Sword Art Online - Alicization- Light Novel 10

 
 
TOKYOPOP (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Februar 2020
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8420-6200-9 (ISBN)
 
Vor zwei Jahren landete Kirito, der Held der SAO-Krise, in einer rätselhaften Fantasy-Welt - ohne Erinnerung an seine Zeit davor. Gemeinsam mit seinem Freund Eugeo machte er sich nun in die Zentralstadt Centoria auf, um Novize an der kaiserlichen Akademie der Schwertkünste zu werden. Tag für Tag arbeiten sie darauf hin, Integrationsritter zu werden, die mächtigsten Vollstrecker von Recht und Ordnung in der Menschenwelt. Denn dann würden sie endlich ihrem Ziel einen Schritt näherkommen, die geheimnisvolle Alice zu retten, die vor langer, langer Zeit verschwunden ist.
  • Deutsch
  • Hamburg
  • |
  • Deutschland
  • 24,89 MB
978-3-8420-6200-9 (9783842062009)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel II

Projekt Alicization

Juli 2026

1


Durch das Kreuz der Fenstersprossen war der blasse Vollmond zu sehen.

Der schwere Vorhang der Nacht lag über der Sylphen-Hauptstadt Swilvane im Süden Alfheims. Die meisten Geschäfte waren fest mit Rollläden verschlossen, und auf der Hauptstraße waren nur noch sehr wenige Passanten unterwegs. In der Wirklichkeit war es gerade vier Uhr morgens, um diese Zeit waren am wenigsten Leute im Spiel.

Asuna wandte ihren Blick vom Fenster zum Tisch und griff nach ihrer dampfenden Tasse. Sie nahm einen Schluck von dem dunklen Tee, dessen virtuelle Hitze ihre Zunge reizte. Sie spürte keine Müdigkeit, nur eine dumpfe Schwere in ihrem Kopf, nachdem sie die letzten drei Tage nicht mehr richtig geschlafen hatte.

Sie schloss die Augen und legte die Finger sacht an ihre Schläfe. Als das Sylphen-Mädchen neben ihr das sah, fragte sie besorgt: »Alles in Ordnung, Asuna? Du hast kaum geschlafen, hab ich recht?«

»Mir geht's gut. Aber du warst die ganze Zeit unterwegs, Leafa. Bist du nicht erschöpft?«

»Mein echter Körper ruht sich gerade auf meinem Bett aus, alles in Ordnung.«

Als sie bemerkten, dass keine ihrer Beteuerungen sehr überzeugend klang, zogen beide Mädchen eine Grimasse.

Sie waren in der Unterkunft von Leafa, Suguha Kirigayas Charakter in ALO. Die wie Muscheln glänzenden Wände des runden Zimmers wurden sanft von einer Lampe mit wechselnden Farben beleuchtet, was eine märchenhafte Atmosphäre erzeugte. In der Mitte standen ein perlweißer Tisch und vier Stühle, von denen gerade drei besetzt waren.

Ein Mädchen mit eisblauen Haaren und dreieckigen Ohren hatte ihrem Gespräch gelauscht. Sie verschränkte ihre Hände auf dem Tisch und sagte gelassen: »Wenn ihr euch so überanstrengt, wird euer Verstand nicht arbeiten, wenn es drauf ankommt. Selbst wenn man nicht schlafen kann, macht es schon einen großen Unterschied, wenn man sich zumindest hinlegt und die Augen zumacht.«

Es war der Avatar von Shino Asada, die ihre Cait Sith vor einem halben Jahr erstellt hatte. Ihr Charaktername war Sinon, genauso wie in ihrem ursprünglichen Spiel GGO.

Asuna sah sie an und nickte. »Ja . Nach unserem Treffen werde ich mir hier eines der Betten nehmen und mich hinlegen. Ich wünschte, die Schlafmagie würde auch bei Spielern wirken.«

»Wenn mein Bruder dort im Schaukelstuhl schlafen würde, würden wir auch schläfrig werden .«, murmelte Leafa, was Asuna und Sinon zum Lächeln brachte. Aber es war ein kraftloses Lächeln.

Leafa stellte die Tasse in ihren Händen auf den Tisch. Sie atmete tief durch und setzte eine ernste Miene auf. »Also . Dann berichte ich euch erst mal, was ich heute, besser gesagt, gestern herausgefunden habe. Um es kurz zu machen, ich habe keinen konkreten Beweis gefunden, dass mein Bruder in die Uniklinik in Tokorozawa gebracht wurde. Auf dem Papier liegt er zwar in der Neurochirurgie auf dem 23. Stockwerk, aber dort sind keine Besuche erlaubt. Man kann weder das Stockwerk geschweige denn sein Krankenzimmer betreten. Außerdem gibt es keine Hinweise, dass in der entsprechenden Zeit überhaupt ein Krankenwagen dort angekommen ist. Yui hat sich in die Überwachungskameras gehackt und die Aufzeichnungen überprüft. Das ist also sicher.«

»Mit anderen Worten . Kirito ist mit hoher Wahr-scheinlichkeit gar nicht in der Uniklinik .?«, fragte Sinon, und Leafa nickte kurz.

»Es ist kaum zu glauben, dass so etwas möglich ist . Aber dass nicht einmal seine eigene Familie ihn besuchen oder auch nur kurz sehen darf, ist schon mehr als merkwürdig .«

Sie verstummte und schüttelte den Kopf. Für eine Weile senkte sich eine schwere Stille über den Raum.

Erst vor zwei Tagen, am 29. Juni, war Leafas Bruder Kirito - Kazuto Kirigaya - von Johnny Black alias Atsushi Kanamoto, einem flüchtigen Verbrecher im Fall »Death Gun«, angegriffen worden.

In der Nähe von Asunas Zuhause in Miyasaka im Setagaya-Bezirk von Tokyo hatte Kanamoto ihm auf offener Straße die gefährliche Substanz Succinylcholin injiziert. Durch dessen unmittelbar muskellähmende Wirkung hatte Kazuto einen Atemstillstand erlitten. Obwohl er im Krankenwagen künstlich beatmet worden war, war durch die unterbrochene Sauerstoffversorgung kurz danach auch sein Herz stehen geblieben. Bei seiner Ankunft im Allgemeinkrankenhaus in Setagaya war er bereits für tot erklärt worden.

Schwer zu sagen, ob es nun an den Fähigkeiten des diensthabenden Arztes in der Notaufnahme gelegen hatte, an Kazutos zäher Lebenskraft oder ob sie beide an diesem Tag unter einem guten Stern gestanden hatten. Jedenfalls waren die lebensrettenden Maßnahmen erfolgreich gewesen, und Kazutos Herzschlag war zurückgekehrt. Mit der Zersetzung des Mittels in seinem Körper hatte er auch wieder begonnen, eigenständig zu atmen. So war er wie durch ein Wunder noch einmal dem Tod entkommen. Als der Arzt die Behandlung abgeschlossen und Asuna davon berichtet hatte, wäre sie vor lauter Erleichterung fast in Ohnmacht gefallen. Doch seine nächsten Worte hatten sie daran gehindert.

Es bestehe die Möglichkeit, dass Kazutos Gehirn infolge des fünfminütigen Herzstillstands Schaden genommen habe, hatte der Arzt erklärt. Es sei denkbar, dass permanente Schäden des Denkvermögens oder der Motorik, womöglich sogar in beiden Bereichen, zurückbleiben würden. Im schlimmsten Fall werde er vielleicht nicht mehr aufwachen.

Genaueres könne man ohne die Untersuchung mit einem MRT nicht sagen, weswegen Kazuto schnellstens in ein Krankenhaus mit besserer Ausstattung verlegt werden sollte, hatte der Arzt seine Erklärung geschlossen. Während Asuna gegen eine erneute Welle der Panik angekämpft hatte, hatte sie Kazutos kleine Schwester Suguha angerufen und ihr mit Mühe und Not die Lage erklärt. Als Suguha dann herbeigeeilt war, war sie sofort wieder in Tränen ausgebrochen.

Wenig später war auch Kazutos Mutter Midori Kirigaya direkt von ihrer Arbeitsstelle in Iidabashi eingetroffen, und sie hatten die Nacht auf der Bank vor der Intensivstation verbracht.

Am Morgen des 30. Juni hatte eine Krankenschwester sie davon überzeugt, dass Kazuto nicht mehr in Lebensgefahr war. Also waren die Mädchen zu Asunas Zuhause unweit der Klinik gegangen. Derweil war Midori erst einmal nach Kawagoe gefahren, um Dinge wie Kazutos Krankenversicherungsausweis und Ähnliches zu holen.

Sie hatten geduscht und ihre Schulen über ihre Abwesenheit informiert. Danach hatten sie sich hingelegt, um zumindest etwas Schlaf nachzuholen. Sie hatten noch schläfrig ein paar Worte miteinander gewechselt und waren für ein paar Stunden in einen leichten Schlummer gefallen. Gegen ein Uhr nachmittags war Asuna von Midori Kirigayas Anruf geweckt worden.

Als sie hastig ans Handy gestürzt war, hatte Midori ihr am anderen Ende der Leitung mitgeteilt, dass Kazuto leider noch nicht wieder bei Bewusstsein sei und für eine gründlichere Untersuchung und bessere Behandlung ins Klinikum der Medizinischen Hochschule des Militärs verlegt werde, die näher am Zuhause der Kirigayas in Kawagoe lag. Ein Krankenwagen werde ihn hiernach in das Krankenhaus transportieren, und Midori selbst werde mit dem Taxi folgen, sobald sie die Formalitäten erledigt hätte. Asuna hatte ihr geantwortet, dass sie sich mit Suguha sofort auf den Weg zum neuen Krankenhaus machen werde.

Tatsächlich war der bewusstlose Kazuto an diesem Tag gegen 13:40 Uhr durch den Eingang der Notaufnahme in einen Krankenwagen befördert worden und hatte das Krankenhaus in Setagaya verlassen. Das war auch von den Überwachungskameras des Krankenhauses aufgezeichnet worden, wie Yui überprüft hatte.

Der Krankenwagen war den Akten zufolge um 14:45 Uhr desselben Tages im Universitätsklinikum in Tokorozawa eingetroffen. Kazuto war sofort in der Abteilung für Neurochirurgie im 22. Stockwerk untergebracht worden, wo er einer gründlichen Untersuchung unterzogen worden war und sein Zustand derzeit beobachtet wurde. Sowohl Asuna als auch Suguha hatten das ohne den geringsten Zweifel geglaubt. Bis ihnen vorgestern spät abends am Krankenhaus nicht nur ein Besuch in Kazutos Zimmer verwehrt worden war, sondern sie nicht einmal Bilder der Videoüberwachung hatten sehen dürfen.

Asuna dachte kurz über Leafas Worte nach und nickte.

»Kirito hat das Krankenhaus in Setagaya also verlassen, so viel steht fest. Und an der Uniklinik ist dokumentiert, dass ein >Kazuto Kirigaya< aufgenommen wurde . Aber niemand hat Kirito gesehen, und von den Überwachungskameras wurde er auch nicht aufgezeichnet. Angenommen, der Krankenwagen ist mit ihm an Bord zu einem anderen Ort als der Uniklinik gefahren . und es war keine zufällige Verwechslung der Patientendaten .«

». dann wäre es eine vorsätzliche Täuschung gewesen. Oder anders gesagt . eine geplante Entführung«, beendete Sinon mit ruhiger Stimme den Gedankengang, und ihre dreieckigen Ohren zuckten einmal heftig. »Aber hieße das nicht, dass der Krankenwagen selbst eine Fälschung war? Die Uniformen der Sanitäter sind eine Sache, aber kann man einfach so einen Rettungswagen aus dem Boden stampfen?«

Es war Leafa, die auf ihre Frage antwortete. »Recon ist ein Auto-Fan. Ich hab ihn mal unauffällig danach gefragt. Er meinte, dass Laien niemals einen Krankenwagen so fälschen könnten, dass er auch Leute vom Krankenhaus täuschen würde. Niemand konnte damit rechnen, dass mein Bruder zu dem Zeitpunkt von Kanamoto angegriffen...

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