gottes Vorstellung von Hilfe ist, Martin, dann kann er sich – ohne Sie beleidigen zu wollen – zum Teufel scheren!«

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