Fatal Mistake

Falsche Zeit. Falscher Weg.
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Januar 2018
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7460-0486-0 (ISBN)
 
Die fast 30-jährige Nele macht sich nach dem Sport alleine auf den Heimweg. An diesem kalten Wintertag nimmt sie nicht den gewohnten Weg. Fatal, wie sie schnell erfahren muss. Ein irrer Psychopath wird seit geraumer Zeit gesucht und gerade dieser lauert ihr auf. Wegrennen? Zwecklos. Gefangengehalten wird sie zu grotesken Spielchen gezwungen, die ihr irreal erscheinen.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-7460-0486-0 (9783746004860)
3746004861 (3746004861)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Als Debüt legt Maik Jungfleish mit "Das hölzerne Sonnengelb" einen packenden und sensibel erzählten Kinder- und Jugendroman über das Heranwachsen und das Trotzen gegen das Schicksal vor, der seine jungen Leser tief bewegt und mitfiebern lässt.

Nachdem Bettina Marz die dunkelbraune Haustür des alten Hauses von innen abgeschlossen hatte, schaute sie erneut aus dem Fenster zur Einfahrt des ehemaligen Bauernhofes, welcher abgeschieden von der Zivilisation außerhalb der Stadt lag.

Niemand gelangte zu ihrem Grundstück heraus, nicht einmal der Postbote. Für die Bewohner der nahe gelegenen Kleinstadt waren sie und ihr Abkömmling quasi Aussätzige, mit denen keiner etwas zu tun haben wollte. Ihre Briefsendungen wurden in einem Postfach hinterlegt, welches ihr Sohn einmal wöchentlich überprüfte.

Mangels Geld hatten sie in den letzten Jahren nur die nötigsten Reparaturen durchgeführt und so tropfte es bei Regenwetter an verschiedenen Stellen durch das undichte Dach. Feuchte Wände waren die Folge und in manchen Räumen roch es modrig, während der Schimmel sich immer weiter ausbreitete.

Seufzend strich sie sich mit der rechten Hand eine graue Strähne aus dem aufgedunsenen Gesicht. Schwergewichtig von ungesunder Ernährung und mangelnder Bewegung, machten sich die lädierten Gelenke bemerkbar und sorgten für schwerfälliges Gehen am Stock.

»Irgendein Vergnügen muss der Mensch schließlich haben«, murmelte sie leise und schlurfte mit Pralinen bewaffnet vom Wohnzimmer aus in das angrenzende Schlafzimmer, um es sich dort vor dem Fernseher gemütlich zu machen.

Laut schmatzend vertilgte sie innerhalb kurzer Zeit alle Trüffel und warf den leeren Karton achtlos auf den Boden.

Der eingeschaltete Film langweilte sie, sodass sie bereits nach wenigen Minuten einschlief und laut zu schnarchen begann. Wenige Augenblicke später wurde sie durch den Motorenlärm des nahenden Kombi aus ihren Träumen gerissen.

Voller Ungeduld wartete sie auf die vertrauten Geräusche des Schlüssels im Schloss der Eingangstür. Als sich auch nach einer Viertelstunde noch immer nichts dergleichen tat, quälte sich Bettina Marz aus ihrem Bett, um nach dem Rechten zu sehen.

Auf ihren Gehstock gestützt schlurfte sie über den Hof. Das Scheunentor war verschlossen, aber dahinter tobte der Bär. Mit einer ihr nie zugetrauten Schnelligkeit bückte sie sich und griff durch eine Öffnung in der Bretterwand, wo sie den Schlüssel für die Nebentür aufbewahrte. Hastig schob sie ihn ins Schloss und drehte ihn um.

»Mach dich sofort von ihr runter, du Idiot! Behandelt man etwa so einen Gast?«

Wutschnaubend stand die Alte plötzlich in der Scheune und betätigte den Lichtschalter. Gleichzeitig mit dem Aufflammen des Lichtes traf den Entführer der Schlag ihres Gehstockes am Rücken und ließ ihn sein Vorhaben unverzüglich beenden. Ruckartig erhob er sich vom Boden und klopfte umständlich seine Hose ab.

»Mutter, hast du mich jetzt erschreckt«, nuschelte er unter der Maske hervor. »Ich dachte du schläfst längst.«

Seine Stimme klang überrascht und ein wenig unbeholfen.

»Wenn du schon denkst, dann kommt doch sowieso nichts Vernünftiges dabei heraus. Wer soll denn bei diesem Spektakel schlafen?«

Zornig sah sie ihn an und ließ den Stock gegen seine Beine knallen.

»Aua, nicht so fest, du tust mir weh«, beklagte er sich und vollführte einen Schritt zur Seite, um dem Missmut seiner Mutter zu entrinnen.

»Hilf unserem Gast lieber aufzustehen und zeig ihr das Gästezimmer«, ertönte es donnernd aus ihrem Mund.

»Und wehe, du hältst dich nicht an die Abmachungen.«

Wie ein Wachhund passte die Alte auf, dass ihr Sohn die Gefangene vernünftig auf die Beine stellte und sie behutsam ins Haus geleitete.

Insgeheim freute sich Bettina Marz über den unverhofften Besuch, mit dem so schnell nicht zu rechnen war.

Um die steile Kellertreppe am heutigen Tag nicht noch ein zweites Mal hinunterzumüssen, verfolgte sie das Treiben mit großem Interesse vom oberen Podest aus. Ihre Müdigkeit war einem zunehmenden Glücksgefühl gewichen und sie konnte den morgigen Tag kaum noch abwarten.

Auch wenn sie von hier aus ihren Sohn nicht gänzlich unter Kontrolle hatte, so wollte sie die Quälerei des nochmaligen Treppensteigens nicht in Kauf nehmen. Ihr Körper dankte es ihr im Anschluss an eine derartige Belastung mit Herzrasen und Schmerzen in den Gelenken.

Ich habe ja alles gut vorbereitet. Und sollte wider Erwarten doch noch etwas fehlen, lassen sich die Kleinigkeiten auch morgen noch erledigen. Unser Besuch wird dankbar sein, in ein derart liebevoll und bezaubernd eingerichtetes Zimmer zu kommen. Das ist nicht selbstverständlich und darf nicht unterschätzt werden. Die Kleine soll sich in ihren eigenen vier Wänden wohlfühlen. Wichtig ist nur, dass Sohnemann sich an die Regeln hält und die hübsche Schwarzhaarige nicht gleich überstrapaziert. Was das zur Folge haben kann, hat man ja bei ihrer Vorgängerin Rapunzel gesehen, aber die war auch ein bisschen arg sensibel.

Die Alte kicherte zufrieden bei dem Gedanken, dass sie fortan wieder Gesellschaft haben würde.

Wie heißt die Neue doch gleich noch? Nenja, Neva oder wie? Er hat es nur nebenbei erwähnt, na ja, ist nicht so wichtig, Namen sind Schall und Rauch, die kann man behalten oder vergessen. Ich verpasse ihr später ohnehin einen der mir gefällt und der wesentlich besser zu ihr passt als der alte.

Vorsichtig beugte sie ihren Oberkörper so weit wie möglich über das Treppengeländer, um in die Tiefe zu lauschen. Nicht das kleinste Geräusch drang zu ihr herauf. Ein Zeichen dafür, dass er ihren Anweisungen Folge leistete, sonst würde die Kleine vermutlich um Hilfe schreien.

Dennoch klopfte sie ungeduldig mit dem Stock auf die alten Dielen, um ihm Beeilung zu signalisieren.

»Wo bleibst du denn?!«, rief sie ungeduldig. »Mach unseren Gast fest und komm endlich hoch, damit ich alles über deinen Einsatz erfahren kann!«

Das Rufen strengte sie an, sodass ihr Kopf rot anlief. Mit dem Handrücken wischte Bettina die am Kinn herunterlaufende Spucke weg. Durch die heftige Armbewegung löste sich die Kordel des langen, rosafarbenen Morgenmantels und gewährte einen Einblick auf ein geblümtes Nachthemd, das zwei Handbreit über den Knien endete und ihre kräftigen Beine betonte.

Ah, jetzt fällt mir der Name der Kleinen wieder ein, die Gute heißt Nele. Hm, vielleicht nenne ich sie Gretel, Rosenrot oder Helene? Nein, auf keinen Fall Helene, das klingt zu fromm.

Verächtlich verzog sie den Mund.

Ich glaube, ich nenne sie eher Schneewittchen, lange schwarze Haare hat sie ja. Aber die könnte man ja auch abschneiden, wenn sie mir auf die Dauer nicht gefallen sollten. Hm, Rosi wäre auch nicht schlecht, klingt blumig und duftig. Will erst einmal sehen für welches Kleid sie sich entscheidet, bevor ich meine Entscheidung treffe. Ach wie schön, endlich wieder einen Gast im Haus zu haben, hoffentlich schadet diese Aufregung meinem Herzen nicht.

Gleichermaßen entzückt und nachdenklich klopfte sie sich mit ihrem Zeigefinger an den Kopf.

Das Beste wird sein ich schlaf nochmal eine Nacht drüber. Ach, ich habe doch Zeit, so unendlich viel Zeit, die Kleine läuft mir ja nicht weg.

***

Der Raum, in den Nele gebracht wurde, war nicht sonderlich groß. Sie erfasste sofort die kahlen grauen Wände, an denen die Feuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen hatte.

Eine nackte Glühbirne hing von der Decke herab und spendete spärliche Beleuchtung. Es roch nach Moder und Schimmel.

In einer Ecke sah sie ein Bett stehen, mit einer Decke und einem Kissen darauf, daneben der Nachtschrank.

Mittig des Zimmers befand sich ein Tisch. In der Ecke gegenüber dem Bett registrierte die verstörte junge Frau ein Waschbecken an der Wand, unter dem ein Eimer stand.

Aus den Augenwinkeln erblickte sie einen Spiegel über dem Becken, in den sie jetzt lieber nicht schauen wollte aus Sorge, sich selber nicht wiederzuerkennen.

Solange seine Mutter in der Nähe war, hatte das Arschloch die Schnauze nicht mehr aufbekommen und sie auch körperlich nicht attackiert, sondern ihr sogar die Handfesseln abgenommen, nachdem der junge Sünder ihr auch das Handy aus der Hosentasche entwendete und zerschlug.

Jetzt schrie die Frau im herrischen Tonfall von oben herab, dass er sich beeilen solle. Er äffte sie nach, indem er ihre Worte wiederholte.

»Wo bleibst du denn? Mach sie fest und komm endlich hoch.«

Bei diesen Worten schubste er Nele heftig auf das Bett, sodass sie aufschrie.

»Los, gib mir deinen rechten Fuß, damit ich ihn festmachen kann.«

»Bitte«, flehte sie ihn an. »Bitte nicht fesseln.«

Ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen, hantierte der Peiniger mit der Kette herum und griff brutal nach Neles Wade.

Automatisch hatte sie beim Fall auf das Bett beide Beine angezogen und versuchte noch einmal an seine Menschlichkeit zu appellieren.

»Bitte, bitte keine Kette. Ich verspreche auch nicht wegzulaufen.«

Als er auf ihr Betteln nicht reagierte, wurde sie von Panik befallen und...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

3,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok