Kampf der Adler

Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Januar 2018
  • |
  • 688 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-5003-6 (ISBN)
 
Nur die Götter können den Römern jetzt noch helfen

Germania, 9 n. Chr. Einige Stämme östlich des Rheins haben genug von den römischen Eindringlingen und planen einen Überfall. Ihr Anführer ist Arminius, ein Cheruskerfürst, der bereits lange davon träumt, die brutalen Besatzer aus seinem Land zu vertreiben. Dafür hat er sich das Vertrauen des römischen Statthalters Varus erschlichen. Nur Tullus, ein erfahrener Centurio, misstraut Arminius und warnt Varus - vergeblich. Als die drei Männer und mehrere Legionen ihr Sommerlager verlassen, um zu den Festungen am Rhein zurückzumarschieren, weiß allein Arminius, was die Römer im Dunkel des Teutoburger Waldes erwartet: Dreck, Blut und Tod.

Die Bestseller-Reihe jetzt endlich auch in deutscher Sprache: "Kampf der Adler" ist der Auftakt von Ben Kanes spektakulärer Trilogie um die Varusschlacht im Teutoburger Wald


weitere Ausgaben werden ermittelt
Ben Kane wurde in Kenia geboren und wuchs in Irland auf, dem Heimatland seiner Eltern. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Tierarzt. Schon als Kind übte die Geschichte Roms eine große Faszination auf ihn aus, weshalb mit der Veröffentlichung seines Debüts Die Vergessene Legion ein lang gehegter Traum in Erfüllung ging. Mittlerweile ist Ben Kane Bestsellerautor und lebt mit seiner Familie in North Somerset, England.

1. KAPITEL


Arminius saß auf dem Rücken eines edlen kastanienbraunen Pferdes und beobachtete die acht Berittenen seiner Turma, die ihre Pferde auf dem Übungsgelände außerhalb des befestigten Lagers beim Ara Ubiorum, dem Altar der Ubier, in einen leichten Galopp versetzten. Es war ein klarer Morgen, die Luft kühl und frisch. Die letzten Spuren des Winters waren verschwunden, das fruchtbare Land um das Lager der Oppidum Ubiorum schimmerte im ersten Grün der Aussaat. Lerchen flogen über die Köpfe der Reiter hinweg, doch ihr zartes Gezwitscher ging in dem harten Hufschlag der Pferde unter. Arminius' Offiziere gaben lautstarke Befehle.

Am Beispiel von Arminius' Kleidung - wie bei seinen Männern auch - zeigte sich die Mischung aus römischer und germanischer Tradition: das Kettenhemd und der Gesichtshelm der Reiter hoben sich ab von dem wollenen Umhang eines Stammeskriegers, der knielangen Tunika, der eng anliegenden gemusterten Hose und den kniehohen Stiefeln. Eine edle Spatha, das lange zweischneidige Schwert der Reitereinheiten, trug Arminius an einem verzierten Lederriemen quer über der Schulter. Der Cherusker war in der Blüte seiner Jahre. Groß gewachsen und breitschultrig, bot er einen eindrucksvollen Anblick, insbesondere die grauen Augen, das auffallend dunkle Haar und der ebenso dunkle Kinnbart.

Die fünfhundert Reiter aus dem Stammesverband der Cherusker bildeten eine Ala oder berittene Abteilung der römischen Armee, zugeteilt waren sie der 17. Legion, der Legio XVII. Sie dienten als Späher und boten den marschierenden Legionären Schutz auf den Flanken, aber die Alae kamen auch in der Schlacht zum Einsatz. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, mussten die Männer regelmäßig trainieren, und Arminius war gekommen, um die Männer während der Übungen zu beaufsichtigen. Bereits unzählige Male hatte er bei derartigen Übungen zugeschaut, daher kannte er jede taktische Bewegung in- und auswendig. Seinen gut ausgebildeten Reitern unterliefen nur wenige Fehler, daher dauerte es nicht lange, bis er seine Gedanken schweifen ließ. Tags zuvor hatte er ein offenes Ohr für den Sprecher eines Dorfes gehabt, auf der anderen Seite des Rhenus. Der Mann hatte sich lautstark über die neuen Steuern der Römer beschwert. Es war nicht das erste Mal, dass Arminius auf derartigen Groll gestoßen war. Hier in Gallien dienten die Germanen als Hilfstruppen in den Legionen, gut besoldete Männer, die mit ihrem Schicksal zufrieden waren. Auf der anderen Seite des Flusses jedoch, auf Stammesgebiet, sah die Lage ganz anders aus.

Statthalter Varus und dessen Begleiter sahen einfach über die Unzufriedenheit der Leute hinweg, wie Arminius wusste. Aus Sicht der Provinzverwalter verlief die Romanisierung Germaniens genau so wie erwartet. Entlang des Rhenus und tiefer im Inland gab es zahlreiche dauerhaft oder auf begrenzte Zeit angelegte Militärlager - auf einer Länge von dreihundert Meilen und einer Breite von etwa hundertfünfzig Meilen. Mindestens die Hälfte aller Stämme hatte sich eidlich dem Reich verpflichtet oder hatte Bündnisverträge geschlossen. Abgesehen von einigen kleineren Scharmützeln herrschte seit mehreren Jahren Frieden. Die Bautätigkeit der Legionen jeden Sommer führte dazu, dass immer mehr Wege ausgebaut und dauerhaft befestigt wurden. Eine der Siedlungen - Pons Laugona - war auf dem Weg, in absehbarer Zeit die erste römische Siedlung östlich des Rhenus zu werden, samt Forum, städtischen Gebäuden und Abwassersystem. Andere Siedlungsplätze waren erpicht darauf, diesem Beispiel zu folgen. Selbst in den Dörfern war es nicht unüblich, regelmäßig Markttage abzuhalten. Das imperiale Recht drang allmählich bis in die Stammesgesellschaft. Magistrate der Oppidum Ubiorum und aus anderen Lagern westlich des Rhenus überquerten den Fluss regelmäßig, um bei umstrittenen Gebietsansprüchen oder anderen Rechtsstreitigkeiten ein richterliches Urteil zu fällen.

Dieser schleichende Wandel in sozialen Belangen hatte einige Stammesmitglieder nachhaltig verstimmt, andere wiederum führten ein glückliches und zufriedenes Leben, da nicht zuletzt der Lebensstandard gestiegen war. Wo viele Legionäre stationiert waren, wurde auch eine Menge Proviant gebraucht, des Weiteren Getränke und Kleidung. Ackerbauern, die unweit der Lager lebten, verkauften ihr Vieh, Getreide und Gemüse, dazu Rohstoffe wie Wolle und Leder. Frauen der Siedler boten aus Wolle gefertigte Kleidung feil, zum Teil auch ihre rötlich goldenen Haare, die bei den Frauen der römischen Oberschicht sehr begehrt waren. Gefangene, die man nach Zusammenstößen mit anderen Stämmen gemacht hatte, konnte man als Sklaven verkaufen, eingefangene wilde Tiere - sie kamen in den kleinen Amphitheatern der Lager zum Einsatz, etwa im Kastell Vetera - brachten hübsche Summen ein. Junge, aufstrebende Männer hatten die Möglichkeit, in die römische Armee einzutreten und entkamen somit einem langweiligen Leben auf den Höfen ihrer Väter. Geschäftstüchtige Leute eröffneten Tavernen oder Gasthäuser in unmittelbarer Nähe der befestigten Lager, wenn sie nicht sogar Anstellung innerhalb der Castra fanden.

Ja, es konnte von Vorteil sein, Teil des römischen Reichs zu sein, wie Arminius sich eingestehen musste, aber jede Vergünstigung hatte ihren Preis. Als freiheitsliebender Stammeskrieger hatte man fortan einen Herrscher zu akzeptieren, einen sogenannten Imperator - gegenwärtig Augustus. Diesem Herrscher schuldete ein jeder Gehorsam. Augustus wurde beinahe wie eine Gottheit verehrt. Zwar hatten auch germanische Stämme Anführer, aber diese Männer genossen ein anderes Ansehen als Augustus, der »Erhabene«. Die Stammesführer wurden geachtet, dachte Arminius. Auch gefürchtet - mitunter. Verehrt - vielleicht. Geliebt - möglicherweise. Aber standen sie weit über allen anderen? Niemals. Ein Stammesführer, der mit seinem Verhalten erkennen ließ, dass er über allen anderen stand, hielt sich nicht lange an der Spitze eines Stammes. Krieger folgten dem Anführer aus Respekt, aber sobald sie keine hohe Meinung mehr von dem Mann hatten, wandten sie sich von ihm ab oder unterstützten andere Stammesführer. Arminius gehörte zu den Anführern der Cherusker und wusste, dass er auf die Unterstützung seiner Stammesmitglieder angewiesen war, insbesondere deshalb, weil er die meiste Zeit abseits des Stammesverbands bei den römischen Legionen verbrachte.

Wer Teil des Reichs sein wollte, musste noch einen zweiten Kompromiss eingehen - die verfluchten Steuern, die erhoben wurden. Arminius' Mundwinkel zuckten, denn er persönlich machte sich nicht allzu viel daraus. Es war ein Preis, den er zu zahlen bereit war. Diesen Sommer indes sollten erstmalig Steuern auf der anderen Seite des Rhenus eingetrieben werden. Die offiziell eingesetzten Steuereintreiber, die bare Münze oder Tauschwaren im erforderlichen Wert des Steuersatzes akzeptierten, konnten sich darauf verlassen, die fälligen Beträge auch zu erhalten, hatten sie doch die Soldaten der Legionen im Rücken. Der Stammesführer, mit dem Arminius zuvor gesprochen hatte - der Mann hatte ihn für vertrauenswürdig gehalten, da Arminius selber kein Römer war -, hatte vor Zorn gebebt. »Die Steuer ist unerhört, sage ich! Ich kann es mir zwar leisten, sie zu zahlen, aber vielen meiner Leute wird es schwerfallen, Waren aufzubieten, die dem Münzwert entsprechen, von dem die Rede ist. Und wieso sollten wir uns überhaupt verpflichtet fühlen, Steuern zu zahlen?«

Arminius hatte Ausflüchte gemacht und davon gesprochen, dass die Römer Schutz boten und dass jedermann von den Vorteilen profitierte, die das Zusammenleben mit den Römern mit sich brachte, aber er war nicht mit dem Herzen bei der Sache gewesen. Inzwischen vermutete er, dass der Stammesführer das auch gespürt hatte. Der umstrittene Erlass, Steuern zu erheben, beschränkte sich nicht allein auf die Stammesverbände im Grenzbereich des Rhenus - etwa dreißig Meilen östlich des Flusses -, sondern betraf all diejenigen, die im Einflussgebiet Roms lebten. Die Stämme weiter im Inland waren es gewohnt, ihre Söhne fortzuschicken, auf dass sie bei den Legionen dienten. Die meisten Stämme hatten sich zudem mit Gepflogenheiten der römischen Gesellschaftsordnung und dem alltäglichen Leben abgefunden. Den Einfluss Roms hinzunehmen war eine Sache, dachte Arminius, aber mit der Steuer verhielt es sich anders. Alter Zorn regte sich wieder in seinem Bauch, jener Groll auf Rom, den er von klein auf verinnerlicht hatte.

Hufschlag ließ den Boden erzittern, auf dem Arminius' Pferd stand. Arminius' Aufmerksamkeit galt wieder seinen Männern. Die Reiter nutzten das gesamte Areal des Übungsgeländes, preschten vor und zurück und vollführten dieselben Bewegungsabläufe immer und immer wieder. In enger Formation hielten sie geradewegs auf einen Stapel Ausrüstung zu. Sie bildeten die »Speerspitze«, die gefürchtete Formation, mit der Reitereinheiten versuchten, die feindliche Linie aufzubrechen. Die nächste Formation, ein lockeres, umgekehrtes »V«, hatte dieselbe Zielrichtung, wurde indes bei unvorbereiteten Gegnern angewendet, die keine Zeit hatten, ihre Reihen zu schließen. Die dritte Übung war die einfachste: Die Reiter blieben auf einer Höhe, versetzten ihre Pferde zunächst in leichten Trab, ehe sie - Reiter neben Reiter - im Galopp zum Sturmangriff übergingen.

Während des Ritts blies der Hornbläser mit voller Kraft in die Bucina. Ein tief dröhnendes BOOOOOOO! BOOOOOOO! BOOOOOOO! schallte über die Fläche. Ein solcher Angriff, unterstützt von dem Klang der Hörner, versetzte die feindlichen Fußtruppen fast ausnahmslos in Schrecken. Arminius beobachtete seine kleine berittene Einheit und konnte sich ein...

"So muss ein historischer Roman sein" Sunday Express


"Packend, brutal, brillant" Giles Kristian


"Meisterhaft erzählt" The Times

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