Elfennacht 3: Die dunkle Schwester

 
 
Ravensburger Buchverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Februar 2011
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-473-38425-9 (ISBN)
 
"Anita starrte auf den rauchverhüllten Palast und fragte sich, welche Gräuel sie an diesem traurigen Ort noch erwarteten. »Bereit?«, fragte Evan leise. Anita nickte und biss die Zähne zusammen. Was blieb ihr anderes übrig? Das Elfenreich brauchte sie."

Der Erzfeind der Elfen hat mithilfe der bösen Rathina die Herrschaft an sich gerissen und das Reich verwüstet. Verzweifelt versuchen Elfenprinzessin Anita und ihr Freund Evan den Elfenkönig aufzuspüren, der als Einziger sein Volk retten kann.
Aufl.
  • Deutsch
  • Ravensburg
  • |
  • Deutschland
  • 0,31 MB
978-3-473-38425-9 (9783473384259)
3473384259 (3473384259)
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  • Intro
  • Impressum
  • Was bisher geschah .
  • Der Palast
  • I
  • II
  • III
  • IV
  • V
  • VI
  • VII
  • VIII
  • IX
  • Ynis Maw
  • X
  • XI
  • XII
  • XIII
  • XIV
  • XV
  • XVI
  • XVII
  • XVIII
  • XIX
  • XX
  • Die Macht der Sieben
  • XXI
  • XXII
  • XXIII
  • XXIV
  • XXV
  • XXVI
  • XXVII
  • XXVIII
  • XXIX
  • Autoreninfo

I

Tania starrte aus dem steinernen Bogenfenster in den weiten blauen Himmel des Elfenreichs, noch ganz benommen von dem ausgestandenen Schrecken. Sie konnte kaum glauben, dass sie alle am Leben waren- ihre Schwestern, ihre Mutter und Edric. Fürs Erste waren sie hier oben im Bonwyn Tyr in Sicherheit, dem braunen Turm, der zwischen den riesigen Wäldern von Esgarth und der königlichen Palastanlage aufragte.

Tanias Freude über die wundersame Rettung hielt allerdings nicht lange an, denn hier im Elfenreich musste etwas Schreckliches passiert sein.

»Weh uns, ein großes Unheil ist über das Land gekommen!«, murmelte Zara, die neben ihr stand. »Im Elfenreich müsste Hochsommer sein. Die Sommersonnenwende ist noch nicht vorüber und die Blätter welken an den Bäumen wie in einem verfrühten Herbst.«

Tania dachte an ihren Kurzaufenthalt im Elfenreich vor wenigen Tagen: Da waren die schlanken Espenbäume, die den Turm umgaben, noch dicht belaubt gewesen, das Gras hatte hoch und saftig gestanden auf dem Hang, der zum Palast hin abfiel. Aber jetzt gingen die Espen ein, der Boden war braun und das Gras vertrocknet wie nach einer langen Sommerdürre. Die Wälder von Esgarth in der Ferne waren in Herbstfarben getaucht.

»Wer hat das getan?«, fragte Tania entsetzt.

»Es ist die Handschrift des Hexenkönigs«, sagte Titania grimmig und trat neben sie. »Krankheit und Tod folgen ihm auf dem Fuß. Uns bleibt nur zu hoffen, dass nicht das ganze Reich so schwer betroffen ist.« Mit funkelnden Augen fügte sie hinzu: »Doch solange das Königshaus überdauert, wird das Elfenreich nicht untergehen.«

Tania lehnte sich aus dem Fenster und spähte zu den verdorrten Espen hinunter. Ihr Herz klopfte schneller. »Da unten sind zwei Graue Ritter«, wisperte sie. »In den Bäumen.«

Edric fasste sie am Arm und zog sie zurück. »Sie dürfen dich nicht sehen, Tania.«

»Warum nicht?«, fuhr Cordelia trotzig dazwischen. »Es ist an der Zeit, dass wir gegen den Hexenkönig ins Feld ziehen. Je schneller wir diesem Pack den Garaus machen, desto besser.«

»Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn wir uns jetzt mit ihm anlegen«, wandte Tania ein. »Die Grauen Ritter wissen nicht, dass wir im Elfenreich sind, und das sollte auch möglichst lange so bleiben.«

»Tania hat Recht«, stimmte die Königin zu. »Wir müssen uns unbemerkt in den Palast schleichen. Wenn die Grauen Ritter uns entdecken, wird es noch schwerer für uns, Oberon zu finden. Aber lasst uns zuerst ein wenig rasten und unsere Wunden versorgen.« Stirnrunzelnd fügte sie hinzu: »Cordelia blutet am Arm.«

»Jetzt ist nicht die Zeit, unsere Wunden zu lecken«, protestierte Cordelia.

»Und doch, was würde es uns nützen, wenn du vor Schwäche und Blutverlust in Ohnmacht fielest, Schwester?«, sagte Sancha, die sich bückte und ein Stück von ihrem Rocksaum abriss. Widerstrebend ließ sich Cordelia die Wunde am linken Arm verbinden.

»Und jetzt fort von hier«, rief Zara, »geschwind!« Aber dann erstarrte sie. »Es gibt nur einen einzigen Weg aus dem Turm. Wie sollen wir unbemerkt an den Wachen vorbeikommen?«

»Nichts leichter als das- wir setzen ihnen eine andere Beute vor«, sagte Cordelia. »Kommt, ich zeige euch, wie wir entfliehen können.« Damit ging sie zu der steinernen Wendeltreppe, die auf das flache Turmdach hinaufführte, und starrte nach oben. »Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein«, sagte sie. »Es könnte sein, dass wir Eden tot vorfinden.«

Entsetztes Schweigen war die Antwort. Titania schlug sich die Hand vor den Mund, und ihre Augen weiteten sich vor Angst.

Eden hatte ihre drei Schwestern hierhergebracht und ihnen den Durchgang zur Welt der Sterblichen geöffnet, aber sie war ihnen nicht gefolgt. Niemand wusste, was mit ihr geschehen war. Vielleicht war sie tatsächlich den Grauen Rittern in die Hände gefallen und getötet worden.

»Wenn sie tot ist, müssen wir den Schmerz ertragen«, wisperte Sancha mit bebender Stimme. »Lasst uns beten, dass dem nicht so ist.«

Cordelia stieg die Treppe hinauf, gefolgt von Titania, die nur mit Mühe ihre Angst verbergen konnte. Tania und Edric gingen als Nächste, dann Sancha und Zara. Die Falltür zum Dach war aufgebrochen und zertrümmert, und Tania stellte sich schaudernd vor, wie die Grauen Ritter die Elfenprinzessinnen bis in den Bonwyn Tyr verfolgt hatten.

Mit angehaltenem Atem näherte sie sich der Falltür, doch als sie über die Luke spähte, sah sie, dass die flachen Steinplatten auf dem Dach leer waren. Nur ein Ring von hässlichen, geschwärzten Brandspuren deutete darauf hin, dass hier ein Kampf stattgefunden hatte.

»Eden ist hier nicht gestorben«, stellte Cordelia fest, während sie nacheinander auf das Dach kletterten.

»Und wenn sie gefangen genommen wurde?«, sagte Sancha. »Wäre es möglich, dass Eden eine Gefangene der Grauen Ritter ist?«

»Vielleicht ist sie ihnen ganz entkommen«, warf Zara ein. »Eden ist sehr mächtig.«

Edric berührte sanft Tanias Arm, und als sie sich umdrehte, starrte er mit schreckensbleichem Gesicht nach Süden. Titania war zur Südseite der hüfthohen Steinbalustrade gegangen, und dort stand sie wie vom Donner gerührt, die Hände zu Fäusten geballt, und starrte auf den Elfenpalast hinunter.

Tania schlug sich die Hand vor den Mund, als sie die Verwüstung erblickte. Die Schlossgärten, die sich zwischen dem Parkgelände und dem Palast erstreckten, waren völlig zerstört. Es war, als habe eine schreckliche Krankheit die kunstvoll angelegten Blumenbeete und Büsche dahingerafft, sodass nur ein paar vertrocknete Hülsen und die nackte braune Erde übrig geblieben waren. Die Brunnen waren versiegt, die meisten Marmorstatuen an den Wegen und Plätzen zertrümmert oder umgestürzt.

Jenseits der verwüsteten Gärten hing ein schmutzig grauer Dunst über dem Palast, und hier und da quollen dunklere Rauchschwaden aus rußgeschwärzten Fenstern und eingestürzten Dächern hervor. Die Palastanlage war riesig, vieles war unversehrt geblieben: Die hohen Backsteinmauern zahlreicher Türme und Gebäude ragten noch stolz am Flussufer auf, aber die königlichen Privatgemächer, die Tania von ihren Besuchen am besten kannte, waren vollkommen zerstört.

»Wie ist das nur möglich?«, murmelte Zara, die neben Tania trat. »Wie konnte der Hexenkönig in so kurzer Zeit eine solche Verwüstung anrichten? Es waren doch nur wenige Tage

»Ich wusste, dass er ein Meister der bösen Künste ist und uns mit dem größten Vergnügen vernichten würde«, sagte Sancha. »Aber das hier

»Die Menagerie ist verlassen«, stellte Cordelia fest, die ihre Augen beschirmte und in den betreffenden Teil des Gartens hinunterspähte. »Wenn er den Tieren etwas angetan hat, schneide ich ihm das Herz aus dem Leib, das schwöre ich.«

»Vielleicht sind sie entkommen«, sagte Tania. »Ich sehe keine toten Tiere

»Ich bete, dass du Recht hast.« Cordelia wandte sich ab. »Aber nun rasch ans Werk.« Sie ging zum anderen Ende des Dachs und stieß eine Reihe hoher melodischer Pfiffe aus.

Sofort flatterten zwei Krähen von den Bäumen auf und landeten auf Cordelias ausgestrecktem Arm. Cordelia redete kurz mit den Vögeln, die einmal zustimmend krächzten und dann eilig davonflogen.

»Es ist vollbracht!«, verkündete Cordelia. »Die Vögel werden für Ablenkung sorgen, sodass wir unbemerkt von hier fortkommen. Lasst uns zur Tür hinuntergehen und dort warten.«

Tania war froh, dass sie den traurigen Anblick des Elfenpalasts nicht länger ertragen musste. Als sie die Treppe hinunterstieg, sah sie im Geist die prächtigen Säle und Wohnräume und die Schlafgemächer der Prinzessinnen vor sich. All das sollte jetzt nicht mehr da sein? Diese ganze Schönheit, die sie gerade erst wiederentdeckt hatte, in wenigen Tagen sinnlos zerstört.

Sobald sie unten versammelt waren, öffnete Cordelia die Tür einen Spaltbreit. Tania stand neben ihr und spähte zu den Espen hinaus, wo zwei Graue Ritter auf ihren ausgemergelten Pferden Wache hielten. Edric trat neben Tania und ihre Blicke begegneten sich. Sie hatten nicht vergessen, dass sie diesen Kreaturen nur um Haaresbreite entkommen waren.

Plötzlich kreischten draußen Vögel und lautes Flügelschlagen war zu hören. Tania fuhr herum und sah, wie die hässlichen Lyonesse-Ritter von unzähligen Vögeln angegriffen wurden. Raben, Stare, Krähen und Elstern schossen wild durch die Luft, und die Pferde wieherten panisch, als die Vögel mit Schnäbeln und Klauen auf sie losgingen. Die Grauen Ritter zogen ihre Schwerter und hieben brüllend auf die Tiere ein. Die Pferde stiegen und bockten. Blitzende Klingen zerschnitten die Luft, stießen hierhin und dorthin. Dann stoben schwarze Federbüschel auf und immer mehr Vögel stürzten zu Boden.

»Es ist so weit!«, zischte Cordelia und stieß die Tür auf. »Bleibt dicht hinter mir.« Sie stürmte hinaus und Tania und die anderen rannten hinter ihr zwischen...

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