Digitalisierung in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft

PropTechs, FinTechs, Connected Home, Big Data
 
 
Haufe Lexware (Verlag)
  • erschienen am 25. November 2019
  • |
  • 245 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-648-12313-3 (ISBN)
 
Die Digitalisierung macht auch vor der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft keinen Halt und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Dr. Alcay Kamis beschreibt, welche Chancen und Vorteile die digitale Transformation speziell dieser Branche bietet. Er stellt die spezifischen Treiber vor und geht auch auf die zentrale Rolle der Unternehmenskultur sowie der Führung ein. Erfahren Sie in diesem Buch, wie die digitale Transformation gelingen kann und welche Methoden hierbei zum Einsatz kommen können.
Inhalte:

- Digitalisierungsstrategien, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, digitale Transformation
- Digitale Prozesse in der Wohnungswirtschaft, digitale Gebäudetechnik, Connected Home
- Building Information Modeling (BIM), PropTechs, FinTechs und Big Data, Customer Journey
- Predictive Maintenance, Energieeffizienz- und management, Smart Building
- New-Leadership-Ansätze, Digital Leadership, Unternehmenskultur und Change Management
- Roadmap für Ihr Unternehmen
1. Auflage 2019
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 5,55 MB
978-3-648-12313-3 (9783648123133)
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Dr. Alcay Kamis ist seit nunmehr 15 Jahren in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft tätig - davon 11 Jahre in leitenden Positionen. Dr. Kamis hat in seinen Unternehmen diverse Veränderungsprojekte initiiert, begleitet und erfolgreich abgeschlossen sowie maßgeblich an dem Organisationsumbau und der Organisationsentwicklung sowie Performancesteigerung mitgewirkt. Dr. Kamis ist zudem Lehrbeauftragter an der EBZ Business School sowie der EBZ Akademie, die sich auf immobilienwirtschaftliche Studiengänge spezialisiert hat.

2 Digitalisierung in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft


Noch wird das Kerngeschäft in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft lokal betrieben. Aufgrund der Marktbewegungen und Dynamik ist es jedoch von Interesse, einen Überblick über die Potenziale der Digitalisierung zu gewinnen. In diesem Zusammenhang erscheint es ebenfalls notwendig, die Reaktionen der etablierten und insbesondere der künftigen Anbieter auf Veränderungen zu verfolgen.

2.1 Die Treiber der Digitalisierung


Die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft und die hiermit einhergehende Digitalisierung der Immobilienwirtschaft werden durch verschiedene Technologien getrieben. In der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sind dies sowohl interne als auch externe Treiber. Die Studie von Bölting, Königsmann und Neitzel (2016) verdeutlicht, welche Themen im Speziellen die Digitalisierung in der Immobilienbranche vorantreiben. Hinsichtlich der internen Treiber spielen insbesondere die Verbesserungen der Prozesse eine wichtige Rolle, wobei die zunehmende Komplexität weniger als interner Treiber angesehen wird. Als externer Treiber wird vor allem der Kunde genannt, dessen Erwartungs- und Kommunikationsprofil sich verändert hat. Die Zunahme der Internationalisierungsaktivitäten hat hingegen weniger Bedeutung. Abb. 2.1 und Abb. 2.2 stellen die internen und externen Treiber übersichtlich dar.

Abb. 2.1: Interne Treiber der Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft In Anlehnung an Bölting/Königsmann/Neitzel 2016, S. 22

Abb. 2.2: Externe Treiber der Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft In Anlehnung an Bölting/Königsmann/Neitzel 2016, S. 23

Die Digitalisierung lässt insbesondere die Ansprüche der Kunden steigen. Noch in den vergangenen Jahren konnten sich Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft auf die Loyalität ihrer Kunden verlassen, dies scheint nun nicht mehr der Fall zu sein. Angesichts der zunehmenden Nachfrage nach digitalen Produkten und Dienstleistungen verlieren bisherige Angebotsstrategien an Bedeutung. Digitale Angebote hingegen werden stark favorisiert. Somit kommt der Anstoß zur digitalen Transformation weniger aus den Unternehmen heraus, sondern vielmehr von den Kunden, die die Unternehmen zwingen, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Demzufolge treibt der Kundennutzen die Digitalisierung voran. Ein Unterschied ist vor allem bei kleinen und größeren Unternehmen zu erkennen. Kleinere Unternehmen werden durch die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt zur digitalen Transformation getrieben, während größere Unternehmen eher aus eigenem Antrieb handeln. So beanspruchen 79 % der Unternehmen ab 5.000 Wohnungen für sich, »Vorreiter« der Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft zu sein, über alle Befragten sind es hingegen nur 38 % (Deeg/Trunec 2018). Zudem ergab die gleiche Studie, dass die Treiber der Digitalisierung aus unternehmerischer Sicht von der Entwicklung mobiler Endgeräte angeführt werden (siehe Abb. 2.3).

Diese Gegebenheiten führen auch dazu, dass sich viele Immobilien-Start-ups, sogenannte PropTechs1, in den Markt drängen. Diese Technologieunternehmen sind meist branchenfremde Teilnehmer, die jedoch eine ernstzunehmende Konkurrenz für die klassischen Immobilienunternehmen darstellen. Möchten klassische Unternehmen der Immobilien- und Wohnungswirtschaft weiterhin bestehen, so müssen sie raus aus der Defensive und der digitalen Transformation Zutritt gewähren. Ein Paradigmenwechsel ist längst überfällig. Ferner besteht die Herausforderung darin, Transparenz in der sich sehr dynamisch entwickelnden PropTechs-Landschaft herzustellen. Das scheint jedoch nur schwer möglich zu sein, da in diesem sehr jungen Markt in immer kürzeren Abständen neue Anbieter auf dem Bildschirm erscheinen. Deeg und Trunec (2018) gehen davon aus, »dass sich zukünftig eine Marktkonsolidierung ergeben und der Markt sich weiter entwickeln wird. Insbesondere die Angebote, die durch die Einführung des Bestellerprinzips lanciert wurden, weisen eine stärkere Anbieterdichte auf. Es kann erwartet werden, dass es zu einer weiteren Professionalisierung der Angebote und in der Folge zu einer fortschreitenden Marktkonzentration kommen wird« (S. 9). Um dies zu verdeutlichen, wird im anschließenden Teil dieses Buches geklärt, inwiefern die Entwicklung der Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft vorangeschritten ist und welche Herausforderungen bewältigt werden müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Abb. 2.3: Treiber der Digitalisierung Quelle: Deeg/Trunec 2018, S. 24

2.2 Entwicklung der Digitalisierung und Status quo


Die digitale Transformation macht auch nicht vor der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft halt. Obwohl in den vergangenen Jahren eine rasante technologische Entwicklung zu beobachten ist, lässt sich in diesem Bereich nur ein langsames Voranschreiten erkennen. Dabei verfügen Immobilien in der Regel über die zentralen Eigenschaften, die eine Digitalisierung sinnvoll erscheinen lassen. So können mithilfe der Digitalisierung umfangreiche Prozesse und komplexe Produkte optimiert werden (Vornholz 2017). Es sind, wie in anderen Branchen, Digitalisierungstendenzen in der Immobilienwirtschaft zu beobachten, die sich zukünftig verschärfen werden. So spielen seit geraumer Zeit die digitale Verarbeitung von Unternehmensinformationen sowie die datengestützte Auswertung von Prozessen und Abläufen eine zentrale Rolle. Dabei reicht diese Entwicklung von der Verbreitung sogenannter Enterprise-Resource-Planning-Systeme2 (ERP-Systeme) bis hin zum strategischen Controlling. Eine stärkere Vernetzung erfordert allerdings auch die systematische Bearbeitung von Schnittstellen. So setzen sich Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft zunehmend mit anderen Feldern der Digitalisierung auseinander, etwa der Schaffung von Portalen für Kunden und Partner. Meist geht es in diesem Zusammenhang darum, eine Verbesserung von Schnittstellen zu erreichen, beispielsweise zwischen Immobilienunternehmen und Kunden sowie Zulieferern (Bölting/Königsmann/Neitzel 2016).

Beispiel

Das erste Immobilienportal in Deutschland ist die Plattform immoverkauf24, die sich auf Beratung rund um den Verkauf der eigenen Immobilie spezialisiert hat. Eigentümer, die Unterstützung beim Verkauf benötigen, erhalten eine kostenlose und unverbindliche Maklerempfehlung. Jeder Eigentümer wird durch einen immoverkauf24-Experten individuell betreut. Weiterhin vermittelt immoverkauf24 Baufinanzierungen. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 40 Mitarbeiter. Der Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien kombiniert mit persönlicher Beratungsexpertise trägt dazu bei, die Maklertätigkeit im Sinne der Verkäuferinteressen weiter zu professionalisieren (ZIA 2017).

Um den aktuellen Zustand dieser Entwicklung zu ermitteln, wurde im Jahr 2017 eine Umfrage mit Akteuren und Unternehmen der deutschen Immobilienwirtschaft durchgeführt (CBRE 2017). Die Ergebnisse zeigen, dass erst in maximal 30 % der Unternehmen bislang die Grundlagen für eine digitale Transformation geschaffen wurden. Ursache dieser unzureichenden Entwicklung ist der Mangel an digitalen Talenten als Führungskräfte sowie in den Abteilungen. Hervorzuheben ist, dass nur etwa 40 % der Befragten angaben, dass in ihrem Unternehmen die Führungskräfte für den digitalen Wandel verantwortlich sind. Kritisch ist zudem zu betrachten, dass das Aufgabenfeld dieser Führungspersönlichkeiten mit dem Tagesgeschäft zu tun hat, eine Fokussierung allein auf die digitale Ausgestaltung ist nicht möglich. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die vorliegenden Daten nicht ausreichend strukturiert und somit nicht nutzbar sind. So können Optimierungspotenziale nicht erkannt und genutzt werden.

Des Weiteren stimmen oftmals die Erwartungen an den Nutzen der Digitalisierung und die tatsächliche Umsetzungsbereitschaft nicht überein: Das Personal, die IT-Infrastruktur, das Management, die Unternehmenskultur und die Arbeitsplätze sind an den digitalen Wandel noch nicht angepasst. Ferner sind nur 11 % der Befragten davon überzeugt, dass der digitale Wandel für das Unternehmen problemlos zu bewältigen ist. Gründe für diesen niedrigen Wert: mangelnde Veränderungsbereitschaft, fehlende digitale Kompetenzen sowie nicht vorhandene klare Strategien. Eine Vielzahl der Marktteilnehmer steht der digitalen Transformation noch abwartend gegenüber. Das bedeutet, dass zwar entsprechendes Wissen vorhanden ist, es setzen sich jedoch nur wenige Verantwortliche aktiv mit dieser Thematik auseinander. So kommen die technologischen Errungenschaften nur minimalistisch zum Einsatz, sodass das Ergebnis deutlich unterhalb der Potenziale liegt. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass über 75 % der Mitarbeitenden...

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