Das Geheimnis der Gegenwart Gottes

Zur Schechina-Vorstellung in Judentum und Christentum
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Juni 2014
  • |
  • VIII, 405 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-152992-4 (ISBN)
 
In den biblischen Traditionen begegnen uns verschiedene Vorstellungen von der Gegenwart Gottes. Eine bedeutende Stellung nehmen in diesem Zusammenhang ,Schechina-Vorstellungen' ein, die von der Einwohnung beziehungsweise dem Wohnen Gottes in einem Kultheiligtum oder einer menschlichen Gemeinschaft sprechen. An der Entwicklungsgeschichte der Schechina-Vorstellungen lässt sich ablesen, wie alttestamentlich-frühjüdische Traditionsbildungen fähig waren, religionsgeschichtliche Neuorientierungen beziehungsweise geschichtliche Ereignisse zu verarbeiten und traditionelle Glaubensvorstellungen zu modifizieren (vor allem in Folge der Zerstörung des ersten und zweiten Tempels). Auch eine Beschreibung der frühchristlichen Theologiegeschichte entbehrt wesentlicher Aspekte, wenn man die Aneignung dieses Erbes alttestamentlich-jüdischen Denkens nicht angemessen zur Geltung bringt. Gleichwohl erfahren Schechina-Vorstellungen in der biblisch-exegetischen Wissenschaft nur eine verhältnismäßig geringe Aufmerksamkeit. Der vorliegende Sammelband arbeitet die biblisch-theologischen Dimensionen der Schechina-Vorstellungen heraus und veranschaulicht ihr Potential für gegenwärtige Reflexionsprozesse christlicher und jüdischer Glaubensvorstellungen.
 
In den biblischen Traditionen begegnen uns verschiedene Vorstellungen von der Gegenwart Gottes. Eine bedeutende Stellung nehmen in diesem Zusammenhang ,Schechina-Vorstellungen' ein, die von der Einwohnung beziehungsweise dem Wohnen Gottes in einem Kultheiligtum oder einer menschlichen Gemeinschaft sprechen. An der Entwicklungsgeschichte der Schechina-Vorstellungen lässt sich ablesen, wie alttestamentlich-frühjüdische Traditionsbildungen fähig waren, religionsgeschichtliche Neuorientierungen beziehungsweise geschichtliche Ereignisse zu verarbeiten und traditionelle Glaubensvorstellungen zu modifizieren (vor allem in Folge der Zerstörung des ersten und zweiten Tempels). Auch eine Beschreibung der frühchristlichen Theologiegeschichte entbehrt wesentlicher Aspekte, wenn man die Aneignung dieses Erbes alttestamentlich-jüdischen Denkens nicht angemessen zur Geltung bringt. Gleichwohl erfahren Schechina-Vorstellungen in der biblisch-exegetischen Wissenschaft nur eine verhältnismäßig geringe Aufmerksamkeit. Der vorliegende Sammelband arbeitet die biblisch-theologischen Dimensionen der Schechina-Vorstellungen heraus und veranschaulicht ihr Potential für gegenwärtige Reflexionsprozesse christlicher und jüdischer Glaubensvorstellungen.
  • Deutsch
  • Tübingen
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  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 4,30 MB
978-3-16-152992-4 (9783161529924)
10.1628/978-3-16-152992-4
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Teil 1: Schechina-Vorstellungen im Judentum
  • BERND JANOWSKI: Die Einwohnung Gottes in Israel. Eine religions- und theologie-geschichtliche Skizze zur biblischen Schekina-Theologie
  • 1. Schekina oder: Wie kommt Gott in die Welt?
  • 2. Religions- und theologiegeschichtliche Aspekte der Schekina-Theologie
  • 2.1 Gott und Bild - zur altorientalischen Idee der Einwohnung Gottes
  • 2.2 Tempel und Volk - zur alttestamentlichen Schekina-Theologie
  • 2.2.1 Vorexilische Zeit
  • 2.2.2 Exilisch-nachexilische Zeit
  • 2.2.2.1 "Ich werde inmitten der Israeliten wohnen" (Ex 29,45)
  • 2.2.2.2 "In Jakob nimm Wohnung!" (Sir 24,8)
  • I. Selbstlob der Weisheit
  • II. Schlußwort des Weisen
  • 2.3 Schekina und Inkarnation - zur johanneischen Christologie
  • 3. Von der inhabitatio zur incarnatio - Zusammenfassung
  • Anhang I: Die Schekina-Texte (mit relativer Chronologie)
  • Altorientalische Vorläufer der biblischen Schekina-Theologie
  • Schekina-Theologie der vorexilischen Zeit
  • Schekina-Theologie der exilisch-nachexilischen Zeit
  • Schekina-Theologie der hellenistisch-römischen Zeit (Auswahl)
  • Anhang II: Quellennachweis zu den Abbildungen
  • RÜDIGER LUX: Jerusalem - Stadt der Treue. JHWHs Schekina in Zion nach Sacharja 1-8
  • 1. Die mental map von Sach 1-8
  • 1.1 Die Außenhaut der Welt
  • 1.2 Der Binnenraum der Welt
  • 2. Die Rückkehr JHWHs nach Jerusalem
  • 2.1 Das neue Jerusalem (2,5-9)
  • 2.2 JHWHs Einzug in Jerusalem (2,14-16)
  • 3. Jerusalem - Stadt der Treue (8,1-5)
  • MARTIN LEUENBERGER: Die personifizierte Weisheit als Erbin der atl. "Schechina"
  • 1. Gottes Gegenwart und die atl. Schechina-Vorstellungen
  • 2. Die personifizierte Weisheit
  • 2.1 Die Personifizierung der Weisheit: Datierung, Hintergründe, Ursachen
  • 2.2 Die Weisheit in Prov 8
  • 2.3 Das irdische (Nicht-)Wohnen der Weisheit in Sir 24 und 1Hen 42
  • 2.3.1 Sir 24
  • 2.3.2 1Hen 42
  • 2.4 Ausblick auf das irdische Wohnen des inkarnierten Logos: Joh 1
  • 3. Auswertung
  • ENNO EDZARD POPKES: Vorstellungen von der Einwohnung Gottes in der Tempelrolle: 11QT 29,7b-10 und die Entwicklungsgeschichte frühjüdischer Schechina-Vorstellungen
  • 1. Thematische Hinführung
  • 2. Das Spektrum biblisch-frühjüdischer Schechina-Vorstellungen
  • 3. Das Spektrum schechina-theologischer Motive im überlieferten Textbestand der Tempelrolle
  • 4. 11QT 29,7b-10 als Schlüsseltext der Eschatologie und Schechina-Vorstellung der Tempelrolle
  • JUTTA LEONHARDT-BALZER: Vorstellungen von der Gegenwart Gottes bei Philo von Alexandrien
  • 1. Einleitung: Welche Gegenwart?
  • 2. Gegenwart Gottes an Orten
  • 3. Gegenwart Gottes in Menschen
  • 3.1 Der Logos und der Hohepriester
  • 3.2 Der Logos im Weisen/Volk Israel
  • 4. Begriffe des Wohnens
  • 5. Schlussfolgerung
  • PETER SCHÄFER: "Denn ich will unter ihnen wohnen": Die Schechina der Rabbinen
  • 1. Der Ort der Schechina
  • 2. Gestalt und Geschlecht der Schechina
  • 3. Personifikation der Schechina
  • ELKE MORLOK: Erotische Anziehung und doppelte Konstruktion der Schechina in der kabbalistischen Literatur
  • 1. Die Erzählung von der Prinzessin und dem Taugenichts bei Rabbi Isaak von Akko
  • 1.1 Weitere Aspekte zur Prinzessin bei Isaak von Akko
  • 2. Das schöne Mädchen im Zohar (2,99a-99b)
  • 3. Moshe Cordovero und die doppelte Konstruktion der Schechina
  • 4. Nachklänge der Prinzessin im ?asidismus
  • 5. Kritiker der schönen Frauen
  • MATTHIAS MORGENSTERN: Die Schechina zwischen Halacha und Aggada. Versuch über ein Gedicht Ch.N. Bialiks im Gespräch mit Gershom Scholem
  • Teil 2: Schechina-Vorstellungen im Christentum
  • DAVID DU TOIT: Motive der Gottesgegenwart in der Synoptischen Tradition
  • 1. Einführung
  • 2. Das Matthäusevangelium: Jesus als dauerhafter Haftpunkt der Gegenwart Gottes
  • 2.1 Gottes Gegenwart im Tempel
  • 2.2 Immanuel - Gott mit uns
  • 2.3 Jesus und Gottes Rückzug aus dem Tempel
  • 2.4. Jesus als dauerhafter Haftpunkt der Heilspräsenz Gottes
  • 2.5 Die Kirche als Haftpunkt der Heilspräsenz Gottes
  • 3. Das Markusevangelium: Die Abwesenheit Jesu und die Gegenwart Gottes
  • 3.1 Jesu Gegenwart und das Heil Gottes
  • 3.1.1 Die Ferne Gottes und die Gegenwart des irdischen Jesus
  • 3.1.2 Die Gegenwart Jesu als begrenzte Heilszeit
  • 3.1.3 Jesu Gegenwart und die Gegenwart Gottes
  • 3.2 Die Abwesenheit Jesu und die Gegenwart Gottes
  • 3.2.1 Die Abwesenheit Jesu als begrenzte Unheilszeit
  • 3.2.2 Die Abwesenheit Jesu und die Gegenwart Gottes
  • 4. Die Logienquelle
  • 4.1 Q Lk 10,16 = Mt 10,40
  • 4.2 Q Lk 11,20 (= Mt 12,28)
  • 5. Diachrone Retrospektive
  • SAMUEL VOLLENWEIDER: Göttliche Einwohnung. Die Schechina-Motivik in der paulinischen Theologie
  • 1. Göttliches Wohnen in der Gemeinschaft der Glaubenden
  • 2. Geisteinwohnung
  • 3. Christuseinwohnung
  • 4. Bilanz und Ausblick
  • HERMANN LICHTENBERGER: Das Motiv der Einwohnung in der Ekklesiologie des Epheserbriefs
  • 1. Das Weltbild des Epheserbriefes
  • 1.1 Die Welt als Schöpfung - Gott der Schöpfer
  • 1.2 Christus und die Glaubenden zur Rechten Gottes
  • 1.3 Die Mächte
  • 1.4 Raum- und Machtkategorien
  • 2. Gott
  • 2.1 Das p????µa Gottes Eph 3,19
  • 3. Christologie
  • 4. Die Kirche
  • 4.1 Christusleib und Christusherrschaft
  • 4.2 Die Tempelmetaphorik
  • 4.3 Die Kirche aus Juden und Heiden Eph 2,11-18
  • 5. Die Einwohnung Gottes in der Ekklesiologie des Eph
  • 5.1 Das p????µa Christi erfüllt die Kirche und das All
  • 5.2 Das p????µa Gottes in Christus
  • 6. Abschluss
  • JÖRG FREY: Joh 1,14, die Fleischwerdung des Logos und die Einwohnung Gottes in Jesus Christus. Zur Bedeutung der "Schechina-Theologie" für die johanneische Christologie
  • 1. Das Problem des s??? ????et?
  • 2. Die Forschung zwischen s??? und d??a
  • 3. Religionsgeschichtliche Parallelen und die Semantik des s??? ????et?
  • 4. Das "Zelten" des Logos "unter uns":Die Bedeutung von Joh 1,14aß
  • 4.1 Zum Johannesprolog
  • 4.2 Der weisheitstheologische Hintergrund
  • 4.3 Die "Schechina" des göttlichen Logos als Schlüssel zum Verständnis des s??? ????et?
  • FRANZ TÓTH: Die Schechina-Theologie in der Johannesapokalypse
  • 1. Einleitung
  • 2. Schechina-Theologie als Tempeltheologie
  • 3. Schechina-Motive in der Makrostruktur der Johannesapokalypse
  • 4. Apk 7,9-15
  • 5. Apk 15,1-8
  • 6. Apk 21,1-5
  • 7. Resümee
  • TOBIAS NICKLAS: Altkirchliche Diskurse um das "Wohnen Gottes". Eine Spurensuche bis zur Zeit der Konstantinischen Wende
  • 1. Variationen der Rede vom "Wohnen Gottes" in antijüdischem Schrifttum
  • 2. Variationen der Rede vom "Wohnen Gottes" in apologetischen Diskursen
  • 3. Variationen der Rede vom "Wohnen Gottes" bzw. "Wohnen Christi" in antihäretischen Schriften
  • 4. Das paränetische Potenzial der Rede vom Wohnen Gottes in den Christen
  • 5. Fazit
  • VASILE HRISTEA: Einwohnung der Herrlichkeit. Gregor von Nyssas Auffassung der Gegenwart Gottes im Menschen
  • 1. Die Übernahme der Schekhina-Lehre in der altkirchlichen Theologie vor Gregor von Nyssa
  • 2. Einwohnung der Herrlichkeit Gottes im Menschen bei Gregor von Nyssa
  • 2.1 Reinigung
  • 2.2 Die Anschauung der Gegenwart Gottes
  • 2.3 Selbstanschauung als Anschauung Gottes
  • 3. Konsequenzen aus der Lehre von der Gegenwart Gottes bei Gregor von Nyssa
  • 3.1 Der Zusammenhang zwischen der Lehre von der Vergöttlichung des Menschen und der Lehre von der Gegenwart Gottes
  • 3.2 Erst bei Gott kommt der Mensch wirklich zu sich selbst
  • 3.3 Die Lehre vom menschlichen Bildungsprozess universalisiert die Vorstellung von der Gegenwart Gottes
  • 3.4 Die Gegenwart Gottes im Menschen begründet das ethische Verhalten des Menschen
  • 3.5 Die Anschauung Gottes als ästhetische Erfahrung
  • 3.6 Die Erfahrbarkeit Gottes in der Kunst
  • PAUL SILAS PETERSON: Schechina-Vorstellungen in der Bibelauslegung des 17. und 18. Jahrhunderts in England und in den britischen Kolonien in Nordamerika
  • 1. Zum allgemeinen Kontext der englischen Schechina-Theologie im 17. und 18. Jahrhundert
  • 2. Die humanistische Ablehnung einer christologischen Auslegung des Alten Testaments - von Lelio Sozzini zu Hugo Grotius
  • 3. Die Geburt des Neologismus "Shechinah" im Englischen
  • 4. Schechina-Vorstellungen in der englischen Bibelauslegung des 17. und 18. Jahrhunderts
  • 5. Schechina-Vorstellungen in der Bibelauslegung des 17. und 18. Jahrhunderts in den britischen Kolonien in Nordamerika
  • 6. Schluss
  • Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes
  • Stellenregister
  • I. Altes Testament
  • II. Apokryphen und Pseudepigraphen zum Alten Testament
  • III. Schriftfunde aus Qumran
  • CD
  • IV. Griechischsprachige jüdische Schriftsteller
  • V. Neues Testament
  • VI. Apostolische Väter, christliche Schriftsteller und Schriften und Kirchenväter
  • VII. Pagane griechische und römische Schriftsteller
  • VIII. Rabbinische und jüdische Literatur
  • Register der Autorinnen und Autoren
  • Sach- und Personenregister
  • Griechische und hebräische Wörter

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