Wenn aus Funken Flammen werden

 
 
dtv (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Oktober 2020
  • |
  • 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-423-43776-9 (ISBN)
 
"Von superwitzig über bissig-schlagfertig bis tiefemotional." (Booklist)

Kristen steht kurz vor einem medizinischen Eingriff, der es ihr unmöglich machen wird, Kinder zu bekommen. Deshalb geht sie mit gemischten Gefühlen an die Aufgabe, die Hochzeit ihrer besten Freundin zu organisieren. Vor allem, als sie dabei Josh, den anderen Trauzeugen, kennenlernt. Er ist witzig, sexy und weiß mit ihrer direkten Art umzugehen. Allerdings träumt Josh von einem Haus voller Kinder. Kristen ist klar, dass sie nicht die Richtige für ihn ist. Doch die Anziehung zwischen Josh und ihr wird immer größer, und es wird auch für Kristen immer schwerer, ihn auf Abstand zu halten.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Abby Jimenez lebt in Minnesota und ist Gründerin der international erfolgreichen Konditor-Marke >Nadia Cakes<. Seit einiger Zeit ist sie außerdem als Romance-Autorin tätig.

2
KRISTEN


Schwungvoll stellte Shawn einen Stuhl mitten in den Aufenthaltsraum der Feuerwache, setzte sich rittlings darauf und sah mich an. Viel näher konnte er gar nicht kommen und mir auf die Nerven gehen. Ich saß in einem der sechs braunen Ledersessel, die vor dem Fernseher standen. Mein Yorkshire Terrier Stuntman Mike stand knurrend auf meinem Schoß.

Shawn wackelte vielsagend mit den Augenbrauen unter seiner albernen Schmalztolle. »Na, wie sieht's aus, Süße?«

Als ich mich nach vorn beugte und meinen Hund am Kopf kraulte, kam gerade Javier, der Leiter der Feuerwache, in die Küche. »Shawn, nur damit du Bescheid weißt: Falls ich mal auf Mund-zu-Mund-Beatmung angewiesen sein sollte und du der letzte Sanitäter auf dieser Erde wärst, dann wünsche ich mir zu meiner Beerdigung Spenden für den Tierschutz statt Blumen.«

Breit grinsend schenkte sich Javier einen Kaffee ein und Brandon, der mit seinem Buch im Sessel neben mir saß, lachte auf. »Ach, Shawn, zieh einfach Leine.«

Shawn stand auf, nahm seinen Stuhl und schob ihn zurück an den Tisch, während er irgendetwas vor sich hinmurmelte.

In diesem Moment kam Sloan aus dem Badezimmer gewirbelt. Sie trug den weißen Leinenrock, den sie sich gekauft hatte, als wir vorigen Sommer zusammen in Mexiko waren, und dazu bis zur Wade hoch geschnürte Sandalen. Damit sah sie aus wie eine griechische Göttin.

Aber meine beste Freundin war sowieso hinreißend. Blonde, lange Haare, den linken Arm voller knallbunter Tattoos und am Ringfinger einen funkelnden Klunker. Sie war mit Brandon verlobt, diesem genauso unverschämt attraktiven Feuerwehrmann.

Es war Sonntag und somit Familientag in der Feuerwache. Das hieß, dass die vier diensthabenden Jungs gemeinsam mit ihren Freunden und Angehörigen hier frühstückten. Sloan und ich waren an diesem Morgen jedoch die einzigen Gäste. Javiers Frau war mit den Töchtern in der Kirche und Shawn hatte keine Freundin.

Wie überraschend.

Rein formell war ich als Joshs Begleitung dabei. Er gehörte als viertes Mitglied zum Team, auch wenn ich ihn noch gar nicht kannte.

Josh war Brandons bester Freund. Er kam aus South Dakota und hatte gerade erst hier angefangen. Außerdem war er Brandons Trauzeuge, genau wie ich Sloans Trauzeugin war. Die Hochzeit fand am 16. April statt, in zwei Monaten schon. Da Josh die Verlobungsfeier verpasst hatte, war es ziemlich wichtig, dass wir uns umgehend kennen lernten.

Ich schaute nach der Uhrzeit. Mein Hunger wurde immer größer, und allmählich bekam ich schlechte Laune, denn bisher hatte ich lediglich einen Kaffee getrunken. Für das Frühstück heute war Josh zuständig. Allerdings war er immer noch nicht aufgetaucht.

Ich ärgerte mich also schon über ihn, noch ehe ich ihm zum ersten Mal begegnet war.

»Also«, begann Sloan und setzte sich in den Sessel neben Brandon. »Verrätst du mir, woher du das T-Shirt hast?«

Ich sah an mir herunter. Ich trug ein schwarzes Herrenshirt mit Werbung der Brauerei Wooden Legs, das ich in der Taille geknotet hatte. »Nö.«

Sie musterte mich skeptisch. »Du bist losgefahren, um Tampons zu besorgen, und kommst mit 'nem fremden Oberteil zurück. Muss ich mir Sorgen machen, weil du mir den Grund verheimlichst?«

Brandon hob den Blick von seinem Buch. Er war ein ausgeglichener Typ, den so schnell nichts aus der Ruhe brachte. Doch mit dem Bekenntnis, dass ich seinen neuen Wagen soeben mit meinem schwarzen Sumatra-Kaffee getauft hatte, würde ich mir vermutlich einen strafenden Blick von ihm einhandeln, was irgendwie noch schlimmer war als böse Worte.

Deshalb entschied ich mich dagegen.

Schließlich hatte ich sämtliche Spuren beseitigt. Und bei der Kollision, die ich durch mein Bremsmanöver nach dem kleinen Kaffeeunfall verursacht hatte, war schließlich kein Schaden an der Stoßstange entstanden. Somit musste er auch nichts davon erfahren.

Da mein Oberteil ohnehin mit Kaffee getränkt war, hatte ich es gleich benutzt, um den Rest aufzuwischen und stattdessen das Shirt des Parkplatzkaspers angezogen.

»Es ist von Tyler«, log ich. »Es riecht so gut nach ihm und ich hatte ein bisschen Sehnsucht.« Ich hielt meine Nase an den Kragen und schnüffelte demonstrativ daran.

Wow, es roch tatsächlich toll.

Dieser Typ war verdammt sexy gewesen. Erkennbar gut gebaut und durchaus attraktiv. Mit einem glattrasierten, jungenhaften Gesicht, was mich immer total anzog.

Meine Güte, ich war wirklich ausgehungert. Jetzt fing ich schon an, mir irgendwas mit fremden Männern zurechtzufantasieren. Der letzte Sex war aber auch verdammt lange her. Seit sieben Monaten war Tyler jetzt weg.

Sloans Gesichtsausdruck wurde schlagartig sanft. »Awwww. Wie süß. So schade, dass du morgen am Valentinstag nicht mit ihm zusammen sein kannst. Aber nur noch drei Wochen, dann hast du ihn für immer bei dir.«

»Jep. Dann ist sein Einsatz zu Ende und wir wohnen ganz offiziell zusammen.« Bei dieser Aussage bekam ich ein leicht flaues Gefühl im Magen, ließ mir jedoch nichts anmerken.

Lächelnd legte Sloan die Hand auf ihr Herz. Obwohl sie Tyler nicht sonderlich mochte, war sie dennoch eine große Romantikerin.

Plötzlich meldeten sich meine Krämpfe zurück und ich presste die Hand auf meinen Bauch. Wieder einmal plagte mich eine endlose Periode aus der Hölle. Zusammen mit meinem Hunger, dem Erlebnis von vorhin und nächtlichem Polizeibesuch um drei Uhr morgens bei mir zu Hause (den ich Sloan lieber verschwieg) verhagelte mir das endgültig die Stimmung. Ich war so müde, dass ich das Ladegerät statt ins Handy beinahe in meine Kaffeetasse gestöpselt hätte.

Sloan sah auf die Uhr, kramte wortlos in ihrer Handtasche und schüttelte schließlich zwei Schmerztabletten auf ihre Handfläche. Die reichte sie mir zusammen mit einem Glas Wasser - eine routinierte Übung, die wir im Laufe der fünf Jahre in unserer Zweier-WG perfektioniert hatten.

Ich schluckte die Pillen und schaute dann zu Brandon. »Gutes Buch?«

»Nicht übel«, antwortete er und betrachtete das Cover. »Soll ich es dir leihen, wenn ich fertig bin?« Dann schaute er an mir vorbei und sein Gesicht hellte sich auf. »Oh, hallo, mein Freund!« Ich folgte seinem Blick in Richtung Tür, wobei mir vor Schreck der Mund offen stehen blieb. Denn dort stand doch tatsächlich der gutaussehende Idiot von vorhin, mit lauter Einkaufstüten in beiden Händen.

Unsere Blicke trafen sich und wir starrten uns erstaunt an. Dann bemerkte er mein - also sein - T-Shirt, woraufhin sich seine Lippen zu einem Grinsen verzogen.

Ich stand auf und setzte Stuntman zurück auf den Sessel, während der Typ seine Einkäufe abstellte und auf mich zukam. Mit angehaltenem Atem wartete ich, wie er reagieren würde.

Brandon legte sein Buch ab und stand ebenfalls auf. »Josh, das ist Kristen Peterson, Sloans beste Freundin. Kristen, Josh Copeland.«

»Hallo! Nett, dich kennen zu lernen«, sagte er und drückte dabei meine Hand ein klein wenig zu fest.

Ich kniff die Augen zusammen. »Ja, freut mich auch.«

Josh dachte gar nicht daran, meine Hand loszulassen. »Sag mal Brandon, hast du dieses Wochenende nicht dein neues Auto gekriegt?«, wollte er wissen, ohne mich aus den Augen zu lassen.

Ich warf ihm einen warnenden Blick zu, doch seine braunen Augen blitzten angriffslustig.

»Stimmt. Willst du es sehen?«, fragte Brandon.

»Nach dem Frühstück gerne. Ich liebe den Geruch von neuen Autos. Meins riecht irgendwie nur nach Kaffee.«

Ich sah ihn finster an, doch sein Grinsen wurde nur noch breiter. Brandon merkte von alldem offenbar nichts.

»Hast du noch mehr zu tragen? Brauchst du Hilfe?«, erkundigte er sich. Sloan machte sich schon in der Küche zu schaffen und begann die Tüten auszupacken.

»Kein Problem, bin gleich fertig«, antwortete Josh und nickte mir kurz auffordernd zu.

»Ich geh schnell mit raus«, verkündete ich. »Ich hab was im Auto vergessen.«

Er hielt mir die Tür auf, und sobald sie sich wieder geschlossen hatte, fuhr ich ihn an: »Ich rate dir dringend, deine Klappe zu halten.« Dabei bohrte ich meinen ausgestreckten Zeigefinger in seine Brust.

Mir ging es weniger um den verschütteten Kaffee, sondern vielmehr darum, von der Tatsache abzulenken, dass ich meine Straftat verschleiern wollte. Ich log grundsätzlich nie, und kaum machte ich ein einziges Mal eine Ausnahme, war ich sofort erpressbar. Verdammt.

Josh zog eine Augenbraue hoch und beugte sich näher zu mir. »Du hast mein Shirt einfach behalten, das ist Diebstahl.«

Ich verschränkte die Arme. »Wenn du es jemals zurückhaben willst, dann behältst du das, was passiert ist, für dich. Immerhin bist du mir hinten drauf gefahren. Das sieht für dich nämlich auch nicht gut aus.«

Wieder verzog er die Lippen zu einem Lächeln, das ärgerlich anziehend war. Zu allem Überfluss hatte er auch noch Grübchen. Gottverdammte Grübchen.

»Ach ja, bin ich dir wirklich hinten draufgefahren? Bist du dir da ganz sicher? Dafür gibt's nämlich überhaupt keine Beweise. Kein Schaden an seinem Auto. Kein Polizeibericht. Also, was ich erlebt habe, war nur eine hysterische Frau auf dem Supermarktparkplatz, der ich mit meinem Shirt aus einer Notlage geholfen habe. Und damit hat sie sich dann aus dem Staub gemacht.«

»Tja, da haben wir schon deinen ersten Denkfehler«, wies ich ihn zurecht. »Denn kein Mensch würde dir...

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