Zur Leidenschaft verführt

Julia Band 1956
 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Januar 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-422-3 (ISBN)
 
Begehrenswert, sinnlich, erotisch . Die schüchterne Charlotte fühlt sich wie verwandelt, als sie dem attraktiven Conte Raphael Della Striozzi begegnet. Seinen Garten in der Toskana sollte sie gestalten - mehr nicht! Doch dann überrascht dieser faszinierende Mann sie mit kostbaren Geschenken, lädt sie ein nach Florenz und verführt sie in seinem Luxusapartment zu ungeahnter Leidenschaft. Verzückt genießt Charlotte ihren italienischen Liebestraum, bis sie sich fragen muss: Will Raphael nicht mehr als pure Lust? Ist sie für ihren Traummann nur eine Geliebte auf Zeit?

1. KAPITEL

"Sind Sie Charlotte Wareham, die Projektmanagerin von Kentham Brothers?"

Charlotte - Charley - Wareham schaute von ihrem Laptop auf und blinzelte in die grelle italienische Sonne. Sie war eben erst von einem späten Mittagessen zurückgekehrt, aus einem kleinen Straßencafé um die Ecke, wo sie zu einer Tasse köstlichem Cappuccino eilig ein Sandwich gegessen hatte. Ihr Meeting mit den beiden Beamten, die seitens der Stadt für das Projekt - die Restaurierung eines verfallenen öffentlichen Gartens - zuständig waren, hatte weit länger gedauert als erwartet. Die englische Firma, bei der Charley angestellt war, hatte sie beauftragt, das Projekt zu leiten, das bis zur Fünfhundertjahrfeier der Stadt abgeschlossen sein sollte.

Der Fremde, der jetzt vor ihr stand, war sichtlich ungehalten . wütend, um genau zu sein. Daran ließen die Gesten, mit denen er auf die billigen Steinurnenimitate und andere Muster von Kopien deutete, die Charley für den Kunden zur Ansicht bestellt hatte, keinen Zweifel.

Sie hatte auf seine Frage noch nicht einmal geantwortet, da fuhr er auch schon erbost fort: "Und was sind das hier für Scheußlichkeiten?"

Aber es war nicht sein Zorn, der Charley für Sekundenbruchteile in ungläubige Schockstarre versetzte. Irgendwo sehr weit hinten in ihrem Hinterkopf wurde ihr blitzartig klar, dass dies ein Mann war, dem sich kaum eine Frau jemals verweigern konnte oder das auch nur erwog.

Das war ein Mann, der seinen Geschlechtsgenossen haushoch überlegen war - ein Mann, prädestiniert, starke Söhne zu zeugen, denen er seinen Stempel aufdrückte, ein Mann, der sich nahm, was ihm gefiel, und der einer Frau im Bett so viel Lust schenkte, dass allein die Erinnerung daran ausreichte, sie für den Rest ihres Lebens an ihn zu binden.

Ich muss zu lange in der Sonne gesessen haben, dachte Charley zitternd. Solche Gedanken hatte sie sonst nie . niemals.

Sie rief sich ungehalten zur Ordnung, während sie ihren Laptop vom Schoß nahm und sich von der Steinbank, auf der sie saß, erhob.

Der Mann war groß und dunkelhaarig und wirkte wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Und er sah wirklich atemberaubend aus. Das ebenmäßige, arrogante, wie gemeißelte Gesicht zeugte von aristokratischen Vorfahren. Er hatte olivfarbene Haut und überraschend helle, stahlgraue Augen, in denen im Moment unverhüllte Verachtung stand.

Charley beendete den Blickkontakt, aber damit löste sie ihr Problem auch nicht, weil sie gleich darauf feststellen musste, dass ihr Blick wie magnetisch von seinem Mund angezogen wurde. Sie versuchte wegzuschauen, schaffte es jedoch nicht. Ihre Haut begann zu kribbeln, aber es war zu spät. Die Wahrnehmung von ihm als Mann traf sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel, und zwar mit schockierender Dringlichkeit. Ihr Mund wurde trocken, ihre Nerven spielten verrückt. Sie spürte, wie ihre Lippen weich und anschmiegsam wurden, so als wollten sie sich auf den Kuss eines Liebhabers vorbereiten. Er schaute jetzt mit zusammengekniffenen Lidern auf ihren Mund. Den Ausdruck in seinen Augen konnte sie nicht erkennen, aber irgendwie zweifelte sie keine Sekunde daran, dass es mit Arroganz gepaarte Verachtung für ihre Schwäche war. Ein Mann wie er würde niemals so auf den Mund einer Frau blicken wie sie eben auf seinen Mund gestarrt hatte. Ein Mann wie er würde niemals einen derartigen Kontrollverlust erleiden.

Mühsam um Fassung ringend setzte sich Charley ihre Sonnenbrille wieder auf, die sie sich ins Haar gesteckt hatte. Aber auch das rettete sie nicht, wie ihr sofort klar wurde. Er hatte ihre Reaktion längst mitbekommen, und die Geringschätzung, die über sein Gesicht huschte, verriet nur allzu deutlich, was er von ihr hielt. Ihr Gesicht, ihr ganzer Körper brannte in einer Mischung aus Ungläubigkeit und Scham, wobei sie immer noch zu verstehen versuchte, was da eben mit ihr passiert war. Sie hatte noch nie - absolut nie - auf einen Mann derart reagiert, es war so ungewöhnlich, dass sie sich in ihren Grundfesten erschüttert fühlte. Wie konnte das sein? Und dann ausgerechnet auch noch bei diesem Mann! Sie verspürte den fast unwiderstehlichen Drang, ihre Lippen zu berühren, um zu überprüfen, ob sie wirklich so angeschwollen waren wie sie sich anfühlten.

Der Vorfall musste eine Reaktion auf all den Druck und Stress sein, der mit diesem Projekt einherging. Das war die einzig rationale Erklärung. Warum sollte sie wohl sonst in dieser für sie völlig untypischen Weise reagieren? Obwohl ihre Sinne immer noch verrücktspielten. Ihr Künstlerauge erfasste die primitive männliche Kraft, die sich da unter einem unübersehbar teuren dunkelgrauen Anzug bündelte. Ein Anzug, der einen jener muskelgestählten Körper verhüllte, die den berühmten florentinischen Bildhauern und Malern im Mittelalter so darstellenswert erschienen waren.

Mit Verspätung wurde ihr klar, dass er immer noch auf eine Antwort wartete. Um wenigstens etwas verlorenes Terrain zurückzugewinnen, reckte Charley kämpferisch das Kinn und sagte: "Richtig, ich arbeite für Kentham Brothers." Sie unterbrach sich und blickte, sich innerlich windend, auf das in der Tat recht schäbige Sammelsurium aus Imitaten, das dem Fremden so missfiel, bevor sie fortfuhr: "Und diese Scheußlichkeiten da kosten in Wahrheit richtig Geld."

Um seine Mundwinkel huschte ein Zucken. Diese verächtliche Reaktion, die offensichtlich nicht nur den Dummys, sondern auch ihr selbst galt, bestätigte Charley alles, was sie längst wusste. Die deprimierende Wahrheit war, dass es ihr an Schönheit, Stil und Eleganz ebenso gebrach wie den Imitaten an künstlerischer Ausstrahlung. Und dieses Wissen - das Wissen, dass sie von einem Mann, von dem jede Frau nur träumen konnte, als mangelhaft eingestuft wurde - veranlasste sie, trotzig fortzufahren: "Obwohl Sie das eigentlich nichts angeht . Signor .?"

Die dunklen Augenbrauen zogen sich zusammen, während sich das Stahlgrau seiner Augen in geschmolzenes Platin verwandelte und er mit einem abschätzigen Blick auf sie sagte: "Nicht Signor, Mrs. Wareham. Ich bin Raphael Della Striozzi, Graf von Raverno. Man nennt mich hier in der Stadt auch Il Conte, genauso wie vor mir meinen Vater und davor meinen Großvater und meinen Urgroßvater, immer so weiter durch viele Jahrhunderte."

Er war ein Graf? Nun, sie dachte ja gar nicht daran, jetzt vor Ehrfurcht zu erstarren. Besonders nicht, da er es offensichtlich erwartete.

"Ach ja?" Wieder reckte sie das Kinn, eine Angewohnheit, mit der sie sich bereits als Kind vor elterlicher Kritik zu schützen versucht hatte. "Nun, ich denke, ich darf Sie trotzdem darauf aufmerksam machen, dass der Zutritt zu diesem Garten aus Sicherheitsgründen verboten ist . sogar für Menschen mit einem Titel. Deshalb hängen hier nämlich überall die Warnschilder. Im Übrigen schlage ich vor, dass Sie sich an die zuständige Behörde wenden, falls Sie an den Restaurierungsarbeiten irgendetwas zu bemängeln haben!"

Raphael starrte sie in wütender Ungläubigkeit an. War das die Möglichkeit? Sollte es diese Ausländerin - eine Britin, dem Akzent nach zu urteilen - allen Ernstes wagen, ihm den Zutritt zu diesem Garten zu verweigern?

"Hören Sie, ich bin nicht irgendjemand. Der Garten war früher im Besitz meiner Familie, und einer meiner Vorfahren hat ihn der Stadt vermacht."

"Das ist mir bekannt", erwiderte Charley. Sie hatte sehr sorgfältig recherchiert, nachdem man ihr die Projektleitung übertragen hatte. "Der Garten war ein Geschenk der Ehefrau des ersten Grafen an die Bewohner der Stadt. Sie wollte sich damit für die Gebete der Menschen bedanken, weil sie nach vier Töchtern endlich einen Sohn zur Welt gebracht hatte."

Raphaels Mund verdünnte sich zu einem schmalen Strich, bevor er erwiderte: "Danke. Ich kenne meine Familiengeschichte."

Und die Vorstellung, dass der Garten, der Teil dieser Familiengeschichte war, derart verschandelt zu werden drohte, erfüllte ihn mit einem unbändigen Zorn, der sich jetzt ganz aktuell gegen Charlotte Wareham richtete. Sie war eine betont unauffällige junge Frau, ungeschminkt, mit braunem, von ein paar helleren Strähnen durchsetztem Haar, der es offenbar ziemlich egal war wie sie aussah. Im Vergleich mit den atemberaubend schönen Frauen aus der Renaissance schnitt sie genauso niederschmetternd schlecht ab wie diese grässlichen Imitate im Vergleich zu den prachtvollen Originalen, die einst den Garten geschmückt hatten.

Er schaute wieder auf Charley und runzelte irritiert die Stirn, weil ihn sein zweiter Blick auf sie zwang, seine eben getroffene Einschätzung leicht zu revidieren. Jetzt konnte er sehen, dass ihr ungeschminkter rosa Mund weich wirkte. Die Lippen waren voll und schön geschwungen, Nase und Kinnpartie elegant geformt. Und ihre langbewimperten Augen waren jetzt nicht mehr einfach nur blau, sondern leuchteten blaugrün wie die sturmumtoste Adria.

Völlig egal wie sie aussieht, dachte Raphael wütend.

Als Charley einfiel, dass ihre Eltern sie immer wieder ermahnt hatten, nicht gleich mit einer Bemerkung herauszuplatzen, sondern erst nachzudenken, wurden ihre Wangen vor Verlegenheit heiß. Bis zu diesem Moment war sie eigentlich davon ausgegangen, dass sie mittlerweile gelernt hatte, ihre Spontaneität im Zaum zu halten, aber dieser Mann hier, dieser . dieser Graf hatte ihr bewiesen, dass sie sich geirrt hatte. Er hatte sie...

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