Der goldene Ring des Fremden

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5425-9 (ISBN)
 
Wie kommt der Ehering an meinen Finger? Schlagartig ist Kylie hellwach. Schlimmer noch: Der Fremde neben ihr im Bett trägt den gleichen Ring! Sie kann sich an nichts erinnern. Eigentlich wirklich schade, denn sie hat zu einem sehr attraktiven Mann Ja gesagt ...
  • Deutsch
  • 2,51 MB
978-3-7337-5425-9 (9783733754259)
3733754255 (3733754255)

1. KAPITEL

In den ersten dreißig Jahren ihres Lebens war Kylie Chatterson bisher immer allein aufgewacht.

Heute Morgen nicht.

Sie hatte sich gerade auf der weichen Hotelmatratze herumgerollt und verschlafen geblinzelt, als sie den blonden Mann mit den engelsgleichen Gesichtszügen neben sich im Bett entdeckte und die Augen erschrocken aufriss.

Wer zum Teufel war das, und wie kam er hierher?

Sein muskulöser Körper wirkte wie die Marmorstatue eines griechischen Gottes, strahlte aber weitaus mehr Wärme und Leben aus. Durchs Fenster, dessen Vorhänge sie offenbar vor dem Einschlafen nicht zugezogen hatte, strahlte rücksichtslos die Morgensonne und beleuchtete unnötigerweise die Szenerie, die ihr mit jeder Sekunde peinlicher wurde.

Kylie hielt den Atem an und versuchte, sich nicht zu rühren, damit ihr schmerzender Kopf Gelegenheit hatte zu sortieren, was sie noch wusste.

Erstens: Sie war gestern nach Reno geflogen, um am Junggesellinnenabschied ihrer Freundin teilzunehmen. Sie befand sich definitiv in ihrem eigenen Hotelzimmer, denn ihr fuchsiafarbener Koffer mit Leopardenmuster hing etwas windschief auf dem Gepäckbrett am Fußende des Bettes. Zumindest befand sie sich also dort, wo sie hingehörte. Das war schon einmal ein gutes Zeichen.

Zweitens: Sie erinnerte sich daran, auf der Party des Junggesellinnenabschieds gewesen zu sein und an der Kasinobar ein oder zwei Cocktails getrunken zu haben. Normalerweise trank sie nicht viel Alkohol, also waren es bestimmt nicht mehr als zwei Getränke gewesen. Oder doch? Neben dem Fernseher entdeckte sie drei bunt bedruckte XXL-Plastikbecher. Das war nicht so gut, erklärte aber immerhin, warum ihr Kopf so dröhnte, ihr ein wenig übel war und sie sich an nichts erinnern konnte.

Keine Gefühle jetzt, befahl sie sich selbst. Denk einfach nach.

Drittens: Auf dem Nachttisch neben ihr stand ein Strauß blau gefärbter Nelken neben einem Polaroidfoto in einem kitschigen Papprahmen. Auf dem Foto war der Schriftzug Silver Rush Wedding Chapel aufgedruckt, daneben stand Wir haben uns getraut . in Reno. Das Bild wirkte ziemlich verschwommen - aber vielleicht war auch ihr Blick noch nicht ganz klar. Vorsichtig streckte sie den Arm aus und betrachtete blinzelnd das Sofortbild. Waren sie gestern Nacht noch in irgendeiner Westernbar gewesen? Vielleicht hatte sie da den Typen kennengelernt, der auf dem Foto neben ihr stand und der jetzt neben ihr lag.

Sie atmete leise aus und suchte auf dem Bild nach weiteren Hinweisen. Sie und Mr. Adonis sahen so aus, als ob sie in einem Planwagen säßen. Neben ihnen hockten zwei Menschen in Kostümen aus der Zeit von Nevadas Silberrausch. Jedenfalls hoffte sie, dass es Kostüme waren. Das war wirklich alles ziemlich schräg. Es sei denn .

Vorsichtig blickte sie über ihre nackte Schulter. Der perfekt gebaute Mann schnarchte leise. Während sie den Blick von seinem Gesicht über seinen Körper wandern ließ, revidierte sie ihren Eindruck von engelsgleich. Vom Hals an abwärts hatte er keinerlei Ähnlichkeit mit einem Engel. War sie mit einigen der anderen weiblichen Partygäste in einer Männerrevue gelandet?

O nein . Vielleicht war der Kerl neben ihr ein Stripper, und sie hatte sich mit ihm eingelassen? Sie rieb sich die Augen und betrachtete das Foto erneut. Offenbar hatten sie sehr viel Spaß gehabt, denn sie wirkten beide sehr glücklich und zufrieden. Ob das gut war oder nicht, musste sich noch zeigen.

Viertens: Sie trug immer noch ihr blaues Set aus Spitzenhöschen und Spitzen-BH - aber sonst nichts. Was bedeutete das? Hatten sie oder hatten sie nicht?

Wieder blickte sie zu ihrem Bettgefährten hinüber. Was er unter der Bettdecke trug, wusste sie nicht, aber darüber waren nur seine beeindruckenden Arm- und Brustmuskeln und sein Lächeln zu sehen. Die peinliche Situation trieb ihr die Röte in die Wangen.

Obwohl die meisten Leute fanden, Kylie kleide sich zu aufreizend und hätte zu viele Verabredungen mit Männern, hatte sie bisher noch keinen Mann weiter an sich rangelassen, als ihr Ausschnitt reichte. Und jetzt wusste sie nicht einmal, wer da neben ihr lag oder ob sie es letzte Nacht wirklich getan hatten! Sie brauchte nicht völlig nüchtern zu sein, um zu erkennen, dass es auf keinen Fall ein gutes Zeichen war, wenn sie halbnackt mit einem Fremden im Bett lag.

Bevor sie zu fünftens kommen konnte, rückte der blonde Adonis näher an sie heran und schlang seinen muskelbepackten Arm um ihre Taille. Seine Wärme fühlte sich auf ihrer angespannten Haut wie ein kleiner Stromschlag an, und sie brauchte ihre ganze, normalerweise ziemlich beachtliche Selbstbeherrschung, um nicht aus dem Bett zu springen und wegzulaufen. Jetzt hatte sie keine Zeit mehr, weiter zu analysieren. Wenn sie weiter versuchte, die Situation gedanklich nachzustellen, würde er inzwischen womöglich aufwachen. Vielleicht konnte sie sich leise wegschleichen.

Dumm nur, dass dies hier ihr Hotelzimmer war.

Sie war als einziges Mädchen mit vier älteren Brüdern und einem starrsinnigen Vater aufgewachsen. Deshalb war sie durchaus daran gewöhnt, ihre Unabhängigkeit und Individualität zu verteidigen. Gleichzeitig war sie kein Mauerblümchen. Kylie hatte früh im Leben gelernt, sich ihren Platz selbst erkämpfen zu müssen, wenn sie es zu etwas bringen wollte. Und sie wusste, wie sie sich gegen Männer durchsetzte - selbst gegen beeindruckend gebaute nackte Männer.

Sie rüttelte an seiner Schulter. "Pst."

Seine einzige Reaktion war, dass er sie noch näher an sich zog.

"Hey", sagte sie ein wenig lauter, während sie versuchte, sich so taktvoll wie möglich aus seiner Umarmung zu befreien.

Er drückte seine vollen Lippen an ihren Hals, und ihr lief ein schockierendes Kribbeln den Rücken hinunter. Die intime Berührung erschreckte sie, erregte sie aber auch. Sie versuchte, sich mit den Beinen von ihm abzustoßen, rammte ihm dabei aber aus Versehen ihre Ferse ans Schienbein, woraufhin er aufschrie und seinerseits angestrengt versuchte, von ihr wegzukommen. Dadurch bekam sie so viel Schwung, dass sie über die Bettkante katapultiert wurde und auf dem gemusterten Teppichboden landete.

"Was, zum Teufel!?", rief sie und versuchte, das Laken vom Bett zu ziehen, um sich zu bedecken.

"Wo bin ich?", fragte er.

Nachdem Kylie sich endlich in das Laken eingewickelt hatte, kam sie auf die Beine, um sich den ebenfalls ziemlich verwirrten Fremden in ihrem Bett vorzuknöpfen. Als sie sich in ihrer behelfsmäßigen Toga im Spiegel sah, hob sie trotzig das Kinn. Ihre Freunde sagten immer, sie sähe mit ihrem hochgewachsenen kurvigen Körper aus wie die brünette Version von Wonder Woman. Im Moment fühlte sie sich allerdings eher wie deren Alter Ego, die Amazonenprinzessin Diana, die ihr Königreich vor eindringenden Männern verteidigen muss.

"Ich sage Ihnen, wo Sie sind, wenn Sie mir sagen, wer Sie sind!", erklärte sie energisch.

"Ich bin Andrew." Er strich sich durch sein kurz geschnittenes Haar, und es tröstete sie ein bisschen, dass er wahrscheinlich genauso furchtbare Kopfschmerzen hatte wie sie.

Andrew klang auch nicht wie der Name eines Strippers, wobei sie in diesen Dingen nicht wirklich Erfahrung hatte.

"Also, Andrew, Sie sind in meinem Hotelzimmer im Legacy Casino in Reno. Fragen Sie mich nicht, wie Sie hierhergekommen sind. Ich bin mir über die Details auch noch nicht so ganz im Klaren."

Der Mann betrachtete das zerwühlte Bett, dann sie, wobei er den Blick über ihren ganzen Körper wandern ließ, bevor er sich wieder auf ihr gerötetes Gesicht konzentrierte. Er blinzelte ein paarmal, dann tastete er auf dem Nachttisch nach seiner Brille mit Drahtgestell und setzte sie auf.

"Du bist Kylie", erklärte er zögernd.

"Na schön, dann erinnert sich wenigstens einer von uns beiden, was ." Sie unterbrach sich, als sich auch bei ihr ein Erinnerungsfetzen der letzten Nacht einstellte. "Mit der Brille siehst du aus wie dieser Freund von Cooper . Der, der beim Militär ist."

Sein Nicken bestätigte ihre Befürchtung. O nein. Das war schlecht. Ganz, ganz schlecht.

"Ach, du meine Güte!" Anklagend zeigte sie auf ihn, während er sich verlegen im Zimmer umschaute, offensichtlich auf der Suche nach seinen Klamotten - zumindest nach seiner Hose. "Du bist der Geistliche, der die Hochzeitszeremonie abhält. Du bist Drew Gregson!"

Stückchenweise kehrte die Erinnerung an den gestrigen Nachmittag zurück. Sie war ziemlich früh in der Cocktailbar angekommen, um auf Wunsch ihrer Freundin die anderen Gäste zu begrüßen. Drew, der beste Freund des Bräutigams, war ebenfalls schon da, wirkte ziemlich verloren und unschuldig wie ein Lämmchen und hatte sie offenbar direkt zur Schlachtbank geführt.

Stöhnend ließ sie sich auf den nächstbesten Stuhl sinken. Er war bis jetzt noch nicht aufgestanden, und sie hatte nicht vor, sich neben einen Geistlichen ins Bett zu legen. "Wir landen so was von in der Hölle ."

Gestern hatte sie ihm einen Drink bestellt und ihm gesagt, das würde ihn entspannen. Dann hatte sie einen schmutzigen Witz erzählt. Er hatte angemessen schockiert dreingeschaut, bevor er anfing zu lachen, und sie hatten auf das Brautpaar angestoßen. Danach war alles verschwommen. Auf schrecklich sündige Art und Weise.

"Ja, der bin ich, aber ich bin kein Geistlicher!"

Sie betrachtete ihn prüfend. Sagte er die Wahrheit oder betrieb er nur Schadensbegrenzung?...

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