One More Time

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. November 2019
  • |
  • 326 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0877-0 (ISBN)
 
Wenn der Mann, den du nicht ausstehen kannst, mit dir im Fahrstuhl feststeckt ...

Auf dem Weg zu einem Interview mit dem erfolgreichen Geschäftsmann Dexter Truitt bleibt die Journalistin Bianca George zusammen mit einem heißen Typen im Aufzug stecken. Um sich von ihrer Panik abzulenken, erzählt sie dem vermeintlichen Fahrradkurier, wie sehr sie Männer wie Dex hasst: attraktiv, erfolgreich und davon überzeugt, dass ihnen die Welt gehört - ohne zu ahnen, dass es ausgerechnet der einflussreiche CEO ist, mit dem sie festsitzt ...

"ONE MORE TIME ist alles, was Leserinnen sich nur wünschen können: humorvoll, sexy und dramatisch!" AESTAS BOOK BLOG

Der neue NEW-YORK-TIMES-Bestseller des Erfolgsduos Vi Keeland und Penelope Ward
weitere Ausgaben werden ermittelt
Vi Keeland und Penelope Ward sind NEW-YORK-TIMES- und USA-TODAY-Bestseller-Autorinnen. Vi Keeland lebt als waschechte New Yorkerin mit ihrer Familie noch immer dort und arbeitet als Anwältin. Weitere Informationen unter: www.vikeeland.com. Penelope Ward ist stolze Mutter zweier Kinder und lebt in Rhode Island. Weitere Informationen unter: www.penelopewardauthor.com

1


BIANCA

»Das war ja klar«, dachte ich. Die Firma dieses Arschlochs nahm natürlich die gesamte obere Etage ein.

Ich drückte den entsprechenden Knopf auf dem Bedienfeld des Aufzugs, nachdem ich meine Interviewfragen hastig in mein Handy getippt hatte. Ich hatte sie erst auf den letzten Drücker zusammengestellt. Meine Redakteurin Sylvia würde nicht begeistert sein, zumal ich die Liste schon vor zwei Tagen hätte liefern sollen, und nun blieb ihr keine Zeit mehr, noch Änderungen vorzuschlagen - und sie lebte dafür, Änderungen vorzuschlagen.

Fünf Minuten Verspätung hatte ich bereits, und der verdammte Aufzug kroch nur so dahin. Während ich mehrmals auf den vierunddreißigsten Stock drückte, brummelte ich vor mich hin, dass ich nächstes Mal die Treppe nehmen würde. Aber was redete ich da? Mit diesen Schuhen? Mit diesem engen Rock? Es war ein Wunder, dass ich es überhaupt geschafft hatte, den Bordstein zu überwinden, als ich vor dem Gebäude aus dem Taxi gestiegen war.

Genervt seufzte ich. Bewegte sich der Kasten überhaupt? Das war der langsamste Aufzug, den ich jemals benutzt hatte. Frustriert und vielleicht auch etwas ungeduldig, das Interview hinter mich zu bringen, hämmerte ich abermals auf die Tasten ein. »Na los, ich bin eh schon spät dran!«

Als der Aufzug endlich Fahrt aufnahm, atmete ich erleichtert auf. Doch dann blieb er ruckartig stehen und das Licht ging aus.

»Tja, jetzt haben Sie das verdammte Ding kaputt gemacht«, sagte eine tiefe Stimme hinter mir. Ich zuckte erschrocken zusammen und ließ mein Handy fallen. Als ich hörte, wie es scheppernd auf dem Boden landete, befürchtete ich, es geschrottet zu haben.

»Mist! Sehen Sie, was Sie angerichtet haben!« Ich bückte mich und tastete suchend umher. »Könnten Sie mir wenigstens ein bisschen Licht machen, damit ich mein Telefon finden kann?«

»Es wäre mir ein Vergnügen.«

»Danke«, entgegnete ich verärgert.

»Wenn ich ein Handy dabei hätte.«

»Soll das ein Scherz sein? Sie haben kein Handy dabei? Wer geht heute noch ohne Handy vor die Tür?«

»Vielleicht sollten Sie es mal probieren. Wären Sie nicht so besessen von Ihrem Telefon, säßen wir jetzt nicht in der Klemme.«

Ich stand auf und stemmte die Hände in die Hüften. »Wieso?«

»Na ja, Sie waren beim Einsteigen so beschäftigt mit Ihrem Handy, dass Sie mich gar nicht gesehen haben.«

»Und?«

»Hätten Sie gewusst, dass ich im Aufzug bin, hätten Sie nicht vor Schreck Ihr Handy fallen lassen, als Sie meine Stimme gehört haben. Dann hätten wir Licht gehabt und Sie hätten die Tasten gut genug gesehen, um noch zwanzig- oder dreißigmal auf den Knopf zu drücken. Das hätte bestimmt geholfen.«

Ich merkte, dass sich der Mann hinter mir bewegte.

»Was tun Sie da?«

Als er antwortete, kam seine Stimme aus einer anderen Richtung als zuvor. »Ich hocke auf dem Boden und suche Ihr Handy.«

Es war wirklich stockdunkel. Ich konnte nichts sehen, spürte aber eine Luftbewegung und nahm an, dass er sich wieder aufgerichtet hatte.

»Strecken Sie die Hand aus.«

»Sie wollen mir doch mein Telefon geben, oder?«

»Nein, ich habe die Hose runtergelassen und drücke Ihnen gleich meinen Schwanz in die Hand. Mein Gott, Sie sind vielleicht drauf!«

In der Annahme, dass er mich nicht sehen konnte, grinste ich über seinen Sarkasmus und streckte die Hand aus. »Geben Sie mir einfach mein Handy.«

Er tastete nach meiner Hand, legte das Telefon hinein und schloss meine Finger darum. »Sie haben ein schönes Lächeln. Davon sollten Sie häufiger Gebrauch machen.«

»Hier ist es stockfinster. Woher wollen Sie wissen, ob ich ein schönes Lächeln habe?«

»Ich kann Ihre Zähne sehen.«

Er ließ meine Hand los, und im selben Augenblick spürte ich eine Panikattacke anrollen. Mist! Nicht hier! Nicht jetzt!

Ich angelte hektisch nach seiner Hand. »Entschuldigen Sie . ich . äh . Könnten Sie meine Hand noch ein bisschen festhalten?«

Er folgte meiner Bitte, ohne Fragen zu stellen. Er stand einfach vor mir, hielt meine Hand und drückte sie ein paarmal, als ahnte er, dass er mich beruhigen musste. Nach einer Weile merkte ich, dass ich langsam wieder herunterkam. »Jetzt können Sie loslassen. Tut mir leid, ich hatte eine kleine Panikattacke.«

»Und jetzt ist es besser?«

»Das passiert mir ab und zu. Ich schätze, je länger wir hier drin sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich noch eine Panikattacke bekomme. Am besten reden Sie mit mir. Das lenkt mich ab.«

»Okay, wie heißen Sie?«

Ich verspürte den überwältigenden Drang, laut zu schreien. »Aaaaaaaaaaah!!!«

»Was zum Teufel war das denn?«, knurrte er.

Ich schrie noch einmal - und jetzt noch viel lauter.

»Warum machen Sie das?«

»Ah, das hat gutgetan«, sagte ich, ohne auf seine Frage einzugehen.

»Sie haben mich zu Tode erschreckt!«

»Tut mir leid. Laut schreien ist eine Methode, die ich nutze, um panische Gefühle zu vertreiben.«

»Eine bessere kennen Sie nicht?«

»Ich habe verschiedene Methoden. Ich könnte auch mit meinen Kugeln spielen.«

»Wie bitte?«

»Ich habe Kugeln. Und es hilft wirklich, mit ihnen zu spielen.«

»Mit Ihren . Kugeln? Ich fand, Sie sahen eher wie eine Frau aus - und ziemlich wohlproportioniert dazu, zumindest von hinten.«

»Ich spreche von Qigong-Kugeln! Das sind Meditationskugeln aus Metall. Ich lasse sie in der Hand kreisen und reibe sie aneinander. Das beruhigt mich.« Ich kramte in meiner Tasche.

»Was ist das für ein Geraschel?«, fragte er.

»Ich versuche, sie zu finden. Sie sind irgendwo hier in meiner Tasche.« Ohne Licht gestaltete sich die Suche ziemlich schwierig. »Mist, wo sind sie bloß?«

Er gluckste. »Ich habe ein Paar Kugeln, mit denen Sie spielen können, wenn es Ihnen hilft.«

»Sie sind abscheulich! Behalten Sie Ihre Kugeln bitte bei sich!«

»Herrje, entspannen Sie sich! Das war doch nicht ernst gemeint. Außerdem haben Sie von den Kugeln angefangen. Wir sitzen in einem dunklen Aufzug fest, verdammt. Ich wollte nur einen Witz machen.«

Als ich die Qigong-Kugeln endlich gefunden hatte, sagte ich: »Okay, da sind sie.« Ich atmete tief durch, ließ sie in meiner Hand rotieren und konzentrierte mich auf die beruhigenden metallischen Klänge, die sie dabei erzeugten.

»Sie klingeln. Wie hübsch«, kommentierte er scheinbar sarkastisch. »Was genau machen Sie jetzt?«

»Wie gesagt, ich lasse sie kreisen.«

»Und das hilft Ihnen?«

»Ja.« Nach einer Weile wandte ich mich ihm zu. »Geben Sie mir Ihre Hand.« Ich legte die Kugeln hinein. »Halten Sie sie mit dem Zeigefinger getrennt.« Als ich merkte, dass er den falschen Finger benutzte, sagte ich: »Nein, mit dem Zeigefinger, nicht mit dem Mittelfinger!«

»Ah, gut. Meinen Mittelfinger sollte ich sowieso schonen. Ich werde ihn noch genug strapazieren, wenn sich dieser Aufzug nicht bald in Bewegung setzt.«

»Sie nehmen das nicht ernst. Geben Sie mir die Kugeln zurück.« Ich nahm sie ihm aus der Hand.

»Ich war mal mit einer Frau aus, die sich beim Essen über den Tisch beugte, um mir zu sagen, dass sie sich Metallkugeln in die Möse gesteckt hat.«

»Ben-Wa-Liebeskugeln.«

»Ah, die kennen Sie also?«

»Ja.«

»Na, Sie sind ja eine wahre Kugelexpertin. Haben Sie diese Ben-Wa-Kugeln schon mal ausprobiert?«

»Nein. Ich brauche keine Kugeln, um zum Orgasmus zu kommen.«

»Wirklich nicht?«

Ich konnte es nicht sehen, aber ich spürte, dass er mich anlächelte.

»Okay, dieses Gespräch wird allmählich ziemlich schräg«, sagte ich kopfschüttelnd.

»Allmählich? Es wurde schon in dem Moment schräg, als mir Ihretwegen das Trommelfell geplatzt ist.«

Die Situation war völlig absurd. Plötzlich musste ich lachen. Die Qigong-Kugeln rutschten mir aus der Hand und rollten über den Boden.

»Jetzt haben Sie Ihre Kugeln fallen lassen«, stellte er trocken fest, und ich musste noch mehr lachen. Er stimmte mit ein, und wir wieherten hysterisch los, bis wir nicht mehr konnten. Die missliche Lage trieb uns beide in den Wahnsinn.

Irgendwann saßen wir schließlich an die Wand gelehnt auf dem Boden. Keiner sagte etwas. Mir fiel auf, dass er unheimlich gut roch. Nach einer Mischung aus Eau de Cologne und seinem ureigenen männlichen Duft. Ich fragte mich, ob er auch gut aussah. Zugegebenermaßen fand ich schon seine Stimme verdammt sexy.

»Wie sehen Sie aus?«, fragte ich schließlich.

»Das werden Sie noch früh genug herausfinden.«

»Ich versuche nur, Konversation zu machen.«

Ich spürte seinen Atem, als er sich zu mir vorbeugte. »Was glauben Sie denn, wie ich aussehe?« Seine Stimme war wirklich äußerst erregend.

Ich räusperte mich. »Sie haben eine schöne Stimme, ausgesprochen reif und sonor. Ich stelle Sie mir als einen älteren, distinguierten Herrn vor. Möglicherweise sehen Sie wie James Brolin aus.«

»Da wäre ich einverstanden.«

»Und ich?«, fragte ich.

»Na ja, ich konnte Sie ja kurz sehen - von hinten. Also weiß ich nur, dass Sie einen tollen Hintern haben. Und hübsche Zähne, denn sie leuchten praktisch im Dunkeln.«

Ich bekam Schwierigkeiten mit dem Atmen.

Er merkte anscheinend, dass...

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