Kampf der Imperien

Historischer Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. November 2019
  • |
  • 591 Seiten
 
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978-3-7325-7798-9 (ISBN)
 
Rom gehen Makedonien - Kampf der Imperien


Rom, 200 vor Christus. Gerade hat Rom Hannibal geschlagen und zum Friedensschluss von Kathargo gezwungen. Doch im Osten wartet bereits ein neuer Feind: Philipp V. von Makedonien, Herrscher über Griechenland. Als er seine Hand auch nach Pergamon und Rhodos ausstreckt, greift Rom ein. Ein neuer Krieg entbrennt und bringt die Römer bald an den Rand ihrer Möglichkeiten. Haben sie zu viel riskiert? Wird ihr Imperium untergehen? Oder kann der ehrgeizige Feldherr Flaminus das Blatt noch einmal wenden?

Der Bestsellererfolg aus England - endlich auf Deutsch!
1. Aufl. 2019
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,74 MB
978-3-7325-7798-9 (9783732577989)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Ben Kane wurde in Kenia geboren und wuchs in Irland auf, im Heimatland seiner Eltern. Schon als Kind übte die Geschichte Roms eine große Faszination auf ihn aus, weshalb mit der Veröffentlichung seines Debüts "Die Vergessene Legion" ein lang gehegter Traum in Erfüllung ging. Mittlerweile ist Ben Kane Bestsellerautor und lebt mit seiner Familie in North Somerset, England.

PROLOG


Vor der Südküste Italiens
Frühsommer 215 v. Chr.

Der Abend war wunderschön, lau und windstill, das Meer glich einem Blech aus gehämmerter Bronze. Von kreischenden Möwen verfolgt, befanden sich ein Dutzend kleiner Fischerboote auf dem Heimweg. Licht blitzte an den Helmen der Soldaten auf der Küstenstraße. Im Westen hoben sich die Berge Bruttiums als dunkle Schatten vor der langsam sinkenden goldenen Scheibe der Sonne ab. Nach Nordosten, im Hitzeflimmern verborgen, lag die große Stadt Tarentum. Weit draußen auf dem Wasser überquerte ein Geschwader römischer Triremen die große quadratische Bucht, die tief in Italiens Südküste einschneidet.

Die Schiffe fuhren in zwei Fünferlinien, und die Trireme in der Mitte der vorderen war das Flaggschiff des Admirals Publius Valerius Flaccus. Er hatte es nicht eilig - die dreitätige Patrouille nach Locri und zurück war ereignislos verlaufen -, und bei Sonnenuntergang erreichten sie ihren Heimathafen Tarentum. Flaccus hatte sich entschieden, dass sein Bericht und andere Pflichten bis zum nächsten Morgen warten konnten. An Land würde er ein Bad nehmen und die Kleidung wechseln, und danach freute er sich auf einen Abend in Gesellschaft seiner Geliebten, der Witwe eines Adligen, der bei Cannae gefallen war.

Flaccus war ein untersetzter, entschlossener Mensch. Die fleischigen Wangen und das zurückweichende Haar nahmen ihm nichts von seiner gebieterischen Erscheinung, die durch ein strahlend blaues Augenpaar betont wurde. Diese Augen, da war er sicher, hatten zusammen mit seinem hohen Rang und seinem städtischen Auftreten den Ausschlag gegeben, warum die Witwe seinen Annäherungsversuchen erlag. Tarentum war kein Provinznest, aber wer aus Rom kam, trat kultivierter auf, und Flaccus wusste seine unsichtbare Überlegenheit bis aufs Letzte auszuspielen. Bei seiner damals noch zukünftigen Geliebten hatte sie gleich bei ihrem ersten Zusammentreffen Wirkung gezeigt, auf dem Fest, mit dem er in Tarentum empfangen worden war. Seine Lippen zuckten. Das Fest lag gar nicht lange zurück, und er hatte sie noch in derselben Nacht ins Bett bekommen.

Sie war gerade so üppig, wie es ihm gefiel, und hatte weiche, parfümierte Haut und bemerkenswert kecke Brüste. Ihr Geschmack im Schlafgemach war vielfältig und unersättlich, eine ewige Quelle von Überraschung und Wonne.

Flaccus zügelte seine Fantasie.

Wie seine Offiziere trug er auf See nur eine kurze Tunika und nicht die umständliche Toga seines Ranges.

Er stand neben dem Steuermann und hatte Sicht auf die ganze Länge des Schiffes. Ein zentraler Steg verband den Bug mit dem Heck, und zu beiden Seiten saßen die Ruderer in drei Ebenen auf ihren Bänken und bewegten Körper und ausgestreckte Arme in beständigem Rhythmus vor und zurück. Vorn spielte der Taktgeber auf seiner Flöte, seine Melodie bestimmte den Schlag. Die Schlagmänner, fünfundzwanzig Schritte voneinander getrennt auf dem Steg, knallten ihre eisenbeschlagenen Stäbe im Takt des Flötenspiels auf die Planken. Im Moment war der Schlag gemächlich, und die Schiffe fuhren in gleichbleibendem Tempo, das die Ruderer stundenlang beibehalten konnten.

Flaccus gefiel der Gedanke, dass auf sein Wort das ganze Geschwader auf Rammgeschwindigkeit beschleunigen würde. Er hatte zur Übung den Befehl schon erteilt, und bei den Göttern, es ging ihm jedes Mal ins Blut. Wenn er zu einer feindlichen Flotte aufschloss, würde es sich anders anfühlen, erregend und erschreckend zugleich. Wie erschreckend, konnte Flaccus nicht sagen, aber schon bei der Vorstellung, wie sich die gezackte Bronzeschnauze eines Rammsporns durch den Rumpf seines Schiffes bohrte, verkrampfte sich sein Magen. Ins nasse Grab zu sinken, so wollte er sein Leben nicht beschließen - er wollte auch nicht vom Sog eines vorüberfahrenden Schiffes in die Tiefe gerissen oder im Meer schwimmend vom Feind aufgespießt werden. Mehr sagte ihm schon der Gedanke zu, ein karthagisches Schiff auf den Meeresgrund zu schicken. Genauso wie die Vorstellung, an der Seite einer feindlichen Trireme vorbeizufahren, ihr die Riemen abzuscheren und das Schiff manövrierunfähig zu machen, damit man es entern konnte, wenn man es wollte.

»Segel voraus!«

Der unerwartete Ruf des Ausgucks zog aller Aufmerksamkeit an sich, nicht zuletzt die von Flaccus. Fischerboote, zahlreich und ungefährlich, wie sie waren, wurden nicht gemeldet. Handelsschiffe schon, doch da der Abend nahte, lagen die meisten dickbäuchigen Kauffahrer längst im Hafen oder ankerten dicht an der Küste.

»Noch ein Segel!«, rief der Ausguck. »Drei, vier - ich sehe fünf, direkt voraus!«

Flaccus eilte zum Bug. Der Schiffskommandant folgte ihm auf dem Fuße. Ein Schlagmann glotzte zu ihm hin, und Flaccus fuhr ihn an: »Halt den Rhythmus, bis man dir etwas anderes sagt, Narr!«

Er schob sich an dem Kerl vorbei. Die Rufe der Ausgucke auf seinen anderen Schiffen vergrößerten sein Unbehagen.

Ihm kam es zweifelhaft vor, dass die fünf Schiffe karthagisch waren. Seit Roms großen Seesiegen während des letzten Krieges wichen die Guggas Begegnungen mit römischen Flotten aus, wann immer es möglich war. Die andere Möglichkeit - Kriegsschiffe der Makedonier - erschien genauso unwahrscheinlich. Gewiss, König Philipp hatte vor zwei Jahren die Insel Kephallenia angegriffen, und es gab Gerüchte über seine Pläne in Illyrien, aber er besäße niemals die Frechheit, Schiffe in italische Gewässer zu entsenden.

Flaccus schob den Gedanken beiseite.

Er erreichte den Ausguck, einen mageren jungen Burschen mit windzerzausten Haaren. »Wo?«

Der Ausguck salutierte nervös und wies ein paar Grad nach Steuerbord. »Dort, Admiral. Ungefähr zwei Meilen entfernt.«

Flaccus beschirmte die Augen mit der Hand. In der Ferne zeichneten sich drei weiße Quadrate gegen das dunkle Meer ab - Segel. Sein Herz schlug rascher. Er wartete, und im nächsten Moment entdeckte er zwei weitere. Die Schiffe liefen nach Südost zu der Landzunge, die Italiens Ferse bildete, und er war sich darüber im Klaren, dass jede Hoffnung auf erfolgreiche Verfolgung dahin wäre, sobald sie sie umfahren hatten.

»Sollen wir die Verfolgung aufnehmen, Admiral?« Der Schiffskommandant, ein krummbeiniger alter Seebär, den Flaccus mittlerweile gern mochte, hatte sich neben ihn gestellt.

»Ja. Römer sind es nicht, so viel steht fest. Es wäre gut, herauszufinden, was sie in diesen Gewässern suchen.«

»Wir haben die Sonne im Rücken, Admiral. Sie werden uns nicht kommen sehen, bevor wir dicht an ihnen dran sind.« Das Grinsen des Kommandanten offenbarte ein halbes Dutzend zapfenförmige braune Stümpfe. »Die Würfel könnten zu unseren Gunsten fallen.«

Flaccus nickte. »Einverstanden.«

Der Kommandant winkte dem Flötenspieler zu. »Schnelle Fahrt!«

Eine raschere Melodie begann, und die Schlagmänner nahmen den neuen Rhythmus auf. Die Ruderer beugten die Rücken und pullten, und nach zehn Herzschlägen hatte sich die Geschwindigkeit der Trireme verdoppelt. Der Rammsporn schnitt in die Wellen, als wittere er die neue Beute.

Die Jagd hatte begonnen.

Am Ende wurde es knapp. Flaccus' Geschwader hatte sich auf eine Dreiviertelmeile genähert, bevor die anderen Schiffe es bemerkten. Was sie in jenem Moment verriet, blieb unklar - die Sonne stand so tief, dass jeder, der nach Westen schaute, geblendet werden musste. Trotzdem erhöhten die fünf Schiffe das Tempo, bis sie genauso schnell fuhren wie die römischen Triremen.

Die Landzunge war nahe, und dahinter lockte das offene Meer. Flaccus setzte alles auf eine Karte.

»Rammgeschwindigkeit!«, bellte Flaccus.

Für seine Ruderer bedeutete es eine herkulische Arbeit, bei solchem Abstand eine Verfolgung aufrechtzuerhalten, aber es gab nichts zu verlieren. Im schlimmsten Fall entkamen die fremden Schiffe, sagte sich Flaccus, und seinen Besatzungen stand eine lange Rückfahrt nach Tarentum unter dem Sternenhimmel bevor. Im besten Fall brachten sie das Wild auf, und er fand heraus, wieso es geflohen war wie ein erschrockenes Reh.

Die Jagd mit halsbrecherischer Geschwindigkeit dauerte nicht lange. Zwei verfolgte Schiffe entkamen, aber die Besatzungen an Bord der übrigen drei waren Flaccus' Ruderern nicht gewachsen. Als ihnen die Not ihrer Kameraden auffiel, brachen auch die vordersten beiden Schiffe ihre Flucht ab. Obwohl es sich um schwerfällige Fahrzeuge handelte und sie gegenüber seinen Triremen in der Minderzahl waren, ging Flaccus kein Risiko ein. Er sandte vier Schiffe aus, um die vordersten beiden aufzubringen, und mit den fünf verbliebenen und seinem eigenen kesselte er die langsameren Frachter ein.

Auf Zuruf hin zogen die Kauffahrer die Riemen ein. Auf ihren Decks war kein Bewaffneter zu sehen, und Flaccus' anfängliches Unbehagen wich selbstgefälliger Gelassenheit. Sein Plan war gut ausgeführt worden. Widerstand erschien unwahrscheinlich. Er hatte Zeit, die Absicht der Schiffe herauszufinden und sie entsprechend zu behandeln, sei es, indem er die Schiffer mit einer Geldstrafe belegte, sei es mit der Beschlagnahme ihrer Fahrzeuge. In jedem Fall konnte er Tarentum vor Mondaufgang erreichen. So war sein Abend mit seiner Geliebten nicht bedroht.

Zunehmend ungeduldig sah Flaccus zu, wie die Ruderer sein Schiff längsseits zum größten Handelsschiff brachten, einem rundbäuchigen Fahrzeug mit einem quadratischen Leinwandsegel. Die Backbordriemen ratterten und tropften, als sie eingezogen wurden. Die Schiffe glitten einander vorbei, Holz scharrte über Holz, Enterhaken schlugen dumpf aufs Deck und wurden festgezurrt. Die Seeleute an Bord des gekaperten Schiffs schlurften...

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