Das Geheimnis der Pilgerin

Historischer Roman
 
Ricarda Jordan (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 19. August 2011 | 560 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0505-7 (ISBN)
 
Burg Falkenberg, Oberpfalz, 1192: Obwohl ihr Herz dem Ritter Florís gehört, heiratet Gerlin von Falkenberg auf Wunsch ihres Vaters den erst vierzehn Jahre alten Erben der Grafschaft Lauenstein. Sie ist ihm ehrlich zugetan und schenkt ihm bald einen Sohn. Doch als der junge Graf unerwartet stirbt, wendet sich das Schicksal gegen Gerlin: Ein entfernter Verwandter ihres Mannes sieht seine Zeit gekommen, die Hand auf Lauenstein zu legen. Völlig gesichert wäre sein Machtanspruch, wenn Gerlin und ihr kleiner Sohn zu Tode kämen. Eine waghalsige Flucht beginnt ¿
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Deutsch
0,61 MB
978-3-8387-0505-7 (9783838705057)
383870505X (383870505X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Kapitel 1 (S. 211-212)

Gerlin nahm Abschied von ihrem Ritter, während sich Salomon und Rüdiger um ihre Weiterreise kümmerten - oder es wenigstens versuchten. Es würde nicht einfach sein, einen Zelter für die Dame aufzutreiben. Rüdiger vermutete, dass der Abt ein entsprechendes Pferd besaß, aber ob er es sich abhandeln lassen würde? Gerlin graute es vor dem Gedanken, den Streithengst weiterreiten zu müssen. Auch wenn es ohne Rüstung sicher nicht so unbequem und schmerzhaft sein würde wie am Tag zuvor. Zudem fielen eine Dame mit einem Kind auf einem Ritterpferd auf - was ebenfalls nicht in ihrem und Salomons Interesse lag. Gerlin wäre am liebsten geblieben - sie beneidete Florís auf seinem Krankenlager, wogegen der Ritter seine Schwäche verfluchte.

»Ihr glaubt nicht, wie sehnlich ich mir wünschte, Euch weiter begleiten zu können!« Florís hielt ihre Hand, was der Bruder Krankenpfleger, der die beiden misstrauisch bewachte, wohl schon als Grenze zur Unkeuschheit wertete. »Wenn Ihr nur ein Wort sagt ...« Florís wäre imstande gewesen, sich erneut auf ein Pferd zu quälen, aber selbst er musste einsehen, dass damit niemandem gedient wäre. Jetzt, da der Ritter zur Ruhe gekommen war, schmerzten die Wunden heftig, und die Beinverletzung war entzündet. Zudem hing ihm der Blutverlust nach, ihn schwindelte, wenn er sich nur aufsetzte. Gerlin hätte Florís gern gestützt, aber die Anwesenheit des Mönches verbot jede innigere Berührung. »Wir werden uns wiedersehen!«, sagte Gerlin und hoffte, dass ihre Stimme fest klang.

»Irgendwo ... in Tours ...« Florís nickte. »Ich werde Euch finden, meine Dame. Wohin es Euch auch immer verschlägt. Ich werde Euch mein Leben lang dienen - Euch und Eurem Sohn.« »Ihr werdet ihn einst zum Ritter schlagen.« Gerlin kämpfte mit den Tränen. Egal, was sie sagte und was Florís versprach: Es war keineswegs sicher, dass sie Tours jemals erreichte, und erst recht nicht, dass Dietmar lange genug lebte, um seine Schwertleite zu feiern. Bislang wusste sie ja nicht einmal, wie sie nach Kronach kommen sollten. Dort lebten Salomons Verwandte. Er hoffte, dass sie im Judenviertel Unterkunft finden würden, bis sich eine Möglichkeit zur Weiterreise bot. Florís zog Gerlins Hand an seine Lippen und küsste sie rasch, als der Mönch sich kurz abwandte.

»Verliert nicht den Mut, meine Dame! Herr ... Armin ... ist ein ... hm ... Ritter ohne Tadel. Er wird Euch sicher geleiten.« Nach allem, was Gerlin bislang gehört hatte, war man als Jude selten irgendwo wirklich sicher, aber sie wusste, dass Florís sich darüber keine Gedanken machte. Als Ritter blickte er auf alle anderen Stände herab - er verachtete die Juden, aber nicht viel mehr als christliche Kaufleute oder Handwerker. Wenn er sie nicht gerade brauchte, um etwas zu kaufen oder zu versetzen - die meisten Fahrenden Ritter waren häufige Kunden bei Pfandleihern -, übersah er sie einfach. Herr Salomon war da eine Ausnahme.

Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, dass der Medikus die Sorgen und Ängste seiner Glaubensgenossen teilte - und dass der Schutzbrief des Kaisers für »seine« Juden weniger wert war als das Pergament, auf dem die Worte geschrieben waren. Gerlin lag es nun allerdings fern, ihren Ritter zu beunruhigen. »Ich erwarte Euch in Tours!«, sagte sie tapfer. »Oder Loches - oder wie die Festung heißt, die Dietmars Großonkel gehört.« Dann stand sie auf und küsste Florís zum Abschied auf die Stirn. Sollte der Mönch doch denken, was er wollte! Gerlin verließ den Raum hoch aufgerichtet, ihren Sohn an sich gedrückt, als könnte sie sich an ihm festhalten."

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