Norwegen - Aufgeladen zum Nordkap

Roadtrip mit Expeditionsmobil und E-Bike
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. November 2021
  • |
  • 386 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7543-5877-1 (ISBN)
 
444.000 Kilometer sind wir bisher auf Mutter Erde gereist, und das ohne Flüge. Als wir mit unserem Expeditionsfahrzeug "Terra Love" und E-Bikes zum Nordkap fuhren, wartete ein unbeschreibliches Naturparadies auf uns: ein Land der Superlative. Ein Land der Fjorde, Wasserfälle, Trolle, Elche, Rentiere, Pottwale und ein Paradies der Nordlichter.
Kaum hatten wir die Grenze passiert, schloss sie sich aufgrund ansteigender Corona-Zahlen hinter uns. Bald sechs Monate waren wir nahezu alleine unterwegs. Wir bestaunten herbstliche Steppen, menschenleere, manchmal mondähnliche Landschaften und ewige Wälder, umhüllt von wabernden Nebelschwaden und geisterhaften Wolkengebilden. Wir überquerten einige der 188 Berge, passierten einige der 300, teils reißenden Gebirgsflüsse, viele der imposanten Wasserfälle, 50 Fjorde und 150.000 Inseln, die zusammen mit dem Festland eine Küstenlinie von über 100.000 km bilden.

Was für eine Reise! Eine Reise, die uns in Regionen katapultierte, die wir nicht im Entferntesten erwartet hätten. Wir erlebten außergewöhnliche Gastfreundschaft, überquerten mit unseren E-Bikes den größten europäischen Festlandgletscher Josdedalsbreen, schwammen im Nordmeer, sahen, wie sich die Abendsonne auf der Haut eines auftauchenden Pottwals spiegelte. Wir kletterten auf Leuchttürme, wanderten auf gefährlichen Bergpfaden, saßen auf dünnen Felsnadeln 1.000 Meter über dem Abgrund und wärmten uns in sternklaren Nächten am Lagerfeuer.

Im Land der Wikinger folgten wir ihren Spuren. Wir erlebten einen Winter mit Eis, Schnee und Orkanböen. Wir nutzten viele der 100 Fährverbindungen, überquerten zahlreiche der 22.700 Brücken und durchfuhren unzählige der 900 Straßentunnel; auch den Lærdalstunnel, der mit seinen 24,5 km der längste der Welt ist. Ein beeindruckendes, nahezu märchenhaftes Land, mit extremen Wetterverhältnissen, voller Abenteuer, Mythen und Romantik, das uns mit seiner Wildnis, den Kältesteppen, Nationalparks und Vogelschutzgebieten minütlich den Atem raubte.

Die Krönung: das Nordkap ohne Menschen, bald jeden Tag Polarlichter über uns, die den Himmel entzündeten, E-Bike-Touren auf der verschneiten Insel Senja, die 350 km nördlich des Polarkreises liegt. Es war eine unvergessliche Reise und sicherlich eine der besten, die wir je gemacht haben.

Die informative und einfühlsame Erzählung zieht den Leser in ihren Bann. Unterhaltsam, humorvoll und mitreißend geschrieben, eröffnen die Abenteurer tiefe Einblicke in das heutige Norwegen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 24,40 MB
978-3-7543-5877-1 (9783754358771)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Denis Katzer, am 25.01.1960 in Nürnberg geboren, hat das Reisen zu seinem
Lebensinhalt gemacht. Nach Berufsausbildung und Bundeswehrzeit bei
einer Spezialeinheit arbeitete er als Verkaufsleiter und begann 1983, Expeditionen zu abgelegenen Urvölkern unserer Erde durchzuführen.

1991 gab er die Berufstätigkeit auf und startete sein 50-jähriges Lebensprojekt:
Die Grosse Reise. Während der Zwischenstopps veröffentlicht der Abenteurer, Autor, Fotograf und Filmer seine Erlebnisse in Zeitschriften und Magazinen, hält Diavorträge, schreibt Bücher und arbeitet an Filmdokumentationen.

Tanja Katzer, 1970 in Nürnberg geboren, ist gelernte Reiseverkehrskauffrau
und professionelles Fotomodell.

1991 gab sie ihre Berufstätigkeit auf; seitdem begleitet sie Denis Katzer auf der
großen Reise, um gemeinsam mit ihm als Fotografin und Filmerin ihr Lebensprojekt
zu dokumentieren. Auf ihren oftmals spektakulären Exkursionen durchquerte
sie mit Denis 1.000 Kilometer zu Fuß die Wüste des Todes (Taklamakan) in
Westchina, ritt als erste Europäerin 1.500 Kilometer mit Kamelen durch das wilde
Pakistan, machte sich mit ihrem dreijährigen, 7.000 Kilometer langen Marsch unsterblich,
in dem sie zu Fuß mit eigenen Kamelen das australische Outback von Süd
nach Nord und vom Indischen Ozean bis zum Pazifischen Ozean durchmaß, und
radelte 15.000 Kilometer von Deutschland über Österreich, die Slowakei, Ungarn,
Serbien, Rumänien, Moldawien, Transnistrien, die Ukraine und die Halbinsel Krim,
Russland, Kasachstan, Sibirien bis in die Mongolei - um nur einige Etappen der bald
legendären großen Reise zu nennen.

Nachts im Museum
mit
Tanja und Denis Katzer


Interview von Michael Brailey
Zuerst veröffentlicht in:
Overland Journal Europe
Ausgabe Winter 2020/21

In den Jahren 1999 bis 2003 rückten Tanja und Denis Katzer ins Rampenlicht der Abenteurer- und Entdeckerszene, mit ihrer Weltrekordwanderung quer durch Australien. Ein 7.000 km langer Treck von Süden nach Norden, von Westen nach Osten.

Für einen TV-Sender filmten sie ihre Kamelkarawane durch die Wüste und schickten das Material nach Perth (drei Episoden der ersten Etappe wurden ausgestrahlt). Wie Denis es ausdrückte: "Das war ziemlich cool." Noch bevor sie aufbrachen, schmiss die Produzentin eine kleine Party, bei der sie Denis zur Seite nahm und fragte, warum er tat was er tat. "Weil kaum jemand wagt, diesen riesigen Kontinent zu durchqueren", entgegnete er.

Ihre Antwort war alles andere als herzerwärmend: "Stimmt, nur wenige Menschen haben es versucht. Aber das ist nicht wichtig für uns. Wir erwarten nicht, dass ihr überlebt. Versteh' mich nicht falsch, wir wollen nicht, dass ihr sterbt, aber wir sind überzeugt, dass es so kommen und Schlagzeilen machen wird. Und das ist unsere Story."

"Was? Ich traute meinen Ohren nicht. Sie wollten von unserem Versagen, unserem Tod profitieren. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wählte sie diese Abschiedsparty, um mir diese enttäuschende journalistische Wendung mitzuteilen. In diesem Moment schwor ich mir: Dir werde ich's zeigen. Ich werde nicht sterben."

Tanja und Denis erreichten ihr Ziel und schrieben über ihre Erlebnisse in "Karawane durchs Outback", einem 140-seitigen Bildband mit herrlichen Anekdoten. Darüber hinaus wurde ihre Geschichte von National Geographic in 60 Sprachen vor 250 Mio. Menschen weltweit ausgestrahlt. Tanja und Denis standen plötzlich im Rampenlicht und ihre Karriere nahm eine beeindruckende Wende. Eine Karriere, die in den 1980er Jahren begann, als Denis noch alleine reiste.

Um über sein Mutter Erde-Projekt (die längste Dokumentation unseres Planeten) zu sprechen, traf ich mich mit Denis in seinem Elternhaus, das heute als Museum und Archiv für die Schätze, Filme und Fotos dient, die von seinen mehr als drei Jahrzehnten unermüdlicher Exploration zeugen.

Als ich Denis' Popularität in der deutschen Radsportwelt erwähnte, unterbrach er mich: "Ich bin nicht in erster Linie Radfahrer. Ich bin Abenteurer, und mein Hauptziel ist es, den Planeten, auf dem wir leben, zu dokumentieren. Das beinhaltet Radfahren, Reiten, Kamelreiten.den Planeten.Dinge entdecken und mit Menschen teilen, die nicht reisen können.und sie aufzuwecken."

Und so begann unser Interview:

Welches Motto würdest du diesem Interview geben,
welche Botschaft möchtest du vermitteln?

Ich möchte Leid verhindern. Ich habe so viel Leid gesehen. Ich will, dass unsere Kinder die Bäume sehen, die Vögel zwitschern hören und sich frei bewegen können, ohne Angst vor Luftverschmutzung. Sie sollen in der Lage sein, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ohne Big Brother oder als Marionetten einiger weniger größenwahnsinniger Multimillionäre. Das ist meine Motivation: Dafür zu sorgen, dass das Leben lebenswert ist.

Ich sehe den Planeten, auf dem wir leben, Mutter Erde, als einen lebendigen Organismus. Nicht wie der Mars.

Im Erdkern befindet sich Magma, das sich ausdehnt und zusammenzieht (über Hunderttausende von Jahren), wie ein Herzschlag. Die Erde lebt und die Menschheit behandelt sie nicht gut. Wenn wir Mutter Erde verletzen, dann schaden letztendlich wir nur uns selbst.

Ich möchte dazu beitragen, die Harmonie zwischen uns und der Plattform, auf der wir leben, wiederherzustellen. Dies war und ist die treibende Kraft hinter allen unseren bisherigen und künftigen Expeditionen.

Kurz: Ich habe alles dokumentiert, was wir gesehen und erlebt haben. Von Stämmen, die ausgerottet oder ihrer Kultur beraubt wurden, bis hin zu den Auswirkungen von Gier und Verantwortungslosigkeit auf die Tierwelt. Ich sehe es als meine Berufung an, zu dokumentieren, woher wir kommen, und sicherzustellen, dass die Verbindung zu unserer Vergangenheit, die unsere Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, begründet hat, nicht abreißt.

Ich versuche, so sachlich wie möglich zu schreiben-ohne Kritik, ohne Wertung. Es ist nicht meine Aufgabe zu entscheiden, was gut oder schlecht ist. Ist es gut oder schlecht, wenn jemand bei einem Vulkanausbruch ums Leben kommt? Diese Dinge passieren einfach. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung.

Ich hatte das Glück, in der Zeit zu reisen. Wirklich. Ich bin durch die Zeit gereist. Wir alle. Es wird nicht möglich sein, jemals wieder zu sehen, was ich gesehen habe, oder zu erleben, was ich erlebt habe. Ich habe Stämme besucht, die noch wie in der Steinzeit lebten; Stämme, die mit Penisköchern herumliefen; habe Menschen gesehen, die sich in Stammesfehden und -ritualen gegenseitig umbrachten. und ich war mittendrin.

Ich habe alles dokumentiert. Jetzt sind diese Stämme ausgelöscht, und die wenigen, die noch übrig sind, werden in 20 bis 30 Jahren verschwunden sein. Sie werden sich kleiden wie wir, an der Universität studieren oder Taxi fahren. Wie die Ureinwohner Nordamerikas: Sie versuchen, ihre Kultur zu bewahren und ihren Vorfahren Tribut zu zollen-aber nach einem zeremoniellen Tanz um das Feuer, springen sie in ihren Jeep und fahren zurück in ihr Haus am Stadtrand. Das ist nicht ihre Kultur. Nicht das Gleiche, wie mit Stammesmitgliedern auf die Jagd zu gehen und Angst zu haben, von dem vergifteten Pfeil eines Rivalen getroffen zu werden.

Ich habe immer das Abenteuer gesucht. Nicht den Nervenkitzel eines Vergnügungsparks, in dem sich die Leute von Plastikkrokodilen und Geisterbahnen Angst einjagen lassen. Ein authentisches Abenteuer ist, dort zu sein, wo ein echtes Krokodil herausspringen und einem den Arm abreißen kann. Die Aussicht, so nah an der Realität zu sein, ist, was mich antreibt. Aber man darf es nicht zu weit treiben, sonst ist der Arm ab.

Denis, erzähl' mir von dir, bevor du dein Leben komplett
dem Reisen gewidmet hast.

In der Schule litt ich unter Prüfungsangst. Das habe ich nie wirklich überwunden. Auf Anraten habe ich dann bei Olympia, einem damals international tätigen Unternehmen mit 30.000 Mitarbeitern, als Servicetechniker angefangen-wegen meiner kommunikativen Ader und sozialen Kompetenz. Wohlgemerkt, wir reden hier über die Reparatur von Schreibmaschinen und so. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich begeistert war.

Dann kam die Zeit für meinen Wehrdienst. Ich meldete mich zu einer Spezialeinheit-immerhin war ich in Sport ziemlich gut.naja, nicht schlecht.auf jeden Fall besser als der Durchschnitt. Ich landete als Fallschirmjäger bei den Special Forces und wurde einer der Besten. Das war unglaublich. Plötzlich war ich in meinem Element, sprang aus tief fliegenden Hubschraubern in die Nacht. Ich war furchtlos. Ich hatte Waffentraining, lernte alles über Navigation und wurde Gruppenführer.

Ich arbeitete mich nach oben und wurde Ausbilder in einem der besten Camps für Elitesoldaten. Die Green Berets, SAS, sie alle kamen zu uns. Ironischerweise konnte ich meinen Eltern nie davon erzählen, denn mein Vater war begeisterter Pazifist-das wäre eine Katastrophe gewesen.

Eines Tages fragte ich meine Truppe: "Wer möchte die Briten im Falklandkrieg unterstützen?" (Ich muss dazu sagen, dass diese Jungs im Allgemeinen einen ziemlich hohen IQ hatten.) Jedenfalls hoben 80% die Hand und sagten, sie wären bereit.

Nun, für diejenigen, die es nicht wissen: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in den Schulen in Deutschland gepredigt, dass es nie wieder einen solchen Krieg geben könne. Wir alle hatten ein schlechtes Gewissen, ich trug diese Schuld viele Jahre mit mir herum, auch während meiner ersten Auslandsreisen. Ich hatte nichts damit zu tun, aber ich fühlte mich trotzdem schuldig.

Als alle Soldaten ihre Hände hoben, fragte ich also: "Warum?" Ihre Antwort war einfach: Sie waren darauf trainiert worden, auf Pappfiguren zu schießen und zu töten. Jetzt wollten sie ihr Training in die Praxis umsetzen, ganz real. Ich erklärte ihnen, die Realität, die sie suchten, sei, wenn eine Kugel deinen Kameraden in den Kopf trifft und du das Blut von deiner Uniform kratzt.

Ich hatte diese Männer so gut ausgebildet, dass sie jetzt Killer waren. Ich war schockiert, verachtete mich selbst für das, was ich getan hatte. Ich kündigte und traf somit die erste wirklich große Entscheidung in meinem Leben: Ich kehrte einer vielversprechenden Karriere den Rücken.

Plötzlich stand ich wieder in meinem grauen Kittel an einer Bank und reparierte Büromaschinen.

Eines Tages rief ein Azubi zu mir herüber: "Hey, Katzer, wirf mal 'nen Schraubenzieher rüber!" Ich drehte mich um: "Das Mindeste, was du tun kannst, ist bitte sagen!" Als hochqualifizierter Unteroffizier bei den Spezialkräften hatte ich 30 bis 40 Mann befehligt. Jetzt sagte mir dieser junge Emporkömmling, ich solle ihm einen Schraubenzieher zuwerfen. Null...

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