War ja nur so 'ne Idee ...

Geniale Einfälle, die unsere Welt verändert haben. - 300 Geschichten
 
 
Goldmann (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Juli 2018
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-21932-1 (ISBN)
 

Christian Kämmerling hat die entscheidenden Momente in der Entstehungsgeschichte des modernen Lebens zusammengetragen. All die Sachen, ohne die wir kaum mehr leben können und die wir im Alltag für selbstverständlich halten, werden in diesem "Lexikon der guten Ideen" erklärt.

Innovationen, Pionierleistungen, Geistesblitze von klugen Köpfen im richtigen Augenblick: Wer war der erste Jogger? Wann ging es los mit dem Latte-Macchiato-Wahnsinn? Wer erfand die Kreditkarte? Woher kommt eigentlich das @-Zeichen? 300 kurzweilige Einträge von A bis Z, hervorragend erzählt vom Mit-Erfinder des SZ-Magazins Christian Kämmerling und wunderschön illustriert von seinem Sohn Jim.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Random House
4-farbig, mit ca. 40 Illustrationen.
  • 3,70 MB
978-3-641-21932-1 (9783641219321)
weitere Ausgaben werden ermittelt

@

Man möchte meinen, das @-Zeichen sei zusammen mit dem Computer auf die Welt gekommen, aber nein: Die älteste Überlieferung des @ stammt vom 4. Mai 1536. Der florentinische Weinhändler Francesco Lapi bezifferte mit dem Zeichen die Anzahl der bestellten Amphoren. Aber klar, wer jüngeren Datums ist, kennt das @ als Symbol der E-Mail. Die E-Mail wurde 1971 erfunden, von Ray Tomlinson. Der amerikanische Programmierer war auf der Suche nach einem noch ungenutzten Zeichen, das zwischen Benutzername und Adresse gesetzt werden könnte. So kam er auf das @. Am 22. März 2010 wurde das @ in die Sammlung des New Yorker Museums of Modern Art (MoMA) aufgenommen.

Airbag

Stoßstangen waren längst erfunden, jetzt ging es darum, die Autofahrer zusätzlich im Inneren des Fahrzeugs zu schützen. Aber wie sollte das funktionieren, war die große Frage. Ein Konzept sah vor, dass der Fahrer im Moment des Aufpralls automatisch auf Schienen zurückkatapultiert wird und im sicheren Rücksitz landet. Quatsch, da musste es doch was Besseres geben. Der Münchener Erfinder Walter Linderer kam auf die Lösung. Am 6. Oktober 1951 meldete er den Airbag beim Patentamt an. Die Entwicklung der entsprechenden Technologie dauerte Jahre. Das erste Auto mit Airbag war in Deutschland die S-Klasse von Mercedes, 1981.

Airbnb

In San Francisco stand die Konferenz der amerikanischen Industriedesigner bevor, alle Hotelzimmer waren ausgebucht, da hatte Joe Gebbia eine Idee: Warum nicht drei Luftmatratzen kaufen und die eigene Wohnung als Herberge anbieten? Luftmatratze mit Frühstück. Airbed & Breakfast. Er schrieb gleich eine E-Mail an Brian Chesky, seinen Mitbewohner, der von der Idee ebenfalls begeistert war. Die E-Mail datiert vom 22. September 2007. Beide Jungs waren Mitte 20, sie konnten das Geld gut brauchen, das die drei Luftmatratzen an dem Wochenende einspielten. Eigentlich waren sie zufrieden. Aber dann, trotzdem: Wie könnte es weitergehen? Warum nur Luftmatratzen? Warum nicht größer denken? Im März 2009 war Airbnb geboren, der internationale Community-Marktplatz für Übernachtungen in privaten Haushalten. Inzwischen versammelt die Seite drei Millionen Angebote in 191 Ländern. Der Wert des Unternehmens wird auf 30 Milliarden Dollar geschätzt. Ein gutes Geschäft auch für den Schauspieler Ashton Kutcher, der 2011 als Investor einstieg und die Firma seither strategisch berät.

Akku

Es gäbe keine Handys, keine Laptops, nichts, was mobil ist und viel Energie frisst - ohne? Froschschenkel. Der erste elektrochemische Energieträger war ein Froschschenkel. Das ging so: In Bologna führte der italienische Biophysiker Luigi Galvani Experimente mit Fröschen durch, und eines Tages - am 6. November 1780, um genau zu sein - zuckte ein Froschschenkel, sobald er mit Kupfer und Eisen in Berührung kam. Galvani hatte einen elektrochemischen Prozess in Gang gesetzt, zufällig und nicht ahnend, dass darauf später die Erfindung der Batterie basieren sollte. Aber auch die traditionelle Batterie war nur ein Froschschenkel im Vergleich zu der Power-Energiequelle, die danach kam: der Lithium-Ionen-Akku. Das kleine, graue, wiederaufladbare Plättchen löste die technologische Revolution aus. Erstmals wurde es 1991 von Sony eingesetzt, in der Videokamera CCD TR1. Vater des Wunderdings ist der amerikanische Physiker John B. Goodenough, inzwischen 95 Jahre alt und immer noch Professor an der University of Texas at Austin. Sein Name steht ganz oben auf der Liste der Anwärter für den Nobelpreis.

Alfalfa

Das erste grüne Phänomen - noch vor der Partei, die Grünen - war Alfalfa. Es wurde in kleinen Schachteln verkauft, und darin war Pflanzenerde voller grüner Keimlinge. Sah ein bisschen eklig aus, war aber wahnsinnig gesund. Der komische Name klang exotisch, dabei war das Grünzeug ja nichts anderes als die Sprossen der Luzerne, aber Alfalfa klang toller, so wurde die Pflanze in Amerika genannt. Da war sie schon der Hit. Mit Alfalfa keimte (!) in den späten 70er-Jahren der Trend zum gesünder essen.

Algorithmus

Die meisten von uns kennen den Begriff erst, seit er das große Geheimnis von Google ist, bei der Gewichtung der Suchergebnisse. Dabei wurde der Algorithmus bereits im Jahr 825 erfunden, und zwar von einem arabischen Mathematiker, dessen Name mit der Erfindung bis heute verbunden ist: Abu Ja'far Muhammad ibn Mûsâ al-Khowârizmî. Der komplizierte Name machte auch den Gelehrten zu schaffen, die seine Schriften im zwölften Jahrhundert aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzten. Also übersetzten sie den Namen gleich mit, aus »al-Khowârizmî« wurde »Algoritmi«.

Amazon

Vor Amazon war Einkaufen mit der Anstrengung verbunden, das Haus zu verlassen und ein Geschäft aufzusuchen. Dann kam Jeff Bezos. Er hatte sein Geld an der Wall Street gemacht und wollte ins Internet-Business einsteigen, nachdem er gehört hatte, dass E-Commerce mit der unglaublichen Wachstumsrate von 2300 Prozent im Jahr Profit versprach. Am 5. Juli 1994 gründete er Amazon. Firmensitz war seine Garage in Bellevue, Washington. Ursprünglich hieß die Firma »Cadabra«. Aber der Name wurde immer wieder mit »Cadaver« verwechselt, deshalb benannte Bezos sie ein Jahr später in »Amazon« um. Ihm gefiel, dass der Name etwas Exotisches hatte, und außerdem schwang der Superlativ des längsten Flusses der Welt mit. Genau das war seine Vision: Amazon, der Exot, sollte die Buchbranche revolutionieren und der größte Online-Buchversand der Welt werden. Geschafft. Längst verkauft Amazon nicht mehr nur Bücher, sondern alles Mögliche. Rekordumsatz 2017: über 178 Milliarden Dollar. Jeff Bezos ist heute der reichste Mann der Welt, geschätzt auf 118 Milliarden Dollar.

Amerika

Wäre Columbus am 12. Oktober 1492 an der Insel Guanahani vorbeigesegelt, dann hätte er die »Neue Welt« nicht entdeckt, und wir wüssten nichts von Jeans, Big Mac, Beach Boys, Google, Marlboro, Elvis, Andy Warhol, Star Wars, Facebook, Nike & Co. - eine grauenvolle Vorstellung.

Anführungszeichen (in der Luft)

Will jemand sicherstellen, dass eine ironische Bemerkung auch als solche verstanden wird, dann malt er mit den Fingern kleine Anführungszeichen in die Luft. Eine der populärsten Gesten der modernen Zeichensprache. Woher kommt das? Der Erste, der das Phänomen beim Namen nannte (air quotes), war der New Yorker Journalist Kurt Anderson, in einem Artikel für das Magazin Spy im Jahr 1989. Kult wurde die Geste dann, als der Komiker Steve Martin auf der Bühne kaum noch einen Satz sprach, ohne ihn manuell in Anführungszeichen zu setzen. Eine Fingerübung, die die 90er-Jahre einleitete, das große Jahrzehnt der Ironie.

Anna

Gemeint ist natürlich Anna Wintour, die Chefredakteurin der amerikanischen Vogue. In der Modewelt wird sie nur »Anna« genannt, und jeder weiß, von wem die Rede ist: Anna, die höchste Instanz in Stilfragen. Ihr erstes Vogue-Cover, November 1988, zeigte ein Model in Jeans (50 Dollar) mit Lacroix-Jacke (10000 Dollar) - Skandal! Oder: Beginn einer neuen Ära. Zum ersten Mal waren Jeans auf dem Cover der Vogue zu sehen. Der Film »Der Teufel trägt Prada« hat ihr ein Denkmal gesetzt.

Aperol Spritz

Nichts deutete darauf hin, dass ausgerechnet dieser Cocktail im neuen Jahrtausend die Welt erobern würde. Aperol gibt es seit fast 100 Jahren, der Likör wurde 1919 von den Gebrüdern Barbieri in Padua entwickelt. Rund um Padua wurde er auch gern mit Prosecco gemixt, »Spritz« genannt. Eine lokale Spezialität also. Und dann auf einmal, Mitte der 2000er-Jahre, die Sensation: Aperol Spritz ist in aller Munde! Der Aperol-Umsatz springt von 197000 Flaschen (2006) auf 3,4 Millionen Flaschen (2010), allein in Deutschland. Ein Siegeszug aus dem Nichts, scheinbar. Nein, das Erfolgsgeheimnis ist: Seit 2004 gehört Aperol zur Campari-Gruppe. Und die versteht was von Marketing.

App

Am Anfang war das Handy ein Ding zum Telefonieren, mehr nicht. 1997 kam das Nokia 6110 auf den Markt, das erste Handy, mit dem man auch spielen konnte, nämlich »Snake«. Die Applikation war fest installiert, und plötzlich bekam man eine Ahnung davon, was mit Apps alles möglich sein würde. Das iPhone hat es bewiesen. Am 10. Juli 2008 eröffnete Apple seinen App Store, das Epizentrum des App-Bebens. Stand heute: 140 Milliarden Downloads.

Apple

Jetzt kommt eine traurige Geschichte: Was wurde eigentlich aus Ron Wayne? Apple war ja nicht von Steve Jobs allein ins Leben gerufen worden, es gab da auch noch Ron Wayne. Sein Name steht ebenfalls auf der Gründungsurkunde vom 2. April 1976. Er hat auch das erste Logo von Apple gezeichnet (nein, nicht den berühmten Apfel, der kam später). Und dann? Nur elf Tage nach der Gründung verließ Ron Wayne das Unternehmen. Apple war nicht sein Ding, stellte er fest, und verkaufte seinen Anteil für 800 Dollar. Heute wäre sein Anteil 30 Milliarden Dollar wert. Ron Wayne könnte sie gut gebrauchen. Er lebt von der staatlichen Rente in einer Wohnung in Pahrump, Nevada.

Armani

1982 eröffnete die erste Armani-Boutique in Mailand. Ein historischer Moment: Erstmals gab es eine Designer-Marke, die in die ganze Welt ausstrahlte. Vor Giorgio Armani war Kleidung einfach nur Kleidung, seit Giorgio Armani ist Kleidung mehr, nämlich Mode von einer speziellen Marke. So begann der Siegeszug der Modemarken, von Gucci bis Prada - und das allgemeine Markenbewusstsein, das unsere Zeit auszeichnet. Giorgio Armani ist bis heute Alleinbesitzer des Unternehmens, mit 2700 Verkaufsstellen weltweit und einem Umsatz von 2,9 Milliarden...

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